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Der dreizehnte Testflug des Starships soll voraussichtlich am Donnerstag, dem 16. Juli, starten. Das 90-minütige Startfenster öffnet sich um 17:45 Uhr CT (Central Time). Das ist 0:45 am 17. Juli bei uns. Der Testflug dürfte insofern spannend sein, weil er der erste Teststart nach dem IPO ist. Seit die Aktie an der Börse ist – nun auch schon ein Monat her – stieg sie nach den ersten schnellen Gewinnmitnahmen von 160 auf 225,4 Dollar, ist seitdem aber im Sinkflug und berührte in den letzten Tagen die 140 Dollar Marke und liegt damit unter dem Ausgabepreis. Dabei dürfen die Anleger, die eine Aktie zugeteilt bekamen, diese noch nicht mal verkaufen, Es gibt ein sehr komplexes Reglement das vorschreibt, wer wann wie viele Aktien verkaufen darf. In jedem Falle wird der Start Einfluss auf den Aktienkurs haben, negativ oder positiv, sind die ambitionierten Projekte mit KI-Rechenzentren im All doch nur mit einer sehr häufig startenden Schwerlastrakete durchführbar.
Jede andere Firma würde sich daher besonders viel Mühe geben diesen Start vorzubereiten und alles doppelt und dreifach checken, damit er möglichst ohne Probleme abläuft, denn schon jetzt hat die Firma 700 Mrd. Dollar an Wert verloren (so viel wie das Infrastrukturpaket der Bundesregierung) und das in einem Monat. Aber bei SpaceX bin ich mir nicht sicher, ob dieser Start anders vorbereitet wurde wie der Letzte, ich würde eher nicht drauf tippen.
Der bevorstehende Flug wird ähnliche Ziele verfolgen wie der vorherige Testflug, und erstmals Starlink V3-Satelliten der nächsten Generation transportieren. Es gab offensichtlich eine Umbenennung, den vorher waren die nächsten Satelliten nach der ersten Generation die V2. Es gab auch Erklärungen für das Versagen beim letzten Flug.
Der Flug ist eine weitestgehende Wiederholung des letzten Flugs da dort einiges nicht geklappt hat. Bei der Stufentrennung von Flug 12 führten nach Angabe von SpaceX geringfügige Abweichungen beim Triebwerksstart des Raumschiffs zu einer Abweichung der Drehrichtung des Boosters um etwa 90 Grad. Die Startsequenz wurde modifiziert, um robuster gegenüber Timing-Schwankungen zu sein und die Drehung in die gewünschte Richtung zuverlässiger durchzuführen. Nach der Stufentrennung und der Drehung versuchte der Super Heavy-Booster, seinen Boostback-Brennvorgang durchzuführen. Fünf seiner 13 Triebwerke hatten Probleme beim Wiederzünden, wodurch der Boostback-Brennvorgang vorzeitig abgebrochen wurde. Die Super Heavy für diesen bevorstehenden Flug verfügt nach SpaceX über Hardware-Modifikationen zur Verbesserung der Wiederzündzuverlässigkeit sowie über aktualisierte Triebwerksalarme und Abbruchmechanismen, für einen besseren Betrieb mehrerer Triebwerke. Die Frage ist, warum diese Startsequenz so empfindlich ist, dass kleine Abweichungen gleich zum kompletten Abschalten der SuperHeavy führten. Sollte ein Gefährt, das nach Ankündigungen täglich startet nicht besonders robust sein? Sonst ist doch die Gefahr groß, das andere kleine Abweichungen wieder zum kompletten Verlust einer SuperHeavy führen, womit dieser enge Zeitplan unmöglich ist.
Die Starship-Oberstufe soll 20 Starlink-V3Satelliten Aussetzen, die Wiederzündung eines einzelnen Raptor-Triebwerks im Weltraum demonstrieren sowie die schon bekannte Landung im Indischen Ozean durchführen. Etwa 40 Sekunden nach der Stufentrennung verlor Starship bei IFT-12 eines der drei vakuumoptimierten Raptoren. Das Raumschiff konnte seine geplante suborbitale Flugbahn erreichen. Es wurden verschiedene Hardware- und Betriebsmodifikationen vorgenommen, aber nicht erklärt was die Ursache des Triebwerksausfalls war und was man getan hat. Ebenso wurde nicht auf die bei IFT-12 ausgebliebene Wiederzündung eines Raptors (dies erfolgt nicht mit den Vakuumtriebwerken, da diese nicht schwenkbar sind) ausblieb. Man vertröstet nur für eine ferne Zukunft: Weitere Zuverlässigkeitsverbesserungen sind für zukünftige Versionen des Raptor-Triebwerks geplant.
Starship wird erstmals V3-Starlink-Satelliten ins All befördern, also nicht wie bisher Dummys. Im Rahmen dieses ersten Tests sollen 20 Satelliten ausgesetzt werden, die mit Solarzellen und Antennen ausgestattet sind und versuchen, über Hochleistungslaser Verbindungen zu Bodenstationen in Südafrika und der Starlink-Konstellation herzustellen. Die Starlink-Satelliten befinden sich auf derselben suborbitalen Flugbahn wie Starship, gehen also verloren. Sinnvoll wäre das Erreichen eines Orbits, selbst wenn es nur für Tests ist, doch dass dürfte die FAA nach dem verlauf des letzten Tests sicher verboten haben. Wahrscheinlich hatte man bei SpaceX nicht mit einer Wiederholung von IFT-12 gerechnet und peilte für diesen Test erstmals an die V3 Satelliten im Orbit auszusetzen, was nun eben entfallen muss. Wie schwer die V3 Satelliten sind und damit eine realistische Abschätzung der Nutzlast das bleibt geheim, wohl weil sie deutlich unter den 100 t liegt die Starship V3 transportieren soll. Für Starlink V2 wurden 1,5 bis 2 t genannt, sodass 20 Satelliten nur einer Nutzlast von 30 bis 40 t entsprechen, bei IFT-12 waren es noch 22 Satelliten, die Nutzlast sinkt also auch beim V3 wieder ab, ähnliches gab es bei V2 wo anfangs mehr Simulatoren mitgeführt wurden als am Schluss.
Sechs der Satelliten wurden mit Kameras ausgestattet, um den Hitzeschild der Starship aufzunehmen. Mehrere Hitzeschutzkacheln der Starship wurden weiß lackiert, um fehlende Kacheln zu simulieren und als Bildziele im Test zu dienen. Mehrere Hitzeschutzkacheln werden an der Metallseite der hinteren Klappen der Starship angebracht, zusammen mit modifizierten Kacheln und Befestigungsmechanismen am Hitzeschild des hinteren Bereichs, um Flugdaten zu verschiedenen Befestigungsmöglichkeiten zu sammeln. Es wird der Hitzeschild der Starship mit lastmessenden Kacheln ausgestattet, um Messungen durchzuführen, da das Raumfahrzeug beim Aufstieg einem höheren dynamischen Druck ausgesetzt ist als bei früheren Flügen. Dies führt zu einer zusätzlichen Belastung der Kachelbefestigungen, ermöglicht aber eine höhere Nutzlastkapazität für den Transport in den Orbit.
Insgesamt sind die Änderungen relativ klein, es wurden eigentlich nur Probleme adressiert, die beim letzten Flug auftraten, bzw. beim Ausfall des Vakuumraptors scheint man nach der Ankündigung selbst bei SpaceX nicht zu wissen, woran es lag. Mit so kleinen Fortschritten werden wir noch eine Menge Teststarts sehen. Zu IFT-12 gibt es übrigens inzwischen eine offizielle Nutzlastangabe: 37.560 kg für die beiden Starlink-Mini und die 20 Starlink V3 Satelliten. Da ein Starlink Mini 585 kg wiegt, liegen die Starlink V3 (oder V2?) bei 1.819 kg pro Satellit, ich nehme an die Angabe ist mit Dispenser, SpaceX ist nicht dafür bekannt, dass sie Nutzlastangaben nach unten abrunden. Damit transportierte die V2 Generation des Starships maximal 18,2 t Nutzlast, 35 t ist die offizielle Angabe aber SpaceX wird sie nie voll ausnützen schon alleine, weil es bei jedem Flug Triebwerksausfälle gab die immer Nutzlast kosten, weil dadurch die Gravitationsverluste ansteigen. Addiert man die Differenz von 18,2 zu 35 t zur derzeitigen Nutzlast so kommt man auf 54,4 t und damit nur die Hälfte der Nutzlast (100 t) nach Ankündigung des V3. Das sind gerade mal 1 % der Startmasse, selbst das Space Shuttle war da mit 1,2 % besser.
Bei der Artemis 3 Mission wird ein Starship mit einem Dockingadapter gestartet werden, aber die die Astronauten werden nicht wie beim Blue Moon, der Konkurrenz (welches von beiden Gefährten genommen wird, entscheidet welche Firma als erster ein flugtauglichen Lander hat) umsteigen, soll aber das Starship kontrollieren können. Die künstlerische Abbildung von SpaceX zeigt auch keine Crewkabine, sondern nur die normale Spitze des Starships.

Flug 14 soll, wenn alles glattläuft in den Orbit gehen und die Firma plant nach Shotwell (ähnliches sagte schon Musk letzten Oktober) monatliche Starts, die hat man mit fast zwei Monaten zwischen diesem und dem letzten Flug am 22.6. aber noch nicht erreicht.
Immerhin spricht die Firma vom 13-ten Testflug. In den USA scheint der Aberglauben um diese Unglückszahl ja noch größer zu sein als bei uns. So gibt es in Hotels keine Zimmernummer 13 und in manchen Wolkenkratzern keine 13-te Etage. Nach der – meiner Ansicht nach nicht misslungenen Apollo-Mission 13 – vermied man ja im Space Shuttleprogramm die Nummer 13 (in den beiden vorherigen Programmen Mercury und Gemini endete das Programm jeweils vor dem Erreichen der „13“. Nach STS-9 wurde die Nummerierung auf ein undurchschaubares System aus Finanzjahr (erste Ziffer, Startplatz (zweite Ziffer) und einem fortlaufenden Buchstaben umgestellt. Was das System komplex war nicht nur, dass das Finanzjahr schon am 1. Oktober beginnt, sondern auch weil Missionen gestrichen wurden und vorgezogen oder verzögert wurden, so war die Reihenfolge nicht mehr chronologisch. Die Unglücksmission der Challenger war STS-51L, also eigentlich eine Mission von 1985 (vorher erfolgten schon STS-61A bis C). Nach dem Verlust der Challenegr ging man wieder auf die Durchnummerierung über beginnend mit STS-26, allerdings auch nicht chronologisch, sondern nach dem Plan.
SpaceX hätte angesichts des Faible des CEO auch von IFT 12++ oder IFT –14 sprechen können… Immerhin hat er ja jetzt schon eine gute Ausrede, wenn der Start wieder mal nicht richtig erfolgreich verläuft, also nicht richtig erfolgreich für Außenstehende, nach Musk war ja jeder Start bisher ein Erfolg. Hier die offizielle Timeline nach SpaceX.
Countdown
Std./Min./Sek. Ereignis
00:50:00 Der Flugdirektor von SpaceX führt eine Umfrage durch und gibt grünes Licht für die Treibstoffbeladung.
00:36:33 Booster-LOX-Beladung im Gange
00:35:00 Beladung mit Boostertreibstoff (flüssiges Methan) im Gange
00:34:14 Schiffstreibstoffladung in Bewegung
00:34:13 Schiffsbeladung mit flüssigem Sauerstoff (LOX) im Gange
00:21:40 Raptor beginnt mit der Triebwerkskühlung des Boosters und des Schiffs
00:02:50 Booster-Treibstoffbeladung abgeschlossen
00:02:10 Schiffstreibstoffladung abgeschlossen
00:00:30 Der Flugdirektor von SpaceX gibt grünes Licht für den Start
00:00:17 Flammenumlenkeraktivierung
00:00:03 Startbefehl für das Booster-Triebwerk
00:00:00 Abheben
Start
Std./Min./Sek. Ereignis
00:00:00 Abheben
00:00:58 Max Q (Moment der maximalen aerodynamischen Belastung der Rakete)
00:02:18 Super Heavy MECO (die meisten Motoren abgeschaltet)
00:02:21 Zündung und Stufentrennung des Starships
00:02:25 Super Heavy Boostback Burn Start
00:03:03 Super Heavy Boostback Burn Ende
00:06:27 Super Heavy Landung Start
00:06:53 Super Heavy Landung Abschaltung
00:08:05 MECO Startship
00:16:40 Payload-Bereitstellungsdemo starten
00:27:39 Payload-Bereitstellungsdemo abgeschlossen
00:38:58 Raptor-Demo zur Wiederzündung
00:47:30 Eintritt des Raumschiffs in die Atmosphäre
01:02:23 Starship ist transsonisch.
01:03:01 Schallgeschwindigkeit unterschritten
01:05:01 Landebrennstart
01:05:03 Drehung mit Überschlag
01:05:12 Landeanflug mit 3 → 2 Triebwerken
01:05:19 Landeanflug mit 2 → 1Triebwerken
01:05:21 Wassern

[Edit: 17.7.2026]
Beim ersten Startversuch zündeten nicht alle Triebwerke. Man sah schon den Dampf unter der Superheavy von einer Drohne aus fotografiert austreten, als bei T-0, nach der Videoanzeige vier Triebwerke nicht zündeten und gleich darauf alle Triebwerke durch eine automatische Abschaltung wieder ausgingen. T-0 ist beim Starship nicht der Abhebezeitpunkt, sondern der Punkt wo alle Triebwerke gezündet sind (sie gehen vorher in kleinen Intervallen an). Sie hebt erst einige Sekunden später ab wenn sie vollen Schub haben. Das der Start nun abgebrochen wird, wenn schon jetzt Triebwerke ausfallen ist ein Fortschritt gegenüber dem ersten Testflug, wo die SuperHeavy schon abhob, obwohl 3-4 Triebwerke ausgefallen waren. Aber es zeigt ach das entweder die Raptor 3 von denen zwei beim letzten Flug ausfielen und alle Superheavy-Triebwerke beim Boostback nicht zuverlässiger sind als die Raptor 2 oder die geänderte Startsequenz eben nach diesem Triebwerksausfall beim letzten Flug nicht funktioniert. Die Zuverlässigkeit der Raptoren liegt nun bei 88,5 % oder 23-mal schlechter als das Vulcain.
Nach SpaceX Angaben soll das Raptor 3 leichter als das Raptor 2 sein, bei höherem Brennkammerdruck und mehr Schub und einfacher herzustellen mit weniger Komponenten. Das sollte es zuverlässiger machen, denn jede Komponente ist ein Teil, das ausfallen kann. Das Gegenteil ist der Fall. Bei IFT-12 fielen zwei Triebwerke beim Flug aus (je eines in der SuperHeavy und Starship), alle 13 beim Boostback und nur eines zündete bei der Landung. Nun müssen zwei Triebwerke nach einem 1 Sekunde langen Betrieb ausgetauscht werden, wie passt das zu Angaben über die 1000-malige Wiederverwendung, wenn es nicht mal eine volle Betriebsdauer durchsteht?
Das Starship wurde für diesen Startversuch zu 98,2 / 98,9 (CH4/LOX) betankt, die SuperHeavy zu 97,5 / 98,0 (CH4/LOX) Prozent. Der Kurs von SpaceX fiel danach von 132 auf 126 Dollar, niedriger als der Ausgabepreis der ja noch unter dem ersten Börsenpreis lag. Er sank weiter auf 123 Dollar. Rechnet man das in Verlust des Unternehmenswerts um, so hat dies die Firma 90 Millairden Dollar gekostet, sechsmal mehr als sie bisher in die Entwicklung gesteckt hat. Der neue Starttermin ist um diesselbe Uhrzeit am 20. Juli, also bei uns nach Mitetrnacht am 21. Juli.
Ich habe den Beitrag um die Details der Artemis III Mission und den Startabbruch ergänzt.
Eine Gruppe von Menschen freut sich aktuell diebisch darüber.
https://futurism.com/artificial-intelligence/short-sellers-field-day-spacex
Und die nächste SpaceX Rakete hebt nicht ab:
https://spaceflightnow.com/2026/07/20/live-coverage-spacex-to-launch-24-starlink-satellites-on-falcon-9-rocket-from-vandenberg-sfb-11/
Der SpaceX Kurs fiel daraufhin auf 120 Dollar …