6 thoughts on “Ein Wochenend Rätsel

  1. Von http://www.historyandpolicy.org/papers/policy-paper-92.html#S7:

    „While American states came up with the technique of bidding for corporations by liberalizing incorporation laws, we must credit the British courts with the technique of ‚virtual‘ residencies, allowing companies to incorporate in Britain without paying tax – a development that at least one commentator believes is the foundation of the entire tax haven phenomenon.

    Many trace the origins of the practice to a series of rulings in the British law courts. Most significant among those was the 1929 case of Egyptian Delta Land and Investment Co. Ltd. V. Todd. It was demonstrated that although the company was registered in London it did not have any activities in the UK and hence was not subject to British taxation. This case created, argues Picciotto, „a loophole which, in a sense, made Britain a tax haven“. Companies could now incorporate in Britain but avoid paying British tax. The ruling of the British courts proved significant because it laid down the rule not only for the United Kingdom but also for the entire British Empire, a point later exploited by jurisdictions such as Bermuda and the Bahamas and perfected in the 1970s by the Cayman Islands. “

    Wenn ich das richtig verstehe, war das der Beginn der Briefkastenfirmen.

  2. Richtig. Ich habe das aus einem ARTE Beitrag „Zeitbombe Steuerflucht“. Der diese ganze Konstrukte beleuchtete von „Offshore-companies“ wie diesen, über Handelsgesellschaften auf englischen Kanalinseln, über Steuererleichterungen im Inland §Delaware“ bis zum Schweizer Steuergeheimnis, dessen Bruch genauso schwer bestraft wird wie schwere Verbrechen wie Raub oder totschlag.

    Es ging auch um die Politik die dem offenbar nichts entgegen kann. Da fragte ich mich, warum man es nicht ganz einfach macht: jede firma muss in dem Land wo sie etwas verkauft den Gewinn versteuern, und nicht in dem Land wo sie ihren Firmensitz hat. Damit wäre das recht einfach gelöst

  3. > jede firma muss in dem Land wo sie etwas verkauft den Gewinn versteuern, und nicht in dem Land wo sie ihren Firmensitz hat. Damit wäre das recht einfach gelöst

    Klingt erstmal sinnvoll, ist aber recht leicht zu umgehen: Verschiedene Zweigstellen in den einzelnen Ländern verkaufen sich gegenseitig Material, Teile, Leistungen oder was auch immer. Die Preise dafür handelt die Firma mit sich selbst aus. So ist es kein Problem, den Gewinn dorthin zu schieben wo man ihn für die Steuer haben will.

  4. Ja, das ist das bevorzugte Modell bei einigen amerikanischen Firmen wie Google, Facebook usw. die u.A. in Deutschland keine Steuern zahlen (müssen), da ihr „Sitz“ z.B. in Irland ist.

  5. … und die Firmenzentrale ist in Delaware. Der kleine USD-Bundesstaat (unter 1 Million Einwohner) ist Firmensitz der Hälfte aller US-Unternehmen – dank günstiger Steursätze. Der ARTE Beitrag fragte sich auch, warum Obama sich über die Cayman Islands aufregt und nichts gegen Inseln im eigenen Land wie Delaware macht ….

    Übrigens: Das ist das weltgröße Gebäude:

    Dort haben 18000 Unternehmen ihren Sitz ….

  6. Deutschland hat bei der rot-grünen Unternehmenssteuerreform zum einen den Steuersatz für GmbHs und AGs von ca. 40 auf ca. 30% gesenkt, und zugleich die Steuerflucht erheblich erschwert. Insbesondere bei der Bestimmung der Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer bleiben hohe Zahlungen für Patenttantieme einfach unberücksichtigt. Auch zahlreiche Formen der Zwischengesellschaften (Steuer-Inländer hält Firma in Steueroase, die wiederum im Inland aktiv ist, etc. pp.) wurden wirkungslos.

    Privat hoffe ich sogar, dass Großbritannien seine Drohungen wahr macht und aus der EU austritt. Im Gegenzug könnten dann Deutschland und andere Länder zahlreiche Doppelbesteuerungsabkommen mit Großbritannien kündigen, und dann fällt die „Steueroase“ ganz schnell trocken, wenn die in England nicht versteuerten „Auslandseinkünfte“ dann stattdessen im Ursprungsland versteuert werden.

    Kai

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