Was ist kostbar?

Heute weils Sonntag ist. mal ein kurzweiliges Intermezzo. Es gab als die Diskussion um die Managergehälter und jemand machte den Vorschlag das Gehalt in Bar und zwar in 5 Euro Scheinen auszuzahlen. Schon beim im Kopf überschlagen kann wird drauf kommen, dass dies bei schon mittelgroßen Summen eine Menge Papier ist. Ich nehme es mal als Aufhänger zu beleuchten wie teurer verschiedene Dinge sein können, im Verhältnis zum Gewicht. Nehmen wir mal Geld. Irgendwo habe ich gehört, das bei den kleinsten Münzen das Material mehr kostet als die Münzen wert sind. Eine 1 ct Münze wiegt 2,3 g. 100 Euro in 1 ct Münzen also schon 23 kg. Das erinnert mich an den Witz über den dämlichsten Bankräuber der Welt: er wurde geschnappt als er den Sack mit 205 Euro in 1 ct Münzen aus der Banktür wuchtete. Schon ein normales Monatsgehalt, sagen wir mal 2000 Euro netto zu transportieren wird dann schon aufwendig, das sind 460 kg. Mit 2 Euro Münzen sinkt das Gewicht dann auf 8,5 kg, trotzdem werden dann die Managergehälter, selbst wenn es „nur“ 1 Million sind, schwer zu transportieren.

Eine milliardePapier ist leichter, doch auch hier wiegt ein 5 Euro Scheint 0,68 g. Bezieht man 1 Million pro Jahr, oder 40.000 Euro netto pro Monat, dann sind das tragbare 5,44 kg. Das Volumen beträgt 7.736.000 mm³, das entspricht einem Würfel von 200 mm Kantenlänge. Kein Problem ist es wenn man die 500 Euro Noten nimmt. Dann wiegt selbst eine Million nur 2,24 kg.

Während Geld einen künstlich festgelegten Wert hat, der sich rapide ändern kann (ich habe noch Banknoten von 1923, würden die noch gelten, ich wäre mehrfacher Milliardär) ist es etwas anders bei anderen Dingen. Wir haben zum einen seltene Dinge die ihren Wert aufgrund der Nachfrage haben und ihrer Seltenheit. Nur wenn beides zusammen kommt ist etwas wertvoll. Das zeigt sich am besten beim hold, dessen Preis in der Immobilien Krise enorm anstieg und seitdem wieder langsam fällt. Das die Nachfrage wesentlich ich, zeigt auch, das Gold durchaus nicht so selten ist. Es gibt eine reihe von Platinelementen (die Gruppe in der Gold eingestuft ist), die noch seltener sind, wie Iridium, Rhenium und Rhodium, die aber vor allem als Katalysatoren verwendet werden und nicht als Schmuckmetall oder um Währungsreserven abzusichern. Die Bevorzugung von Gold als „Wert an sich“, hat auch dazu geführt, dass Gold inzwischen wertvoller ist als Platin, das seltener ist und genauso als Schmuckmetall genutzt wird. Anbei übrigens mein Liebling: einfach ein neuer Stempel drauf und schon werden aus 1000 Mark eine Milliarde – vielleicht einen Vorschlag für unseren Finanzminister

Die Seltenheit alleine macht etwas nicht kostbar. Es ist auch die Gewinnung. So sind die Edelgase Helium und Xenon seltener als Gold, aber leicht aus der Luft gewinnbar. Gold kostet heute 1334 Dollar pro Unze (28,25 g), ein Kilogramm hat also einen Wert von 47.000 Dollar oder rund 34.000 Euro. Immerhin ist es bei einer Dichte von fast 20 g/cm³ sehr kompakt. Das obige 40.000 Euro Gehalt (netto) pro Monat nur etwas mehr als ein Kilo und das ist ein kleiner Barren, mit einem Volumen von nur etwa 60 cm³. Nur wenn es um Milliarden geht also die Währungsreserven eines Landes wirds doch etwas voluminös. Ein Kubikmeter Gold wiegt rund 20 t und hat einen Wert von 680 Millionen Euro.

Noch teurer können normale Dinge sein, wenn man sie extrem rein braucht. Mir als Chemiker fallen da sofort unsere Chemikalien ein. Relativ kostengünstige Substanzen wie Salz (Natriumchlorid), Alkohol (Ethanol) oder Acton können sehr teuer werden, wenn man sie in hoher Reinheit benötigt. Das ist nötig wenn man sie als Lösungsmittel oder Standards für genaue Bestimmungsverfahren braucht, weil sonst Spuren von anderen Stoffen als zusätzliche Peaks erscheinen. Im Alltag gängiger ist wohl die sp³-Konfiguration des Kohlenstoffs die Diamant genannt wird. Aber auch hier zeigt sich das die Nachfrage den Preis bestimmt. Diamanten können sehr billig sein – wenn sie klein und nicht rein sind, findet man sie sogar auf Schleifpapier. Je größer ein Stein ist und je reiner (ohne Eigenfarbe, ohne Einschlüsse oder Kristalldefekte) um so teurer wird er. Auch findet man beim Diamanten die Tatsache vor, das künstliche Diamanten preiswerter als natürliche sind , auch hier weil die Nachfrage nach (angeblich) Millairden Jahren alten Diamanten größer sein soll.

Aber auch die fortschreitender Bearbeitung eines Materials kann es enorm verteuern. Silizium gibt es wie Sand am Meer, rund 28% der Erdkruste besteht aus diesem Element. Doch gewonnen aus Sand, mehrfach hoch gereinigt und zuletzt mit anderen Halbleitern dotiert kann ein Xeon Prozessor mit einer Masse von nur etwa einem Gramm über 1000 Euro kosten.

Die Gewinnung macht auch künstliche Elemente teuer. Plutonium 238 für RTG kostet z.b. pro Kilogramm rund 10 Millionen Euro. ein Kilogramm würde also ausreichen um selbst ein gutes Managergehalt von einem Jahr zu vergüten. Als Nebeneffekt spart es noch Heizkosten ein, densn es gibt 4,4 kW Wärme ab. Leider zerfällt es und zusätzlich zur Inflation verliert es pro Jahr 0,6% an Wert, weil es radioaktiv ist. Ähnlich sieht es wahrscheinlich bei anderen Isotopen aus die in der Medizin in kleinen Mengen eingesetzt werden wie Cobald-68 oder Technetium.

Ganz teuer macht Material auch die Gewinnung. Normales Felsgestein kann ziemlich teuer sein, wenn es vom Mond kommt. Rechnet man die Kosten des Apolloprogrammes auf die 384 kg Gestein um, so kostet ein Kilogramm 66 Millionen Dollar (Wert 1969), selbst wenn man nur die Flugkosten nimmt sind es 7 Millionen Dollar. Die wenigen Hundert Gramm die die Luna Sonden zur Erde brachten dürften noch teurer gewesen sein. Phobos Grund sollte maximal 0,2 kg Gestein zur Erde bringen und kostete 120 Millionen Euro, das sind 600 Millionen Euro pro Kilogramm!

Der absolut teuerste Stoff den es gibt ist der Sonnenwind. Die Raumsonde Genesis sollte über Jahre rund 0,4 mg einsammeln und kostete 264 Millionen Dollar. Das sind 660 Milliarden Dollar pro Kilogramm.

´Das allerteuerste sind Banken, die kosten Billionen und man hat nichts, absolut gar nichts als Gegenwert ….

2 thoughts on “Was ist kostbar?

  1. „Das allerteuerste sind Banken, die kosten Billionen und man hat nichts, absolut gar nichts als Gegenwert …“

    Einfach mal ein Jahr komplett auf Bankdienstleistungen (Girokonto, etc.) verzichten und der gefühlte Gegenwert der Banken wird wieder steigen…

  2. Ich denke mal, die Banken, die der Bernd hier meinte, sind nicht die „kleinen“ Finanzdienstleister wie die Sparkasse, Volksbank Raiffeisenbank oder Postbank, bei der Normalverdiener ihr Girokonto und vielleicht noch ein Sparkonto und nen Bausparvertrag haben.
    Da gings eher um die großen Geldhäuser, die sich mit riesigen Investitionen durch die Welt zocken, windige Geschäfte abziehen, Instrumente wie „Hebelgeschäfte“ erfinden und nutzen.
    Und wenn man sich dann doch mal verzockt und die Seifenblase platzt, darf man bloß nicht untergehen, schließlich ist ja viel zu viel Kapital gebunden und gefährdet damit eine oder mehrere ganze Volkswirtschaften.
    Von solchen Banken haben Normalverdiener wie Sie und ich nichts, nur der Staat muss bluten, und damit wir alle.

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