Am Markt vorbei entwickelt

Die Verkündigerin des Messias Gwynnne Shotwell hat für nächste Woche „neue Specs“ für die Falcon Heavy angekündigt. Da ich nur noch etwa 50 Seiten durchzulesen habe, bei der Ankündigung kurz gedacht, ob ich das abwarten sollte, denn ansonsten werde ich am Montag fertig, Norbert hat auch schon einen Grobentwurf des Covers gemacht, also Montag/Dienstag sind realistisch, zumal ich einen Trick gefunden habe, wie ich die Marotte von Libreoffice dauernd Leerseiten einzufügen und ziemlich oft abzustürzen, umschiffen kann – ich druck es in zwei Durchgängen aus und spiele jeweils nur die Bilder ein, die ich für den Durchgang brauche. Pdf SAM kann man dann daraus wieder ein Mansukript machen.

Aber warum lohnt es sich nicht auf neue „Specs“ zu warten? Nun weil die sowieso schwanken. Die Falcon Heavy hat 2011 als sie angekündigt wurde 1400 t gewogen, dann waren es mal 1362 t, 2015 waren es noch 1462 t und jetzt (trotz schwererer Falcon 9 v1.2) sinkt sie wieder auf 1394 t ab. Die GTO Nutzlast betrug mal 12 t, nun sind es 21 t. Ich vermute man wird sie bei den neuen Specs wieder anheben. Ist auch egal. Die Zahlen sind in einem Jahr sowieso andere. Was zählt was die Rakete tatsächlich transportieren kann und für was man Aufträge bekommt. Da hat SpaceX bisher immer voll am Markt vorbeigeplant.

„The wourld fastet growing Launch Service Provider“ (LSP) (Kunststück, wenn man der einzige Neue in den letzten 20 Jahren ist – die anderen können ja nicht mehr Wachsen) so heißt es. Doch an diesem Markt orientiert sich SpaceX nicht. Das ideale Gefährt für den GTO Markt würde etwa 6 t in einen GTO mit einem ΔV von 1500 m/s transportieren. Diesen GTO bietet Arianespace an und er ist Standard. ILS macht bis zu fünf Zündungen um einen GTO mit einem ΔV von 1500 m/s zu ereichen. SpaceX weist auf seiner Webseite eine Inklination von 27,9 Grad aus, das entspricht einem ΔV von 1800 m/s oder einer um 6 Jahre verkürzten Lebensdauer im Orbit. SpaceX muss daher einen supersynchronen Orbit einschlagen und der kostet Nutzlast bei der v1.1. waren es nur noch 3500 von 4850 kg. Tja so rechnet man die Nutzlast höher als sie ist.

Die 6 t ergeben sich daraus weil die Proton und Zenit etwa 6 t als Maximalnutzlast haben. Die meisten Satelliten liegen daher drunter, sonst kann sie derzeit nur Ariane 5 transportieren und die Kunden wollen nicht von einem LSP abhängig sein. Mit 6 bis 6,6 t in einen GTO wäre SpaceX also fähig, fast alle Satelliten in den GTO zu starten. Als zweites Standbein gäbe es noch die Versorgung der ISS. Da hat die Firma mit ihrer Dragon sich selbst die Vorgaben gemacht. Ganz genau weiß man nicht wie viel die Dragon wiegt, doch die Falcon 9 v1.0 die etwa 7 t zur ISS transportieren konnte, hatte nie mehr als 800 kg Fracht bei der Dragon. Bei etwa 2,5 t ist Schluss weil nicht mehr in die Kapsel reingeht, selbst wenn noch unpressurized Cargo hinzukommt. So kommt man für ISS Transporte mit einer Rakete mit 10 t LEO-Nutzlast aus. Die Falcon 9 ist nun für ISS-Transporte schon zu groß und für GTO noch zu klein. Die Firma weis das übrigens – der Nutzlastadapter ist für maximal 10,9 t ausgelegt und das bei 13,15 t Maximalnutzlast … sie rechnet offensichtlich nicht damit, das jemand die auch mal ausnutzt.

Die Falcon Heavy ist nun schon (ohne 1,2 Upgrade) zu nutzlastreich. Selbst wenn es keine 21 t sind und die nicht für den Ariane 5 GTO gelten – sie wird nie voll ausgeschöpft. Mehr noch, SpaceX hat sich ein dickes Problem mit der v1.1 eingehandelt, das den Fans bei den Lobpreisungen über die v1.2 gar nicht auffiel. Die unterkühlten Treibstoffe sind kein nettes Feature, sind sind das Eingeständnis das man ein Problem hat. Raketen sollten nicht zu lang sein, kürzer ist besser, beim Aufstieg wirken aerodynamische Kräfte auf die Rakete und zwar um so stärkere je länger eine Stufe  ist. Das kostet Masse für die Strukturelle Integrität und es kostet Nutzlast. Ich habe für das Buch auch geguckt wie andere die Trockenmasse der Stufen einschätzen und keiner nimmt die Strukturfaktoren von Musk mit 30 für Erststufe und 25 für Oberstufe. Die meisten setzen die Erststufe auf 23 bis 26 t Trockengewicht an, ich übrigens auch. Bei einem Strukturfaktor von 30 wäre die Stufe nur halb so schwer. SpaceX konnte beim Übergang von v1.1 auf 1.2 die Stufe nicht verlängern, so kamen sie auf die aufwendige Prozedur mit unterkühlten Treibstoffen. Die Verlängerung in der Oberstufe hat man an der Nutzlastverkleidung abgezogen die nun nur noch 13,1 anstatt 13,9 m lang ist – bei Block II war sie mal 15,2 m lang und Block II hatte eine kleinere Nutzlast….

Dieselbe Nutzlastverkleidung findet man auch bei der Falcon Heavy und mal ehrlich: eine 53 t Nutzlast in einer 13,1  m langen Nutzlastverkleidung? Arianespace verlängert gerade die der Ariane 5 auf 20 m und die hat nur 10 t Nutzlast. So braucht man sich nicht wundern das man nichts von einer Doppelstartvorrichtung bei SpaceX hört – die geht einfach nicht, dabei wäre die Rakete locker fähig sogar drei Satelliten in den GTO zu befördern. So ist es völlig egal, ob die Falcon Heavy 45, 53 oder 70 t LEO Nutzlast hat – mehr als einen Satelliten wird sie nicht transportieren. So verwundert es sicher auch nicht, dass seit einem Jahr dort bei Pricing nur noch der Preis für einen Satelliten von 6,4 t Gewicht steht – wenn ich nicht mehr transportieren kann ist das nur logisch. Alle gebuchten Starts sind auch Einzelstarts. (Zu den Preisen in den nächsten Tagen mehr, auch da gibt es neues).

Es gibt noch einen zweiten Grund warum die Nutzlast beschränkt ist. Die Falcon Heavy wird ja auch die Oberstufe der Falcon 9 einsetzen. Die wird wohl auf die Lasten ausgelegt sein, die eine Falcon 9 transportiert. Es macht keinen Sinn eine Oberstufe auf 40 t mehr Nutzlast auszulegen als sie in der Falcon 9 transportiert, denn das kostet Gewicht. 40 t Nutzlast mehr machen die Oberstufe um etwa 1 t schwerer und die Tonne geht von den knappen 3,5 t GTO Nutzlast ab. Ich würde drauf tippen, dass sie sogar nur auf 10,9 t Nutzlast ausgelegt und nicht mal 13,15 t – siehe Nutzlastadapter …

Hier eine Übersicht von Trägern mit ihren GTO-Nutzlasten und Nutzlastverkleidungen :

Träger Länge Durchmesser Zylindervolumen GTO Nutzlast Kilogramm pro m³
Falcon 9 13,10 m 5,20 m 278 m³ 3.500 kg 12,6
Falcon Heavy 13,10 m 5,20 m 278 m³ 17.000 kg 61,1
Ariane 5 20,00 m 5,40 m 458 m³ 10.350 kg 22,6
Proton 15,22 m 5,10 m 308 m³ 6.180 kg 20,1
Zenit 11,39 m 4,19 m 157 m³ 6.000 kg 38,2
Zyklon 4 9,59 m 4,00 m 120 m³ 1.600 kg 13,3
Titan 4B 26,20 m 5,08 m 543 m³ 9.200 kg 16,9
Delta 4M 14,30 m 5,13 m 295 m³ 5.400 kg 18,3
Delta 4H 19,80 m 5,13 m 409 m³ 11.400 kg 27,8
Atlas V 400-er Serie 13,80 m 4,20 m 207 m³ 5,,860 kg 28,3
Atlas V 500-er Serie 13,72 m* 5,40 m 314 m³ 6.880 kg 21,9
H-IIA 14,00 m 5,10 m 272 m³ 4.400 kg 16,2
H-IIB 16,00 m 5,00 m 294 m³ 8.000 kg** 27,2
GSLV 7,80 m 3,40 m 78 m³ 2.250 kg** 28,8
Chang Zheng 3B 9,60 m 4,20 m 133 m³ 5.500 kg** 41,3

Wenn es mehrere gab habe ich jeweils die größte genommen. Das Zylindervolumen gibt das Volumen eines Zylinders an der diese Höhe und Durchmesser hat. Das Volumen der Verkleidung ist kleiner, aber da alle ähnlich spitz auslaufen ist der Unterschied vergleichbar (nicht von jeder Verkleidung ist das Innenvolumen bekannt). Bei der Atlas V 500 er Serie ist es die nutzbare Höhe (die Verkleidung umgibt auch die Centaur). ** signalisiert GTO mit höherer Inklination, die anderen Werte sind für ein ΔV von 1500 m/s wie er vom CSG aus möglich ist.

Kurz fett am Markt vorbei entwickelt. Warum verstehe ich nicht. Das bis vor ein paar Jahren aktuelle Block II Design der Falcon Heavy hatte die richtige GTO Nutzlast für zwei schwere Satelliten im Doppelstart, die Nutzlasthülle war 15,2 m lang und man hätte sicher noch ein bisschen verlängern können, da wären dann Doppelstarts möglich gewesen. Block II hatte auch die richtige Nutzlast bei der Falcon 9 für die ISS-Missionen knapp unter 10 t. Wahrscheinlich fühlte man sich durch die GTO-Aufträge unter Druck jetzt eine Falcon 9 zu entwickeln die auch die GTO Missionen abwickeln konnte, nur verbaute man sich mit der stupiden Verlängerung der Rakete Ausbauchancen.

Was wird Shotwell ankündigen? Wer SpaceX kennt weiß das. Die Falcon Heavy wird schwerer werden, sie wird ja die V1.2 Stufen einsetzen und bisher ist sie eher leichter, als vor einigen Jahren und sie wird mit mehr Treibstoff  und mehr Schub noch mehr Nutzlast transportieren – zumindest nach der Webseite.

Was ich ankündigen würde wäre etwas anderes: Eine Falcon Heavy mit verkürzter erster Stufe in der Zentralstufe (liefert Raum für eine größere Nutzlastverkleidung und Doppelstarts). Da man mit der von der Falcon 9 übernommenen Oberstufe nicht mehr als 11 t in den GTO transportiert würde ein Äquivalent von etwa 2/3 der heutigen Nutzlast ausreichen. Das kann man erreichen, indem man die Tanks nicht so voll füllt und dann ein Drittel der Triebwerke weglässt – wenn man eh nicht mit einer Bergung rechnet (höhere Abtrenngeschwindigkeiten) spart man so Kosten ein. Man könnte sogar geborgene Stufen einsetzen, bei denen einige Triebwerke nicht mehr funktionieren.

Ich vermute aber eher was anderes: man wird gerade weil man die Nutzlast nie ausnutzt noch mehr aus Bergung setzen – nur macht die nur wirtschaftlichen Sinn wenn die Stufe danach noch funktioniert und ein Kunde bereit ist das Risiko eines Starts zu tragen. Nur mit der Landung ist es nicht getan. Der Beweis steht noch aus, genauso wie der ob es sich finanziell lohnt. Musk wird ja gerne mit Steve Jobs verglichen. Zumindest soll er nach Arbeitnehmerberichten derselbe Menschenschinder sein und seine Vorliebe dafür das nur etwas „cool“ sein soll und nicht sinnvoll, geht ja auch in die Richtung. Steve Jobs hat aber mindestens dreimal aufs falsche Pferd gesetzt: Der Apple III, der erste Macintosh und die NeXT Station waren jeweils am Markt vorbei geplant. Ihr dürft euch aussuchen wofür ich die Falcon Heavy halte….

24 thoughts on “Am Markt vorbei entwickelt

  1. Der Apple III, der erste Macintosh und die NeXT Station waren jeweils am Markt vorbei geplant. Ihr dürft euch aussuchen wofür ich die Falcon Heavy halte….

    Ich glaube das steht schon hier irgendwo in den diversen Blogeinträgen, wofür Du die Falcon Heavy hälst. Aber was die NeXT-Station angeht, so fand ich die ziemlich cool! – Und so ganz unnütz war das Teil ja auch nicht, denn immerhin hat TBL darauf HTTP, HTML und Mosaic entwickelt. 😀
    Was die „Planung am Markt vorbei“ angeht: Das ist wahrscheinlich die falsche Betrachtungsweise. Es geht nur zweitrangig darum, was „der Markt“ aktuell braucht. Vorrangig gilt es wohl eher, ein Produkt zu schaffen, das dazu geeignet ist, einen dafür passenden Markt hinterher zu erschaffen, sobald das Produkt in vollkommener Form da ist. Nun kann man sich über die Vollkommenheit zwar streiten und über die Vorgehensweise an sich natürlich auch. Aber das dürfte eher die Art sein, wie Musk tickt und wie wohl auch Jobs zum Teil tickte. Das passt meiner Ansicht nach auch am ehesten zu der Einstellung, dass etwas zuerst einmal „cool“ sein muss, aber nicht unbedingt sinnvoll. Oder anders ausgedrückt: man muss „cool“ und „sinnvoll“ in anderen Relationen betrachten, als sie sich durch Marktlogik und Technik bzw. Physik ergeben. An letzterer kommt man zwar nicht vorbei, aber „Märkte“ sind ja nicht notwendigerweise logisch. Im Gegenteil sind sie manchmal sogar ziemlich unlogisch (siehe Finanzmärkte) und deshalb kann man es sich auch schon mal erlauben, sie mehr oder weniger zu ignorieren, wenn man ihnen nicht so folgen will, wie die das erwarten.

  2. Naja, die Bedürfnisse eines Marktes zu ignorieren, auf dem ich etwas verkaufen will, halte ich für einen etwas fragwürdigen Ansatz.

    Auch die Ariane 5 hatte von Anfang an eine sehr große Nutzlastkapazität, dennoch wurden daraufhin keine großen Comsats entwickelt um diese auch voll auszunutzen. Sich einen Markt zu erschaffen funktioniert eben nicht automatisch.

  3. @Hans: ich betrachte das rein wirtschaftlich. Von der Technik her war natürlich und das wird immer noch gefeiert sowohl Macintosh wie auch NeXT sehr innovativ, aber sie verkauften sich schlecht, die Next in beiden Versionen zusammen nur 79.000 mal.

    Man kann keinen Markt in dem Sinn erschaffen. Der Vergleich mit Ariane 5 hinkt. Als sie entworfen wurde gab es Prognosen über 4-5 t schwere Satelliten und die gibt es ja auch, nebenbei wurde sie nicht für gto Transporte entworfen.

    Selbst wenn dann die Falcon 50 t in leo transportieren kann, was soll dann in die kleine Nutzlastverkleidung rein? die ist kleiner als die der Proton oder Ariane. Blei, das man dann in Gold umwandeln will?

  4. In den letzten 15 Jahren sind 8 Nutzlasten mit der Delta4H gestartet worden. Diese hat ja eine Nutzlast von 14 Tonnen GTO. Wenn man vielleicht alle 4 Jahre einen Start abbekommt zu einem Preis wie die Konkurenz, dann macht das Konzept Sinn.
    Mit Stufenresyceling ist die FH vielleicht auch nur in dem Bereich.
    Aus sicht des DOD hat man dann 2 Anbieter und es wird keine Mondpreise für Delta4H geben.

    Ist die Nutzlast nur 1/3 des möglichen, dann hat man für die Unterstufe zumindest eine extrem hohe Engin Out Kapazität.

    Nutzt man 3 Minimal gewartete Recycling Cores, dann ist die Ausfallrate der Triebwerke eventuell wesentlich höher. Oder man fährt die Triebwerke nicht mit vollem Schub um die anfälligeren Alt-Triebwerke zu schonen.
    Hierdurch nimmt die Nutzlast dann gewaltig ab und wir landen dann bei den 7 Tonnen die Sinnvoll wären.
    Die Unterstufe dieser Rakete ist somit extrem sicher. Die Oberstufe hat aber nur ein Triebwerk. Fällt dieses aus, wars das.

  5. @kay: Hmm.. du meinst also Musk hat mit der Heavy also eher Regierungsnutzlasten im Sinn?

    Würde Sinn machen, denn immerhin finanziert sich SpaceX aktuell ja schon relativ stark durch Steuergelder.

    Wie profitablel wäre diese Strategie laut deiner Ansicht, Bernd?

  6. Die Delta 4 ist in 11 Jahren achtmal gestartet, nicht 15. Beweis: kompeltte Startliste

    Nr. Datum Nutzlast Trägerrakete Startplatz Umlaufbahn Erfolg
    1 21.12.2004 Demosat Delta 4H CC SLC37B 19000 x 36452 x 13.37
    2 11.11.2007 DSP F23 Delta 4H CC SLC37B 35850 x 35875 x 4.00
    3 18.01.2009 USA 202 Delta 4H CC SLC37B 35730 x 35840 x 0.00
    4 21.11.2010 USA 223 Delta 4H CC SLC37B 35555 x 35943 x 6.00
    5 20.01.2011 USA 224 Delta 4H V SLC6 252 x 1023 x 97.90
    6 29.06.2012 USA 237 Delta 4H CC SLC37B 35675 x 36100 x 3.52
    7 28.08.2013 USA 245 Delta 4H V SLC6 254 x 999 x 97.88
    8 05.12.2014 Orion EFT-1 Delta 4H CC SLC37B -32 x 5794 x 28.76
    Gesamt Starts Erfolge Erfolgreich [%]
    Gesamt 8 7

    Desweiteren gingen nur 5 Missionen in den GEO und die Nutzlast dafür liegt bei maximal 13.223 kg in eine 27,9 Grad Bahn. Sie sinkt auf 11.400 kg bei dem günstigsten 1500 m/s dv SSGTO ab.
    Korrekte Zahlen zu verwenden wäre hilfreich.

  7. Wenn ich wegen der Verkäufe die Bücher schreiben würde, dann könnte ich auch Regale im Supermarkt einräumen, da verdient man ein vielfaches davon. Die Erstauflage von US-Trägerraketen repräsentiert etwa 1 Jahr Arbeit, verkauft hat es sich genau 106-mal. Für ein Buch wäre ein polemischer Artikel wohl eher kontraproduktiv, schließlich erwartet man da objektive Informationen, aber ich kann das trennen und tu das auch.

    Du wisst von mir wohl kaum einen Space-Lobpreisungs-Artikel erwarten, schließlich ist das das unbeugsame Dorf in mitten des von SpaceX versetzten Galliens.

  8. Hallo Bernd,

    ich bin doch in meinem Post von von 8 Nutzlasten ausgegangen, nicht von 15.
    Alle Nutzlasten wird er eh nicht abbekommen max 50%
    das sind dann etwa ein Start alle 3 bis 4 Jahre.
    Wenn die Taktik hier ist den Preis der Delta4H nicht zu Dumpen, sondern nur zu erreichen, dann würde ein Start alle 3 bis 4 Jahre viel Marge in die Kasse Spülen. Da die FH aber für alle derzeitigen Nutzlasten noch um 300% überdimensioniert ist, war meine Idee diese Reserve in Sicherheit zu investieren, damit die FH erst mal überhaupt in Frage für soche Nutzlasten kommt.
    Bei 27 Triebwerken muss man den Ausfall eines Triebwerks vermutlich noch nicht mal mit dem Abschalten eines Gegenüberliegenden kompensieren.

    Es ist denke ich nicht unbedingt ein wahrscheinliches Zenario, aber anders kann ich mir den Sinn der total Überdimmensionierten FH nich erklären.
    Es sei den das Musk schlicht was zum Angeben braucht und die „größte“ haben will.

  9. Wie ich im Artikel schrieb: es reicht nicht nur die Nutzlast zu haben, die Nutzlasthülle muss auch groß genug sein. Die Delta 4 H setzt nur die beiden größten von 19,10 und 19,80 m Länge ein, schon die Titan 4 als Vorgängermodell hatte eine von 17,10 bis 24,00 m Länge. Die wird auch gebraucht. die Starts in erdnahe Umlaufbahnen transportieren Aufklärungssatelliten von bis zu 17 m Länge, das geht in die kleine Verkleidung der Falcon 9 nicht rein. Ich ergänze mal den Artikel um einen Vergleich, da das anscheinend nicht sofort verständlich ist. (ist übrigens die gleiche Thematik wie bei der Dragon die 6610 kg Fracht transportieren soll, nur passt so viel in die 7 m³ gar nicht rein)

  10. Das ein großer Spionagesattelit in die derzeitige Nutzlastverkleidung der F9 nicht passt ist klar. Da hier aber eine sagen wir mal 12 Tonnen Nutzlast mit einer Rakete gestartet wird die nach dem Letzten Upgrade eventuell 20-25 Tonnen transportiert, dann könnte man mit der Nutzlstreserve dem Satteliten eine massive Stahlhaube verpassen, da es ja dann wohl nicht auf gewicht ankommt.

    Oder habe ich einen Denkfehler und wirken sich die dynamischen Keräfte die durch eine vergrößerte Nutzlastverkleidung ausgelöst werden auch auf die dahinter liegende Oberstufe aus. Der Schwerpunkt sitzt halt höher.

  11. Und trotz dieses Markels ist die Dragon dort Wettbewerbsfähig..

    „Selbst wenn dann die Falcon 50 t in leo transportieren kann, was soll dann in die kleine Nutzlastverkleidung rein? die ist kleiner als die der Proton oder Ariane. Blei, das man dann in Gold umwandeln will?“

    Weder die von Kay angesprochenen Resereven für Engine Out, noch der Zusätzliche Energiebedarf für BEO Missionen (15 t zum Mars? Danach würde sich nicht nur die NASA die finger Lecken), noch die Nutzlastreduzierung durch 3fache Core Wiederverwendung (die du früher auch gerne mal stark .. kritisiert hast) vergrößern den eigentlichen Sateliten.

    Außerdem: wer sagt denn dass keien längeren Nutzlastverkleidungen in Entwicklung sind? (außer deinem Argument, dass die Statik dann nicht mehr mitspielen würde.)

    Die Falcon 9 Heavy hat das potential ein sehr gut skalierbarer, günstiger schwerer Träger zu werden:

    Bei sehr schweren Nutzlasten (und da KANN so ein Träger, wenn er sich etabliert, durchaus seinen markt schaffen. und da muss man nicht auf das shuttle iss/huble gucken) ohne wiederverwendung. Bei mittler last dann halt mit einfacher oder dreifacher wiederverwendung – was die Nutzlast MASSIV reduzieren dürfte. Und zwar, mit reserven, etwa in den Bereich hinein den du für sinnvoll erachtest.
    Und die dreifache wiederverwendung (3von3 Erststufen wiederverwenden) dürfte auch wesentlich wirtschaftlicher sein als die der einfachen Falcon 9 – die erststufen machen hier einfach im verhältnis ein viel größeren anteil an den Gesammtkosten aus.

    In Hochachtung für deine Arbeit,
    Robert K.

  12. @Sensei
    Die Dragon ist inzwischen der teuerste Transporter, kam gerade erst in den Nachrichten
    http://spacenews.com/nasa-offers-more-details-on-cargo-contract-decision/
    Ich stütze mich auf Tatsachen, nicht Spekulationen was SpaceX machen könnte und was es für Aufträge bekommen könnte. Trotzdem:
    Wenn SpaceX eine Doppelstartvorrichtung in der Entwicklung hätte, warum gibt es dafür keine Angaben? Gerade so etwas ist für potentielle Kunden sehr wichtig. SpaceX kündigt Sachen an die sie nicht bauen oder fundamental verändert werden, aber noch nie haben sie was ohne Ankündigung eingeführt.
    Zum Mars: Die NASA hat keine Nutzlast zum Mars für das sie die Falcon Heavy braucht. Die Marssonden sind derzeit mit den mittleren Atlas Modellen startbar und die sind preislich nicht mehr so weit von der Falcon Heavy entfernt, aber zuverlässiger und selbst für Klasse III Missionen qualifiziert, anders als die Falcon 9, die Heavy ist noch nicht qualifiziert.Daher leckt sich die NASA wohl kaum die Finger, angesichts schon eines fehlgeschlagenen Starts einer Falcon 9 wird sie wohl eher bei der Atlas bleiben.

  13. Bernd, ich erwarte doch keinen „SpaceX-Lobpreisungs-Artikel“ von dir. Ich schätze deine Arbeit und deine Webseite viel zu sehr dafür.
    Es gibt aber nicht nur SpaceX Jünger und das erbitterte Gegenteil davon. Mit persönlich geht das Messias-Gehabe von Musk und seinem Publik auch auf den Zeiger. Soll heissen, ich finde das was er macht bemerkenswert und sehe darin einen Fortschritt, das heisst aber nicht das ich dem völlig unkritisch gegenüberstehe.

    Du bist ein bisschen in der deutschen Mentalität gefangen und nimmst alles und dich selber viel zu ernst. Mach dich mal ein bisschen locker. 😉

  14. Es ist kein Problem wenn die Rakete auf die Lasten konstruiert ist. Aber sie haben ja schon die Rakete von der v1.0 deutlich verlängert und eben nicht neu konstruiert um die größeren Lasten aufzunehmen. Zitat von
    http://spaceflight101.com/spacerockets/falcon-9-ft/
    „Because the dimensions of the first stage of Falcon 9 was maxed out with the upgrade to the Falcon 9 v1.1, SpaceX decided to implement propellant densification.“

    Das ist auch nicht überraschend, denn alle praktischen Vorschläge von unterkühlten Treibstoffen kommen von Trägern bei denen man nichts mehr am Design machen will oder kann z.B. beim Shuttle ET oder der EPC. Es isst die letzte Möglichkeit die man noch hat um mehr Treibstoff zuzuladen wenn verlängern nicht mehr geht.

  15. Dazu kommt noch eins: Eine Feststoff-Rakete wie die erste Stufe der Ares 1 ist wegen dem Brennkammerdruck deutlich stabiler gebaut als die dünnwandigen Tanks der Falcon. Extreme Leichtbauweise und Stabilität sind eben schwer unter einen Hut zu bringen.

  16. Wie schon öfters geschrieben: Die Falcon 9 Heavy ist nicht überdimensioniert, sondern sie ist eine extrem flexible Rakete. Hier die möglichen Varianten:

    * alle drei Cores fliegen zum Startplatz zurück
    * zwei fliegen zurück, einer landet auf der Plattform
    * alle drei Cores landen jeweils auf einer Plattform
    * zwei Cores landen auf Plattformen, einer geht verloren
    * kein Core landet

    Addiert man noch die Möglichkeit eines Cross Feed, wie sie zumindest früher mal angedacht war, kommen wir auf noch mehr Versionen.

    Anfangs wird SpaceX vor allem Nutzlasten für die kleinste Variante der F9H finden, wo alles zum Startplatz zurückfliegt. Wenn sie dann etablierter sind, werden sie auch Nutzlasten für die größeren Varianten finden.

    Die aktuelle Höhenbeschränkung der Rakete resultiert wohl vor allem aus der Infrastruktur am Startplatz. Sobald Bedarf besteht, wird man längere Nutzlastabteile und/oder für eine höhere Masse geeignete Nutzlastadapter und/oder Doppel- oder Dreifachstarteinrichtungen entwickeln und anbieten. Aber wieso sollte sich SpaceX derzeit um diese Hardware kümmern? Noch existiert die F9H nur auf dem Papier. Auch bei SpaceX weiß niemand, ob sie nur einen, zwei oder doch ein halbes Dutzend Startversuche bis zum ersten Erfolg brauchen.

    Zudem kennt keiner die künftigen Nutzlasten. Was, wenn die NASA plötzlich einen Nachfolger der ISS braucht? Dann ist eine LEO-F9H gefragt, die 50t wuppen kann. Was, wenn die NASA plötzlich einen Orion-Start zum Mond auf der F9H bucht? Dann braucht man wohl gar keine Nutzlastverkleidung. Aber wahrscheinlich eine verlängerte Oberstufe.

    Aktuell macht SpaceX mit der F9H die Technologie-Demonstration. Der Markt wird dann schon kommen.

  17. @Kai Petzke

    Wie kommen sie zu dieser Aussage?

    „Die aktuelle Höhenbeschränkung der Rakete resultiert wohl vor allem aus der Infrastruktur am Startplatz.“

    SX hat doch in einem Statement verlauten lassen, dass sie Strukturell am Limit sind wenn ich mich recht entsinne.

  18. > Aktuell macht SpaceX mit der F9H die Technologie-Demonstration.

    Unter Technologie-Demonstration versteht man eigentlich den Jungfernflug, und der läßt immer länger auf sich warten. Wirklich eine Technologie-Demonstration wäre ein erneuter Start der gelandeten Stufe. Davon redet Spacex aber nicht einmal. Aktuell macht Spacex nur viel Lärm um nichts.

    Mit der Infrastruktur am Startplatz ist wohl vor allem der Startturm gemeint, und der muß für die F9H sowieso umgebaut werden. Da sollte es kein Problem sein, den beim Umbau gleich noch etwas höher zu machen.

  19. @Elendsoft
    „Mit der Infrastruktur am Startplatz ist wohl vor allem der Startturm gemeint, und der muß für die F9H sowieso umgebaut werden. Da sollte es kein Problem sein, den beim Umbau gleich noch etwas höher zu machen.“

    Das ist mir klar aber gab es nicht die Info, dass die F9 1.2 das obere strukturelle Limit ist?

    Somit keine größere Oberstufe möglich und keine größere Nutzlastverkleidung.

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