PR Disaster nach der SpaceX Explosion

Das Thema ist nicht neu, aber durch die Natur des Blogs, das alte Themen gerne in Vergessenheit geraten, will ich es noch mal aufgreifen. Es ist die PR-Arbeit von SpaceX und ihre Auswirkungen gerade in der jetzigen Phase nach der SpaceX Explosion auf dem Pad.

Einführung

Bevor ich aber auf SpaceX eingehe, will ich erstmal die Problematik selbst erläutern. Als Raumfahrtfan wünscht man sich natürlich über Raumfahrzeuge, Missionen und Experimente so viele Informationen wie möglich. Seitens der Raumfahrtagenturen greift hier auch eine PR-Machinerie die zumindest bei den Missionen über Fortschritte gut informiert. Schwerer ist es bei den Experimenten, weil für die meist wissenschaftliche Institute zuständig sind. Doch, wenn man weiß, wie man suchen muss, dann kann man zumindest nach technischen Dokumenten suchen, die oft im Vorfeld veröffentlicht werden. Deutlich schlechter sieht es bei den Raumsonden oder Satelliten selbst aus, die von der Industrie stammen. Verglichen mit den Informationen über die Mission kann man die Daten über die Hardware nur als rudimentär betrachten. Continue reading „PR Disaster nach der SpaceX Explosion“

Massenaussterben Teil 3

Ich habe mir überlegt, ob ich heute noch mal was zu SpaceX bringen soll. Nach dem Lesen eines Artikels einer PR-Agentur und einem anderen über die Fortschritte bei der Aufklärung läge das Thema Pressearbeit oder heute eher Medienarbeit in der Luft, aber ich will es nicht übertreiben und schiebe mal wieder ein anderes Thema ein. Schließlich sind die SpaceX Jünger wohl geschockt genug. Sie glauben ja alles was Prophet Musk verbreitet, und wenn man mit der Wirklichkeit konfrontiert wird, tut das schon weh. Nicht mal Klakow hat sich hier blicken lassen. Continue reading „Massenaussterben Teil 3“

Die Wiederverwendung bei SpaceX – gescheitert bevor sie begann?

Diese Frage stellt sich zumindest für mich.  Ich stand ja schon immer kritisch zu SpaceX- Wiederverwendungskonzept. Immerhin kann man der Firma nicht nachsagen, dass sie es wirklich probiert hat. Angekündigt wurde es mit der Falcon 1. Damals war man auch so optimistisch, dass man beide Stufen bergen wollte, davon ist heute schon nicht mehr die Rede. Alle Bergungsversuche der Falcon 1 scheiterten und auch die ersten der Falcon 9. Die Stufe ist bei der Falcon 9 „erster Versuch“ nicht mal intakt am Boden angekommen. Mit der Falcon v1.1 klappte es dann nach mehreren Fehlversuchen und von Versuch zu versuch lief es besser, bis die meisten Versuche glückten.

Obwohl sich dann die gebogenen Stufen stapelten, machte man zu meinem Erstaunen wenig mit ihnen. Ich nahm an, man würde sie nun ausgiebig testen. Doch die Erste hat nun einen Hot-Fire Test absolviert dann machte man mit den folgenden nichts mehr und erst vor einem Monat hat man eine geborgene Stufe über die volle Laufzeit getestet. Ende des Jahres sollet sie nun erneut fliegen mit einem Preisabschlag von 30%. Continue reading „Die Wiederverwendung bei SpaceX – gescheitert bevor sie begann?“

Die Folgen der SpaceX-Explosion

(SpaceX Anhänger ersetzen bitte „Explosion“ durch „Fast Fire“ und „Fehlstart“ durch „Anomaly“)

Nicht jede Rakete ist erfolgreich. Es gibt immer wieder Unfälle. Doch während man bei manchen zur Tagesordnung übergeht und einige Wochen später der nächste Start stattfindet, haben andere weitreichende Auswirkungen. Natürlich ist das so bei gescheiterten Jungfernflügen. So gab es nach den Fehlstarts der ersten Ariane 5G und Ariane 5E jeweils eine längere Pause und natürlich auch bei bemannten Flügen wie dem Verlust der Challenger. Aber auch bei Routineeinsätzen, z.B. 1986, als zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit ein KH-11 Satellit bei einem Titan Fehlstart verloren geht. Ich denke der SpaceX Start gehört auch in diese Kategorie.

Unmittelbar betroffen ist Spacecom, der Eigner des Satelliten der gestartet werden sollte. Es stand die Übernahme durch eine chinesische Firma an. Bedingung war das Amos-6 in Betrieb geht, denn die Firma hatte kürzlich den Satelliten Amos-5 verloren und war nun im Zugzwang, denn Amos-2 den Amos 6 ersetzen soll hat nur noch für wenige Monate Treibstoff. Danach wird man einen Teil der Kunden nicht mehr bedienen können. Dieser Deal ist nun in Gefahr, zumindest wird neu verhandelt werden müssen. Immerhin hat die Firma eine zweite Versicherung neben der Startversicherung abgeschlossen und bekommt die Baukosten des Satelliten ersetzt. Zusätzlich wird SpaceX einen neuen Start durchführen oder 50 Millionen zahlen – so viel zahlte Spacecom, als sie 2013 den Startvertrag abschlossen. Damals waren die Falcon 9 noch billiger. Inzwischen kostet sie nach der Webseite (Stand 8,9.2016) 62 Millionen Dollar, immerhin um 24% in drei Jahren teurer geworden. Continue reading „Die Folgen der SpaceX-Explosion“

Massenaussterben Teil 2

Das zweite der großen Massenaussterben fand am Ende des Ordoviziums statt. Wie viele Arten ausstarben, ist selbst innerhalb eines Wikipediaartikels nicht so genau angegeben zwischen 50 und 70% werden angegeben. Wie beim Aussterben am Ende des Kambriums ist die Ursache nicht ganze genau bekannt. Es gibt mehrere Hypothesen. Ich habe drei gefunden.

Die Erste ist die eines Gammastrahlenblitzes. Ich habe das schon in einem eigenen Artikel besprochen. Das Grundprinzip: Explodiert ein massereicher Stern, so wird dabei hochenergetische Strahlung frei. Ist dieser Stern extrem massereich, so ist die Strahlung so intensiv, dass sie die Biosphäre gefährden kann. Die Gammastrahlung zerstört die Ozonschicht, die damals die Erde schon hatte (der Sauerstoffgehalt war halb so hoch wie heute). Dabei entsteht NO, das dann einen Rückstrahlungseffekt hat, also die Temperaturen absenkt. Ich halte dieses Szenario für sehr unwahrscheinlich. Das ein naher Gammastrahlenblitz auf einer Seite der Erde (die der Supernova zugewandte) Seite die Ozonschicht zerstört ist rechnerisch beweisbar, doch zum einen sind solche Explosionen extrem selten (nur die allerschwersten, und damit am wenigsten vorkommenden Sterne explodieren auf diese Weise) und ihre Wirkung ist auch auf einen Radius von 3000 Lichtjahren also nur eines kleinen Teils der Milchstraße beschränkt. Da im Ordovizium es noch kein Leben auf dem Land gab, ist es aber so, dass dies sich kaum auswirkte. Ohne Ozonschicht gelangt die UV-Strahlung bis zur Erdoberfläche. UV-Strahlung wird auch im Meer absorbiert. Unterhalb eines Meters kommt keine mehr an. Betroffen wäre zwar die oberflächennahe Schicht doch selbst Plankton, das die Nahrungsgrundlage vieler Meerestiere bildet, hält sich nicht nur in den oberstem Meter aus, sondern in den obersten 50 bis 100 m, die sind also kaum betroffen. Ganz oberflächennahe Korallenriffe könnten betroffen sein, doch die sind auch so nicht sicher vor Flutereignissen oder Meeresspiegelschwankungen. Die Ozonschicht und das entstehende NO sind keine dauerhafte Veränderung. Sie regenerieren sich innerhalb von 10 Jahren wieder bzw. Das NO regnet aus. Der Effekt ist vor allem beim Wasser zu kurzfristig. An Land kann die Abkühlung deutliche Veränderungen verursachen, die Meere sind dazu wegen des enormen Wassergehaltes zu träge. So haben sich die Eiszeiten auch kaum auf die Meeresfauna in den Tropen ausgewirkt und die dauerten deutlich länger als 10 Jahre. Continue reading „Massenaussterben Teil 2“