Massenaussterben Teil 3

Ich habe mir überlegt, ob ich heute noch mal was zu SpaceX bringen soll. Nach dem Lesen eines Artikels einer PR-Agentur und einem anderen über die Fortschritte bei der Aufklärung läge das Thema Pressearbeit oder heute eher Medienarbeit in der Luft, aber ich will es nicht übertreiben und schiebe mal wieder ein anderes Thema ein. Schließlich sind die SpaceX Jünger wohl geschockt genug. Sie glauben ja alles was Prophet Musk verbreitet, und wenn man mit der Wirklichkeit konfrontiert wird, tut das schon weh. Nicht mal Klakow hat sich hier blicken lassen.

MassenaussterbenDas chronologisch dritte große Massenaussterben fand an der Grenze des Devons zum Karbon statt. Es ist ein eher Kleines bei dem 50% aller Arten aussterben. Wenn man die Abbildung über die Aussterberate der Arten links bemüht so ist es auch schwer, es als einzelnes Ereignis anzusehen. Vielmehr gab es im Devon drei Aussterbeereignisse, wobei das Letzte an der Grenze zum Karbon das größte war.

Klimatisch war das Devon wärmer als heute, aber nicht so warm wie in den vorangegangenen Erdzeitaltern. Zum Ende hin wurde es Kühler, im nachfolgenden Karbon gab es sogar wieder eine Eiszeit. Gondwana war inzwischen zerbrochen. Ein Großteil der Kontinente aber immer noch vereint. Am Südpol lag das Amazonasgebiet, das auch ganzjährig vergletschert war.

Das Devon gilt als Zeitalter der Fische und Landpflanzen. Die Fische hatten sich schon im Ordovizium in primitiven Formen entwickelt. Im Silur wurden sie größer und nahmen skurrile Formen an wie die Panzerfische, die den größten Teil des Körpers mit Knochenpanzern bedeckt hatten. Dies galt auch frü das Devon, doch wurden die Panzer kleiner. Der größte Fisch des Devon Duncleostenus erreichte mindestens 6 m Körpergröße, auch 9 bis 10 m werden genannt. Auch er war ein Panzerfisch, die Panzerplatten bedeckten aber nur seinen Kopf. Neben diesen urtümlichen Arten, die z.B. auch eine Mischung zwischen Strahlenflossen und Gliedmaßen haben, tauchen im Devon aber auch die ersten moderne Fische mit Strahlenflossen auf Auf der anderen Seite entwickeln sich Fische, die noch fleischigere Flossen haben und zu Landbewohnern werden (die Ersten tauchen ebenfalls im Devon auf) und die ersten Lungenfische.

Am Land veränderte sich am meisten. Im oberen Ordovizium tauchten die ersten Landpflanzen auf. Die ersten waren wie auch die im Silur aufkommenden Arten noch an das Wasser gebunden. Sie hatten noch keine Trennung in Wurzel, Spross und Blatt. Sie kamen an der Zone vor, wo das Wasser ins Land überging. Aus ihnen entwickelten sich im Devon die Landpflanzen, die komplett ihren Vegetationszyklus auf Land umstellten. Heute Vertreter dieser Arten sind Bärlappgewächse und Farne. Zum Ende des Devons gab es an Land schon ganze Wälder mit bis zu 30 m hohen Pflanzen, aber keine Bäume, sondern Baumfarne, die entfernt etwas an Palmen erinnern, aber nicht mit ihnen verwandt sind. Es scheint eine Regel zu sein, dass alle Organismen zum Zeitpunkt ihrer Dominanz unter den Arten Riesenwuchs erreichen. Das war so bei den Baumfarnen des Devons, den Insekten und Schachtelhalmen des Karbons, den Reptilien in Form der Dinosaurier nur als einige Beispiele.

Am Ende des Devons tauchen die ersten Amphibien auf, also die ersten Landwirbeltiere. Vorher war das Land schon von Insekten wie Heuschrecken besiedelt worden.

Warum zum Ende des Devons viele Arten aussterben, ist wie bei den vergangenen beiden Ereignissen nicht ganz geklärt. Auch hier gibt es mehrere Theorien. Geologisch sind sie an dem Auftreten mehrerer Schichten von kohlenstoffreichen Gesteinsschichten, oft aus Kalk charakterisiert.

Eine Theorie nimmt Schwankungen des Erdmagnetfeldes an. Es soll sich sehr oft umgepolt haben. Das passiert auch heute noch regelmäßig alle paar Hunderttausend Jahre. Zwischen zwei Umpolereignissen ist dann die Felddichte minimal und der Sonnenwind führt zu einer erhöhten Strahlenbelastung der vor allem Landpflanzen und deren Absterben.

Eine zweite Theorie führt das Aussterben auf eine Geosynklinalphase zurück bei der die Erdkruste sich absenkt und unter anderem Tiefseegräben entstehen. So sank der Meeresspiegel ab. Das führte zum Verlust von Lebensräumen in den Flachwasserzonen, aber auch die Landpflanzen litten denn ganz vom Wasser waren sie noch nicht unabhängig. Nahe der Meere gab es eine dichtere Vegetation als an Land. Der meist mit auftretende Vulkanismus kann globale Folgen haben. Treibhausgase werden ausgestoßen, giftige Gase wie Schwefelwasserstoff könnten die Meere vergiften oder zumindest zu einem anoxischen Milieu führen.

Aufgrund der Gesteinsfunde weiß man zumindest, dass es mehrere Wellen von Überflutungsereignissen und Meeresspiegelsenkungen in kurzer Zeit (mehreren Zehntausend Jahren) auftreten. Die Meerspiegelsenkung kann durch Vergletscherung der Pole auftreten aber auch durch die Absenkung des Meeresbodens. Der Anstieg durch Abschmelzen der Pole.

Manche Autoren führen auch die Vegetation als Ursprung zurück. Erstmals treten in dieser Phase Mykorrhiza auf. Das sind Pilze, die mit den Landpflanzen einhergehen. Sie bilden eine Symbiose. Die Pilze schließen Mineralstoffe aus dem Boden aus und werden von den Pflanzen mit Kohlenhydraten versorgt. Man nimmt an, dass damals dann auch durch Pilze erstmals die Pflanzen verrotten, und zwar nicht nur die gerade gestorbenen, sondern auch die vorher nicht verrotteten aus früheren Zeiten. Die Freisetzung von Kohlendioxid und anderen Gasen könnte das Klima verändert haben.

Geologisch deuten die Ablagerungen auf wechselnde anoxische Bedingungen (Überflutung von Land oder Absterben der Meeresfauna) und Austrocknung (Abscheiden von Kalk aus dem verdampfenden Wasser hin). Betroffen waren daher vor allem die maritimen Lebewesen.

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