Danke ARD und ZDF – Warum einfach, wenns auch kompliziert geht?

Gestern gaben ARD und ZDF bekannt, dass sie die Olympischen Spiele von 2018 bis 2024 nicht live übertragen werden, da sie sich mit dem Rechteinhaber Discovery Channel nicht über die Modalitäten einigen konnten. Ich finde das toll.

Ich mag keinen Sport im Fernsehen. Er ist so ziemlich das langweiligste Programm, das es gibt, außer vielleicht noch Opern-Aufführungen und Dauerwerbesendungen. Sport macht man, aber man schaut nicht anderen dabei zu. Zumal jenseits von Ballspielarten die Sportarten ziemlich langweilig anzuschauen sind. Leute fahren mit Autos im Kreis (für mich ist das schon kein Sport – wo bleibt da die körperliche Anstrengung) oder springen von einer Schanze oder werfen Speere, Diskus oder Kugeln durch die Luft. Hast Du einen Wurf gesehen, hast Du alle gesehen.

Mein Wunsch an ARD und ZDF: Bitte übertragt auch keine anderen Fußballspiele, also zum einen die Welt- und Europameisterschaften und zum anderen die Europawettbewerbe wie Champions League etc. Zum Teil kommen die ja schon auf den Privaten. Meistens kommt ja dann auch ein etwas besseres Programm auf dem Ersten oder Zweiten, denn man will ja nicht, dass die ganzen Zuschauer abwandern. Ich habe nichts gegen Sport. Im Gegenteil: jetzt im Winter mache ich täglich eine Stunde meinen Spaziergang und dreimal in der Woche gehe ich Schwimmen. Alle Einkäufe erledige ich mit dem Fahrrad. Im Sommer ist es sogar noch mehr Bewegung. Aber Sport betreibt man, man schaut nicht anderen zu.

Heimautomation

Das zweite ist das Thema Heimautomation. Das Thema ist mir schon immer suspekt. Einfach weil es nicht so viel zu automatisieren gibt. Schon der Begriff ist meiner Ansicht nach falsch: Denn die Systeme automatisieren ja nicht. Sie erlauben hingegen den Eingriff jederzeit von überall aus. Automatisierung ist sinnvoll: Die meisten Leute haben einen geregelten Tagesablauf. Entweder vorgegeben durch die Arbeit oder weil Menschen Gewohnheitstiere sind. So mache ich im Winter meinen Spaziergang immer nach dem Mittagsessen. Hat sich einfach so eingebürgert. Für jeden Tag gleiche Abläufe gibt es aber schon lange billige Lösungen: Zeitschaltuhren für Steckdosen. Kaffeemaschinen mit Timer, Heizkörperthermostaten, die jeweils zu verschiedenen Zeiten anders heizen. Was übrig bleibt für solche Apps sind dann Ausnahmesituationen. Also wenn man mal früher nach Hause kommt oder später, kann man die Heizung anpassen.

Aber dafür lohnt es sich meiner Ansicht nach bei den meisten nicht, außer man hat eben keinen geregelten Tagesablauf. Nun gibt es einen Lichtschalter mit Bewegungssensor für ein solches System. An und für sich eine tolle Sache. So was habe ich als Steckdosenversion mit Leuchte schon außen auf der Terrasse. Wenn man im Haus, gerade in den Fluren oder Treppenhaus nicht dauernd das Licht ein/ausschalten will, weil man Räume nur passiert, ist das geschickt, vor allem wenn man keine Hände frei hat. Nur verstehe ich nicht, wozu ich da ein Heimautomationssystem brauche. Das hat nun zum einen überhaupt nichts mit der Steuerung zu tun. Zum anderen kostet das Teil 40 Euro. Das Licht mit Bewegungsmelder hat 6 Euro gekostet. Viel braucht man auch nicht. Wenn man nicht elektrisch montieren will, (und das ist auch bei der Automationslösung so) braucht man eine Lösung, die mechanisch den Schalter drückt und eben den Bewegungsmelder. Manchmal denke ich mir, dass dieses ganze System nur dazu da ist, damit die ebenso überflüssigen Smartphones eine Existenzberechtigung haben.

Heimautomation und Sport

Mein Vorschlag für die Krankenkassen, Fernsehhersteller und Fernsehsender: Macht eine gemeinsame Initiative, um wirklich intelligente Geräte zu schaffen. Wenn es so viele Leute gibt, die so gerne Sport schauen. Die meisten meiner Erfahrung nach aber keinen Sport treiben, warum nutzt ihr dieses System der Heimautomation nicht produktiv? Fernseher die Sportprogramme z B. nur anzeigen, wenn der per App verknüpfte Schrittzähler am Vortag mindestens 10 km ergab (so viel sollte man sich bewegen, das ist auch leicht zu machen, wenn ich nur den ganzen Tag im Büro bin, komme ich auf 6 km. Wenn ich Einkaufen gehe auf 8 km. Den Rest kann man mit 20-40 Minuten spazieren gehen leicht reinholen). Das kann man ausbauen. So bei den Privaten dann werbereduziert oder sogar werbefrei ansehen, wenn man sich genügend bewegt. Bei den Öffentlichen müsste als Anreiz die GEZ-Gebühr bei mehr Bewegung gesenkt werden.

Die Gelder kommen dafür von der Krankenkasse, die ja immer sagt, dass wir uns mehr bewegen sollen. Wenn wir dann gesünder sind das sollte ja die Kassenbeiträge senken. Anstatt diese zu senken, würde man die Einsparungen an die Fernsehsender zahlen oder eben die GEZ-Gebühr (AFD: Jargon: Zwangsabgabe) absenken. Technisch machbar ist das alles. Aber ich befürchte die Leute wollen ja nur Dinge, welche die Bequemlichkeit erhöhen. So befürchte ich, wenn man so was mal tatsächlich umsetzt, es zuerst einen Run auf alte Röhrenfernseher ohne Eigenintelligenz geben wird und man bald darauf Fernseher wieder ohne Internet und Wlan auf den Markt bringt.

Motivationshilfe

An und für sich sehe ich Chancen, dass man mit IOT die Leute zu mehr Bewegung animieren kann. Es ist ja so, dass man für alles eine Motivation braucht. Nur das Gefühl, das etwas allgemein für die Gesundheit gut ist, bewegt die wenigsten Leute zu etwas. Bei mir ist das nicht anders. Mit dem Schwimmen habe ich angefangen, als ich vor 10 Jahren abgenommen habe. Seitdem habe ich auch damit mein Gewicht gehalten und mit dem Gehen fing ich vor eineinhalb Jahren an, als ich längere Zeit Rückenschmerzen hatte.

Wenn man dann per App nachweisen kann, wie viel man sich bewegt hat und damit angeben oder zumindest andere beeindrucken kann, dann wird das sicherlich viele bewegen, sich mehr sportlich zu betätigen. Noch mehr beflügelt die Leute aber, wenn sie einen unmittelbaren Vorteil haben. Das könnten geringere GEZ-Gebühren sein. Oder man Fernsehen werbefrei ansehen kann oder ein besonders gewolltes Programm überhaupt ansehen kann. Sport ist vielen ja so wichtig das Sie mehr als die GEZ-Gebühren an Sky zahlen nur um die Bundesliga ansehen zu können. Vor allem ist mein persönlicher Eindruck das das Interesse an Sport schauen und das Betreiben von Sport diametral entgegengesetzt sind. Kurz: Wer Sport schaut, betreibt selbst keinen. Das könnte man so ändern.

4 thoughts on “Danke ARD und ZDF – Warum einfach, wenns auch kompliziert geht?

  1. Das soll kein Plädoyer für Rennsport sein, ich finde das auch langweilig anzuschauen. Wenn du aber denkst das da keine körperliche Anstrengung im Spiel ist rate ich dir mal ne halbe Stunde Kart zu fahren. Vielleicht überlegst du dir dann nochmal den Satz 😉

  2. Du machst dir das etwas zu einfach. Nur weil es dich nicht interessiert, müssen es die ÖRs nicht senden? Ich halte auch nichts von Sport im TV, nicht einmal von Fußball oder ähnlichen Breitensportarten. Aber die ÖRs treten mit dem Anspruch an, ein Vollprogramm sein zu wollen. Wären die wirklich ein Vollprogramm, so müssten sie auch aktuelle Spielfilme und aktuelle Serien zeigen. Gerade das zeigen sie aber so gut wie nie. Ich als Spielfilm- und Serienfan schaue daher so gut wie nie ÖRs. Eigentlich schaue ich überhaupt kein TV mehr. Im Februar diesen Jahres wurden an unserem Altbau die alten Balkone abgerissen, auf dem wir unsere Sat-Antenne hatten. Eine Sat-Gemeinschaftsantenne bekommen wir erst im kommenden Jahr. Wir haben darauf verzichtet, unsere Sat-Antenne an die Hauswand zu schrauben, dafür hätte sich der Aufwand nicht gelohnt. Auf den ÖRs kommt nur Müll, auf den Privaten nur Werbung, da schaue ich lieber Blu-ray und lade mir die Serien, die wir schauen, aus dem Internet herunter. Mit bezahlen darf ich den ÖR-Irrsinn natürlich dennoch.

  3. „Vollprogramm“ heißt eben für alle. Wenn Olympia ist sendet einer der Sender nur Olympia. Einem Ereignis wird also 50% der Sendezeit eingeräumt. Ist das Vollprogramm für alle? Dasselbe gilt beim Fussball. Ich habe ja nichts gegen die Übertragung der Spiele selbst. Doch das ist ja nur der kleinste Teil, Da gibt es eine Vorbereichtserstattung, eine Nachberichterstattung, einen Debattierclub und inzwischen noch ein Championsleague-Magazin vorgeschaltet. So ist bei einem Spiel das nominell 105 min mit Pause dauert der gesamte Abend von 19:25 bis 24:00 also 275 Minuten, ein vielfaches der Spieldauer blockiert.

    Zu den Serien: die meisten Serien findest Du auch nicht bei den Privaten sondern nur als DVD und dann in Originalsprache (manche mögens, ich nicht). Wenn Serien für Dich zum Vollprogramm zählen, damm meinst Du wohl US-Formate, und wärst sicher nicht damit zufrieden wenn die ÖRV Serien aus Indien und China zeigen…

  4. Ich bin auch nicht der Sportfan und bin auch sehr gelangweilt wenn die ÖR mit Sport zu sind, vor allem weil ich inzwischen seit ca. 2000 die Privaten nicht mehr schaue. (Das letzte war immer noch StarTrek 🙂 ).
    ABER es gibt ja nicht nur micht. Z.B. Sind ein Großteil der (männlichen,aber nicht nur) Bundesbürger Fußballbundesligafans und können das Live nur im Bezahlfernsehen sehen. Das ist meines Erachtens nicht Verfassungskonform. Bei dem breiten Interesse gehört das in ÖR.
    Dazu kommt das das Bezahlfernsehen in Deutschland lange ein Pleitegeschichte war. (Premiere, Kirch, Bayern …). Es wurde immer
    künstlich mit Steuergeldern (gerade aus Bayern) gerettet.
    So, damit zahlt der geneigte Fußballfan doppelt. Einmal die Steuern um
    den Pleitesender zu retten und dafür darf er dann noch für das Fußballgucken zahlen. TOLL.
    Wenn man sich jetzt noch die Gebüren anguckt die das Zahlfernsehen für Kneipen nimmt, wo sogar ich als nicht Fan aufgrund der Stimmung gerne mal hingegangen bin, dann kapiert man warum fast keine Gaststätte mehr das anbietet. So voll kann der Laden gar nicht werden das sich das rechnet. Klar, 30 Heimabos bringen mehr als ein bezahlbarer für die Gaststätten.

    Ulli

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