Hygiene im Weltraum

Diese Frage ist eine der wohl am häufigsten gestellten Fragen zum Weltraumprogramm. Zumindest beim US-Weltraumprogramm gibt es darauf eine Antwort. Das Grundproblem ist die fehlende Gravitation: Ausscheidungen fallen eben nicht eine Toilettenschüssel und Wasser von einer Brause nicht nach unten. Ein Bad ist komplett unmöglich, das Wasser würde eine große Kugel bilden und nicht in der Wanne bleiben. Alle Systeme funktionieren nach zwei Prinzipien: Durch Luftstrom (wie beim Staubsauger) Ausscheidungen zu transportieren oder durch Adhäsion (wie beim Aufsaugen von Flüssigkeit mit Tüchern) Urin und Waschwasser zu binden.

Bei den ersten Missionen von Mercury und Apollo war zum einen kaum Platz für eine Toilette, zum anderen waren die Missionen kurz. Die Lösung war es, die Ausscheidungen zu sammeln. Erleichtert wurde dies dadurch, dass alle Astronauten Männer waren und der Großteil der Ausscheidungen Urin war. Ich beschreibe hier als Beispiel mal das System von Gemini. (mehr …)

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The line that’s drawn between Good and bad

Ich erlaube mir es ja, nur noch wenig zu arbeiten, gerade mal so viel, dass ich in den Einkünften unter der Grenze liege, wo ich Mehrwertsteuer abführen müsste. Das meiste mache ich in Delphi. Da habe ich von meinem Hauptkunden eine Mitteilung bekommen, dass der neue Eigner der Entwicklungstools 80 Leute in der größten Niederlassung in Spanien freigesetzt hat. Schon vorher hat der Chefentwickler die Firma verlassen und eine Webseite online gestellt, in der er Delphi in Open Source überführen will. Klar, Kunden beunruhigt das, schließlich stecken in dem, was ich für die Firma entwickelt haben 15 Jahre Arbeit, wenn ich auch im Durchschnitt nur einen Monat pro Jahr arbeite (man muss ja noch ein bisschen Zeit für die Bücher und Blogs haben) und entsprechend eine höhere 5-stellige Summe an Honoraren. (mehr …)

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Unter 32-16-8  herrscht Konjunktur die ganze Nacht

Das Buch von Eugen Reichl habe ich genutzt meine Daten der N-1 mal abzugleichen. Schließlich hat der Autor zwar meine Daten übernommen, aber nicht alle. Vor allem fiel mir auf, dass die angegebene Nutzlast so niedrig ist: Die N-1 war dreistufig und sollte 95 t in den Erdorbit bringen. Dabei hat sie höhere spezifische Impulse als die Falcon Heavy und ein günstigeres Stufenverhältnis, trotzdem wäre bei dieser der prozentuale Nutzlastanteil höher. Die N-1 bin ich auch bei der Neuauflage der Trägerraketen übergangen, weil ich eigentlich gedacht habe bei einer so alten Rakete wären die Daten eindeutig. Sie sind es aber nicht. Schon innerhalb einer Quelle differieren sie. So geben Ptrzybilski / Wotzlaw als Trockenmasse 277 t an, wenn man die drei Stufen aber addiert kommt man auf 182 t und auch die Startmasse von 2750 bis 2820 t passt nicht mal mit Maximalnutzlast (2707 t). (mehr …)

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Buchkritik: Die N1 Moskaus Mondrakete

Nach den bisherigen Erfahrungen mit Reichl, der in den Büchern die ich bisher von ihm habe jede Menge Sachfehler drin hat (bei Rechtschreibfehlern bin ich weil ich es selbst nicht perfekt hinbekomme relativ großzügig), war das erste Mal, das ich mit einem Textmarker ein Buch gelesen habe und alles markiert habe was ich fachlich für falsch fand. Sehr bald fanden sich auf fast jeder Seite ein bis drei Markierungen. Dabei behandelt das Buch in großen Teilen nur Geschichte, nicht gerade das was mein Schwerpunkt ist.

Hier ein paar Dinge aus den ersten Seiten als Beispiel für das ganze Buch.

Auf S.12 wurde im Februar 1960 Kennedy Präsident und das löste nach Ansicht des Autors Anfang Januar eine Versammlung aller fürs Raumprogramm verantwortliche  durch Chruschtschow  zu sich um auf die erwartete Erhöhung des Weltraumetats (Lyndon B. Johnsons Position war schon vorher bekannt) zu reagieren. Hübsche Geschichte. Nur wird der Präsident immer im Januar in einem ungeraden Jahr vereidigt, Kennedy am 20.1.1961. Das ist also ein Jahr später. Im Januar 1960 war er noch nicht mal Kandidat. Das ist ein Hauptkritikpunkt an der Schreibweise von Reichl. Er verwebt Geschichten. Geschichten die stimmen, die aber nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben wie hier die Reaktion Chruschtschow s auf Kennedy die gar nicht möglich war weil Kennedy noch nicht Präsident war. Gluschko schlägt bei dem Treffen eine Superrakete aus sieben R-9 als erste und vier als zweite Stufe vor. Das wäre ein sehr ungünstiges Stufenverhältnis. Ich habe bei der Recherche nichts darüber gefunden und bei dem Schub der RD-111 Triebwerke hätte die Kombination wahrscheinlich mit Nutzlast nicht mehr abheben können. (mehr …)

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Schweine im Weltraum erobern das All

Eine Frage die sich mir bei der Lektüre von Eugen Reichls Buch über die N-1 stellte, ist die ob Russland jemals das Wettrennen zum Mond gewinnen konnten. Es war ja in Wirklichkeit kein Wettrennen. Offiziell hatte Russland nie ein Mondprogramm. Die NASA hatte die Deadline von Kennedy als Fristvorgabe und sie konnte nicht wissen, wie weit Russland ist. Wenn also irgendjemand ein Wettrennen hatte, dann Russland, die immer unterrichtet waren wie weit die NASA ist. Reichl baut über das ganze Buch hinweg einen Spannungsbogen auf indem er NASA-Leistungen und russische Leistungen vergleicht. Das geschieht ihm auch recht gut, obwohl man wenn man objektiv sich die Fakten ansieht man sagen muss das Rennen war aus bevor es begann.

Kurze Antwort weil ich keinen Spannungsbogen hinbekomme, wenn ich mich nur auf Tatsachen beschränke: Das Rennen war gelaufen bevor es begann und zwar aus folgenden Gründen: (mehr …)

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