Deutschland im Knebel der Automobilindustrie

Seit der Bankenkrise 2008 scheinen die Banken frei Hand zu haben. Sie werden mit Steuermittel gerettet, weil sie „systemrelevant“ werden und sie scheinen so einflussreich zu ein, das nicht mal nach der Bankenrettung Gesetze erlassen wurden, die einen solchen Crash wieder verhindern. Doch ich denke, Deutschland ist viel stärker im Griff der Automobilindustrie.

Erinnern wir uns: 2009 war nicht nur das Jahr, in dem Banken gerettet wurden, (die Commerzbank ist immer noch unter dem staatlichen Schutz) sondern auch die Wirtschaft strauchelte. Viele Firmen teilweise mit langer Tradition, gingen in die Pleite oder wurden von Hedgefonts übernommen Schießer, Quelle, Märklin, WMF. Die einzige Branche, der die Regierung aber neben den Banken half, war die Automobilbranche. Damals gab es eine „Abwrackprämie“ von 2.500 Euro beim Kauf eines Neuwagens. Die Klammern habe ich gesetzt, weil das nicht an das Alter des Fahrzeugs gekoppelt war. Man konnte also noch relativ neuen Wagen „abwracken“ und die Prämie kassieren. Abgewrackt wurde auch nur wenig, die meisten Fahrzeuge gingen in den Ostblock.

Status Quo

Bei nur wenigen anderen Industrien ist auch der Staat mit beteiligt, so hält Niedersachsen Anteile an VW. Nun ist sicher die Automobilindustrie gemessen an der Zahl der Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Ich bin mir nicht sicher, ob sie der Größte ist. Wenn man dies daran misst, was die Menschen für die Produkte ausgeben so dürfte vielleicht die Baubranche noch etwas größer sein. Ein Haus baut man zwar nur einmal im Leben, aber für die kosten eines Hauses kann man sich mindestens 10 Durchschnittsautos kaufen. Gemessen an der Bedeutung ist der staatliche Lenkungseinfluss gering, eher ist es umgekehrt: die Industrie verhindert aktiv Gesetze und Verordnungen, die sie für schädlich hält.

Nehmen wir den VW-Abgasskandal. Skandalös finde ich eher, dass man Jahre lang getestet hat und niemand bei keinem der vielen Labors von Bundesstellen und TÜV auf die Idee kam, doch mal ein Auto während einer normalen Fahrt zu testen. Das würde ich schon aus Neugier tun, vor allem aber um festzustellen, wie realitätsnah die Prüfstandswerte mit wahren Werten korrespondieren – oder eben nicht. Den den Leuten ist ja nicht mit Prüfstandswerten geholfen. EU-weite Abgasgrenzwerte, die in den Städten eingehalten werden müssen, resultieren ja aus realen Abgasen. Seitens der Politik hat man das einfach so hingenommen. VW muss in den Staaten Milliarden zahlen. Bei uns nichts. Sicher, wenn die Firma überall diese Unsummen (die nicht mit dem Schaden für die Käufer korrelieren) zahlen müsste, wäre sie Pleite, aber das man auch deutschen Käufern zumindest eine kleine Entschädigung zusprechen könnte, denke ich wäre durchaus möglich gewesen.

Das ist aber nicht die Ausnahme. Wann immer es um den politischen Einfluss geht, versteht es die Automobilindustrie ihre Forderungen durchzusetzen. Sind mal strengere europäische Abgasgrenzwerte in der Diskussion: die deutsche Regierung legt ein Veto ein. Geht es um die Grenzwerte von ganzen Flotten so gibt es so komische Berechnungsmodelle das z.B. Elektroautos nicht nur keine Abgase emittieren, (das tun vielleicht nicht die Fahrzeuge, aber natürlich wird auch der Strom nicht nur aus „grüner Energie“ erzeugt und so müsste man auch für sie zumindest die CO2-Grenzwerte festlegen, nein ein Elektrofahrzeug senkt sogar noch die Flottenwerte, weil es in einem Verrechnungsmodell einen „negativen“ CO2-Ausstoß hat. Wen wundert es da, dass in Deutschland fast die Hälfte der Elektroautos von den Herstellern selbst zugelassen sind?

Die Automobilindustrie ist zumindest in Deutschland bemerkenswert träge. Auch wenn ich nicht Elektroautos als die Lösung des grundsätzlichen Problems Mobilität ansehe, so haben sie zumindest einen Vorteil: Sie verringern die Abhängigkeit vom Erdöl, denn das ist endlich und geht von allen fossilen Brennstoffen als erstes aus. De Fakto sollte die Automobilindustrie versuchen, sich von der Abhängigkeit zu lösen. Aber das tut sie nur halbherzig. Zum einen gibt es immer wieder experimentelle Fahrzeuge, die sehr wenig Benzin verbrauchen, wie den VW-Lupo, als „3 l Auto“. Aber sie schaffen es nicht in die Serienbauweise. Zum anderen ist man bei uns auch nicht so aktiv bei der Erforschung von Alternativen zum Benzin und Diesel. Mit Wasserstoff und Erdgas experimentieren unsere Autobauer schon seit Jahrzehnten. Auch hier rausgekommen für die Serie ist nichts. In Brasilien hat man wenigstens Ethanol als Treibstoffzusatz etabliert. Anders als bei den bei uns üblichen Estern von Fettsäuren hat Ethanol andere chemische Eigenschaften und der Motor muss angepasst werden. Ethanol könnte man später aus Biomasse gewinnen.

Allerdings wäre es zu einfach, nur der Industrie die Schuld zuzuschreiben. Mit Schuld sind auch Städte und Verbraucher. Der Verbraucher, weil er mit seiner Kaufentscheidung die Automobilindustrie prägt. Auch wenn man davon absieht, das viele der „Niedrigenergiefahrzeuge“ so teuer sind, das man den Aufpreis meist nicht über die Lebensdauer wieder hereinholt, könnte der Verbraucher auch so die niedrig motorisierten Modelle ejr Linie kaufen. Das würde dazu führen, dass die Automobilindustrie mehr Varianten mit weniger anstatt mehr Leistung auf den Markt bringt. Schließlich reagiert sie auf die Nachfrage. Gerade das Gegenteil ist der Fall: Seit Jahrzehnten steigt die durchschnittliche PS-Zahl von Fahrzeugen. Nicht nur in einer Modellreihe, sondern auch im Durchschnitt. Alleine in den letzten 10 Jahren ist die durchschnittliche Motorleistung von 100 auf 125 PS gestiegen.

Doch ist daran nur die Automobilindustrie schuld? Nein denn die Fahrzeuge müssen ja auch gekauft werden. Die Leute kaufen eben Autos mit immer mehr PS. Ich sehe auch immer mehr größere Autos, egal ob Kombis oder SUV auf den Straßen. Selbst ein Neubaugebiet, in dem ein Stellplatz pro Wohnung vorgeschrieben ist, ist bei uns zu geparkt, teilweise beidseitig: es gibt mehr Autos als Führerscheininhaber, und da die meisten Erwachsene einen Führerschein haben, kann man von einem Auto pro Erwachsener ausgehen und davon gibt es eben in der Regel zwei pro Wohnung. Im wesentlichen gehen die „mehr PS“ für mehr Masse drauf. Selbst wenn die theoretische Höchstgeschwindigkeit steigt, wo bitte kann man die noch erreichen? Selbst auf einem Drittel der Autobahnen gibt es inzwischen Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Ein zweiter Anlass sind die nun erlassenen Maßnahmen gegen den Feinstaub in Stuttgart. Auch wenn sich Satiriker gerne über Stuttgart lustig machen: Das Problem ist nicht, dass es zu viele Autos oder zu dreckige beim Daimlerstandort gibt. Es ist die Lage von Stuttgart in einem Talkessel, 150 m unterhalb der Filderebene. Das unterscheidet Stuttgart von jeder anderen Großstadt in Deutschland. So ist der Luftaustausch behindert und bei Inversionswetterlagen, wie sie im Winter häufig vorkommen, fast ganz unterbunden. Nun sollen nur noch Euro 6 Diesel reinfahren können. Das erbost viele, weil selbst zwei Jahre alte Diesel nur die Euro 5 Norm erfüllen. Beim Zählen von Plaketten bei den Reihen geparkter Autos fand ich nicht mal diese von etwa 100 Autos hatte nur eines keine Euro 4 Plakette, die Ausnahme war dann auch ein Euro 3 Fahrzeug. Aber vorher hat man es zwei Jahre lang mit freiwilligen Aufrufen versucht. Resultat: gleich Null. Auch hier: Es liegt an den Leuten, die offensichtlich nicht ohne Zwangsmaßnahmen auf ihr Auto verzichten.

Mein aktueller Anlass für den (nicht so neuen Blog) ist ein Gesetz, das gerade erarbeitet wird. Es geht um die Autonomität von Fahrzeugen. Experimentell erprobt könnte sie bald Realität werden. Fahrzeuge de sich selbst steuern. Nun gibt es dann bei einem Unfall die Haftungsproblematik. Wie nicht anders zu erwarten setzt die Automobilindustrie ihre Vorstellung durch: Bei einem Ausfall des Systems soll der Fahrer „unverzüglich“ reagieren. Die Frage ist nun, was „unverzüglich“ ist. Wenn ich das so interpretiere, wie das die Gerichte bisher bei Unfällen machen, mit dem Konzept der Schrecksekunde“ dann wird das herausfordernd. Man hat ja anders als sonst nichts mehr aktiv zu tun. Man müsste also die ganze Zeit aktiv den Verkehr beobachten, ohne selbst gefordert zu sein. Selbst wenn jemand nicht die Zeit anders nützt, um sich mit dem Beifahrer zu unterhalten, zu telefonieren, surfen oder etwas zu essen wird das schon nach einigen Minuten schwer. Ich halte es für realitätsfern. Vor allem habe ich Zweifel, ob solche Systeme wirklich so funktionieren wie gedacht. Sie müssen schließlich jede Situation und sei sie auch noch so unerwartet oder seltsam beherrschen. Jedes System ist aber nur so gut wie die Programmierung und ich kann mir nicht vorstellen, dass man alles einprogrammiert hat, was passieren kann. Der Mensch mag langsamer sein, aber er ist ungleich flexibler als ein Computersystem. Eine Parallele sind die Mechanismen, die wir uns für die Abschaltung von Atomkraftwerken in Havariefällen ausgedacht habe. Die haben schon zweimal versagt und ich wette, sie sind besser durchdacht als Systeme für das autonome Fahren und die Zahl der Probleme ist kleiner. Man kann es auch nicht mit anderen Systemen vergleichen wie beim Fliegen. Wenn dort der Autopilot versagt hat man Minuten, bevor das Flugzeug abstürzt und wenn ein Flugzeug von der „Luftstraße“ abweicht, prallt es auch nicht in die Leitplanke oder fährt gegen ein Haus.

Die Zukunft

Wie würde ich die Zukunft von Politik und Automobilindustrie sehen? Die Politik, indem sie durch gesetzliche Vorschriften die Industrie drängt, ihre Produkte zu verbessern. Das Erste war eine Geschwindigkeitsbegrenzung für die Autobahnen. Die gibt es bei jedem anderen Land in Europa, wahrscheinlich sogar bei den meisten auf der Welt. Eine Beschränkung auf 120 km/h trägt auch der Realität von vollen Autobahnen Rechnung. Vielleicht beginnt dann auch das Umdenken bei den Käufern, die sich dann überlegen ob sie ein Auto mit 200 km/h Spitze brauchen.

Das zweite wäre der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und auch überregionalen Verkehrs. Eine kürzere Taktung und größere Reichweite. Gerade am letzten hapert es: Ich wohne auf der Filderebene, 12 km von Stuttgart und 5 km von Esslingen entfernt. Zu beiden Orten komme ich direkt, nach Stuttgart aber erst durch den Ausbau der Straßenbahn vor 10 Jahren. Vorher, als ich noch studierte, musste ich zweimal umsteigen, um zur Uni zu kommen, und war über eine Stunde unterwegs. Heute ginge es 30 Minuten schneller und mit nur einem Umstieg. Doch schon einen Ort weiter ist es nur noch eine Verbindung zur Außenwelt und einen weiteren Ort weiter und man kann wirklich Probleme. Trotzdem ist mir klar wird man nicht das flache Land so versorgen können. Aber die meisten wohnen in oder in der Nähe von Großstädten und würden vielleicht auf ihr Auto verzichten, wenn der ÖPNV wirklich eine attraktive Alternative wäre. Das Zweite ist der überregionale Verkehr. Der wird nun noch vor allem der Bahn bedient, die bundeseigen ist. Also ideale Voraussetzung, um hier was zu tun. Es gäbe viel zu tun. Das Erste wäre mal das sie pünktlich ist. Denn, wenn ich eine Stunde warten muss, weil ich den Anschluss versäumt habe, dann nützen mir auch Schnellbahnstrecken nichts. Das Zweite ist die Preispolitik. In meinen Augen muss hier etwas getan werden. Es kann nicht sein, das ein Bahnticket teurer als ein Flugticket für die gleiche Strecke ist. Daneben sollte die Politik nicht Elektroautos fördern, die in meinen Augen keine Lösung für das Problem sind – auch hier wird 1 t Automasse bewegt, um 100-200 kg Personen mit Gepäck zu transportieren. Das ist ökologischer Wahnsinn. Gebt eine Prämie für Elektrofahrräder oder Elektroroller. Die gibt es sicher auch mit Dach für schlechtes Wetter, zumindest im Fernsehen habe ich solche Dinger schon gesehen.

Das Umdenken muss aber bei den Leuten beginnen. Wenn ich davon ausgehe, das die meisten Fahrten zur Arbeit gehen, und das tun viele zur gleichen Zeit, so kann man ein Auto teilen. Heute im Zeitalter des Internets müsste das kein Problem sein. Meine Idee: Man legt für jede Stadt definierte Zu-/Ausstiegsstationen im Abstand von 1 km fest (maximal 500 m oder 10 Minuten zu Fuß von jeder Wohnung aus erreichbar). Über eine App kann man dann mit seinem Smartphone angeben, wann man bei einem solchen Punkt starten möchte und wohin. Jeder, der in diese Richtung fährt und zeitlich den Punkt erreichen könnte bekommt das dann als Meldung eingeblendet und der Erste, der den „Auftrag“ annimmt und am nächsten ist, bekommt den Auftrag. Für die Beförderung kann man ein festgelegtes Kilometergeld festlegen. Das hätte zwei Vorteile: Vor allem im Berufsverkehr funktioniert es gut, viele fahren da in die gleiche Richtung. Das entlastet den ÖPNV. Der auch flexibler sein kann z.B. in Zeiten, in denen nicht so viel los ist, kleinere Busse oder einen Wagen weniger bei der Straßenbahn nimmt. Wahrscheinlich wird bei Pendlern, die ja meist feste Arbeitszeiten haben, es bald so sein, dass sich hier feste Paare finden, also Leute, die zur gleichen Zeit in die gleiche Richtung müssen. Die brauchen dann auch keine App mehr.

Anstatt, dass die Politik autonome Fahrsysteme fördert oder zulässt, sollte sie das Kolonnenfahren fördern. Dabei fährt im ersten Auto jemand aktiv, die anderen werden computergesteuert an dieses erste herangefahren und sie tauschen sich über Aktionen (z.B. Bremsen aus) und können so synchron reagieren. Als Vorteil kann man die Distanzen stark verringern und im Windschatten des ersten Fahrzeugs fahren und so Sprit sparen. Zudem sinkt die Gefahr von Staus die vor allem, das zeigen Simulationen durch unterschiedliche Geschwindigkeiten der Verkehrsteilnehmer entstehen.

In meiner Vision benutzt man das Auto nur noch wenn man wirklich weite Strecken zurücklegt die nicht in einer Großstadt oder Ballungsgebiet enden also typischerweise im Urlaub oder man braucht es beruflich als Vertreter oder ähnliche Berufsgruppen. Aber beim „normalen“ heutigem Autobesitzer, wird wenn man das umsetzt was ich beschrieben habe es vielleicht einen Punkt geben, wo er eine Rechnung aufmacht: so und so oft brauche ich ein Auto und so viel kostet mich das pro Jahr. Lohnt sich das. Vielleicht geben dann einige das Auto auf. Allerdings, ich glaube nicht, dass es die Mehrheit wird – zur Freude der Automobilindustrie, denn schon heute haben ja viele mehr als ein Auto und mehr als ein Auto kann man physikalisch nicht zur gleichen Zeit fahren. So kostet das Zweite nur, und zwar nicht nur in der Anschaffung, sondern laufend: KFZ-Versicherung, Zulassung, TÜV. Trotzdem haben die Leute schon heute mehr als ein Auto. Daher: Aussterben wird die Automobilindustrie nicht. Gerade dieses Verhalten wird aber wahrscheinlich auch dafür sorgen, dass diese autonomen Fahrsysteme sich nicht auf breiter Front durchsetzen werden. Die Leute wollen ja selbst fahren, sonst könnten sie schon heute oft Alternativen nutzen die bequemer sind und zumindest in Großstädten auch oft Zeit sparen.

Fazit

Solange die Automobilindustrie aber weiter Stahlmonster mit Hunderten von PS baut eminent sie mich an eine Szene aus einem Spielfilm „Das Geld anderer Leute“ aus dem Jahre 1991. In dem Spielfilm spielt Danny de Vito einen Corporate Raider, also jemand, der andere Übernehmen feindlich übernimmt und zerschlägt, um die Vermögenswerte zu verkaufen, ganz im Sinne der reaganschen Politik der Gier. Es gibt da eine Szene in der Danny de Vito eine Rede vor den Aktionären hält. Er sagt, dass es vor 100 Jahren mal unzählige Unternehmen gab, die Pferdekutschen gab. Sie alle sind vergangen und das Letzte hat sicherlich die besten Pferdekutschen gebaut, die es jemals gab. Aber sie haben sich dem Fortschritt nicht angepasst und sind Konkurs gegangen. Genau an das erinnert mich die deutsche Automobilindustrie. Sie ist nicht wirklich innovativ. Sie sorgt durch Schummelsoftware oder politische Aktionen, dass ihre mangelnde Innovation keine negativen Konsequenzen hat und wenn sie innovativ ist, dann vor allem im elektronischen Bereich. Der stammt aber von Zulieferern.

26 thoughts on “Deutschland im Knebel der Automobilindustrie

  1. 1. Das Problem der Prestigeprojekte.
    Beim Bahnverkehr werden oft Prestigeprojekte gegenüber weniger pretigeträchtigen aber für die Kunden nützlicheren Projekten bevorzugt.
    Was nutzen den Kunden 30 Min kürzere Fahrzeit auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke, wenn er diese dann durch ausgedünnte Verbindungen im Nahverkehr wieder verliert. Bei S21 z.B. werden fahrtechnische Nachteile von vor 20 Jahren (Ankuppeln einer neuen Lokomotive) benutzt um ein Projekt zu begründen, welches eigentlich für die Reisenden nur Nachteile hat. Es gibt ausgearbeitete Alternativen, die auch die Anbindung des Umlandes, und damit die Zubringer für den Fernverkehr berücksichtigen. Da wird viel Geld ausgegeben, welches dann für den Nahverkehr fehlt. Das selbe ist mit der zweiten Stammstrecke für die S-Bahn in München.

  2. Bei Stuttgart 21 läuft vielw schief. So das man einen neuen Bahnhaof baut der nur halb so viele Gleise wie der alte hat. Mag sein, das er effizienter ist aber gleich doppelt so effizient? Zudem ist es wenn man wirklich von mehr Bahnverkehr ausgeht nicht schlecht etwas Luft zu haben.

    Das zweite ist das man auf der Strecke Stuttgart-Flughafen ein Gleis hat obwohl das von Bahn und S-Bahn gleichzeitig benutzt wird. Würde man an diesem Milliardenprojekt nicht an solchen Dingen sparen, wahrscheinlich wären mehr dafür gewesen und das Projekt wäre nicht so in Frage gestellt worden.

  3. Die Bahn ist deutlich weniger umweltfreundlich als man glaubt. Nach eigenen Angaben verbraucht die Bahn im Mittel ein Äquivalent von 2,9 Liter Treibstoff (Diesel) pro 100km und Fahrgast im Mittel. Daraus ergeben sich C02-Emissionen von ca. 50g pro Personenkilometer.

    Bei durchschnittlichen Kleinwagen liegen diese Werte momentan im Mittel bei 5,9 Litern auf 100km und entsprechend 140g CO2 pro Kilometer. Vollbesetzt (Vier Personen) wären das 1,5 Liter pro 100km und 35g CO2 pro Personenkilometer, und damit deutlich umweltfreundlicher als Bahn.

    Eine Boing 747 verbraucht bei 80% Auslastung ca. 3,9 Liter Kerosin pro 100km und somit ca. 100g CO2 pro Personenkilometer. Diese Angabe ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, da ich sie nicht überprüfen kann (genausowenig wie die Angabe der Bahn). Im Zweifel sind die Werte also eher schlechter.

  4. Hallo Blogleser:

    Ironie Modus an:
    Nicht nur Dieselloks sind „Feinstaubschleudern“, sondern auch E-Loks!
    Die Energie wird mit Kohle-Kraftwerken erzeugt, nicht nur mit Wind,Wasser und Solar!
    Der Abrieb der Schleifstücke an den Stromabnehmern bildet „Ultrafeinstaub“, der direkt ins Gehirn geht. (Merkt man an Grünen-Politikern die irgendwelchen Unsinn fordern!)
    Bremsstaub und allgemeiner Abrieb fallen auch noch an.
    Und Holzheizungen, und dieses und jenes, und wenn eine Biene pupst na, was kommt raus?
    Genau.
    Ironie Modus aus.

    Umweltschutz, Ökologie und ähnliches sind wichtig und haben bereits viel für die Lebensqualität getan.
    Aber man vergißt einige Dinge dabei, die man nicht ändern kann bzw. viel zu wichtig
    genommen werden:
    1. Selbst wenn Deutschland oder ganz Europa voll öko wird, global gesehen wirkt das nicht, denn der Rest der Welt schert sich nicht halbsoviel um die Umwelt.
    2. Thema Feinstaub: Wenn Holzbrand so gefährlich ist, wie zur Zeit behauptet, dann wäre die Menscheit schon ausgestorben, als sie das Feuer zu nutzen lernte.
    3. Jetzt hat man sogar Ultrafeinstaub gefunden… man kann es aber auch übertreiben.
    4. Der Unterschied zwischen „Dreckschleudern“ (Euro 5) und „Saubermännern“ (Euro 6) ist laut Auto Motor und Sport nur marginal!
    5. Neueste Erkenntnis: Die Öko(Bio)-Kuh ist umweltschädlicher als die normale Kuh!
    (bezogen auf Milch- und Fleischleistung). Denn sie stößt genauso viel Methan aus wie die normale Kuh, ohne die Leistungen zu bringen.

    Meine Meinung: Es gibt ca. 8 Mrd. Menschen auf dieser Erde, die ca. 2 Mrd. Menschen unseren Lebensstandards müßten sich auf die Mitte des 19. Jahrhundert zurückentwickeln, damit alle gleichmäßig am Wohlstand beteiligt sind. Und das predigen zwar die Ökos, aber ihren Lebensstandard wollen sie nicht aufgeben (Telefon statt Iphone, Brief statt E-Mail,Buch statt Internet, etc..) Und ich auch nicht!

    Und deshalb werden wir alle in ca. 150 bis 200 Jahren alle uns in der Steinzeit wiederfinden. (Wenn wir Glück haben) Ob mit oder ohne Öko!

    Meine Meinung.

  5. Das Problem ist das irrationale Verhalten der Autokäufer. Nach wie vor gilt das Auto bei sehr vielen Menschen als Statussymbol. SUVs wurden anfangs überwiegend von der Oberschicht gekauft. Heute meint offenbar jeder, dass er so was braucht, folgerichtig bieten alle Hersteller solche Fahrzeuge an. Aus deren Sicht logisch, da die sich nicht nur verkaufen wie geschnitten Brot, sondern auch weil hier die Gewinnmargen größer sind.

    Dummerweise wird das vom Staat auch noch gefördert. Stichwort Dienstwagenprivileg. Mittlerweile beträgt die steuerliche Vergünstigung ca. 4,5 Mrd EUR/Jahr*.

    Das heisst, jedem von uns 80 mio. Einwohnern in D kostet das 56 EUR im Jahr!

    Im Endeffekt kostet ein Cayenne mit 400 PS einem Gutverdiener weniger als ein VW-Polo einem Arbeitnehmer, der diesen privat kauft.

    Die Autoindustrie wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie diesen Steuervorteil nicht weidlich mit dem Anbieten von Riesenkarren ausnützen würde.

    * http://www.foes.de/themen/verkehr/dienst-und-firmenwagen/

    Hier ist es nochmal genau erklärt:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Firmenwagen

  6. Automobilindustrie
    Natürlich entscheidet der Kunde, welches Auto er kauft. Aber es muß auch auf dem Markt verfügbar sein. Ich erinnere mich an die SMILE Technologie, die Greenpeace vorgestellt hat. Ein 4 Sitzer Auto (ähnlich dem TWINGO) mit Verbrauch unter 3 l und ohne teuere Materialien und Technologien. Das war eine Studie. Dann kam der SMART der Automobilindustrie als 2 Sitzer fast ohne Kofferraum, und als Benziner mit 5,6 l Verbrauch zu ca 16.000 €. Der auch erhältliche Diesel kostete dann schon ca 19.000 €. Soviel wie ein ausgewachsenes Auto für 4 Personen und alle Einsatzgebiete. Kein Wunder, dass der Absatz ausblieb. Warum auch die Bandstraßen mit billigen Autos belegen, wenn die dann den Absatz der großen kaputtmachen?

  7. @Ralf mit Z
    ich stimme der Einschätzung mit der Steinzeit zu. Alleine aus dem Grund weil wir jetzt schon anfangen Kriege wegen Verfügbarkeit von Rohstoffen zur Erhaltung unseres „Way of Life“ zu führen. Warum sonst überall diese sinnlose Aufrüstung?

    Bei der anderen Einschätzung habe ich eine andere Meinung. Die Menschen haben sehr wohl etwas von der sauberen Luft und dem sauberen Wasser. Nicht umsonst endeckt die Chinesische Regierung jetzt ihr Herz für die Umwelt. Bei der dort herrschenden Verschmutzung besteht für die Bevölkerung ein akutes Problem. Die haben da massiven Smog.

    Natürlich ist der Unterschied zwischen Euro5 und Euro6 nicht mehr so groß wie zwischen Euro1 und Euro2. Da handelt es sich aber eher um die Rückzugsgefechte der Automobilindustrie, die nicht grundsätzliche Änderungen vornehmen will, sondern alle paar Jahre Argumente für den Kauf neuer Autos braucht.

  8. In der Tat würden die vielen Milliarden, die bei S21 verbuddelt werden, den Bahnfahrern mehr bringen, wenn sie in viele kleine Projekte investiert werden. Nur lässt sich halt politisch EIN Mega-Projekt viel leichter durchsetzen als 100 kleine Projekte: Mit einer Brücken-Sanierung hier oder einem Ausweichgleis dort kann man sich doch politisch nicht profilieren. Mit der Tieferlegung eines ganzen Bahnhofes hingegen schon. Macht man ja nicht alle Tage.

    Hinzu kommt dann, dass Großprojekte immer anfällig sind für Korruption und Schludrian. Bahnhöfe und Flughäfen, die jahrelang nicht fertig werden und am Ende das doppelte bis dreifache kosten, gibt es nicht nur in Deutschladnd.

    Was generell fehlt, ist eine Kontrollinstanz. Die die vielen kleinen sinnvollen Projekte sammelt und zu dem Zeitpunkt, wo die Entscheidung über das Riesenprojekt ansteht, dieses vom Kosten-Nutzen-Verhältnis mit den vielen Einzelprojekten vergleicht.

    Bezüglich Ökologie: Kleinwagen mit vier Insassen sind auf der Autobahn wirklich extrem selten. Damit zu vergleichen ist wenig sinnvoll. Häufiger sind da schon Reisebusse, die übrigens vom Dieselverbrauch her tatsächlich deutlich effizienter sind als Kleinwagen, nämlich etwa 1 Liter pro Insasse und 100 km. Aber wie viele Leute fahren wirklich regelmäßig Langstrecke mit dem Bus?

    Die genannten Verbrauchswerte für das Flugzeug stimmen. Andernfalls wären die 25-Euro-Tickets für Flüge quer durch Europa gar nicht möglich. Andererseits muss man aber auch bedenken, dass diese Super-Billig-Flüge nicht kostendeckend sind, aber so angeboten werden, um die Flugzeuge von vornherein relativ gut zu füllen. Damit soll denjenigen, die erst drei Tage vor Abflug buchen, und dann 250 Euro statt 25 Euro pro Strecke zahlen, das Gefühl gegeben werden, „die letzten Plätze ergattert zu haben“ und deswegen (vermeintlich) zu Recht so viel Geld ausgegeben zu haben. Ordnet man konsequent den CO2-Verbrauch der Flugzeuge nach dem jeweils bezahlten Flugpreis zu, entfällt auf die „Hochpreisflieger“ ein sehr hoher Verbrauch, deutlich über dem von Schiene und Auto. Dabei muss man bedenken, dass ohne diese Hochpreisgäste an Bord das Flugzeug gar nicht erst abheben würde, die mit Billigtickets gelockten Billiggäste also auch zu Hause bleiben oder eben weniger weit verreisen würden.

    Dass der Staat immer engere Abgasgrenzwerte für Pkw vorschreibt, aber schon bei den Lkw deutlich lascher ist und bei Bahn und Schiff auch uralte Dieselstinker ohne Nachrüstung weiterfahren lässt, ist definitiv eine Riesen-Sauerei.

    Viele U-Bahnen dieser Welt stinken erbärmlich, nicht, weil die Fahrgäste so viel schwitzen, sondern, weil die Züge in großem Umfang Öl verlieren und beim Bremsen den bereits zitierten Feinstaub erzeugen. Dass es anscheinend bis heute keine U-Bahn-Bremse gibt, die bei Betriebsbremsungen verschleißfrei (und damit auch feinstaubfrei!) arbeitet, ist wirklich echt peinlich. Dabei sollte es eigentlich bei U-Bahnen angesichts der vielen Fahrmotoren kein Problem sein, bei Betriebsbremsungen bis zum Stillstand aktiv mit den Motoren zu bremsen und mechanische Bremsen nur noch für den Notfall vorzusehen, und natürlich als Feststellbremse, wenn der Zug länger als 2 Minuten steht.

  9. Du hast Recht Martin, die Chinesen haben ein Herz gefaßt.

    Aber selbst wenn die Chinesen so gut im Umweltschutz wären, wie wir Europäer (Deutsche):
    2 Mrd Menschen werden dann Euro-6, -7 oder -8 Autos fahren, damit ist die Umwelt genauso
    kaputt, als wenn 300 Mio Menschen Euro 1-4 fahren…

    Elektro-Autos sind und bleiben nur Alternativen für Reiche!
    Warum? 1. Das Lithium auf der Welt wird nicht reichen um mehr als ca. 40 bis 100 Mio. Autos anzutreiben, unsere Iphones wollen auch noch was, und sollte die Kernfusion einmal
    kommen wird auch da Lithium gebraucht.
    2. Der gesamte Wirkungsgrad zwischen Energieerzeugung, Speicherung und Verbrauch ist
    im Elektrokreislauf (E-Lok, E-Auto, E-Flugzeug etc..) höchstens 25%!
    Dasselbe gilt für Wasserstoff, der ja „nur“ ein reines Transportvehikel für Energie
    ist.
    Also das fällt mal weniger in die positive Umweltbilanz als gewünscht.

    Man vergißt, auch die 1,5 Mrd Inder wollen bald Autos haben, in Afrika werden aktuell
    unsere Euro -1 bis Euro 4 Fahrzeuge bis zur endgültigen Verrottung gefahren, unser
    Elektro-Müll wird dorthin exportiert etc, etc etc…

    Deshalb sehe ich schwarz für die Zukunft und denke mir: Nach mir die Sintflut!
    Ich weiß das ist extrem egoistisch, aber ich habe keine Kinder und besitze selbst
    auch kein Auto. Allerdings fahre ich als Beifahrer öfters mal mit.

    Als Mitglied der ersten Welt kann man einfach machen was man will: Man schädigt die Umwelt!

    Deshalb zurück zur Steinzeit… Obwohl die hatten auch schon Umweltprobleme: Osterinseln, Pueblo-Indianer, kleinräumige Umweltstörungen um Erz- und Rohstofflager…

    Na ja, in ca. 40 Jahren juckt es mich nicht mehr, ich konnte es auch nicht groß ändern..

    Meint Ralf mit Z

  10. @Ralf mit Z
    Ich bin nicht wegen fehlender technologischen Möglichkeiten pessimistisch, sondern wegen der augenblicklich vorherrschenden Politik, die einen „Way of Life“ verteidigt, und Privilegien der Industrienationen gegenüber dem Rest der Welt, ohne Rücksicht auf Verluste (Kriege, Brandrodung). Das funktioniert nach dem Motto: „Haben wir schon immer so gemacht“, egal ob es bessere Lösungen gäbe. Das ist genauso als ob wir immer noch auf Sklaven bestehn würden, bloß weil es früher welche gab.

    Bei Punkt 2 muss ich wiedersprechen.
    Die Bahn braucht keine Speicher, deshalb kann der Wirkungsgrad wesentlich oberhalb von 25% liegen (z.B 70% bei GuD Kraftwerken). Selbst die Abwärme könnte theorethisch für den Hauswärmebedarf genutzt werden. Der Strom kann aus CO2 freien Quellen erzeugt werden. Beim Bremsen kann Energie rückgespeist werden.

  11. Die fossilen Brennstoffe die es auf der Welt gibt werden in den nächsten Jahrzehnten oder Jahrhunderten zu 100% verbrannt werden. Wenn wir mit 3 Liter Autos Fahren und Öl und Gasheizungen verbieten wird es vielleicht 300 Jahre dauern wen wir überhaupt nichts regulieren, dann ist es in vielleicht 80 Jahren alle. Danach gibt es logischerweise nur noch Regeneratiev oder Atom.

    Es ist der Umwelt als mehr oder weniger egal wie viel jetzt ein Auto verbraucht und wie viele ein Auto haben.
    Langfristig wird alles was es in Brennstoffen gebundenem CO2 gibt verbrannt und freigesetzt.

    Daher sehe ich auch die Methode der Verbrauchsreduzierung um die so genannten Klimaziele wie die 2 Grad Grenze zu erreichen als Unsinn an. Denn es ist egal ob wir das CO2 auf 150 oder 300 Jahre verteilt in die Atmosphäre blasen, am Ende wird alles freigesetzt.

    Anstelle das unaufhaltsame aufzuhalten sollte die Wissenschaft mit der neuen Situation umzugehen versuchen.

    – Pflanzen entwickeln die dem höheren Co2 Gehalt der Luft nutzen können.
    – Bindemmittel für CO2 suchen
    – Reflektierfolien in der Umlaufbahn, auf den Polen, den Meeren und Wüsten um die Menge an Sonneneinstrahlun zu reflektieren die dem Treibhausefekt entgegenwirkt.
    – Wenn man es versäumt durch reflexion die Erwärmung zu stoppen, dann sollte man Schwimmende Städte u Lebensräume entwickeln, denn alle Küstenregionen Weltweit werden überschwemmt werden. Eine Eindeichung braucht man wegen der Entwässerung der Kontinente erst gar nicht probieren.

  12. Lieber Martin, bei den E-Loks muß ich leider widersprechen:

    Der gesamte Energieweg vom Kraftwerk bis zur E-Loks sieht heute so aus:

    100% Eingangsenergie (Sonnenlicht, Wasser, Kohle, Atom) — Kraftwerk — 40% Ausgangsenergie
    Bei Sonnenlicht bestenfalls werden 25% in Strom verwandelt, Bei Kohle und Atom 40% Bei Wasser vielleicht 80%

    Kraftwerksenergie 40% — Umformung Hochspannung — 36% Hochspannungs-Transport 34% — Umformung auf Bahnspannung 32% — Transport bis zur Lok 30% und dort wird ein Teil für Klimatisierung verbraucht, Beleuchtung, Übergang von der Leitung in die Lok etc… kommt bestenfalls 25% als Zugkraft raus…

    Eine Diesellok hat ca. 30% Wirkungsgrad, eine Dampflok maximal 15%.
    Und ein Elektroauto kanns auch nicht besser!

  13. @Ralf mit Z und Olaf
    Ich kann die pessimistische Haltung gut verstehen. Warum sollte ich versuchen etwas zu verändern. Warum sollte ich nach besseren Lösungen suchen. Gleichzeitig die Menschen aussperren, die nicht in der 1. Wwelt leben. Am besten den Indern, den Chinesen und den Afrikanern sowiso das Autofahren verbieten, damit mein Leben so weitergehen kann wie bisher.

    Ich halte viele der Umweltaktivitäten und Reduktionsprogramme für Feigenblätter, die davon ablenken sollen, dass der Lebenswandel der Menschen hier Schuld an den Problemen dort ist. Am besten leugnen wir jede auch nur irgendwie geartete Verantwortlichkeit. Das ist ein bequemer Weg, der auch von vielen beschritten wird, und er wird auch hauptsächlich in der Politik eingesetzt. Wenn dann einer der Benachteiligten auf dieser Welt aufbegehrt, und auch ein Stück vom Kuchen will, dann haben wir ja notfalls das Militär. Das ist der Weg der Faulen.

    Der andere Weg ist wesentlich mühseliger, denn er erfordert Veränderungen. Und wenn die jetzt möglichen Veränderungen uns etwas Zeit erkaufen ist das hilfreich!

    Jetzt komme ich wieder zum Thema des Blog
    Meines Erachtens versäumt die Politik ihren Spielraum für positive Veränderungen zu nutzen. Sei es durch falsch verstandene Unterstützung für die Industrie, sei es durch Druck, oder sei es durch Faulheit.

    Es hätten schon lange Rahmenbedingungen (z.B. steuerlicher Art, Zulassungsbeschränkungen, Tempolimits) geschaffen werden können, die nachhaltig der Umwelt nützen. Es hätten schon lange integrierte Konzepte zum Nahverkehr umgesetzt werde können (siehe Alternativkonzept zu S21 und 2. Stammstrecke in München). Stattdessen wird die Bahn von Managern aus der Luftfahrt, oder reinen Finanzmenschen geführt. Es werden Hochgeschwindigkeitsstrecken gebaut, ohne darauf zu achten, das die Passagiere ja irgendwie zu den Zügen kommen müssen. Es werden parallele Strecken (Nebenstrecken) für den Gütertransport abgebaut, um dann Probleme mit der Konkurrenz zwischen schnellen und langsamen Zügen zu bekommen. Kosten der Energiewende werden einseitig auf die kleinen Endverbraucher verschoben.

    Ich bin Ingenieur, und würde normalerweise nach technischen Lösungen suchen, aber ich habe festgestellt, dass das nur Flickschusterei ist, solange die politischen Rahmenbedingungen nicht stimmen.

  14. Man kann mir einem schlechten Wirkungsgrad leben, wenn man effizientere Fahrzeuge hat. Bei der Bahn gilt das gleiche wie beim Auto: Massivbauweise aus Stahl, wenn ich fahre, sind oft die Hälfte der Sitzplätze nicht belegt oder wahrscheinlich nur auf einem Teilstück der Bahn. Also warum nicht mal leichtere Materialen, zumindest bei den Strukturen (Aufbauten) und flexible Wagenzahl je nach der Anzahl der benötigten Sitzplätze (die man nach einiger Zeit ja aufgrund der Erfahrungswerte abschätzen kann).

    Und wie schon gesagt: Die Alternative zum Auto ist nicht das E-Auto sondern der E-Roller der nicht 1.000 kg pro Person bewegt, sondern nur 50 kg.

  15. Martin, da habe ich mich mißverständlich ausgedrückt.

    Das Problem ist folgendes:
    Es gibt ca. 8 Mrd. Menschen auf dieser Welt.
    1 – 2 Mrd. haben einen „luxusiösen“ Lebensstil, der viele Rohstoffe verbraucht, viel Platz braucht und viel Abfall erzeugt.
    2 – 3 Mrd. haben einen „zukunftsfähigen“ Lebensstil, der in den nächsten 50 Jahren zum „luxuriösen“ Lebensstil führen kann.
    3 – 5 Mrd. haben einen „armen“ Lebensstil, der in den nächsten 50 Jahren ungefähr gleich bleibt, man lebt vom Rest der anderen..

    Wenn jetzt die 3 Mrd. den „luxus“ Lebensstil erreicht haben, und die Verbräuche an Rohstoffen und Platz mit der Abfallmenge
    gleich bleiben sollen, dann bedeutet das, der „luxus“ Lebensstil muß insgesamt heruntergefahren werden. Meiner Meinung nach
    auf das Niveau Mitte bis Ende 19. Jahrhundert. Das bedeutet 1 Auto für 100 Leute, Der Bauer kann nur noch 10 Leute pro
    Flächeneinheit statt 1000 ernähren, Medizin und Soziales werden heruntergefahren, Kommunikation auf Telegrafen-Niveau
    etc, etc… Das will keiner, nicht die jetzigen „Luxus“menschen, noch diejenigen „zukunftfähigen“ Menschen.

    Leider haben wir in den letzten 200 Jahren ungefähr 75% aller Rohstoffe verbraucht, und das Recycling ist auch nicht 100%!
    Die restlichen 25% werden halt einfach nicht mehr sehr lange reichen, egal wie sparsam man damit umgeht, die wirtschaftliche
    Entwicklung und die Bevölkerungsexplosion werden ihr übriges machen….

    Der Club of Rome hat das ja schon mehrmals vorhergesehen, es geht einfach in den „Graben“, die Weichen dafür wurden vor
    Jahrzehnten gestellt, wir können den Zug nur noch langsamer machen, leider nicht mehr anhalten..

    Pesimistisch
    Ralf mit Z

  16. Das Problem ist das niemand seinen eigenen Standard reduzieren will. Jeder kann sein Gehalt spenden wenn er will, aber keiner tut das man sucht immer andere die für die Verbesserung zahlen sollen. Es ist heuschlerisch und scheinheilig.

    Wer nicht auf das Auto angewiesen ist, z.B im städtischen Raum lebt oder eine Kurze Wegstrecke zur arbeit hat der wird sich für Elektroautos stark machen, weil es ihn persönlich nicht betrifft.
    Wer immer Urlaub in den Bergen macht ist für die Besteuerung von Flugtreibstoffen.

    Ich mag mein Lebensstandard mit allen Annehmlichkeiten. Dieser ist nur haltbar wenn es 75% der Weltbevölkerung schlechter geht.

    Wenn jeder Kaffepflücker, Bananenernter, Textilarbeiter in Pakistan oder jeder Chinese der unsere Elektronikgeräte einen gerechten Lohn bekommen würde, dann könnten wir uns den Kaffe, die Kleidung und alles andere einfach nicht mehr Leisten.

    Solange es keine alles regelnde Weltregierung gibt ist es sinnlos hier bei uns Kraftstoff zu sparen und auf unpraktische E-Autos zu setzen wenn dadurch die Fossilen Rohstoffe nur langsamer verbraucht werden.

  17. Hallo Olaf,
    Theoretisch hast Du recht, aber:
    Dieser Planet ist begrenzt, und es gibt nur eine einzige Spezies auf diesem Planeten mit 8 Mrd. Individuen: Der Mensch. (Viren, Bakterien und Insekten ausgeschlossen)

    Aufgrund unserer Entwicklung steckt unser Geist noch immer im Körper eines Affen!
    Das klingt schlimm, ist aber so!
    Unser Körper braucht Nahrung um zu leben, unser Körper hat sich in den letzen 500.000 Jahren an den Gebrauch von Feuer gewöhnt, für Nahrungszubereitung, Schutz, Wärme und als Möglichkeit sich weiter zu entwickeln als Tiere ohne Feuerbeherrschung das könnten.

    Und genau da liegt der erste Fehler unserer Evolution: Mit Feuer grenzten wir uns zum ersten Mal von der Natur unserer Welt ab.
    Dann begann unser Gehirn zu wachsen, wir begannen Werkzeuge zu benutzen: die zweite Abgrenzung.

    und so weiter, und so weiter bis heute.

    Aber der Mensch als Individuum hat erst seit ca. 50.000 Jahren einen voll entwickelten Verstand der immer noch mit dem Affen in uns kämpft. Leider sind viele unserer Verhaltensweisen immer noch ziemlich „affig“. Wir können großartige Maschinen bauen … um uns damit gegenseitig umzubringen. Wir können großartige Maschinen bauen … um einen kurzfristigen Vorteil im Leben zu haben … und die Maschinen bringen uns mit der Zeit die Probleme die wir jetzt haben.
    Wir können uns mit Hilfe der Technik, der Medizin und vielem anderem das wir „Zivilisation“ nennen weiter entwickeln … und vermehren uns deswegen immer noch „wie ein Virus“ ohne Sinn und Verstand. Bis unser „Wirtskörper“ die Erde tot ist.

    Und der einzige natürliche Feind den wir haben … sind wir selbst, und unsere
    Art zu leben.

    Hoffentlich schaffen wir es, den Affen in uns zu überwinden, leider läuft die technologische Evolution der natürlichen inzwischen davon…

    pessimistische Grüße
    Ralf mit Z

  18. @Olaf
    Zitat: „Ich mag mein Lebensstandard mit allen Annehmlichkeiten. Dieser ist nur haltbar wenn es 75% der Weltbevölkerung schlechter geht“.

    Dumm ist nur, dass genau das Konzept auch in Deutschland gefahren wird. 0,1% der Bevölkerung hat mehr als 50% derselben Bevölkerung. Es geht ja auch um die gerechte Bezahlung der Ksssiererin im Supermarkt, und der Feuerwehr, oder der Pflegekräfte. Wir produzieren mehr als 8% mehr Waren und Dienstleistungen als wir hier konsumieren können, um sie per Kredit und Subventionen an Länder abzugeben, die diese Produkte gut selber herstellen könnten, oder die es sich nicht leisten können. Wir ruinieren dadurch die Entwicklung in diesen Ländern. Ich kann noch nicht mal erkennen, dass es dadurch der Mehrheit der Deutschen besser gehen würde.

    Von vielen Menschen werden gravierende Einschränkungen erwartet. Bei Hartz4 werden z.B. keine Autokosten berücksichtigt, unabhängig davon ob diese auf dem Land oder in der Stadt leben. Urlaub ist sowiso gestrichen. Das ist nur nötig, damit einige „Ihren Lebensstandard“ beibehalten können. Auch wenn der „Lebensstandard“ ein Vermögen einschließt, welches etwa dem 200 fachen des Lebenseinkommens eines Facharbeiters ausmacht.

  19. @Ralf mit Z

    Hallo Ralf
    Ich verstehe Deine Bedenken. Wie soll das alles gehen mit 9 Mrd Menschen? Worauf müsste man wirklich verzichten?

    Also erstens finde ich den Bezug auf das 19. Jahrhundert falsch. Wir leben im 21. Jarhundert mit allen seinen Möglichkeiten zum sparsamen Umgang mit den Ressourcen dieser Erde. Gerade im 19. Jahrhundert wurde z.B viel Energie verschwendet, und die Produktion war nicht sonderlich effektiv. Es konnten also mit dem selben Ressourceneinsatz nur wesentlich weniger Produkte und Dienstleistungen erzeugt werden als heute.

    Bei dem technologischen Stand des 19. Jahrhunderts könnte die Welt vielleicht 2 Mrd Menschen tragen. Eine Abschaffung des soziales System und der Medizin hilft auch nicht mit der hohen Bevölkerungszahl zu leben.

    Beim Umstieg auf die Biolandwirtschaft sind ca 10% Ertragseinbußen zu erwarten, und nicht ein Faktor 100. Die Kommunikation per Brief ist auch nicht ressourcenschonender als e-Mail. Und auch das Vergraben von Kupferleitungen für die Festnetzanschlüsse ist nicht gerade hilfreich.

    Wie ich schon in meinen Beiträgen zur Energiewende ausgeführt habe sind in vielen Fällen nicht notwendigerweise technologische Änderungen erforderlich, sondern Änderungen der Rahmenbedingungen, also Eingriffe der Politik. Zur Zeit fördert die Politik die Energieverschwendung, und Einschränkungen werden bestenfalls den kleinen Endabnehmern zugemutet. Von der EEG-Umlage werden gerade die energieintensiven Betriebe komplett ausgenommen. Die Zumutbarkeitsregeln beim Arbeitsamt erzwingen weite tägliche Anfahrtswege. Konzepte wie „Just in Time“ und „rollende Lagerhäuser“ verschärfen die Situation. Etwas weniger Dividende und dafür nachhaltigere Wirtschaft würde manche Probleme lösen, und auch den Staaten der 2. und 3. Welt ein wesentlich besseres Leben ermöglichen.

    Der Club of Rome hat in seinen Publikationen Scenarien genannt unter der Maßgabe, dass sich nichts ändert. Es hat sich aber etwas geändert, und damit sind die Vorhersagen größtenteils Makulatur geworden.

  20. Hallo Martin,
    mit dem Rückschritt ins 19. Jahrhundert meinte ich nicht unbedingt den Stand der Technologie, sondern eher die
    Zugriffsmöglichkeit auf diese Technologie.

    Und bei der Landwirtschaft wird es so passieren!
    Warum: Nun, auch der Bio-Bauer von heute benötigt moderne Technik zum Anbau. Traktor, Saatgut, Dünger, Computer etc.. etc..
    Das alles muß hergestellt werden, das alles benötigt Rohstoffe. Und wenn die nicht verfügbar oder zu teuer sind, bleiben nur Tiere als Maschinenersatz. Also Pferdepflug, Ernte durch Menschen, Transport durch Tiere etc…

    Damit wird die Leistung pro Flächeneinheit ziemlich runtergehen, denn die Tiere brauchen Futter, die Menschen auf dem Land verbrauchen ihr Teil, und selbst ein Traktor, betrieben mit Bio-Diesel, verbraucht sein Teil.

    Und zum Club of Rome:
    In dem Buch „Grenzen des Wachstums“ wurden drei Szenarien der Entwicklung aufgezeigt:
    1. Nix wird gemacht. Das führt um das Jahr 2100 zu einem Zusammenbruch der Bevölkerung der Erde, weil alles verbraucht ist.
    2. Wir gehen schonend mit der Erde um: Das führt um das Jahr 2200 zu einem Zusammenbruch, weil die Anzahl der Menschen
    mehr verbraucht, als an Rohstoffen und Recycling-Stoffen vorhanden ist.
    3. Ende des Industriellen Verbrauchs: Die Bevölkerung bricht sofort ein, die Anzahl der Menschen pendelt sich auf 1 bis 2 Mrd. ein. Hat dann aber eine Chance, das Jahr 3000 zu erleben.

    Auf jeden Fall wird die weitere Bevölkerungsexplosion irgendwann zu einem Zusammenbruch aller Staatlichkeit führen.

    Bis jetzt hat die älteste noch „existierende“ Kultur erst 3000 Jahre geschafft (China, grob verallgemeinert).
    Das ist nur ein Augenblick, selbst in der „kurzen“ Geschichte der Menschen.

    Ob in 1000, 2000 oder 3000 Jahren auf dieser Erde noch jemand lebt, intelligent ist?
    Wer weiß?

    Ralf mit Z

  21. @ Martin M

    Wieder die Grundeinstellung die jeder Zeigt. Es muss was geändert werden, zahlen soll eine Gruppe zu der du nicht gehörst).

    Auf die Ganze Weltbevolkerung Gerechnet geht es unseren Harz4ern immer noch besser als 90% der Weltbevölkerung.

    Wenn du alle auf der Welt gleich machen willst, dann wäre das Einkommen eines jeden unterhalb von Harz4.

    Ich finde es auch Blöd das sehr wenige (ob das mit den 0,1% stimmt ist mir nicht bekannt) ein Großteil des Vermögens haben, aber innerhalb Deutschlands und zum Teil auch innerhalb der EU kann da jeder gegensteuern in dem er zur Wahl geht. Offensichtlich ist die allergrößte Mehrheit der Deutschen Europäer aber anderer Meinung und will, dass Vermögen bei dem Leistungsträger bleibt der es sich aufgebaut hat.

    Mit der Forderung nach Umverteilung beruhigt du dein Gewissen, wenn aber von dir weg umverteilt wird dann wirst du wir die meisten für eine Partei stimmen die das verhindert.

    Wer also Fordert das es der ganzen Welt gleich gut geht und das Ernst meint, der müsste Anfangen über 40 Stunden die Woche zu Arbeitenmachen, sein Einkommen bis unter Harz4 Niveau spenden. Auf 2/3 seiner Gesundheitsbehandlung verzichten. Auf Luxus wie Auto, Flatrate und teure Smarphones, mehrmals Jährlich neue Klamotten verzichten.

    Niemand ist wirklich bereit auf irgend etwas zu Verzichten.
    Was mich immer nur Wundert, ich gebe zu das ich keine Verschlechternung möchte.Hingegen sagen die meisten Menschen das gegenteil von dem was sie tun.

  22. @Olaf

    Hallo Olaf
    wie kommst Du darauf, dass ich nicht meinen Teil für mehr Gerechtigkeit tue? Sicherlich werde ich alleine nicht alle Haken geradeklopfen können. Das ist auch nicht nötig.

    Ich bin gegen das Umverteilen. Dummerweise wird den kleinen mehr von ihren Einnahmen abgenommen als den großen. Das ist für mich Umverteilen von unten nach oben.

    Ich bin auch für die gute Bezahlung von Leistungsträgern. Bei mir gehören allerdings auch der Müllmann, der Zeitungsausträger und die Krankenschwester dazu. Warum geht ein Ingenieur, der all die tollen Dinge erfindet mit wesentlich weniger nach hause als der nächst höhere Verwaltungsangestellte? Das jemand mehr als 200 mal mehr Leistung bringt als der Durchschnitt der Mitarbeiter ist auch eher unwahrscheinlich.

    Ich bin nicht für die Verteilung von Almosen an bedürftige andere Länder. Das klingt in Deinen Spendenvorschlägen und den zugehörigen Berechnungen an. Ich bin dafür, dass die anderen Länder auch eine Chance haben sollen.

    Die wichtigste Frage allerdings ist: „Warum sollen die Mitarbeiter in D den Gürtel enger schnallen, um durch gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit (Lohndumping) den Menschen in den anderen Ländern noch die letzten Jobs wegzunehmen?“
    Warum sollen Kleinverbraucher für EEG Umlage zahlen, und Großabnehmer nicht, wenn diese von den gesunkenen Großhandelspreisen profitieren, die ein Kleinverbraucher nie bekommt?

    Besonders fies wird es für mich, wenn per Subvention (also meinen Steuerzahlungen) verbilligte Ware von hier per politischer Machtausübung (Handelsverträge) in ausländische Märkte gedrückt wird, und damit die Lebensgrundlage der Menschen dort zerstört wird, oder wenn deutsche Firmen Waren aus Ländern kaufen, die unter Umgehung des dortigen Mindestlohns produziert wurden.

    So jetzt werde ich aber das Thema beenden, da das wirklich nichts mehr mit der Autoindustrie und ihrer Macht zu tun hat.

  23. Ich finde die Diskussion hier driftet schon extrem ab.

    Ich würde gern ein bisschen weiter zurück zu etwas völlig absurdem was Ralf mit Z geschrieben hatte:

    „Der gesamte Energieweg vom Kraftwerk bis zur E-Loks sieht heute so aus:

    100% Eingangsenergie (Sonnenlicht, Wasser, Kohle, Atom) — Kraftwerk — 40% Ausgangsenergie
    Bei Sonnenlicht bestenfalls werden 25% in Strom verwandelt, Bei Kohle und Atom 40% Bei Wasser vielleicht 80%

    Kraftwerksenergie 40% — Umformung Hochspannung — 36% Hochspannungs-Transport 34% — Umformung auf Bahnspannung 32% — Transport bis zur Lok 30% und dort wird ein Teil für Klimatisierung verbraucht, Beleuchtung, Übergang von der Leitung in die Lok etc… kommt bestenfalls 25% als Zugkraft raus…

    Eine Diesellok hat ca. 30% Wirkungsgrad, eine Dampflok maximal 15%.
    Und ein Elektroauto kanns auch nicht besser!“

    Das ist ja haarsträubend wenn man die Effizenz von z.B. Solarzellen in den Wirkungsgrad einrechnet. WENN man etwas von regenerativen Energiequellen herausrechnen will, dann kann man maximal Aufwände für Fertigung, Montage und Wartung berücksichtigen. Wirklich zählt allerdings nur die Wartung, da einmalige Kosten mit der Lebenszeit der Anlage schnell marginalisiert sind.
    Dagegen wird die Diesellok als Effizienzwunder hingestellt bei der der Diesel automagisch im Tank erzeugt wird.

    Ich kann da auch ne eigene lächerliche Milchmädchenrechnung aufmachen:
    Wirkungsgrad Photosynthese bestenfalls 3% -> jahrmillionendauernde Umwandlung in Erdöl, Förderung, Raffinierung, Transport lassen wir mal großzügig unter den Tisch fallen und schon hat die Diesellok nur noch weniger als 1% Wirkungsgrad.
    Den physikalischen Wirkungsgrad bei solchen Betrachtungen zu verwenden ist nicht besonders zielführend. Unser aktuelles Problem ist Kohlendioxid. Daher ist es besser gewonnenen Energie ins Verhältnis zum erzeugten Kohlendioxid zu setzen (wird auch immer häufiger gemacht). Dabei gewinnt bei deutschen und europäischem Strommix der E-Antrieb (egal ob Akkuauto oder Bahn) schon länger klar gegen einen Dieselantrieb.

    Noch als persönliche Meinung:
    Diesel(Heizöl) als Antriebsenergie zu verbrennen halte ich eh für irrsinnig. Aus jedem Liter Öl kann man einen gewissen Prozentsatz Diesel raffinieren, aus dem restlichen Öl werden andere Kohlenwasserstoffe, die meisten davon werden auch verbrannt (-> Kohlendioxid freisetzung). D.h. umso mehr wir Diesel verbrauchen müssen wir mehr Öl fördern. IMHO ist es viel effizienter den Diesel der eh anfällt zum Heizen zu verwenden und das Benzin/Kerosin/etc. das anfällt zur Fortbewegung.

  24. Hallo Scotch,

    so absurd ist die Rechnung aber nicht, denn ich habe von einem Durchschnittlichen
    Wirkungsgrad von 40% im Kraftwerfbereich gesprochen, grob gesprochen Vorteil für Solar,
    Nachteil für Wasserkraft. Obwohl die Eisenbahn primär Wasserkraft und Atomenergie benutzt.

    Aber gut, rechnen wir von Anfang an:
    100 Watt Strahlungsenergie auf Pflanze — 30 Watt in Holz — 15 Watt Inkohlung/Verölung — 14 Watt bis zur Raffinierie — 9 Watt Diesel — 3 Watt Energie für Diesellok.

    Bei der Dampflok: 100 Watt – 30 Watt – 15 Watt – 14 Watt bis zum Tender: 1,5 Watt Energie für Dampflok.

    Bei der E-Lok wirds schiwerig: Wieviel Energie brauche ich um so viel Wasser in den Walchensee zu bekommen, damit daraus 100, bzw 80 Watt elektrische Energie erzeugt werden kann?
    Oder wieviel Energie brauche ich, um genug Uran bei einer Supernova zu erzeugen, damit dann später beim Atomkraftwerk 100 Watt zu erzeugen?
    Deshalb halte ich meine Rechnung für relativ richtig.

  25. @Scotsh

    Richtig. Man kann je nach eigener Vorliebe verschiedene Annahmen über den Wirkungsgrad der „gesamten Energiekette“ machen. Man könnte bei GuD Kraftwerken 70% Wirkungsgrad annehmen, bei dezentraler Erzeugung die Umwandlungsverluste in Höchstspannung und zurück streichen etc. Ich wollte bei der Bahn eigentlich nur darauf hinaus, dass wegen der fehlenden Speicherung (Wirkungsgrad zur Zeit um die 50%) die reinen e-Autos noch schlechter wegkommen als die Bahn. In meinem Artikel über die Energiewende habe ich deshalb dann technologisch und für eine Übergangszeit für den Individualverkehr den Hybridantrieb favorisiert.

    Auch da habe ich schon geschrieben, dass der beste Weg zu geringerer Umweltbelastung und für geringeren Energieverbrauch eine Verringerung des Verkehrsaufkommens wäre. Also hauptsächlich politische Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Haushalte.

    Pessimismus lähmt, und verhindert notwendige Entscheidungen. Warum sollte ich heute noch aufstehen, wenn in 5, 10, 20 Jahren oder 100 Jahren sowiso alles den Bach runtergeht.

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