Gedanken zum Reformationstag

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Heute ist ja Reformationstag, und damit ausnahmsweise mal bundesweiter Feiertag. Die erste Überraschung: Damit endet das Reformationsjahr. Ich dachte es beginnt dann. Wer kommt denn auf die bescheuerte Idee am 499-sten Jahrestag mit dem Jahr zu beginnen, anstatt mit dem 500-sten also während des 499 sten Jahrs anstatt 500 sten zu feiern.

Ich muss sagen ich habe zum Thema nicht so viel zu sagen. Ich hoffe aber ihr diskutiert eifrig mit. Ich habe mal die 95 Thesen überflogen – 95 Stück sind ehrlich zu viel, da haben die schwäbischen Bauern in Memmingen mit ihren 12 Artikeln es wirklich besser hinbekommen. Die gelten ja als erste Form der Erklärung der Menschenrechte. Die 95 Thesen gehen wirklich nur auf einen Missstand ein, nämlich die Ablasshandelei, die es schon eine Weile gab, bei der man nun aber nachlegte: Nun konnte man sich nicht nur selbst von Süden freikaufen, sondern auch seine Verstorbenen Vorfahren aus dem Fegefeuer retten. Eigentlich eine tolle Geschäftsidee. Bei einer Ausstellung war denn auch ein „Ablassautomat“ (ein umfunktionierter Reiswolf) ein Publikumsmagnet. Tipp: an die katholische Kirche: Macht eine App und bucht das Geld gleich vom Konto ab. Man muss dies schon sehr verbocken, wenn ein Streit über eine Geldbeschaffungsmaßnahme so weit eskaliert das eine Kirchenspaltung draus wird. Luther wollte ja zeitlebens nur eine Reformation der Kirche, auf Missstände hinweisen und sie beseitigt sehen, bis heute heißt es ja Reformation. Aber irgendwie hat die katholische Kirche wohl die Zeit verpasst, denn es kam ja kurz darauf auch der Bruch mit England, wo dann Heinrich der VIII einfach seine eigene Kirche gründete.
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Auch einfach ist nicht immer besser

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Nachdem ich mich im letzten Aufsatz mit den Raumsonden Russlands beschäftigt habe, heute nun der Schwenk auf die Raketentechnik.

Wie sicherlich bekannt, basierten die ersten Raketen sowohl der USA wie auch Russlands auf der deutschen A-4. Russland baute sie sogar unter der Bezeichnung R-1 nach, analog, wie man die B-29 als Tupolew 4 nachbaute.

Während die rund 100 Raketenspezialisten um Wernher von braun dann in die amerikanische Industrie wanderten (wer nicht bei der NASA arbeitete, kam bei North American, Douglas und anderen Firmen unter), verbreitete Russland lange Zeit die Mär, man habe danach alles selbst weiter entwickelt. Das stimmt so nicht, man band die deutschen Spezialisten nur nicht so ein und verstand es trotzdem ihr wissen abzuschöpfen. Später kam raus, das so ziemlich alles was Russland in den Fünfzigern entwickelte auf deutschen Entwürfen basierte, sogar die R-7, auf die sie ja so stolz sind. Continue reading „Auch einfach ist nicht immer besser“

Robust ist nicht immer besser

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So, nun habe ich wieder etwas Zeit für euch. Allerdings sehe ich doch relativ wenige Themen am Horizont, so dass ich mal heute einen kleinen Blog einschiebe. Ich habe in Nesselwang mein Manuskript über Teil 1 des Raumsondenbuchs fertiggestellt und werde es nun Korrekturlesen, was ich hoffentlich bis Mitte/Ende November schaffe, dann geht es an die Korrekturleser elendsoft und Gairon und ich denke ich mache mich gleich an Teil 2. 384 Seiten sind es geworden. Darauf tummeln sich 165 Sonden, im zweiten Teil bin ich beim Abzählen nach meiner Webseite nur auf rund 60 gekommen. Also doch etwas ungleichmäßig verteilt, trotzdem denke ich wird der zweite Band nicht viel dünner werden?

Warum das Missverhältnis – nun die meisten erreichten gar keinen Erdorbit oder strandeten in diesem, vor allem bei Russland – übrigens zwei der drei Raumsonden die seitdem nicht die Erde verließen waren von Russland und das waren 100 % aller russischen Sonden seitdem. Aber auch viele andere fielen vorher aus. Continue reading „Robust ist nicht immer besser“

Beim Wort genommen

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Ich dachte mir, anstatt dass ich immer auf die Pläne für irgendwelche Mars- oder Mondlandungen eingehe, die ja anscheinend vollkommen ignorieren, das die Leute nicht nur ein Flugticket brauchen, sondern da wohin sie kommen, auch die Infrastruktur zum Leben und das zu transportieren erfordert nicht nur mehr Flüge, sondern ist auch nirgendwo in Musks Präsentationen zu finden (sprich soll ein anderer machen) will ich mal auf die Pläne eingehen damit Passagiere auf suborbitalen Bahnen zu befördern.
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Der Haribo-Check

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Am Montag kommen im Ersten immer sogenannte Tests von Unternehmen unter der Bezeichnung „Der Marken-Check“. Das ganze ist ganz amüsant zu sehen. Das meiste was dort an „Checks“ gemacht wird halte ich für subjektiv. So am Montag die Prüfung des „Suchtfaktors“ von Haribo Gummibären, die man bei einer Besprechung auslegte und zählte, wie oft zugegriffen wurde. Würde jetzt bei mir ein ganz anderes Resultat geben, weil ich nicht auf Gummibären stehe. Ich esse lieber Bonbons. Die haben genausoviel Zucker, aber man hat mehr davon.

Da eigentliche journalistische an diesen „Checks“ sind eigentlich nur die Recherchen für die Produkte. Nicht irgendwelche subjektiven Tests oder Umfragen. Bei Haribo ging es um die Herkunft der Gelatine und des Carnaubawachses. Continue reading „Der Haribo-Check“