Ich bin für eine Minderheitsregierung

Derzeit scheint nichts bei den Koalitionsverhandlungen so richtig gut zu lauen. Gut man hat schon einiges abgearbeitet, vor allem Dinge die keine Probleme machten. So waren sich ja alle Parteien einig das man mehr Geld für Bildung und Digitalisierung ausgeben soll. Doch die echten Streitthemen hat man sich auf den Schluss aufgehoben und da hakt es nun ja. Heute hörte ich in den Nachrichten das Lindner nun schon von Neuwahlen spricht. Er würde gerne in die Opposition gehen.

Ich hatte bisher die Meinung, dass wir eine stabile Demokratie haben. Stabil in dem Sinne, das man sich zusammen sitzt und eine handlungsfähige Regierung zimmert, auch wenn man sein Parteiprogramm nicht 100 % durchsetzen kann. Schlussendlich kennen wir es, nicht das wegen jedem Scheißdreck ein Kanzler die Misstrauensfrage stellt und dann Neuwahlen anstehen, außer es läuft wirklich einiges schief wie 2005 bei Schröder. In anderen europäischen Ländern ist man da schneller dabei. In Italien wechseln die Regierung schneller als die Mode. Den einzigen sonstigen Fall von Misstrauensvotum den ich kenne, war das die FDP zum zweiten Mal ihren Koalitionspartner verlassen hat. Den Bürger neu zur Wahl zu rufen, ist so ziemlich das dümmste was man machen kann. Es zeigt nur das eigene Scheitern auf. Vor allem, wenn die letzte Wahl noch nicht mal zwei Monate her ist. Continue reading „Ich bin für eine Minderheitsregierung“

Es ist ermüdend…

Heute habe ich das erste Durchlesen des Manuskripts über das Buch „Roboter erkunden das Sonnensystem“ beendet. Ich denke es ist ganz gut geworden. Es kann nicht die Fülle der Infos der Website bieten, ist aber viel besser zu lesen, mit weniger Informationen sogar oft besser weil man auch mit Details überfrachtet werden kann und es gibt ein einheitliches Datenblatt, eine kommentierte Startliste und Erfolgsstatistiken nach Ländern und Zielen.

Ganz zufrieden bin ich nicht. Der Anfang ist etwas schwer zu lesen. Das ist ein -kapitel über die Funktionsweise von Instrumenten. Doch da ich die bei den Raumsonden kaum bespreche denke ich ist es nötig. Es ist eben da ein Fachbuch, während der Rest mehr Geschichtsbuch ist. Der zweite schwerer lesbare Teil ist über Russlands Sonden. Obwohl der Teil über Russland länger ist als über die USA (153 zu 147 Seiten) ist er doch kompakter. Denn Russland hat 103 Sonden gestartet und die USA nur 59. Besonders machen mir zwei Dinge zu schaffen. Das eine ist das man bis heute recht wenig über die russischen Programme weiß. Auch Russian-Spaceweb, das für aktuelle Projekte eine gute Informationsquelle ist, bringt wenig über diese Missionen. Besonders schlimm sieht es bei dem Programm 3MV aus, da ist bei einigen nicht mal sicher welche Sonde welche Mission hatte. Besonders in der Diskussion ist Zond 2. Das zweite ist, das es viele Fehlschläge gab. In der Gesamtbilanz hat Russland bei mir 30 % erfolgreiche Missionen, vergleichen mit 61 % bei den USA (bei denen schlagen vor allem die frühen Programme Pioneer 0-5, Pioneer P und Ranger mit nur 4 Erfolgen bei 18 Starts auf die Statistik durch). Dauernd über Fehlstarts oder noch häufiger im Erdorbit gestrandete Sonden zu schreiben zieht einen nach unten. Beim Schreiben wie beim Lesen. Damit habe ich aber auch den Aufhänger für den heutigen Blog. Continue reading „Es ist ermüdend…“