Was nervt

Hier in Nesselwang bin ich wieder mal mit zwei Dingen konfrontiert, die nerven. Das erste, ein echter Dauerbrenner ist das System der Bahn für Sparangebote. Prinzipiell läuft das so: Wer 3 Tage vor der Reise diese fest bucht, mit Zugbindung kann Geld sparen. Bis zu 50 %. Wenn mal bei Bahn.de sich aber mal Verbindungen raus sucht, selbst wenn diese deutlich später in der Zukunft liegen, wird feststellen, das sich diese im Preis deutlich unterschieden. Mal gibt es einen Zug im Sparangebot und der nächste eine Stunde später dann nur zum herkömmlichen Preis.

Nun ist die Reise derzeit wirklich bequem – man hat viel Platz, selbst mit dem seit mehreren Jahren in Bayern obligaten Schienenersatzverkehr (SEV) kam ich pünktlich an – ein absolutes Novum in den letzten Jahren. Komischerweise wird in den 20 Jahren, in denen ich zweimal im Jahr immer dieselbe Strecke fahre, immer nur in Bayern so gebaut, das man einen SEV braucht. In BW entsteht zwar Stuttgart21, mit kompletten Tunneln unter der schwäbischen Alb, aber das behindert den Verkehr nicht und seit einigen Jahren sind auch die Züge in Ulm pünktlich. Aber zurück zum Sparpreis. Offensichtlich sperrt die Bahn Züge, von denen sie annimmt, das sie voll werden für das Angebot und zwar unabhängig von der echten Belegung die derzeit eben weit unter 100 % liegt. So bekam ich keinen Zug für die Rückreise, der zwischen 18 und 19 Uhr losfährt, weder am kommenden Mittwoch, noch am Donnerstag. Am Mittwoch, eigentlich mein favorisierter Abreisetag, auch keinen Zug zu einer anderen brauchbaren Zeit. Also habe ich die Abreise auf den Donnerstag verschoben – wie sich zeigte, im Nachhinein ein guter Entschluss, denn ich hatte nicht in den Kalender geschaut. Der Donnerstag ist ein Feiertag (Christi Himmelfahrt) und wenn ich mittwochs angekommen wäre hätte ich zwar genügend zum Essen im Schrank gehabt aber nichts Frisches.

Ich erwarte eigentlich, dass man Sparangebote nach Bedarf macht, z. B. 25 % der Sitzplätze dafür reserviert und wenn die weg sind, dann gibt es eben nur den normalen Preis. Doch das scheint nicht das Bahnsystem zu sein. Die Preise sind auch abgestuft: ich hätte zwischen 38,90 € und 82,80 € für die Strecke (hin und zurück) zahlen können. Zwischenstufen sind 41,80, 47,80 und 62,80 € – wohlgemerkt bei konstanter Hinreise.

Noch nerviger ist aber für mich das man für ein Sparangebot ein Zug ein IC, EC oder ICE sein muss. Der springende Punkt: ich kann entweder nach Stuttgart fahren (12 km) oder nach Esslingen (4 km). Der Zug von Stuttgart fährt dabei immer durch Esslingen durch, denn es liegt nördlicher. Esslingen ist aber kein Halt für EC, IC oder ICE. Ein normaler Regiozug, der in Esslingen losfährt braucht aber genauso lange bis Ulm wie ein ICE, bedingt durch die Alb. Die zwei bis drei Halte gleicht die zusätzliche Strecke, aus die der ICE fahren muss. Nach Ulm gibt es sowieso nur Regionalbahnen. Um in den Genuss eines Sparangebotes zu kommen, muss ich also eine längere Strecke buchen, die mir zeitlich nichts bringt – immerhin ist man fast genauso schnell in Stuttgart wie in Esslingen, da die Straßenbahn schneller unterwegs ist als der Bus. Da die IC & Co eigentlich immer voll sind, im Unterschied zu den Regiobahnen verstehe ich das System nicht. Man sollte doch das Passagieraufkommen eher gleichmäßig verteilen und wenn einer wie ich meint, er fährt besser mit der Regiobahn, warum sollte er kein Sparangebot buchen? Der Sparpreis Finder der Bahn ist dabei recht kreativ. Zum Sparpreis kommt man nur, wenn einer der obigen Züge in der Verbindung ist. Also schlägt er vor, von Ulm nach Plochingen zu fahren – der kleine Ort, etwa 10 km von Esslingen entfernt, ist tatsächlich ein ICE Halt und dann mit der S-Bahn nach Esslingen zu fahren. Leider geht das nur alle paar Stunden und die Fahrt dauert dann auch eine Stunde länger.

Das zweite was nervt ist der HTML-Export. Meine Blogs entstehen mit Libreoffice. Konkret: ich nutze eine uralte Version (3.6) von 2009, da in der noch ein vor Jahren gekaufter Duden-Korrektor funktioniert. Den Text speichere ich ab, in den WordPress Blog füge ich ihn dann meistens über Copy und Paste ein. Wenn ich den Quelltext in WordPress ansehe, dann sind da etliche proprietäre Attribute, Class und Style Elemente. Aber sie beeinflussen die Ausgabe in WordPress nicht. Für die immer noch parallel gepflegten Webseiten in HTML (siehe hier) lösche ich die Attribute mit einer Funktion meines eigenen Editors.

Hier in Nesselwang habe ich einen Zweitrechner. Auf dem ist nun nicht alles installiert, was auf meinem PC drauf ist, ginge mit der kleinen SSD und ohne Festplatte auch nicht. Hier schreibe ich alles mit Libreoffice 6.4. Wenn ich hier den Export mache sieht es viel schlimmer aus. Noch viel mehr Attribute. Bei meinen letzten Beitrag sah ich das an den Tabellen, die zu breit waren, weil im Original jede Zelle ein Width-Attribut in Pixeln hat. Auch, wenn man die Exportfunktion von Lireoffice nutzt, ist das HTML so. Vor allem feste Breiten in Pixeln finde ich seltsam, kann man doch in Writer als Textverarbeitung Texte beliebig vergrößern und verkleinern, was bei einer Bildschirmdarstellung mit fester Breite nicht geht. Kurzerhand habe ich daher den Smarteditor installiert und die Tags wieder gestrippt.

Auch hier: dieses Verhalten ist uralt. Es mag sicher Leute geben, die legen auf einen Export wert, bei dem die Darstellung identisch zu der in Libreoffice ist. Aber für alle anderen, die Libreoffice einfach nur als Editor für HTML nutzen, weil es bequemer ist, wenn man sich vor allem auf den Text konzentrieren kann, wäre eine einfache Funktion „Export clean HTML“ wirklich eine Bereicherung. Einen HTML Editor kann Libreoffice schon deswegen nicht ersetzen, weil es alle Bilder lokal verlinkt sind anstatt relative Pfade zum Dokument anzugeben. Das heißt, man findet Referenzen wie src=“file://…“ und damit muss man alle Bilderlinks manuell nachbearbeiten. Auch ein Grund warum ich die Webseiten noch parallel pflege. Die Erweiterung Writer2xhtml erlaubt zumindest ein Format (xhtml strict) bei der die meisten proprietären Attribute verschwinden, sie kann, wenn man das falsche Format (hrml5) nimmt aber noch viel Schlimmeres als der normale Export produzieren. Irgendwie schade. Ich vermute, man hat das Problem der Abgrenzung: Also wo fängt man an Fornatierungen wegzulassen? Bei den Informationen über Schriften (früher Font-Tag heute in Styles gepackt, bei den Absatzabständen oder den Seitenformaten? Für mich als jemand, der den Text weiter verwenden will, ist die Antwort einfach – ich will eigentlich keine individuellen Formatierungen im Text, sondern einfache Tags, da ich das Aussehen zentral per Stylesheet regele. So sehen dann eben alle Texte gleich gut oder schlecht formatiert aus.

Ein besonders nerviger Bug des HTML-Exports schlägt übrigens zu, wenn man die Silbentrennung nutzt. Denn die nur in Writer am Zeilenende sichtbaren Trennstriche finden sich dann in jedem Wort wieder. Gut Silbentrennung nutze ich in meinen Artikeln eher selten, aber ab und an mache ich auch Artikel aus einigen Seiten aus meinen Büchern, so entstand z. B. die Mercury-Serie aus dem gleichnamigen Buch.

2 thoughts on “Was nervt

  1. Zum Schienenersatzverkehr: Den gibt es schon auch in Baden-Württemberg, vielleicht eben nicht auf den Strecken, auf denen du unterwegs bist.

    Zu der Html Geschichte: Bist du unbedingt darauf angewiesen Libreoffice zu verwenden? Ich würde so etwas vielleicht eher in einem normalen Texteditor (da gibt es auch gute mit Rechtschreibprüfung, evtl. auch als Plugin) vielleicht als Markdown Text(da ist das mit den ganzen dummen Tags einfacher als in richtigem Html) schreiben und dann von so etwas wie Pandoc in Html umwandeln lassen.

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