Die Lieder für 2020

Nein, jetzt kommt nicht die beliebtesten Hits für 2020, sondern die beiden die wohl auf das Jahr am besten passen, zumindest meiner Meinung nach. Ich kam drauf, als die Shuffle-Funktion meines MP3 Players „Der Depp“ von Annett Louisan anspielte. Im Refrain heißt es:

„Wer ist der größte Depp
Ist er der Depp oder der Depp der dem Deppen folgt“

Und Deppen gab es dieses Jahr genug, ebenso die Frage, wer wohl der größere Depp ist. Da wurde der Depp im Weißen Haus wiedergewählt, und wenn auch das Ergebnis nach Wahlmännerstimmen eindeutig ist, war die Wahl selbst nicht so eindeutig. Immerhin haben 74,2 Millionen Amerikaner Trump gewählt – nur mal zum Vergleich vor vier Jahren waren es 63 Millionen. Er hat also deutlich hinzugewonnen und nur deswegen verloren, weil Biden noch mehr Wähler mobilisieren konnte. Trump hat es also fertiggebracht das viele zur Wahl gingen, die dies in den letzten Wahlen nicht taten. Selbst die 74,2 Millionen sind ein Rekord der, den bisherigen von 69,5 Millionen 2008 übertrifft. Diese Leute haben also bewusst Trump und nicht die Republikaner gewählt. Ehrlich: wie kann man auf die Idee kommen, Trump zu wählen. Der Mann lebt in einer Scheinwelt, ist Narzisst und meint alles besser als jeder andere zu können und lügt in einem fort, wenn er nicht gerade andere beleidigt. Dafür glänzt er nicht mit Arbeit für das Land, sondern versucht sein Handicap zu verbessern. Ich gehe davon aus das 99 % derer die ihn wählten, bedeutend intelligenter als Trump sind. Der Depp weiß ja meist nicht selbst das er ein Depp ist, aber der der ihm folgt oft.

Dann gibt es die Coronaleugner, im Verbund mit Reichsbürgern. Wie man inzwischen weiß, arbeiten diese auch zusammen, auch wenn die „Querdenker“ das leugnen. Beide haben es fertiggebracht, die Wirklichkeit zu ignorieren. Die einen über ein unsichtbares Virus, die anderen über einen Staat, der nun ja in Form von Personal und Institutionen nicht zu übersehen ist. Zumindest beim Virus habe ich noch etwas Verständnis. Es ist unsichtbar. Die Leute haben Beschwerden die Erkältungskrankheiten ähneln und es ist nur schwer zu überprüfen, welche der Maßnahmen denn nun wirklich hilft bzw. in welchem Maße sie hilft. Schon alleine, weil mindestens 14 Tage zwischen Maßnahmenbeginn und Auswirkung auf die Infektionszahlen vergehen. Selbst mein Bruder ist da anfällig. Er meint er könne kein Corona bekommen, weil er „Widerstandskräfte“ hätte, wohl deswegen, weil er selten Erkältungskrankheiten hat und die nun ansteigenden Infektionszahlen würden auch alle Grippeinfektionen mit hinzuzählen. Ich konnte ihn selbst mit dem Hinweis auf einen wirklich fitten Schwimmlehrer, den ich kannte und der mit 28 an Corona gestorben ist nicht vom Gegenteil überzeugen. Wenn man aber in Deutschland lebt und die Existenz dieser leugnet, dann zeugt das schon von fortgeschrittenem Dachschaden. Man hat, selbst wenn man dies nicht will, dauernd mit Behörden zu tun. Dazu kommen Dokumente wie Führerschein, Personalausweis, Versicherungskarte. Bei jedem nach 1945 geborenen auch noch die Geburtsurkunde. Einige dieser Leute meinen sogar, sie dürften ohne deutschlandweite Wahlen selbst eine Regierung aufstellen und legen sich erfundene Titel wie Reichskanzler oder Reichspräsident zu. Also das sind mit Sicherheit die größeren Deppen. Allerdings ist auch jeder der bei einer Versammlung mit vielen Menschen, bei der man die Abstände nun mal nicht einhalten kann, keine Maske trägt ein Depp. Denn das diese zumindest etwas schützen dürfte nun unstrittig sein. Es ist aber auch ein Zeichen der Rücksichtslosigkeit dieser Menschen, denn die einfachen Masken schützen ja einen selbst nicht, nur den anderen vor Ansteckung.

Der zweite Song, den ich im Sinn habe ist, Deja vu. Je nach Gusto in der Version von Spliff – oder mein augenblicklicher Favorit von Giorgio Moroder und Sia. Denn derzeit habe ich ein Deja vu. Wie war es im Frühjahr? Man meinte das Virus eindämmen zu können, indem man die Grenzen dichtmacht, den Leuten zuerst dann alle Dinge verbietet, bei denen viele Personen zusammenkommen wie Veranstaltungen und Sport- / Kultureinrichtungen und dann verbietet man ihnen zur Arbeit zu gehen oder fordert sie auf das Haus nicht zu verlassen. Und nun haben wir das Gleiche. Sogar wieder mit Grenzschließungen nun zu England wegen einer neuen Variante. Haben die Grenzeschließungen im Frühjahr verhindert, das das Virus zu uns kam? Haben sie nicht. Denn es gab genügend Rückkehrer aus Ischgl und anderen Skigebieten. Warum klappte es trotzdem im Frühjahr mit dem „Lockdown“. Ich glaube nicht das die Witterung damit, was zu tun hat. Es wird ja immer gesagt das im Sommer die Leute mehr draußen sind. Aber wo kommt man mit vielen Menschen in Kontakt? Bei der Arbeit, beim Einkaufen, beim Nahverkehr, bei Veranstaltungen. Es gab ja im, Sommer schon Beschränkungen der Personenzahl drinnen, umgesetzte Hygienekonzepte. Angestiegen sind die Infektionszahlen erst mit der Rückreisewelle, weil nun im Urlaub wieder „Massentourismus“ angesagt war, die Leute wieder sich eng begegneten. Ein Indiz für diese Hypothese ist auch das nun die Fälle nicht mehr wie bei der ersten Welle punktuell, sondern in der Fläche anstiegen. Einen Teil werden sicher auch die Coronaleugner dazu beigetragen haben, so wundert mich nicht das in Sachsen, wo es viele davon gibt, die Fallzahlen besonders hoch sind. In jedem Falle haben die Grenzschließungen im Frühjahr nichts gebracht und inzwischen ist die neue Virusvariante ja auch schon da. Der Lockdown brachte im Frühjahr deswegen etwas, weil die räumliche Mobilität eingeschränkt wurde und man lokale Hotspots hatte, dadurch konnte sich das Virus von dort nicht verbreiten, doch wenn in der Fläche es überall neue Fälle gibt, dann bringt das nichts. Man hätte mal auf Staaten gucken können, wo andere Konzepte gut funktionierten. In den Medien wird ja immer betont das China das Virus nur wegen des totalitären Regimes unter Kontrolle gebracht hat, doch schaut man auf andere Nachbarstaaten wie Südkorea, so wird klar das man dort besser durch die Krise kam. Südkorea hat Stand bis heute 57.860 Fälle und 816 Tote – so viel wie bei uns bei zwei Tagen neu hinzukommen. Ähnliches sieht man bei anderen Staaten wie Thailand, Malaysia oder Indonesien. Auch dort steigen seit einigen Wochen die Zahlen wieder an. Aber selbst diese sind weit unter unseren Zahlen. Warum? Weil die Bevölkerung dort disziplinierter ist. Schon vor Covid-19 gehört in Asien eine Atemschutzmaske zum normalen Straßenbild im Winter, damit man sich oder andere nicht mit Erkältungen ansteckt, eine Rücksichtsnahme, die bei uns nur durch Verordnung durchsetzbar ist und selbst dann gehen noch Deppen die den Deppen folgen auf die Straße und demonstrieren dagegen. Daneben hat man dort alles hart runtergefahren – einschneidender für kruze Zeit, aber wenn man das ganze Land 14 Tage unter Quarantäne setzt und danach die Ausbildungsmöglichkeiten durch Maskentragen deutlich reduziert in der Summe effektiver als ein Teillockdown. Unser Mittel – Deja vu zum Kohle- und Atomausstieg – ist es, alles mit Geld zu lösen. Wenn man keines hat, dann macht man neue Schulden, und wenn das nach Grundgesetz nicht erlaubt ist, dann setzt man einfach mal den Artikel im Grundgesetz außer Kraft. Also wenn jemand mal wissen will wie Hitler 1933 nach demokratischen Wahlen, bei denen er nicht mal die Mehrheit hatte, das Parlament lahmlegen konnte – es ging genau so indem diese der Regierung erlaubte an der Verfassung und dem Parlament vorbei durch Notstandgesetze zu regieren.

Wie wäre es wenn man anstatt alles zu schließen eine verbindliche Pflicht für das Maskentragen verbunden mit einer Kontrolle und empfindlichen Bußgeldbescheiden durchgesetzt hätte, also die Leute dazu gebracht hätte, das zu tun, was in Asien die Leute freiwillig tun. Das wäre billiger für alle gewesen und ich glaube auch das, wenn man dafür eben nicht alles schließt, sondern offen lässt und so das normale Leben weitestgehend beibehalten kann würden die Leute mitgehen. Wäre die Regierung noch klüger, würde sie rechtzeitig, im Sommer eine einheimische Produktion von ffp2-Masken aufbauen und diese dann umsonst abgeben, denn die schützen auch vor Ansteckung. Eine kostet bei Amazon derzeit bei 20 Stück Packungen unter 1 Euro. 1 Stück pro Tag für alle über 12 Jahre wären pro Monat vielleicht 70 Millionen Einwohner x 30 Tage = 2,1 Milliarden Masken. Selbst wenn sie so teuer wie im Handel wären (man darf Annehmen das der Produktionspreis deutlich geringer ist), wären das 2 Mrd. Euro und nicht 15 Mrd. pro Monat. die die Maßnahmen jetzt kosten. Ebenso habe ich ein Deja Vu nun beim Impfen. Was die ganze Coronakrise bei uns mitprägte, war das jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kochte. Das geht beim Impfen nun weiter. Das zwei Bundesländer schon am 26. sten anstatt 27 sten beginnen, sei mal geschenkt. Aber wie bekommt man einen Impftermin? Alles ist dabei – bei einer Hotline anrufen, angerufen werden, schriftliche Einladung per Post oder Online-Plattform. Ist es zu viel verlangt, dass sich bei einer Pandemie, also einem weltweiten Ereignis man sich wenigstens mal national einigt?

Zuletzt hatte ich noch ein Deja vu bei dem Kompromissvorschlag der EU wegen der Rechtsstatlichkeitsgrundsätze. Die EU Kompromisse sehen meistens so aus, dass die Staaten die dagegen sind, sich größten Teil durchsetzen. So auch diesmal: die Forderung nach Rechtsstaatlichkeit bezieht sich nun nur noch auf die EU-Gelder, ob diese nicht zweckentfremdet werden. Das heißt Regieren mit Sondererlassen, Beschränkung der Medienfreiheit, entlassen von unliebsamen Richtern, all das wird nicht sanktioniert. Es gab ja den Vorschlag das Coronapaket dann einfach ohne Ungarn und Polen zu beschließen und dann die Hilfen, die diese bekommen hätten, einfach wegzulassen, aber das wollten die zuständigen Stellen in der EU ja nicht mal diskutieren. Dabei sollte doch klar sein, dass man bei 27 Staaten mit unterschiedlichsten Regierungen, nationalen Interessen aber auch unterschiedlicher Geschichte man bei allem, was einen Staat besonders trifft, man keine einstimmige Einigung hinbekommt. Das wäre als wie, wenn man in Deutschland nur noch Gesetze beschliesen könnte, bei denen alle Parteien zustimmen – auch Linke und AfD. Diese „Kompromisse“ gab es schon immer ebenso wie die Erpressung der Gemeinschaft durch einzelne Länder. England hatte seit den Achtzigern den „Britenrabatt“ weil Thatcher das damals durchsetzte. Er fiel nie weg. Es wäre an der Zeit von der Einstimmigkeit zu einer absoluten Mehrheit zu kommen, also 14 von 27 Staaten sollten für einen Vorschlag sein. Dass die EU mal demokratisch wird, in dem Sinn, dass auch die Bevölkerung zählt, wage ich ja kaum noch zu denken. In der EU Kommission und im Rat sitzen nur Regierungen. Da hat Malta genau wie die BRD nur eine Stimme, aber nur 1/160 stel der Einwohnerzahl.

Ich hoffe nur, das in einigen Jahren, wenn das nächste Virus von einem Wildtier auf den Menschen überspringt ich nicht noch mal ein Deja Vu Erlebnis habe. Ich fürchte aber das es genauso kommen wird wie es 2020 war.

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