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Auch heute wieder ein kleiner Ausschnitt aus dem aktuellen Manuskript an dem ich arbeite. Als ich an ihm arbeitete, fielen mir die Paralellen zur heutigen Trumpregierung auf und ich habe meinen Text unten noch um einen Absatz über heute ergänzt, der im Buch fehlt und dort auch nicht erscheint, es soll ja zeitlos sein.
Der Namensgeber Galileo Galilei
Galileo war die erste amerikanische Raumsonde, die nach einer Person entdeckt wurde. Diese kurze Episode de Namensgebung endete schon bald als nach Magellan und Cassini die Sonden einen Namen bekamen, der die Mission beschreibt (Mars Observer, NEAR Earth Asteroid Rendezvous). Später erhielten Raumsonden oft Namen die an Science-Fiction angelehnt sind (Deep Space 1, Genesis, Deep Impact).
Anders als die Astronomen, welche den Saturnsonden Cassini und Huygens ihren Namen gaben, ist Galileo auch bei denen, die sich nicht mit Astronomie beschäftigen bekannt. Galileo Galilei wurde im Jahre 1564 geboren. Schon kurz, nachdem er die Lehrtätigkeit für Mathematik an der Universität Pisa 1589 aufnahm, begann er sich mit den damals geltenden Ansichten von Aristoteles anzulegen.
Die christliche Kirche blockierte in Europa über ein Jahrtausend die wissenschaftliche Weiterentwicklung. Die Bibel war damals nicht nur ein Buch, dass von der Geschichte des jüdischen Volkes und Jesus berichtet. Sie enthält, wenn oft auch nur in wenigen Sätzen oder nur wenigen Worten auch Beschreibungen der Natur. Diese galten als die Wahrheit und wer etwas anderes behauptete, der wandte sich direkt gegen die Bibel und Kirche und wurde als Ketzer angesehen. Nikolaus Kopernikus veröffentlichte seine Schrift, in der er darlegte, das die Erde um die Sonne kreist, erst als er schon sterbenskrank war. Das gesamte Weltbild, das die Sonne um die Erde kreist, beruht auf lediglich einer Bibelstelle bei Josua 10, Vers 12-13: „Sonne, bleib stehen über Gibeon / und du, Mond, über dem Tal von Ajalon!Und die Sonne blieb stehen / und der Mond stand still, / bis das Volk an seinen Feinden Rache genommen hatte.“. Es wird also nicht mal behauptet, dass die Sonne um die Erde kreist, aber sie wird dem Mond gleichgesetzt, der um die Erde kreist. Wenn man genauer nachdenkt können Mond und Sonne nur stillstehen, wenn beide um die Erde kreisen (würde in der Realität die Erde ihre Rotation stoppen so würde die Sonne zwar still stehen, der Mond aber nicht).
Ein Jahrzehnt bevor Galileo mit seinen astronomischen Beobachtungen begann, wurde Giordano Bruno im Jahr 1600 als Ketzer verbrannt, weil er öffentlich das kopernikanische Weltbild vertrat.
Die einzige Ausnahme dieser Wissenschaftsfeindlichkeit waren die Überlieferungen der griechischen Philosophen. Allerdings stand in ihren Werken auch nichts was der Auslegung der Bibel widersprach. Als Galileo studierte, waren die Erkenntnisse von Aristophanes und Ptolemaios, obwohl über ein Jahrtausend alt, die gängige Lehre.
Galileo bewies 1589 experimentell, dass Körper gleicher Form gleich schnell fallen und nicht wie Aristoteles schrieb, proportional zu ihrem Gewicht. Ob er dieses Experiment mit Blei und Holzkugeln gleicher Größe wirklich auf dem schon damals schiefen Turm von Pisa durchführte oder auf einer schiefen Ebene, ist leider nicht mehr zu klären. 1971 wiederholte der Apollo 15 Astronaut David Scott das Experiment auf dem Mond mit einem Hammer und einer Feder. Im Vakuum fielen beide Gegenstände tatsächlich gleich schnell zur Mondoberfläche.
1591 wechselte er nach Padua, da eine Verlängerung des Vertrages in Pisa wegen seiner anti-aristotelischen Meinung unwahrscheinlich war. Bei einer langweiligen Messe beobachtete er das Schwingen des Weihrauchbehälters und entdeckte dabei die Pendelgesetze (die Schwingungsdauer eines Pendels hängt nicht vom Ausschlag oder seiner Masse sondern nur der Länge ab), die zu der praktischen Anwendung in Pendeluhren führten.
Im Jahre 1609 erfuhr er von der Erfindung des Teleskops in Holland und baute selbst eines. Die Qualität der selbst mit einer Kanonenkugel in einer Schale geschliffenen Linsen war für heutige Verhältnisse äußerst schlecht, aber es war gegenüber dem Auge schon ein enormer Sprung in der Lichtempfindlichkeit und der Vergrößerung. Das erste Fernrohr konnte im August 1609 vorführen. Es vergrößerte neunfach und brachte ihm eine Anstellung auf Lebenszeit in Padua ein, die er aber ablehnte und stattdessen in das liberale Florenz ging.
Im Jahre 1610 entdeckte er dort mit seinem nun 30-fach vergrößernden Teleskop zuerst, dass die Milchstraße aus einzelnen Sternen besteht, dann die vier großen Monde Jupiters und zuletzt die Venusphasen. Er zeichnete eine erste Karte des Mondes, nahm an, dass die dunklen und für sein Teleskop weitestgehend „glatten“ Gebiete Meere wären – die lateinische Bezeichnung Mare hat sich für diese Einschlagbecken bis heute gehalten.
Galileo versuchte aus dem Teleskop Kapital zu schlagen und lud finanzstarke Aristokraten aber auch einflussreiche Angehörige der Kirche zu Vorführungen ein. So pries er das man damit ankommende Schiffe frühzeitig sehen konnte. Er zeigte aber auch seine astronomischen Beobachtungen, wo er gleich mit der Lehrmeinung konfrontiert wurde: Ein Kirchenvertreter weigerte sich in das Fernrohr zu schauen, um die Jupitermonde zu sehen, weil diese in der Bibel nicht erwähnt wurden und damit nicht existieren konnten!
Mit der Tatsache, dass die Venus Phasen zeigte und zudem unterschiedlich groß war und die Jupitermonde offensichtlich Jupiter umrundeten hatte er noch mehr Beweise gesammelt, das Ptolemaios unrecht hatte und das schon 1543 von Kopernikus veröffentlichte Konzept einer Sonne im Zentrum des Sonnensystems richtig war. Die Jupitermonde erschienen an wechselnden Positionen aber immer in einer Ebene um Jupiter, daraus leitete Galileo ab das sie Jupiter umrundeten und nicht die Erde. Die Venus würde, wenn sie die Erde umkreist, immer die gleiche Phase zeigen, weil das ptolemäische Weltbild davon ausging das alle Körper die Erde auf perfekten Kreisbahnen umkreisen. Ptolemaios hatte wie die meisten griechischen Philosophen seine Schlüsse durch Nachdenken und nicht Beobachten gewonnen und sie waren von der Vorstellung der Vollkommenheit geprägt: die Erde wurde als ideale Kugel angesehen und die Umlaufbahnen der Planeten auch als perfekte Kreise.
Als man im Laufe der Jahrhunderte feststellte, das dies nicht mit den Beobachtungen, vor allem von Mars, der eine sehr elliptische Umlaufbahn hat, übereinstimmte, führte man eigens kleinere Kreise ein die auf den großen Kreisen lagen, genant Epizykel. Das ptolemäische Weltbild erscheint heute unnötig umständlich und skurril, aber man konnte mit ihm Sonnen- und Mondfinsternisse vorhersagen.
Galileo trat in der Folge öffentlich für die kopernikanische Lehre ein. Er versuchte Geld aufzutreiben, indem er die von ihm entdeckten Jupitermonde Io, Europa, Kallisto und Ganymed die „Mediischen Sterne“ nannte, damals regierte in Florenz die Familie der Medici.
Mit seinen radikalen Ansichten und seiner Art Kritiker zu verspotten, machte sich Galilei bald Feinde. Die Ansicht, dass die Erde nicht das Zentrum des Universums sei nahm auch unter anderen Forschern immer mehr zu und die Kirche ging nun gegen diese Lehre vor. Galilei wurde ermahnt diese Ansichten nicht mehr öffentlich zu verbreiten. Als 1623 ein Freund von ihm Papst wurde, der auch Mathematik studierte hatte, hoffte Galilei auf eine Verbesserung. Er erhielt vom Papst die Erlaubnis über seine Ideen zu schreiben unter Bedingung, das auch die Lehre der Kirche mit angegeben wurde. Galilei legte dies nach seiner Façon aus: In dem 1632 erschienen Werk „Dialogo“ werden zwar beide Ansichten von zwei Personen in einem Diskurs unterbreitet. Aber der Vertreter der offiziellen Meinung „Simplicius“ (ähnelt nicht von ungefähr dem italienischen Wort für „einfachen Geist“) äußerte die offizielle Lehrmeinung so dumm, das der Papst dies als eine Verspottung seiner Autorität ansah.
Es kam 1633 zu dem Prozess gegen ihn, in dem er der kopernikanischen Lehre abschwören musste. Der Legende nach sagte er, als er das Gerichtsgebäude verließ, „Und sie dreht sich doch“. Galileo wusste vom Schicksal Brunos und das Abschwören redete ihn vor der Verbrennung als Ketzer. Trotzdem erhielt er lebenslang Hausarrest. Er konnte in Italien keine Bücher mehr veröffentlichen und lies sein letztes Buch 1638 in die Niederlande schmuggeln und dort veröffentlichen. Der Prozess gegen Galileo erstickte jede Forschung in der Astronomie in Italien und auch den meisten katholisch geprägten Ländern.
Der Protestantismus legte die Bibel nicht so wortwörtlich aus und war offener für andere Meinungen. Dies führte schon vor der Verurteilung Galileos dazu, das in protestantischen Ländern die nächsten Schritte in der Erforschung des Universums erfolgten (Kepler in Böhmen, Entdeckung der Ellipsenbahnen der Planeten 1609, Newton in England, Entdeckung des Gravitationsgesetzes 1683). In den letzten Lebensjahren war Galilei, als Spätfolge den unvorsichtigen Sonnenbeobachtens, fast blind. Er starb 1642 bei Florenz.
Im Jahre 1983 wurde nach 350 Jahren der Prozess gegen Galilei unter Papst Johanns Paul II von der katholischen Kirche erneut aufgenommen und ebenfalls 350 Jahre nach Galileos Tod wurde er 1992 freigesprochen…
400 Jahre nach Galileos Prozess etablierte sich für die Sicht der Kirche die Bezeichnung „Alternative Fakten“ und alles was nicht ins eigene Weltbild passt wurde als „Fake News“ bezeichnet. Heute wird niemand mehr verbrannt wenn er von der Meinung der Regierung die als Macht die Kirche abgelöst hat abweicht. Aber dafür werden Wissenschaftler entlassen die sich für das Impfen als Schutz einsetzen und wer Fördermittel der US-Regierung haben möchte, sollte vorher eine Liste von Worten konsultieren die „verboten“ sind. Darunter findet man auch die Begriffe equality, female, Women, status, trauma.