Das Strafrecht der Reichen

Ich habe mal gehört, das unser Strafrecht im wesentlichen schon im Kaiserreich erarbeitet wurde und die Interessen der damals einflussreichen „Klassen“ repräsentiert. Die Mitglieder des Parlaments stammten aus dem Bürgertum oder Adel, also wie es bei Marx heißen würde „Dem Kapital“, also Leuten die den Großteil des Volksvermögens hatten. Das spiegelt sich darin wieder, dass die Gesetze für Taten sehr streng sind, die meist von den unteren Schichten verübt wurden, wie Raub, Taschendiebstahl, körperliche Gewalt. Delikte die man dagegen eher in den oberen Schichten findet, wie Unterschlagung und Betrug wurden dagegen milde bestraft.

Ich habe den Eindruck an dem hat sich nicht viel geändert. So kam kürzlich ein Wiso spezial über Kartelle. Die Sendung hat gezeigt, wo es überall Kartelle gibt und wie diese eingefädelt werden. Auch wenn die Zahl der Verfahren durch eine Kronzeugenregelung angestiegen ist, geht man davon aus dass es noch jede Menge Kartelle gibt. Das liegt auch daran, dass es sich lohnt. Die Bußgelder sind nach den Experten der Sendung viel zu niedrig. So haben sich die Kaffeeröster abgesprochen und den Preis pro 500 g Packung um 50 bis 70 ct erhöht. Nach Schätzungen der Hamburger Verbraucherzentrale sind dem Verbraucher so Schäden von 4 Milliarden Euro entstanden. Das Bußgeld betrug etwas über 100 Millionen Euro. Nun ist Schaden für den Verbraucher nicht gleich dem Gewinn der Firma, denn der Vertreiber des Kaffees und Handel verdient ja auch was (nach dem derzeitigen System schlagen sie prozentual etwas auf den Preis rauf – aus 50 ct Gewinn beim Röster wird der Kaffee so schnell über 1 Euro teurer, aber sichtbar ist doch, dass das Bußgeld viel zu gering ist. (mehr …)

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Wie funktioniert ein Flüssigraketentriebwerk?

Ich probiere mal heute einen neuen Ansatz: Raketentechnik für Politiker (im englischen: „Rocket science for Dummies“). Heute, wie funktioniert ein Flüssigraketentriebwerk.

Zentraler Teil ist die Brennkammer. Die Brennkammer ist eigentlich etwas relativ einfaches. Im einfachsten Fall ist es ein hohler Metallblock. Er hat zwei Öffnungen, die an den beiden Enden liegen. Am einen befindet sich die Düse und da andere Loch besprechen wir später. Durch die Düse entweicht der verbrannte Treibstoff, der durch die Hitze zu einem Gas wurde. Da Gas viel mehr Volumen als Flüssigkeiten beansprucht, ergibt sich ein großer Druck, dieser Druck ist der Schub den das Triebwerk entwickelt. Die Düse kann in einfachsten Fall nur eine Verengung sein. In der Regel weitet sie sich aber wie ein Trichter auf. Die Ausweitung hat den Vorteil, das solange das Gas den Trichter noch nicht vollständig passiert hat, es weiter Schub liefert, da es in alle Richtungen expandieren will, es aber durch die Form nur in eine Richtung expandieren kann. Die Kräfte die in die anderen Richtungen wirken, ergeben den Schub. (mehr …)

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Warum es bis heute keine Marsbodenprobenmission gibt

Eigentlich sollte es ja einige Zeit keine Aufsätze geben, da ich gerade im Allgäu in unserem Ferienhaus bin. Aber da es gerade draußen seit Tagen schon regnet und Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt herrschen, lasse ich diesen Herbst mal die Außenarbeiten sein und habe so Zeit für einen Blog.

Ich knüpfe an den letzten Blog ab, der die technischen Randbedingungen für eine Marsbodenprobenmission umrissen hat. Heute geht es um die Frage, warum es bis heute keine Mission gibt.

Auf dem Plan der langfristigen Vorhaben steht sie nämlich schon seit Viking. Etwa um dieselebe Zeit herum gibt es auch den einzigen Plan Russlands Bodenproben zu bergen. Eine N-1 hätte eine Sonde gestartet, die im Stile der Lunas vor Ort einen Bohrkern entnimmt und zurückführt. Mit dem Ende der N-1 bleibt es auch bei diesem Plan. (mehr …)

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Meine Gedanken zur optimalen Marsbodenprobenbergung

Die NASA hat wieder mal ihre aktualisierten Pläne für die Marsbodenprobengewinnung vorgestellt. Wieder einmal, weil sie dass alle paar Jahre macht und nimmt man die ersten, die 1997 zum Start von MGS und Pathfinder vorgestellt wurden, dann hätten wir schon lange Bodenproben vom Mars. Aber genauso wie die bemannte Marslandung wird das seit Jahren in die Zukunft verschoben.

Nun will sie einen „Multi Mission Orbiter“ starten, der auch Bodenproben zurückbringen soll, aber primär eine wissenschaftliche Nutzlast hat. Neben dem Umstand das die Bodenprobenmission noch nicht genehmigt ist, ist das auch anderer Sicht problematisch. (mehr …)

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Warum ich Sierra Nevada Glück wünsche

Am 5.11.2015 will die NASA die Gewinner der zweiten CRS Runde vorstellen. Sie hat sich viel Zeit dafür gelassen. Da dies auch den Zeitplan nach hinten verschiebt, hat sie schon bei SpaceX und Orbital weitere Flüge die noch zum CRS1 Programm gehören gebucht. Die Konzepte sind sehr unterschiedlich, es gibt noch mehr Variationen und mehr technologische Neuerungen als bei der ersten Runde. Natürlich sind Orbital und SpaceX wieder bei der Ausschreibung dabei. Alles andere wäre eine Überraschung. Schließlich existieren ihre Vehikel schon und müssen nur eingesetzt werden.

Nicht von allen Bewerbern kennt man die Programme, aber von dreien. Boeing will die CST-100 auch für Fracht nutzen. Meiner ansicht keine so tolle Idee, weil in die Kapsel genauso wenig reinpasst wie in die Dragon. Fracht, das zeigen die letzten Jahrzehnten der ISS-Versorgung brtaucht viel Platz und der ist in der Kapsel knapp. Die NASA hat auch Boeings Vorschlag wenn man doch nur vier Astronauten befördert den Platz der anderen drei mit Fracht zu füllen abgelehnt. (mehr …)

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