Raumfahrträtsel 7
Wie leicht zu erraten landete am 3.2.1966 Luna 9 auf dem Mond. Wieder einmal hatten die Russen die Amerikaner geschlagen, aber es war das letzte Mal und es waren umfangreiche Anstrengungen nötig. Nach dem Vorbeiflug von Luna 3 war seit Anfang 1963 das Ziel einer weichen Landung geplant. Alle folgenden Sonden (benannt wurden Luna 4-9, aber auch sechs weitere Sonden die nicht auf eine Mondtransferbahn gelangten) hatten dieses Ziel – und alle scheiterten. Ein Grund war ein Designfehler der neuen Oberstufe „Block L“, der vor allem für die zahlreichen Fehlstarts verantwortlich war.
Aber auch die Landung klappte nicht. Luna 4 und 6 flogen nur am Mond vorbei weil ihre Kurskorrektursysteme Fehlfunktionen hatten. Bei Luna 5,7,8 gab es verschiedene Probleme beim Landesystem. Drei Jahre benötigten die Russen für die erste erfolgreiche Landung. Immerhin schlugen sie die Amerikaner um vier Monate – Surveyor 1 landete am 2.6.1966.Sie hatten Glück, dass sie nicht geschlagen wurden, denn die USA hatten massive Probleme die neue, für die Surveyor Sonden entwickelte Trägerrakete flugreif zu bekommen: Die Atlas Centaur versagte bei den ersten Testflügen genauso wie Block I der Molnija und die ersten Exemplare hatten nicht die Nutzlast die notwendig war. Auch sie hinkte Jahre hinter dem Plan hinterher und so mussten die Raumsonden warten. (mehr …)
Die Lösung des letzten Rätsel war etwas schwieriger, da ich diesmal kein Startdatum gewählt habe, also etwas was man in Startkatalogen so einfach nachschlagen kann. Am 11.4.1984 fand ein Ereignis statt, dass die NASA damals frenetisch feierte: Die Astronauten der Mission STS-41C reparierten den Satelliten SMM (Solar Maximum Mission). Zum Hintergrund: SMM wurde am 14.2.1980 gestartet. Schon weniger als ein Jahr später fiel eine Sicherung aus und der Satellit verlor die Möglichkeit die Instrumente präzise auf die Sonne auszurichten.
Am 26.1.1978 startete der Satellit IUE (International Ultraviolett Explorer). IUE ist eines der Projekte die irgendwie vergessen werden und er hat es nicht verdient. IUE entstand als Gemeinschaftsprojekt zwischen der ESA und NASA im Jahre 1974. Schon weniger als vier Jahre später wurde er gestartet. Er war nach dem ESRO Satelliten TD-1 der erste Satellit der speziell für die Beobachtung von UV-Quellen ausgelegt war. Ursprünglich für eine Betriebszeit von 3 Jahren, verlängerbar auf 5 ausgelegt arbeitete IUE bis zum 30.9.1996 bis er kurz vor dem verbrauch des Treibstoffs abgeschaltet wurde. Das letzte Jahr wurde er exklusiv von der ESA betrieben während sich die NASDA auf den Ausbau eines Datenarchiv konzentrierte. Dabei waren schon 1985 vier der sechs Gyros ausgefallen und die beiden Backupkameras für die visuelle Kontrolle der Spektren waren schon beim Start nicht funktionsfähig wie sich aber erst nach Erreichen des Orbits herausstellte. Die letzten 10 Jahre wurde der Satellit vom Feinausrichtungssensor und einer Softwarelösung auf die Ziele ausgerichtet: Davon hat IUE insgesamt über 9.600 untersucht und dabei 104.468 Spektren produziert.