Hochachtung und Respekt vor dem Amt

Gestern ist Margot Käßmann von ihrem Amt zurückgetreten, nur zwei Tage nachdem die Alkoholfahrt am Steuer bekannt geworden ist. Ich finde das sehr traurig und kann zwar ihre Haltung nachvollziehen, wenn sie auf die Vorbildfunktion verweist, auf der anderen Seite sehe ich hier nicht den direkten Bezug zum Amt. Was hat eine persönliche Verfehlung damit zu tun, dass sie öffentlich Kritik am Afghanistan Einsatz übt? Man kann sicher auf dem Standpunkt stehen, dass Bischöfe, Pfarrer, Priester & Co Vorbildfunktion haben und daher einen tadellosen Lebenswandel führen sollten. Auf der anderen Seite sollten sie die Gläubigen verstehen und wer keine Fehler macht, der hat auch Probleme die Fehler anderer zu verstehen. Vor allem aber hat das nur sekundär etwas mit dem Amt zu tun. Sie war ja schließlich nicht betrunken als sie in die Kanzel stieg. Irgendwo denke ich gibt es eine Grenze, wo auch Bischöfe Mensch sein dürfen und dazu gehört auch Dummheiten zu begehen und daraus zu lernen. Auch wenn das Fahren mit 1,5 Promille keine Kleinigkeit ist. Ich denke wenn sie im Amt geblieben wäre, so wäre sie daraus gereift hervorgegangen und vielleicht eine noch bessere Bischöfin geworden.

Vor allem würde ich mir wünschen, dass auch andere diesem Beispiel folgen würden. In der Katholischen Kirche dürfen Bischöfe den Holocaust leugnen und werden gedeckt. Es kommt zu sexuellem Missbrauch über Jahre und die Leute werden gedeckt und nur versetzt .- damit sie woanders weiter machen können. Das alles sind keine privaten kleinen Verfehlungen. Das sind Dinge die im Amt getan werden und wurden und die keinerlei Konsequenzen innerhalb der Kirche nach sich gezogen haben. Continue reading „Hochachtung und Respekt vor dem Amt“

Alkohol mal anders

Und zwar mal nicht auf den Ethylakohol bezogen, sondern auf die Minorbestandteile. Betrachten wir mal alkoholische Getränke, was findet man hier an Minorbestandteilen ?

Nun zum einen mal den Methanol. Methanol wird gebildet bei der Gärung wenn die Hefe neben dem Zucker auch das Pektin vergärt. Pektin ist ein Bestandteil der Zellmembranen von Zellen und findet sich daher in allen Früchten. Äpfel und Birnen haben relativ viel Pektin, Trotzdem findet man in Weinen, Apfelwein oder anderen Fruchtweinen kaum Methanol. Der Grund: Will man diese trinken, so muss man die Gärung stoppen wenn der Zucker vergoren ist, sonst bilden sich auch unerwünschte Aromastoffe.

Anders sieht es aus wenn man aus der Maische Branntwein gewinnt sie also destilliert. Dann wird länger vergärt, es gibt auch Branntweine welche den Trester vergären. Diese enthalten dann bis zu 1-2 % Methanol. Bei wilden Gärungen und schlechter Destillation, wie es in vielen Teilen der Welt vorkommt findet man noch höhere Gehalte, dann kann der Schnaps durchaus zur Gesundheitsgefahr werden und entsprechende Fälle von Massenvergiftungen werden auch immer wieder gemeldet.

Methanol ist erheblich giftiger als Ethanol. Ab Mengen über 1 g kann es zur Erblindung kommen. Die letale Dosis wird oft mit 12 g angegeben (hohe Schwankungsbreite von 5-50 g). Die Menge von 1 g Methanol ist z.B. in 230 ml Zwetschgenwasser oder 190 ml Williams Christbrand enthalten (bei einem Alkoholgehalt von 38 Vol %). Bei normalem Konsumverhalten besteht also keine Gefahr.

Darüber hinaus entstehen bei der Gärung durch Sekundärreaktionen höhere Alkohole wie Propanol oder Butanol. Diese sind zum Teil Aromen und sorgen auch ein bisschen für den Kater nach dem Exzess, da sie erst abgebaut werden, wenn der Ethanol abgebaut wurde.

Warum ist dies wichtig ? Nun der Gehalt an höheren Alkoholen, aber auch anderen Bestandteilen von Weinen oder Schnaps korreliert eng mit der Verträglichkeit. Obstbranntweine wie Zwetschgenwasser und Kirschwasser enthalten viele höhere Alkohole, Korn sehr wenig. Der wohl verträglichste Schnaps ist Wodka – Schon das Ausgangsmaterial, Kartoffeln bilden kaum höhere Alkohole bei der Gärung. Dazu kommt, das guter Wodka nicht einmal, sondern zwei bis dreimal destilliert wird. Macht man das richtig, so hat man am Schluss fast reinen Alkohol mit einem Extraktanteil von unter 0.3 %. Das ist sicher mit ein Grund für die berühmten Trinkgelage der Russen. Doch auch deutscher Korn ist nicht besonders reich an höheren Alkoholen.