Lieber nachdenken als eine neue Rakete

Ich greife mal erneut das Thema „Europäische Trägerraketenentwicklung“ im weiteren Umfeld auf. Wie aufmerksamen Bloglesern sicher bekannt wird da seit einigen Jahren über die Richtung diskutiert mit zwei gegensätzlichen Positionen von Frankreich und Deutschland. Deutschland will die Ariane 5 ME und Frankreich gleich die Ariane 6. Beim letzten Konzil hat man sich auf einen Kompromiss geeinigt – beides kommt. Das letzte Konzil war 2011, das nächste wird dieses Jahr sein und natürlich gab es im Vorfeld schon einige Meldungen dazu.

Von Deutschland ging das Signal aus: „Wir können den Ariane 6 Entwurf so nicht akzeptieren, weil da zu wenig für die deutsche Industrie drin ist“. Zypries als neue Ministerin kündigte zudem an, dass man über ein Jahrzehnt nicht mehr Geld für Trägerraketen ausgeben könnte. Das ist ein Problem, denn zum einen gibt es zwei Projekte (Ariane 5 ME und 6) und zum anderen ist selbst wenn dann Deutschland bei der Ariane 1 einsteigt der Anteil begrenzt, denn die Ariane 6 wird mehr als dreimal teurer las die ME. (mehr …)

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Muss alles so teuer sein?

So, nach einigen bloglosen Tagen heute ein neuer Blog. mit viel einfach nichts wichtiges ein oder erwähnenswertes. Ich war nicht untätig und habe in dder reihe über das Innenleben der 80×86 Reihe die beiden nächsten Prozessoren 80286 und 80386 fertiggestellt.

Irgendwie habe ich den subjektiven Eindruck, dass in letzter Zeit Raumfahrtprojekte unverschämt teuer werden. Da hätten wir Exomars. Mal geplant als ein Rover in der Art der beiden MER (die damals rund 800 Millionen Dollar zusammen kosteten) Exomars war mal mit 600 Millionen Euro geplant, das für nur einen Rover, also schon signifikant teurer als die beiden MER. Okay, etwas „Lehrgeld“ für die Entwicklung eines Landesystems muss man dazurechnen, doch in der Größe ist Exomars genauso ein Erstling für die ESA wie es die MER für die NASA war (Pathfinder als schuhkartongroßer Vorläufer kann man nicht mit den MER vergleichen). Inzwischen ist Exomars zu einem Zwei-Starts Projekt mit einem Atmosphärenorbiter und einem zweiten Lander mutiert und wird mindestens 1,2 Milliarden Euro kosten, dazu kommen noch Beiträge Russlands (Landesystem, zwei Proton Trägerraketen) und der USA (Experimente). Den Nutzen siehe ich nicht. Es gibt schon genug Raumsonden auf und um den Mars. Der Planet ist besser erforscht als alles andere. Ich würde mir für das Geld lieber eine Mission zum Saturn wünschen oder ein paar kleinere zur Venus. Eine Landesonde die Bilder macht oder ein noch höher auflösender Radarorbiter wären z.B. Missionen die ich für sinnvoller halte. Da Exomars aber seit er existiert Finanzierungsprobleme hat und auch laufend in die Zukunft verschoben wird (er sollte mal 2011/2103 starten…) würde ich das Projekt einstellen. Zumal derzeit es wieder eine Finanzierungslücke gibt. (mehr …)

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Ariane 6 ist tot, es lebe die Vega!

Seit 2010 kriselt es in der europäischen Trägerraketenpolitik. Damals beschloss Frankreich als Konjunkturprogramm einen Fond für die Vorentwicklung der Ariane 6. In Deutschland hat man ja lieber Abwrackprämien für voll fahrtaugliche Autos eingeführt. In der Folge vertraten dann die Franzosen dann einen Schwenk für den Bau der Ariane 6. Deutschland wollte dagegen den Bau der ESC-B Stufe für die Ariane 5, (mittlerweile in Ariane 5 ME (Midlife Evolution) umgetauft, woran man schon erkennen kann das die Ariane 5 dann noch etwas länger fliegen sollte).

Italien hat Pläne für einen Ausbau der Vega, hier vor allem die Einführung einer Stufe welche das AVUM und die Zefiro 9 ersetzt auf Basis eines LOX/Methan Triebwerks, kann diese aber nicht finanzieren und die DLR untersuchte als die Rockot sich im Startpreis doch der Vega näherte dann auch eine deutsche Oberstufe für die Rakete, konnte aber keine bessere und bezahlbare Lösung finden.
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Das nötigt mir Respekt ab

und zwar folgende Passage aus der Presseinformation der JAXA:

Why do we need to develop a new flagship launch vehicle now?

As utilization of space is now imperative in various areas, such as using satellite data for our daily lives, it is important to secure the independent space transportation capability without relying on other countries to launch a satellite. Accordingly, the Japanese government also stipulates an autonomous space launch capacity as a basic space policy. The current flagship launch vehicle, H-IIA, is based on the conventional design concept of its predecessor, H-II, thus the H-IIA launch system applied many of the facilities built for the H-II. In other words, they are aging at over 30 years old since the H-II days, and they became so old that their maintenance costs are increasing year on year. In addition, no new launch vehicle development project has been conducted for about 15 years after the H-IIA development, hence skilled engineers who were involved in the actual development are graying. If we left this situation unattended, Japan will face difficulty to maintain our development and launch capability of launch vehicles in the future. Although our flagship launch vehicle technology is highly regarded, we need to lower the launch costs in order to procure commercial satellite launch demand from overseas in addition to our country’s government satellites.. We have to renovate the overall launch system and develop a new flagship launch vehicle with high competitiveness for overcoming the above challenges and making it sustainable.“ (mehr …)

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Das Ende einer Ära

In der letzten Zeit liest man etwas mehr über Ariane und Arianespace, sonst ist die Firma ja eher auf Understatement bedacht und auch die Diskussionen über träger laufen hinter verschlossenen Türen. Was für die Ariane 6 angeführt wird sind die geringere Startkosten. Nach diesem Interview kostet ein Start eines Satelliten auf der Ariane 5 100 Millionen Euro. Doch da die Größe nicht angegeben wird bleiben fragen offen, insbesondere, weil im weiteren Artikel dann auf SpaceX und Ariane 6 verweisen wird – nun hat aber die Falcon 9 eine GTO-Nutzlast von 3,5 t und die Ariane 6 soll 6,5 t erreichen. So macht das keinen Sinn. Wenn man die Umsätze von Arianespace durch die Starts teilt kommt man in einem reinen Ariane 5 Startjahr auf rund 160-170 Millionen Euro pro Start.

Dann gibt es die Auseinandersetzungen um die Ariane 6. Zum einen die über die fehlende Finanzierung und die Rolle Deutschlands. Dann gibt es noch das Interview von dem neuen Arianespace Chef Israel. (mehr …)

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