Die ACES für alle

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Die Beschäftigung mit dem BE-3U von Blue Origin führt mich zu folgender Überlegung:

Eigentlich liegt das Triebwerk ja in einem idealen Schubbereich. Die USA haben die RL-10 Serie mit maximal 110 kN Schub und dann das J-2X mit fast 1.400 kN Schub dazwischen nichts. Das BE-3U läge mit 710 kN Schub genau in der Mitte. Könnte man darum nicht eine gute Oberstufe basteln?

Das eine solche nötig ist zeigt die Entwicklung der Trägerraketen, die das RL10 einsetzen. Das RL10 wurde für die Atlas Centaur entworfen. Das war eine 150 t schwere Trägerrakete. Damals wurden sogar zwei RL-10 mit zusammen 133 kN Schub eingesetzt. Inzwischen ist es im Einsatz auf der Delta 4 und Atlas V mit 227 und 308 t schweren Unterstufen (Atlas-Centaur: 128 t) und nur noch 99 bzw. 110 t Schub. Gut die Schubreduktion ist eine Folge der höheren Endbeschleunigung durch die größeren Unterstufen und das man heute optimierte Flugbahnen durch den Bordcomputer fliegen kann, während man in den Sechzigern dies nicht konnte. Aber auch so sind die Oberstufen auf 23 bis 28 t Masse begrenzt. Eigentlich schon für die schweren Träger zu klein. Erst recht wenn nun noch größere neue Träger kommen, wie die Vulcan die noch schwerer sind und die OmegA sollte für eine 38 t schwere Oberstufe zwei RL10 einsetzen und trotzdem ist diese letzte Stufe klein gemessen an den Unterstufen. Die NASA benötigt zudem eine Oberstufe für die SLS. Auch hier greift man bei der EDS auf vier RL-10 zurück. Die derzeitige IPCS ist eine Delta Zweitstufe mit einem RL10. Continue reading „Die ACES für alle“

Eine gemeinsame Oberstufe für Atlas und Delta

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Seit sich Boeing und Lockheed Martin zu ULA zusammengeschlossen haben, denken die Firmen auch darüber nach die Kosten zu senken. Das kann man bei den Startservices machen weil man in der Regel nur eine Rakete auf den Start vorbereitet, so braucht nicht jede Firma ihre eigene Mannschaft vor Ort haben, man kann das aber auch bei den Trägern machen. Eine Überlegung die schon aufkam war die Oberstufen auszutauschen, also die Centaur auf der Delta und die DCSS auf der Atlas. Sinn macht nur das erste, weil die DCSS eine im Verhältnis zur Centaur höhere Leermasse hat, die den höheren spezifischen Impuls wieder ausgleicht. Ebenso wurde schon gedacht das RL-10B2 auf der Centaur einzusetzen.

Aber warum nicht weiter gehen und eine neue Stufe, basierend auf den vorhandenen Triebwerken und Legierungen entwerfen? Ihr wisst ja, ich rechne das gerne praktisch durch. Beginnen wir an mit den Triebwerken, es gibt zwei Möglichkeiten das RL-10A-4 mit 99,2 kN Schub und das RL-10B mit 110 kN Schub. Auch der spezifische Impuls des RL-10B ist höher.  Es wiegt aber 100 kg mehr. Problematischer ist das es einen Düsenenddurchmesser von 215 cm hat. Bei der Atlas können für schwere Nutzlasten zwei Triebwerke notwendig werden und mit so breiten Düsen wird das problematisch. Eine Alternative wäre ein neues Triebwerk der 250 kN Klasse, das dann Oberstufen mit einer Treibstoffzuladung von 41 t ermöglicht. Bedingt dadurch dass man nur eines braucht und wahrscheinlich ein höherer Brennkammerdruck angestrebt wird, wird dessen Düse dann wieder in den kleineren Stufenadapter der Atlas passen. Continue reading „Eine gemeinsame Oberstufe für Atlas und Delta“

Der kommerzielle Satellitenmarkt 3

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Mein letzter Artikel über den kommerziellen Satellitenmarkt stammte aus dem Jahr 1999. Seitdem hat sich viel geändert. Ich habe mich entschlossen, anstatt den alten Artikel zu verändern, ihn als Zeitzeugen so zu lassen, wie er ist und diesen hier komplett neu zu schreiben. Da er sehr lang ist gibt es im Blog den Artikel in drei Teilen: Hier im dritten Teil geht es um die Träger die derzeit keine großen Marktanteile haben. Um den Markt im Allgemeinen ging es vorgestern und um die drei Träger die derzeit den Markt dominieren gestern. Continue reading „Der kommerzielle Satellitenmarkt 3“

Die Sache mit dem EELV

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Praktisch ejde Woche kommt in einem der Raumfahrt Newpsortale etwas über das EELV. EELV? Damit wir alle auf dem gleichen Kenntnisstand sind, eine kleine Einführung in die Geschichte des EELV. Mitte der neunziger Jahre initiierte das US-Verteidigungsministerium EELV als Programm. Zum einen wollte es die Kosten für ihre Trägerraketen senken, zum anderen sollte die teure Titan ausgemustert werden. Als Nebeneffekt sollten die US-Träger wieder wettbewerbsfähig werden, nachdem Sie nach der Wiederaufnahme der Produktion nach dem Verlust der Challenger nicht wieder an ihre frühere Marktposition anknüpfen konnten. Continue reading „Die Sache mit dem EELV“