Die ESC-A/B und moderne Technik

Niels hat mich in einer Mail gefragt, warum ich seine Oberstufe mit 30,35 / 4,35 t Masse für zu leicht erachte. Nun Niels hat den „Fehler“ gemacht, sich an Oberstufen aus aller Welt zu orientieren. Die ESC-A/B werden aber nicht wie z.b. die EPC oder H10 Oberstufe von Astrium in Frankreich, sondern von Astrium Bremen gefertigt und die haben sehr schwere Oberstufen konstruiert. Die ESC A wiegt 4,545 kg trocken bei 14,6 t Treibstoffzuladung. Für die ESC B werden 6-6,25 t trocken bei 27,5 bis 28 t Treibstoffzuladung genannt. Bei der ESC-A kommt noch die 0,95 t schwere VEB dazu, bei der ESC-B soll diese integriert sein. Continue reading „Die ESC-A/B und moderne Technik“

Tune me up: Antares

So, während meines Urlaubs ist nun der Jungfernflug der Antares erfolgt, und es gibt auch einige Neuigkeiten: Die Entwicklung der Cygnus war wohl nicht teurer als die der Dragon, von 300 Millionen Dollar ist die Rede. Die Antares soll „slightly more“ gekostet haben. Als richtig teuer entpuppte sich das Launchpad, das zum Schluss auch den Start über ein Jahr verzögert hat, zwischen 120 und 140 Millionen hat man in das Pad und Infrastruktur investiert. Von Wallops aus sind bisher nie so große Träger gestartet und SpaceX hat ja eine alte Titan 3/4 Rampe genutzt, da halten sich auch die Investitionen in grenzen. Addiert man alles zusammen, so hat Orbital weitaus mehr investiert als SpaceX, zumal sie ja auch von der NASA 120 Millionen weniger bekommen. (Quelle) Continue reading „Tune me up: Antares“

Raketen die es geben könnte: Titan II Varianten

Eine der Besonderheit im US-Raumfahrtprogramm ist, dass es den Fall gibt, dass eine Rakete nur militärisch verwendet wurde und ein ähnliches Muster nur zivil. Das wurde bis in die achtziger Jahre so gehandhabt. So gab es die Thor-Agena Linie und die Thor-Delta Linie, bis Anfang der siebziger Jahre die Zahl der Starts der Thor-Agena stark zurückgingen und das Muster auslief. Stattdessen betrieben die USA dann ausgemusterte Atlas E+F und später die Titan II, um Nutzlasten zu starten die auch eine Delta starten konnte. (Vorr allem in polare Orbits: militärische Wettersatelliten und ähnliche Nutzlasten). Continue reading „Raketen die es geben könnte: Titan II Varianten“

Raketen die es geben könnte: Die Saturn IB Centaur

Saturn IB Centaur
Ich will heute mal eine lockere Reihe beginnen, in der ich Aufrüstoptionen für real existierende Trägerraketen bzw. früher existierende Modelle diskutiere. Die Nutzlastangaben basieren darauf, dass die Endgeschwindigkeit gleich bleibt, bzw. wenn ich davon abweiche werde ich dies begründen. Das ist natürlich nicht 100% genau, aber doch recht genau, da anhand der Datensätze die ich von etwa 200 Modellen habe, sich bei der Endgeschwindigkeit in einer Familie ohne drastische Änderungen am Design kaum etwas geändert. (Bei Ariane 5 wird z.B. je nach Modell eine um 2270 und 2400 m/s höhere Geschwindigkeit benötigt als nach den Orbitgesetzen anzunehmen). Diese Verluste die auch Hubarbeit, Luftwiderstand und Gravitationsverluste beinhalten sind zwar von Familie zu Familie je nach der Beschleunigung unterschiedlich, aber innerhalb gleicher Technologie recht konstant. Continue reading „Raketen die es geben könnte: Die Saturn IB Centaur“

Zurück an die Zeichenbretter!

Nun hat es auch die ESA gemerkt: Die ESC-B Stufe ist zu schwer. Ich habe das im Blog schon mal thematisiert: Die ESC-B ist wie die ESC-A viel zu schwer, sprich hat eine im Vergleich zum zugeladenen Treibstoff zu hohe Trockenmasse. Während man das bei der ESC-A noch tolerieren konnte (sie war ja mal als Lückenbüßer gedacht, weil die ESC-B Entwicklung einige Jahre dauert. So war 1998 geplant 2001 die ESC-A einzuführen und sie dann 2006 durch die ESC-B zu ersetzen) halte ich es bei der ESC-B für nicht tolerierbar.

Die Trockenmasse muss Astrium so unangenehm sein, dass ich wirklich ziemlich lange im Webs suchen musste bis ich sie fand. Ach ja, auf Anfragen haben sie auch nicht geantwortet. Nun scheint das auch der ESA aufgefallen sein. Nun will man erst mal neu überlegen.

Hallo geht’s noch? Bei Ariane lief schon in den letzten Jahren einiges schief. Zum einen waren die bisherigen Pläne für den Ausbau recht teuer, verglichen mit dem Performancesprung, die sie gebracht haben. Da macht nun auch die ESC-B keine Ausnahme. Nach den Plänen die 2001 beschlossen wurde sollte sie mal 700 Millionen Euro kosten und in 5 Jahren fertig sein. Nun sind es schon 2 Milliarden Euro und von 2017 ist die Rede – die Ariane 5 ME ist ja nichts anderes als eine umettikettierte Ariane 5 ESC-B (keine andere Veränderung ist geplant). Continue reading „Zurück an die Zeichenbretter!“