Die Lösung für ein überflüssiges Problem – warum eine Falcon 9 IXPE startet

 

Vor zwei Tagen wurde bekannt dass SpaceX wieder mal einen Satelliten der Explorerklasse starten darf. Das ist nichts neues. In der Klasse gab es schon einige gebnuchte Starts durch die NASA. Noch stehen welche für Mittelklassemissionen aus. Die Nutzlast ist der IXPE (Imaging X-ray Polarimetry Explorer)

Zuerst sieht es auch aus als wäre es wie bei den anderen NASA-Missionen wie TESS. Die Nutzlast ist mit 325 kg viel zu leicht für die Falcon. Sie sollte ursprünglich auch auf einer Pegasus starten. Soweit so gut, wenn da nicht der Orbit wäre: Es ist ein äquatorialer Orbit in 540 km Höhe. Und das macht die Mission zu einer Steilvorlage für den heutigen Blog. Continue reading „Die Lösung für ein überflüssiges Problem – warum eine Falcon 9 IXPE startet“

Der Orbit von Sensorsat

Derzeit laufen die Startvorbereitungen für den ersten Start einer Minotaur vom Cape aus. Bisher fanden die Starts alle von Wallops Island aus statt. Eine Minotaur 4 wird gerade zusammengebaut. Die Nutzlast ist der militärische Satellit Sensorsat. Die Mission hat auch die offizielle Bezeichnung ORS-5 (Operationally Responsive Space 5).

Über Sensorsat weiß man wenig. Als Ziel wird genannt, das er aus einem niedrigen Erdorbit aus Weltraumschrott im GEO erfassen und verfolgen soll. Es handelt sich um eine Technologiemission, wie sie das Militär recht oft startet. Ursprünglich als ORS-5 betitelt, dient sie dazu Sensoren zu erproben, die man dann später in größeren Satelliten einsetzen will und der Müll dient nur als Ersatz für die echten Ziele, das sind Objekte, die sich anderen Satelliten der USA nähern, um sie auszuspionieren oder vielleicht beschädigen. 2015 manövrierte sich ein russischer Satellit bis auf 10 km an zwei Intelsat Satelliten heran. Continue reading „Der Orbit von Sensorsat“

Bahnberechnungen Teil 1: Inklinationsänderungen

Nun geht es im zweiten Teil um Inklinationsänderungen, etwas was offensichtlich auch Experten ein Rätsel ist. Diesen Eindruck hatte ich zumindest, als die Columbia verlorenging und dort einige „Experten“ vorschlugen, man hätte die Raumfähre doch an die ISS andocken und evakuieren können – dumm nur wenn das aufgrund 20 Grad Inklinationsunterschied physikalisch nicht geht.

An und für sich ist die Tatsache recht einfach: auf einer niedrigen Erdumlaufbahn bewegt sich eine Raumsonde mit 7,5 km/s auf einer Bahn mit einer bestimmten Neigung zum Äquator. Diese hängt vom Startort ab. Da der Startort beim ersten Umlauf wieder überflogen wird, kann Inklination nicht kleiner als die geographische Breite sein, zumindest nicht viel kleiner (die Rakete bewegt sich südwärts und damit findet ein Teil der Brennphase bei einem niedrigen Breitengrad statt, wodurch die Inklination sinkt). Eine höhere Inklination ist immer möglich, wenn man Richtung nördlich oder südlich startet. Continue reading „Bahnberechnungen Teil 1: Inklinationsänderungen“