Interesse an Starlink und OneWeb

So wie es aussieht werden beide Netze Regierungsorganisationen als Nutzer haben, das wurde in den letzten Tagen bekannt. Bei Starlink ist es das US-Militär. Das DoD betreibt schon seit Jahren Nachrichtensatelliten nur für den Funkverkehr der Streitkräfte. Allerdings bisher im geostationären Orbit. Das Interesse an Starlink liegt auf der Hand – das Netz ist überall verfügbar, anders als bei geostationären Satelliten die Probleme mit nördlichen Breiten oder bei geografischen Hindernissen wie Bergen haben. Zudem entfällt ein Großteil der Verzögerung durch die Signallaufzeit. Diese Gründe führten auch dazu, dass nachdem Iridium insolvent war und sich unter Chapter 11 flüchtete, dass das Militär die Satellitenkontrolle übernahm und das Netz weiter betrieb, denn unter den Nutzern waren eben auch die Streitkräfte welche es für Telefonate nutzen. So gab es auch schon Tests der Datenübertragung von einer C-128 zu einem Starlink Satelliten, obwohl der System noch lange nicht für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht und es keinerlei Hardware für die Userterminals zu kaufen gibt. Auch einen 28 Millionen Dollar Auftrag um durch Tests den militärischen Nutzen des Netzes zu erproben gab es schon. Continue reading „Interesse an Starlink und OneWeb“

Raumfahrtsplitter

Eigentlich wollte ich heute Teil 2 über die Kohlendioxidsteuer, pardon, den Klimabonus, bringen nämlich, wie man die Gelder verwenden könnte, doch da sich schon beim ersten Teile eine rege Diskussion über gerade diese Frage entwickelt hat, denke ich ist das nicht nötig.

Ich will daher nur meinen Senf zu zwei Schlagzeilen geben, die in den letzten Tagen erschienen. Der Erste hat mich etwas ratlos hinterlassen, weil zwei grundverschiedene Dinge in einen Artikel gepackt wurden: Demnach sollen Arianespace und SpaceX „Rideshare“ Missionen, also Mitfahrgelegenheiten anbieten. Continue reading „Raumfahrtsplitter“

Weltraummüllvermeidung

Michael Khan hat einen Blog über Astroscale, einem Startup zur Müllbeseitigung geschrieben. Das Problem hat ja durch immer mehr Satelliten zugenommen, die nun geplanten Konstellationen von Tausenden von Satelliten in relativ großen Höhen werden es aber gravierend verschärfen. Ich habe das Thema ja schon mal behandelt, aber warum nicht öfters? Continue reading „Weltraummüllvermeidung“

Eine neue Industrie trotz hoher Startkosten

Seit Jahrzehnten wird es gebetsmühlenartig proklamiert: Wenn erst mal die Startkosten sinken, dann beginnt eine neue Ära der Raumfahrt. Dann geht man über von der Weltraumforschung zur Weltraumnutzung. Was vorgeschlagen wird, ist zeitgeistabhängig. In den Siebzigern waren es große Kommunikationsplattformen, Energie aus dem Weltraum oder die Atommüllentsorgung und Fabrikation im Weltraum. Heute ist es wieder Kommunikation, diesmal mit Flotten kleiner Satelliten und durch Erfahrung klug geworden, prognostiziert man einfach völlig neue Industriebereiche, die durch kleinere Startpreise möglich wären.

Ich stand dem schon immer kritisch gegenüber. Aus dem einfachen Grund, das selbst bei kommerziellen Satelliten wie Kommunikationssatelliten die Herstellungskosten weitaus höher sind als die Startkosten. Dabei ist deren Herstellung schon durch den hohen Bedarf und die Konkurrenz der verschiedenen Firmen optimiert. Sie basieren auf wenigen Bussen, die dann individuell abgewandelt werden. Trotzdem sind solche Satelliten heute noch eine Investition im mehrfachen Millionenbereich. Einige Angaben:

Man muss nicht mal einzelne Projekte bemühen, 2016 betrug der Gesamtumsatz aller Satellitenhersteller 13,9 Milliarden Dollar, Launch Services dagegen 5,5 Milliarden Dollar. Ein Satellit ist im Mittel zwei bis dreimal teurer als ein Start, allerdings mit starken Schwankungen, wie auch der Report zeigt: 51% der 2016 gestarteten Satelliten hatten als Hauptfunktion die Erdbeobachtung, sie machten aber nur 12% der Umsätze aus. Die militärische Aufklärung machte nur 10% aller Starts aus, doch 44 % des Umsatzes. Continue reading „Eine neue Industrie trotz hoher Startkosten“

OneWeb: Die nächste Blase?

Daran musste ich denken, als ich las. Das OneWeb daran denkt daran, weitere 1972 Satelliten zu starten. Das wären dann fast dreimal so viele wie die Firma anfangs plante (648). Ziemlich schnell nähert sich OneWeb der Zahl der Satelliten, die Space/Google planen.

Doch ansonsten gibt es Unterschiede. Während SpaceX das vor zwei Jahren ankündigte und seitdem nach Aussagen von CEO Gwen Shotwell kaum Fortschritte gemacht hat, auch weil weniger als 5% der Leute an dem Projekt arbeiten das alleine vom Startvolumen alles, was SpaceX bisher angepackt hat, in den Schatten stellt, kann OneWeb Fortschritte vorweisen. Continue reading „OneWeb: Die nächste Blase?“