Angara – so mach ich was draus

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In einem neuen der Block der Reihe „Wir wissen es besser als die Raumfahrtfirmen und -behörden“ widme ich heute der Angara und wie man das Konzept richtig umsetzen könnte. Zuallererst ein paar Worte über den Grundgedanken der Angara und der Umsetzung.

Die Idee einer skalierbaren Raketenfamilie ist eigentlich nicht neu und es gab auch schon früher Vorschläge über einen skalierbaren Träger. In gewisser Weise existieren diese ja schon – Atlas V, Ariane 4 oder Delta II waren durch Booster skalierbar, teilweise um den Faktor 2 in der Nutzlast. Wenn man weiter geht und die Angara wollte ja mal einen Bereich von 2 bis 40 t abdecken, muss man irgendwo Kompromisse machen. Meiner Ansicht nach hätte man die kleinen Nutzlasten außen vor lassen können, die kann man durch ausgediente ICBM starten von denen Russland ja in den nächsten Jahren noch etliche ausmustert. Noch immer sind RS-18, RS-24 und RS-36M im Dienst mit denen man 2 bis 3,8 t schwere Nutzlasten starten kann. Continue reading „Angara – so mach ich was draus“

Macht was aus der Angara

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Niels hat vor zwei Jahren mal „Macht mehr aus der Angara“ und „Macht noch mehr aus der Angara“ publiziert die Jewgeni, dank seiner gewohnt einfühlsamen Art Kommentare zu machen, wieder ins Gedächtnis gebracht. Gerade habe ich das Angara Kapitel in der zweiten Auflage von „Internationale Trägerraketen“ fertiggestellt. Da ich mich daher mit den Trägern neu beschäftigen musste, liegt es auf der Hand einen Blog drüber zu schreiben. Aber zuerst was zum Buch. Ich bin jetzt mit der Hälfte durch und hoffe es geht jetzt schneller. Die russischen Träger sind erledigt. Bei den europäischen kann ich auf andere Bücher von mir zurückgreifen und über Indiens, Japans und Chinas Träger gibt es sehr wenige Informationen, was dann auch die Recherche verkürzt. Ich dachte ich komme mit 500 Seiten aus, aber das wird wohl nicht reichen, derzeit habe ich schon 481 Seiten voll.

Aber zur Angara. Es geht in dem Blog nicht um die Verzögerungen, die Kostenexplosion oder andere Entscheidungen, die mit der Angara zusammenhängen (z.B. der in Wostotschny einen neuen Weltraumbahnhof aufzubauen, aber dort entsteht als erste Rampe eine für die Sojus nicht Angara, wo doch die Angara angetreten ist die Sojus abzulösen …). Es geht darum, dass aus einem Konzept mit wenigen Stufen die bisherigen Träger abzulösen, das genaue Gegenteil wurde. Continue reading „Macht was aus der Angara“

Wir basteln uns eine Angara

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In meiner losen Reihe „wir (ich) können es besser als die Raumfahrtagenturen“ will ich mich heute mal der Angara widmen. Also einer Alternative zur Angara. Eine modulare Trägerfamilie die besser als die Angara Familie ist. Zuerst einmal sollte man die Ziele definieren:

  • Die meisten Starts entfallen seit Jahren auf die Sojus und Proton. Die neue Trägerrakete sollte also die Sojus und Proton ersetzen können, das heißt in einer Version die gleiche oder eine leicht höhere Nutzlast aufweisen. Anders als die Angara lege ich keinen Wert darauf, kleine Nutzlastbereiche abzudecken, da es da kaum Starts gibt. Die europäischen Kunden für Rockot und Dnepr werden nun die Vega benutzen, außer vielleicht die deutsche Regierung, die sich gerade mal wieder mit mangelnder europäischer Solidarität blamiert hat (mal wieder, da das ja schon öfters vorkam, siehe DFS Kopernikus).
  • Anders als bei der Angara sollen nur existente russische Triebwerke verwendet werden. Das minimiert die Entwicklungskosten.
  • Die Rakete soll „umweltfreundlich sein“, d.h. kein UDMH oder NTO einsetzen. Continue reading „Wir basteln uns eine Angara“