Das Europa der nationalen Eigenmächtigkeiten

Heute ein sehr langer Blog: Ich habe gerade im Konzept das Epilog meines Buchs über europäische Träger Teil 2 fertiggestellt und will euch den nicht vorenthalten.

Beginnend mit der Fortentwicklung der Ariane 5 begann der Konsens, der in der ESA für größere Projekte notwendig ist, zu bröckeln. Die Entwicklung von Ariane und Vega unter­scheidet sich von anderen ESA Projekten in zwei Dingen:

Mit der Rakete selbst ist es alleine nicht getan – es gibt auch den Bedarf für den Unterhalt des CSG, auch wenn die Entwicklung abgeschlossen ist. Weiterhin muss der Träger ver­änderten Marktbedingungen angepasst werden: siehe das Ariane Evolution Programm.

Wenn die Rakete erfolgreich fliegt, so bedeutet dies aber auch gesicherte Arbeitsplätze in der Produktion. Jedes andere ESA Projekt kostet nur Steuergeld. Die Entwicklung einer Träger­rakete kann dagegen auch Steuereinnahmen bescheren. (mehr …)

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Das Europa der nationalen Eigenmächtigkeiten

Einer der Vorteile der Recherche für das neue Buch ist, dass man über verschiedene Dinge stolpert, In diesem Falle über die Pläne für die Weiterentwicklung von Ariane und Vega und wie diese irgendwie nicht richtig vorwärts kommen. Dazu kam ein Bericht über die ESA Beschlüsse in der aktuellen Sterne und Weltraum. Erstaunlicherweise fand ich keinen Bericht bei den ESA Pressemitteilungen. Derzeit läuft einiges schief. Frankreich versucht mehr und mehr ESA Projekte zu EU Projekten zu machen. Der Grund: Bei ESA Projekten gibt es die Garantie des Mittelrückflusses. Das bedeutet, dass entsprechend der finanziellen Beteiligung auch die heimische Industrie Aufträge erhält. Zum einen fördert das natürlich die Bildung einer Raumfahrtindustrie auch in den Ländern die weniger zum ESA Budget beitragen. Zum anderen ist so natürlich der gewählte Auftragnehmer vielleicht nicht der kostengünstigste, sondern er musste gewählt werden weil ein sich Land an dem Projekt beteiligt. Bei EU Projekten gibt es dagegen nur einen Auftragnehmer, alle anderen Konkurrenten gehen leer aus. Frankreich, mit seiner leistungsfähigen Raumfahrtindustrie rechnet damit mit mehr Aufträgen.

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Gefährdet die Vega die innereuropäische Sölidarität?

Das ist einer der Schlüsse, denn ich bei der Suche nach Material für mein nächstes Buch gefunden habe. Bei diesem Vortrag eines DLR Referenten wird argumentiert, dass Europa ja schon mit der Rockot eine Rakete hätte, die billiger als die Vega wäre. Am Unternehmen Eurockot wäre ja auch Astrium beteiligt. Nun, ich bin sicher nicht der glühende Befürworter der Vega. Als man in die Entwicklung einstieg war die kurze Marktblüte von leichten Satelliten schon vorüber. Wie der Autor ausführt, gibt es auch eine Menge Konkurrenz, vor allem aus den USA und Russland, weil diese durch die Ausmusterung ihrer früheren ICBM’s jede Menge Raketen haben die etwa 1 t in einen Orbit bringen können. Minotaur, Taurus und Athena basieren auf US ICBM, Rockot, Dnepr und Start auf russischen. Damit ist heute ein Spektrum von 0.4 bis etwa 3 t Nutzlast gut abgedeckt, obwohl es nicht so viele Nutzlasten in dieser Klasse gibt.

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Konkurrenz ist nicht gleich Konkurrenz

Zuerst einmal das wichtigste (aus meiner Sicht): Ich suche noch immer nach einem Titel und Untertitel für das nächste Buch. (Man schaue sich auch das Inhaltsverzeichnis an). Das Buch hat mich auch inspiriert mal wieder ein neues Lebensmittel in meiner "Was ist drin" Rubrik zu besprechen (Ein Beeren Müsli), das ich im Buch nicht verwenden konnte (dort findet sich schon ein Müsli und ein Bio Produkt). Das Gemini Buch, verkauft sich erfreulich gut: Gestern kamen weitere 40 Exemplar dazu. gekommen. Damit habe ich im November mehr Exemplare verkauft als in allen Monaten zusammen. Das ATV Buch ist mit knapp 40 verkaufen Büchern dagegen noch entwicklungsfähig.

Die Kommentare zu den letzten Blogs kommentiere ich mal nicht getrennt, sondern hier mal als neuer Blogeintrag.

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Beim vierten Anlauf klappts

Gestern hat sie es im vierten Anlauf noch geschafft tatsächlich einen Orbit zu erreichen. Die Falcon 1. Ist damit alles gut? Nein. Es stehen noch viele Starts an. bevor in denen sie zeigen muss wie zuverlässig sie ist. Von SpaceX gab diesmal keinen Webcast mehr und die Firma will das Video erst später veröffentlichen. Nur Statements die teilweise falsch sind (so sollen 5200 m/s für einen Orbit ausreichen). Der Orbit ist auch nicht der geplante. Es war ein höherer Orbit geplant, was auf eine Underperformance der Rakete schließen lässt. Man wird die Nutzlast wohl weiter reduzieren müssen (aufgrund der Angaben über Brennzeiten und dadurch verbliebenen Resttreibstoff kann man erreichen, dass die Falcon in diesen Orbit etwa 160 kg mehr transportiert hätte als sie es tat – das sind dann 330 kg.

Ich finde es belustigend, wie optimistisch Musk in verschiedenen Interviews trällert. Jetzt will er die Demonutzlast (die eigentlich vorgesehene wurde nicht gestartet) ja sogar von seinen Astronauten bergen lassen, die mal in seiner Dragon Kapsel starten. Sofern die jemals in die Lüfte kommt. Aber wofür das alles? Er hat nach eigenen Angaben etwa 100 Millionen Dollar in eine Rakete investiert, die eine Nutzlast von maximal 420 kg hat. Nimmt man noch die Angaben auf der Website für andere Beteiligungen hinzu, so kommt man bestimmt auf die doppelte Summe, also 200 Millionen. Das ist dann nicht mehr billig, die Vega Entwicklung kostet 262 Millionen Euro und ergibt eine Rakete mit 2500 kg Nutzlast. Macht man die Rechnung Millionen/kg Nutzlast, so ist die Vega eindeutig günstiger.

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