Die Shuttle Misere

Nachdem der Columbus Start verschoben wurde, ist das Space Shuttle wieder mal in die Schlagzeilen geraten, vielleicht zu Unrecht, denn die letzten Starts erfolgten ohne Verzögerung. Warum laufen die Space Shuttles aus? Warum will man nun zum Mond? Ich habe in Interview mit einem Raumfahrtexperten gehört, der Berater der US Regierung ist. Er meinte, man hätte dort abgewogen welches Risiko bei der bemannten Raumfahrt besteht – besonders dem Verlust der Besatzung – besteht und dem Nutzen. Man wäre zum Schluss gekommen, dass sich unter diesem Aspekt die Raumstation nicht lohnen würde, aber Expeditionen zum Mond.

Ich wäre ja fast bereit diese humanistischen Bestrebungen der US Regierung zu glauben, wenn es nicht jede Menge gefährliche Berufe gibt, bei denen man offensichtlich diese Abwägungen nicht macht. So gibt es in den USA "Firefighters" die bei großen Waldbränden hinter diesen per Fallschirm abspringen oder mit dem Hubschrauber abgesetzt werden und eine Schneise schlagen, damit sich der Brandt nicht ausbreitet. Wenn der Wind sich dreht, können immer wieder einige nicht rechtzeitig sich in Sicherheit bringen und sterben bei diesem Einsatz. Das könnte man durch eine Liste von anderen Berufen ergänzen, die gefährlich sind.

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Ungerechtigkeit

Kürzlich ging es in der Sonntagspredigt um eine Geschichte aus der Bibel: Ein Bauer braucht zur Bestellung seines Weinbergs Tagelöhner und er stellt welche morgens ein, doch die Arbeit ist zu viel, so heuert er den Tag über weitere an, die letzten kurz vor Feierabend. Dann ist die Arbeit beendet und die Tagelöhner bekommen ihren Lohn. Da regt sich dann Unmut, weil alle den gleichen Lohn bekommen, unabhängig von der Arbeitszeit. Der Bauer erwidert natürlich: "Was regt ihr euch auf – bekommt nicht jeder den Lohn, den wir ausgemacht haben? Ist es nicht meine Sache, ob ich großzügig bin?". Es schließt sich natürlich dann eine Predigt an die uns über das Reich Gottes und seine Großzügigkeit aufklärt.

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Das äußere Sonnensystem – Terra icognita?

Im Jahre 1975 veröffentlichte ein Gremium der NASA folgende "Roadmap! für die zukünftige Erforschung der Planeten:

  • 1981/82: Start eines Jupiter Orbiters mit Atmosphärensonde (das spätere Galileo Projekt)
  • 1982/83: Start eines Venus Orbiters der mit Radar 35 % Derr Oberfläche abtastet (das spätere Magellan Projekt)
  • 1983/84: Start eines Mars Rovers der die Oberfläche des Planeten erkunden sollte (die späteren Mars Exploration Rovers)
  • 1985/86 Vorbeiflugsonden an Saturn und Uranus (Ankunft 1988 bzw. 1992)
  • 1988: automatischer Rücktransport von Marsgesteinsproben zur Erde
  • Nach 1990: Start eines Saturn Orbiters mit Titan Atmosphärensonde eventuell Titan Orbiter (die spätere Cassini/Huygens Sonde).
  • Nach 1990: Uranus Orbiter mit Atmosphärensonde

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Wer braucht Galileo?

So so, manche mag Helge Schneider…. Ich fand sein Lied Katzenklo gut, doch sonst nichts was ich von ihm sah. Meine damalige Katze hat übrigens gebrummt wenn ich das Lied anstimmte, was für ihren Musikgeschmack spricht.

Columbus Start lässt auf sich warten, mit etwas Glück rutscht er auf Montag, dann kommen vielleicht ein paar Mitarbeiter bei EADS in den Genuss einer Videoübertragung mit Wurstsemmeln. Zu den Space Shuttles hätte ich auch noch was zu sagen, doch das mal an anderer Stelle. Heute geht es mir um Galileo, Europas geplantes Satelliten Navigationssystem. Ich muss gestehen, Galileo ist etwas womit ich mich nicht im Detail beschäftigt habe. Doch schon als es vorgestellt wurde, hatte ich meine Zweifel ob es funktionieren könnte.

Die Idee: Europa startet ein eigenes Satelliten Navigationssystem, zusätzlich zum amerikanischen GPS (Navstar) und russischem System GLONASS: Dieses besteht aus 30 Satelliten und wird 4.9 Milliarden Euro kosten. Die Vorteile liegen zum einen darin, dass es als ziviles System nicht abgeschaltet wird, wie es beim GPS System zumindest regional bei Kriegen schon vorkam (Irak Krieg) und die Positionsgenauigkeit höher sein soll. Über Dienste, die diese zusätzliche bessere Genauigkeit ausnutzen will man dann Geld verdienen und damit das System wieder rückfinanzieren.

Nun sagt mir zum einen meine Erfahrung, dass nur wenige Menschen bereit sind für etwas Geld auszugeben, wenn sie eine kostenlose Alternative haben. Wir kennen das aus dem täglichen Leben: Den Netscape Navigator musste man anfangs kaufen, bis Microsoft seinen Internet Explorer verschenkte und Netscape nachziehen musste und dabei bankrott ging. Es wird sicher Anwendungen geben wo man bereit ist das zu bezahlen, doch ich habe meine Zweifel ob man damit ein Milliarden Euro teures System damit finanzieren kann. Dabei muss dies auch dauerhaft gewährleistet sein, denn nach 12 Jahren müssen die Satelliten ersetzt werden, so dass wiederum einige Milliarden Euro dann anfallen.

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Da haben wir doch einen guten Schnitt gemacht….

Ja man glaubt es kaum, ich kann was positives zur bemannten Raumfahrt schreiben: Columbus ist ein Vorbild! Zum einen hat man die Kosten eingehalten: 700 Millionen Euro sollte es kosten, als es 1994 geplant wurde, 880 Millionen Euro sind es geworden. Bedenkt man, dass es 4 Jahre lang am Boden stehen musste, das Kontrollzentrum schon längst eingeweiht ist (mit einem beeindruckenden Großbildschirm, wie ich selbst bei einer Besichtigung sehen konnte) so ist diese Kostenüberschreitung fast schon gering zu nennen. Die ISS Hardware dagegen kostet nach den letzten Schätzungen 32 Milliarden Dollar. Geplant waren für die USA einmal 19.3 Milliarden Euro. Diese Summe umfasst nur die ISS Hardware. Nicht die Space Shuttle Flüge und die Kosten für den Betrieb. Addiert man diese dazu, sowie die Kosten die man von 1984-1994 für die Vorplanung aufwendete so kommt man auf Kosten von 100 Milliarden Dollar alleine für die USA über die Betriebszeit.

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