Islamische Kultur in Deutschland

In bestimmten deutschen Schulen mit hohem Türkenanteil bei den Schülern will man nun Islamunterricht in deutscher Sprache einführen. Ich finde das ganze gut, frage mich allerdings warum das nun nur etwas für Türken sein sollte. Vielmehr sollte wohl Islam an und für sich Bestandteil des allgemeinen Religionsunterrichts auch für Christen sein um die Religion zu verstehen, analog wie dann im Islam Unterricht dort etwas über christliche Religion vermittelt werden sollte, damit es hier weniger Missverständnisse und Spannungen gibt.

Ich muss sagen, dass mir der Islam in vielen Dingen suspekt ist, wobei ich nicht vom Koran rede, sondern dem was ich als Islamismus wahrnehme. Das wesentlichste was ich sehe ist eine Unbeweglichkeit der islamischen Kirche, hinsichtlich der Anpassung an fremde Kulturen und Gesellschaften. Moscheenbauten bei uns sind umstritten und nicht gerne gesehen. Warum? Weil die Bauform mit den dünnen Spargeltürmen nicht in die Städtelandschaft passt und das viele Leute verärgert. Sie sagen sich zurecht, dass in Zeiten wo man viele neuere christliche Kirchen nicht mehr auf den ersten Blick als Kirche erkennt und es auch ein modernes Verwaltungshaus sein könnte, viele davon schon ohne hohen Glockenturm, es befremdlich ist wenn eine andere Religion darauf besteht ihre Gotteshäuser genauso zu machen wie sie in anderen Ländern sind, die mit unserer Kultur gar nichts gemeinsam haben. Sicherlich gäbe es dort auch noch einen Muezzin, wenn dieser nicht mit unseren Lärmschutzauflagen kollidieren würde.

Alles was es an Riten im Islam gibt ist arabisch geprägt, so das Beten auf dem Teppich, die Form der Moschee, das Rufen des Muezzins, das mich an den Nachtwächter erinnert, den es gab bevor sich jeder eine Armbanduhr leisten konnte. Auch in deutschen Koranschulen wird der Koran auf arabisch gelernt sowohl in Wort wie in Schrift. Dazu kommen die Gelehrten dann aus dem arabischen Raum. Besser kann man die Isolation gegenüber anderen Kulturen ja wohl nicht ausdrücken. Die Christliche Kirche hat ja auch ihre Anpassungsprobleme, wie man bei der Katholischen Kirche und einigen Freiheitsbewegungen in Südamerika sieht, doch wie Christentum gelebt wird unterscheidet sich zumindest in vielen Dingen in verschiedenen Ländern, einfach weil die Kulturen verschieden sind.

Das liegt auch daran, dass alle religiösen Texte auslegungsfähig sind. Daher gibt es bei allen Religionen mehrere Kirchen (auch beim Islam) und jede hat ohne eigenen Riten und Gebräuche, die in der Regel nirgendwo in einem Text stehen. So steht glaube ich nirgendwo in der Bibel, das es in einer Kirche Bänke geben soll, sie einen Glockenturm und eine Orgel hat. Das sind nur Bestandteile unserer Gebräuche und unserer Art Gottesdienst zu halten und auch diese ändern sich. Dazu muss man nicht einmal lange warten, seit 1996 gibt es durch unseren Pfarrer z.B. ein Sing-Team mit Gospels und mehr rhythmischer Musik in unserem Stadtteil. Ich sehe beim Islam da keine Bewegung, auch nicht in den Kleidungsvorschriften.

Vor allem aber reden wir ja von Integration und Integration heißt dass zwar jeder seine Religion ausüben kann wie er will, jedoch er sich in den Kulturkreis einfügen muss den wir hier haben. Wenn ich dann höre, dass gläubige Türken bei uns mehr Freiheiten haben in der Islamausübung als in der Türkei, z.B. können bei uns Mädchen vom Sportunterricht befreit werden, wenn dieser gemischt ist oder das Tragen eines Kopftuches ist in Schulen erlaubt, in der Türkei aber erboten, dann frage ich mich ob es nicht bei uns zu viele Freiheiten gibt. Schlussendlich sehe ich gerade in den beiden letzten Dingen ein Symbol für die Unterdrückung der Frau in vielen islamischen Ländern. Das ist auf jeden fall mit unserem Grundgesetz nicht vereinbar.  Integration heißt, dass man auf jeden Fall die Gesetze des Landes befolgt in dem man lebt und sich auch dessen Kultur anpasst auch wenn einem das nicht gefällt. Schließlich dürfen Christen in islamischen Ländern ihre Bräuche ja auch nicht öffentlich ausleben. So ist das Aufstellen von Weihnachtsbäumen in Saudi-Arabien verboten. Ich finde es daher auch mehr befremdlich als beruhigend wenn sich Islamische Vereinigungen öffentlich gegen den Terrorismus und für Integration aussprechen, denn das halte ich für selbstverständlich. Wenn jemand meint dies extra betonen zu müssen, dann ist es für ihn wohl nicht selbstverständlich.

In diesem Sinne ein schönes Osterfest.

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