Braucht man eine Riesen-Trägerrakete?

Die bemannte Erforschung des Sonnensystems ist teuer. Sie ist deswegen teuer, weil man unter anderem auch enorme Massen transportieren muss. Während für die Erdorbitmissionen von Apollo eine Saturn 1B mit etwa 17 t Nutzlastkapazität ausreichte, musste es für Mondmissionen die Saturn V sein mit 130 t Nutzlastkapazität. Zubrin "Mars Direct" Plan war unter anderem deswegen so viel kostengünstiger als die NASA Pläne dieser Zeit, weil er radikal die Massen reduzierte, die man zum Mars starten soll.

Trotzdem: Für die nächsten Mondexpeditionen entwickelt man die Ares V – noch etwas leistungsfähiger als die Saturn V und für eine Marsmission braucht man mehrere Flüge dieser. Ich habe keinen Plan für eine Marsexpedition gesehen, der unter 600 t Startmasse kommt. 100 t sind ein realistischer Ansatz.

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Apollo und die ISS

Man kommt wenn man an ein Blogthema denkt sehr schnell auf andere Gedanken. Ich hatte vor mal etwas über die Apollo 18-20 Missionen hier zu schreiben. Bei dem Nachdenken über diese kommt man aber auf ganz andere Querbezüge.

Apollo teilt eines mit Mercury und Gemini: Man war sich klar, das man technisches und wissenschaftliches Neuland betrat. Vieles konnte man bei Gemini erproben, wie z.B. die Rendezvousmanöver. Vieles war aber noch unbekannt wie z.B. die Navigation über Strecken von Mondentfernung. Die Abweichungen des Mondschwerefeldes von dem einer gleichmäßigen Kugel, das gesamte Equipment und die Prozeduren mussten getestet werden.

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Großreiche

Eine  Frage beschäftigt mich seit einiger Zeit: Wann spricht man von einem "Großreich" oder einem Imperium, was unterscheidet dies von einem normalen Reich? Das ganze ist nicht so einfach, obwohl…

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Merkur und MESSENGER

Heute fliegt Messenger zum ersten Mal an Merkur vorbei, dem Planet den sie ab 2011 umkreisen soll. Seit gestern arbeitet die Raumsonde autonom ihr über 55 Stunden ablaufendes Beobachtungsprogramm ab. Da MESSENGER weder die Instrumente noch die Antenne schwenken kann, bedeutet die Ausrichtung der Sonde auf Merkur gleichzeitig einen Verlust der Funkverbindung zur erde (nicht ganz, es gibt nach wie vor eine Verbindung zum Senden von Statusdaten über eine Rundstrahlantenne, aber eben keine Beobachtungsdaten.)

Messenger sieht Merkur zuerst als schmale Sichel und fliegt ein Gebiet an, das man schon von Mariner 10 kennt. Nach dem Vorbeiflug sieht man aber neue Gebiete, die man von Mariner 10 nicht kennt. Mariner 10 passierte zwar Merkur von 1973-1975 insgesamt dreimal, fotografierte jedoch immer dieselbe Seite von Merkur. Das lag an dem gewählten Orbit. Er wurde beim ersten Vorbeiflug so gewählt, dass er genau 176 Tage Umlaufszeit hatte, mit einem sonnennächsten Punkt in 67 Millionen km Entfernung. An genau diesem Punkt passierte dann Mariner 10 den Merkur. Da dieser in 59 Tagen um seine Achse rotiert, hatte er, als er wieder dort ankam genau 3 Umdrehungen absolviert und man sah die gleichen Gebiete bei gleichem Sonnenstand.

Merkur ist das Stiefkind der Planetenforschung. MESSENGER ist erst die zweite Sonde die ihn besucht. Mariner 10 Fotos zeigten einen sehr langweiligen Körper, voller Einschlagskrater mit geringer geologischer Aktivität. Allerdings gab es auch Besonderheiten. So hat Merkur eine für seine Größe relativ starkes Magnetfeld.

Das Desinteresse an Merkur in den letzten 30 Jahren kann nicht an seiner Erreichbarkeit liegen: Natürlich ist Merkur direkt schwer zu erreichen: Man braucht für einen direkten Flug fast dieselbe Geschwindigkeit wie zu Jupiter. Aber das ist da die Venus auf dem Weg liegt, kein Problem – die Venus kann den Kurs soweit ändern, dass man zu Merkur kommt. Dies setzte schon Mariner 10 ein. Mehrere Vorbeiflüge an Merkur reduzieren dann die Geschwindigkeit relativ zum Planeten reduzieren. Das dauert Jahre wie MESSENGER zeigt – doch auch zu Saturn und anderen Zielen sind Raumsonden über Jahre unterwegs.

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