Killerspiele

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Der Amokläufer von Winnenden hat wieder mal bei einigen Politikern das Thema "Killerspiele" auf die Tagesordnung gebracht. Das ist wieder eine Gelegenheit sich zu profilieren und das Verbot dieser Spiele zu fordern. Wenn im Fernsehen dann Ausschnitte laufen, dann sieht es auch so aus als ginge es nur darum Leute umzubringen. Um es vorweg zu sagen: Ich spiele so was nicht. Es ist nicht die Art von Spielen die ich bevorzuge Ich liebe vielmehr Strategiespiele und Simulationen, am liebsten rundebasiert, so dass man Zeit zum Überlegen hat. Dinge in denen ich in Sekundenbruchteilen entscheiden muss sind nicht meine Sache. Selbst da bin ich recht konservativ und bleibe sehr lange bei einem Spiel. So spiele ich seit gut 8 Jahren an Jagged Alliance 2, einem Spiel, dass bald seinen 10 Geburtstag feiert und immer noch von einer Fangemeinde weiterentwickelt wird. Gerade aufgrund der Besonderheiten des Spiels weiß ich aber auch wie der Eindruck täuschen kann. Bei Jagged Alliance 2 ist man Chef einer Söldnertruppe, die einen Staat in Südamerika von einer Diktatorin befreien muss. Vordergründig müssen auch hier Leute gekillt werden. Doch es geht dabei vor allem um Taktik und die Leute werden nicht so realistisch dargestellt wie in Ego Shooter. Dazu kommen Elemente von Adventures und Rollenspielen, da Aufgaben gelöst werden müssen und jeder Söldner einen eigenen Charakter hat. Eine Besonderheit ist aber dass man laufend versucht seine Ausrüstung zu verbessern und schon im Organal im Laufe des Spiels mit immer mehr Waffen konfrontiert wird und diese auch kennen lernt. In verschiedenen Mods ist die Auswahl noch größer. Das hat Auswirkungen auf die Allgemeinbildung. Ich falle dann immer bei Action Filmen auf: "Mit einer MP-5K trifft man bestimmt nicht auf die Entfernung treffsicher" oder "Nein, bei einer Walter PPK gehen 15 Schuss ins Magazin, er hat also noch 3 übrig". Im allgemeinen assoziieren Leute mit genauen Kenntnissen von Waffen auch eine Affinität zu diesen. Und nichts dürfte wohl ferner meiner Natur sein. Ich halte überhaupt nichts von Schusswaffen und dem privaten Besitz dieser. Das gilt auch für Sportschützen. Diese Fehleinschätzung kann man auch auf die Angeblichen Killerspiele übertragen. Das Problem sind doch nicht die Spiele und es ist auch nicht so, dass solche Spiele Menschen zu Amokläufern machen. Genauso wenig wie die antiautoritäre Erziehung Anfang der 70 er Jahre "freie" Persönlichkeiten kreiert hat, sondern nur Kinder, die keine Grenzen kannten. Das Problem liegt doch in der Erziehung und da vorwiegend bei den Eltern. Natürlich könnte man über eine Menge von Gesetzen nachdenken, z.B. die Abgabe von allen Sport- und Privatwaffen (was dann aber immer noch die Waffen bei Polizei und Fördern übrig lässt), aber ändert das wirklich was?

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