Sechzig Jahre ARD

Dieses Jubiläum gab es in der vorletzten Woche. Ich habe mir mal eine der Shows angesehen und war doch etwas enttäuscht. Vor allem als bei der Reihenfolge der beliebtesten Moderatoren Pilawa so weit vorne landete – er mag zwar sicher am meisten Fernsehauftritte haben, aber er moderiert im eigentlichen Sinne keine Show, sondern macht Quiz Shows. Jemand den ich zu den Größen zählen würde, an den erinnert man sich noch nach Jahrzehnten – Kulenkampff, Rudi Carrel oder Fuchsberger z.B. aber kann man sich an eine Pilawa Show noch nach ein bis zwei Wochen erinnern?

Dabei wird bei den Shows, die Zusammenstellung aus sechzig Jahre ARD zeigten selbst das Dilemma der ARD deutlich: Gezeigt wurde viel aus den Siebzigern und Achtzigern, aber kaum etwas aktuelles. Inzwischen machen ja schon Satiresendungen sich selbst über die ARD lustig, die ja nur noch die Zielgruppe der über sechzig Jährigen erreicht. Besonders pikant dieser Spot von „Extra 3“, der NDR gehört ja auch zur ARD:

Dann kommt in einer der Sendung die Rede auf das Großstadtrevier und Jan Fedder wird gefragt, warum die Serie so erfolgreich ist. Seine Antwort: „Qualität setzt sich durch“. Anscheinend bemerkt dies aber in der ARD niemand. Seit etwa zwanzig Jahren begeht die ARD einen Programmfehler nach dem anderen. Es begann damit das Vorabendprogramm herunterzuwirtschaften. Für die Leute die die „Vor-Marienhof“ Zeiten nicht mehr kennen: Früher liefen da Vorabendserien. Eine Folge pro Woche, qualitativ hochwertiges Fernsehen, dass die ganze Familie ansprach, nicht nur pubertierende Teenager. Inzwischen stellt die ARD die letzten Serien noch ein: Selbst mit Grimmel Preisen gewürdigte wie Türkisch für Anfänger-

Stattdessen wird einem heute Billig-Soaps und tägliche Quiz Shows präsentiert. Dasselbe Muster findet man in anderen Teilen des Programms. Dieses „Klatschfernsehen“ das Berichte über Promis enthält wurde vom Privatfernsehen übernommen bei einigen Landessendern sogar diese gefakten Reality Shows, neudeutsch „Dokutainment“ genannt.

Auf der anderen Seite wird gutes Fernsehen in exotische Plätze verbannt. Maischberger und Beckmann kommen nach 23 Uhr. Die einzige Wissenssendung sonntags um 17 Uhr. Ich frage mich warum: Die ARD ist doch größtenteils gebührenfinanziert. Sollte mit diesen Gebühren dann nicht qualitativ hochwertiges Programm entstehen, das eben auch die Aspekte Bildung, Information und Kultur abdeckt? Es mag weniger Leute erreichen, doch das ist immer so. Es gibt immer mehr Leute die „Bild“ lesen als die FAZ. Aus dem gleichen Grund finanziert der Staat ja auch Büchereien, Theater und Opern, die sich auch nicht alleine tragen und nur eine Minderheit erreichen. Aber das ist eben der Auftrag des Staates und der ARD. Es bliebe noch genug Platz für gute Fernsehspiele, Serien und Spielfilme, ohne sich auf SAT1 oder RTL Niveau zu begehen – und wer weiß, vielleicht stimmt dann die Quote auch, denn auch ich glaube:; Qualität setzt sich durch.

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