Die erste private Marsexpedition

Es soll am 30.4. zum Start der ersten COTS Mission zur ISS angekündigt werden, doch es ist schon jetzt durchgesickert: SpaceX plant bei dem Jungfernflug der Falcon Heavy Anfang nächsten Jahrs eine Marsmission. Geplant ist, eine modifizierte Dragon weich auf dem Mars landen zu lassen. Damit soll das Konzept der „Red Dragon“ der NASA schmackhaft gemacht werden. SpaceX kündigte ja schon seit Jahren an, dass die Dragon auf jedem Himmelskörper würde landen können, auch auf dem Mond und Mars. Für das Wissenschaftsprogramm der NASA war dafür eine unbemannte Variante der Dragon gedacht.

Die Falcon Heavy soll 13 t zum Mars befördern können – mehr als genug um eine Dragon aufzurüsten, die ohne Treibstoff rund 5,2 t wiegt. Die Änderungen würden in einer Umrüstung des Trunks bestehen, der nun qualifiziert für lange Missionen sein muss und angepasst sein muss für den Flug zum Mars (bessere thermische Isolation, größere Solarpaneele.

Die Kapsel selbst wird die für bemannte Einsätze vorgesehenen Triebwerke erhalten, um weich zu landen, ebenso wie die ausfahrbaren Landebeine. Eine Anpassung des Fallschirms, der auf dem Mars wenig wirksam ist, ist nicht geplant. Dafür wird die Kapsel größere Treibstoffvorräte (Platz ist für 1.290 kg) mitführen um mit den Triebwerken die Endgeschwindigkeit zu reduzieren. Das Material des Hitzeschutzschildes ist schon qualifiziert: dieser stammt vom Ames Research Center und wurde in größerer Form schon für das MSL entwickelt.

Die wirkliche Sensation ist aber, dass Elon Musk ein Versprechen nun schon wahr macht. Er kündigte an, dass bald jeder für eine Halbe Million Dollar mit SpaceX zum Mars wird fliegen können (interview siehe hier). Und dies nicht erst in einer fernen Zukunft, sondern schon 2013! Allerdings gilt das Angebot noch nicht für lebende Personen. Es wird die Red Dragon Urnen zum Mars befördern. Wer gut betucht ist und eine Halbe Million Dollar übrig hat, der kann seinen Verblichenen zum Mars fliegen lassen. „Wir tun alles für die Sicherheit der Mission“, so wird auch der von SpaceX entwickelte Fluchtturm ein erstes Mal eingesetzt werden, dass die Kapsel in jedem Falle geborgen wird“. führt Musk weiter aus. Rein theoretisch könnte die geräumige Kapsel über 1000 Urnen aufnehmen. Doch selbst Elon Musk rechnet nicht mit einer solchen Nachfrage „Amy Winehouse und Whitney Houston sind prominente Kunden, wir haben darüber hinaus auch Anfragen von rund 100 weiteren Personen, aber wir haben noch viel Platz zu offerieren“. Angesprochen, auf die Frage ob nur Urnenbestattungen möglich sind, da es ja religiöse Vorbehalte gegen diese geben kann antwortete er „Leider wegen der engstirnigen Vorschriften für Anzahl der Bakterien die zum Mars gelangen dürfen, derzeit ja. Wir wollen auch testen, ob ein Rover aus der Kapsel heraus rollen kann und werden daher die Türe öffnen und mit einer Kamera dies dokumentieren. Damit ist aber der Innenraum nicht mehr hermetisch versiegelt. Wir sind derzeit in Diskussion mit Astrobiologen und Geistlichen ob auch die Gefriertrocknung der Kunden in Frage kommt. Allerdings wird wegen des größeren Volumens diese Form des Transports auf wenige Personen beschränkt sein“.

Immerhin: einmal hat Elon Musk recht behalten: er wird Menschen zum Mars befördern und es wird enorm billig sein, und er schafft es ohne die NASA – nur hat er nie gesagt in welchem Aggregatzustand und ob diese auch lebendig den Mars erreichen (von der Rückreise ganz zu schweigen).

6 thoughts on “Die erste private Marsexpedition

  1. > Und dies nicht erst in einer fernen Zukunft, sondern schon 2013!

    Aber, aber, aber, …
    ich dachte, 2013 fällt aus? Also wird es doch wieder nichts mit der Marsmission.

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