Der kommerzielle Satellitenmarkt 1

Mein letzter Artikel über den kommerziellen Satellitenmarkt stammte aus dem Jahr 1999. Seitdem hat sich viel geändert. Ich habe mich entschlossen, anstatt den alten Artikel zu verändern, ihn als Zeitzeugen so zu lassen, wie er ist und diesen hier komplett neu zu schreiben. Da er sehr lang ist gibt es im Blog den Artikel in drei Teilen: Hier im ersten Teil geht es um den Markt und in den Teilen zwei und drei, morgen und übermorgen um die Träger.

Der Markt

Zuerst einmal: Um welchen Markt geht es? Wenn ich von einem „kommerziellen Markt“ spreche, dann ist dies ein Markt, bei dem ein Unternehmen einen Satelliten in Auftrag gibt, ihn starten lässt und betreibt und mit ihm Geld verdient, z.B. über Kommunikationsdienstleistungen oder verkaufte Produkte wie Satellitenbilder. Denkbar wäre auch die Fertigung im Weltraum. Seit gut drei Jahrzehnten gibt es den Satelliten in den geostationären Orbit zu starten, die dann Telekommunikationsdienste anbieten. (mehr …)

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Ein Teleskop für Astronomen in den Orbit – Schnapsidee oder Geschäftsidee

Vor ein paar Jahren wurde ich mal von jemanden angeschrieben, ob ich nicht was über sein Projekt eines „Dobson“ Teleskops im Orbit bringen sollte. Da das ganze nicht sehr weit gediehen war, außer einer Projekt-Homepage, habe ich es nicht weiter verfolgt. Nun taucht die Idee wieder auf, diesmal bei der 31.ster Bochumer Herbsttagung der Amateurastronomen. Man scheint einige prominente Befürworter gefunden zu habe, darunter Gerhard Thiele.

Der Plan: ein 80 cm Teleskop wird in den Orbit gebracht und die Beobachtungszeit für mehrere Hundert Euro pro Stunde vermietet. 80 bis 130 Millionen Euro soll es kosten und 300 kg wiegen. (mehr …)

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Wie entstehen die einzelnen Käsesorten?

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Fast alle Käse werden durch Mikroorganismen verändert, wenn man von wenigen Ausnahmen wie Frischkäse oder Quark absieht. Dadurch entstehen die verschiedenen Käsesorten, die sich dann auch noch in der Reifezeit unterscheiden.

Basis ist der Käsebruch. Er entsteht, wenn man das Eiweiß der Milch durch Säure oder Enzyme ausfällt und nur dieser Bruch wird weiterverarbeitet. Die Restflüssigkeit, die je nach Art der Ausfällung, noch etwas Eiweiß, Milchzucker und Mineralstoffe enthält, wird dann getrocknet und als Molke als billige Zutat in zahlreichen Lebensmitteln verwendet. Den Fettgehalt des Käses stellt man durch den Rahmanteil der Milch ein.

Schon bei der Ausgangsbasis Milch gibt es Unterschiede. Jeder Käse, der in einer größeren Molkerei produziert wird, entsteht aus pasteurisierter Milch. Bei handwerklich erzeugtem Käse wird Rohmilch verwendet und diese Käse gelten als geschmacklich besser. Trotzdem ergaben Untersuchungen in der Schweiz, dass schädliche Keime keine Chance zur Vermehrung haben: Die Rohmilch kommt in Holzzuber, die an ihrer Oberfläche mit einem Bakterienrasen besiedelt sind. Diese Bakterien wandern innerhalb von Minuten in die Milch und vermehren sich dort so stark, dass sie alle anderen Bakterien verdrängen. Da es sich anders als bei den Startkulturen der Molkereien nicht um eine homogene Startkultur handelt, sondern eine Gemeinschaft von Bakterien, wirkt sich dies natürlich auch auf den Geschmack aus. (mehr …)

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Was ist der Unterschied zwischen den einzelnen fermentierten Milchprodukten?

Zuerst einmal beginnt alles mit Milch. Diese wird vorher pasteurisiert, homogenisiert und auf den gewünschten Fettgehalt eingestellt. Der Fettgehalt der Milch schwankt, deswegen ist auch bei Milch, die in den Handel kommt, es üblich zuerst das Fett fast komplett durch Zentrifugieren abzutrennen (es bleibt ein Rest von etwa 0,1 bis 0,3 % Fett) und dann wieder Rahm zuzugeben, bis der gewünschte Milchfettanteil erreicht ist.

Dann teilen sich die Wege auf. Sauermilch entsteht durch bakterielle Fermentierung. Eingesetzt werden z.B. die Bakterienkulturen von Streptococcus cremoris, Streptococcus lactis, Leuconostoc citrovorum. Sie vergären den Milchzucker zu Milchsäure. Die Milchsäure senkt den pH-Wert der Milch ab, das verhindert zum einen den Befall mit fremden Keimen und eine verlängerte Haltbarkeit, es fällt dann aber auch das Eiweiß aus. Je nach Kultur entsteht vorwiegend L(+)-Milchsäure oder D(-)-Milchsäure. Da der menschliche Körper nicht die D(-)-Milchsäure abbauen kann, ist man bestrebt vor allem die rechtsdrehende L(+)-Milchsäure zu erzeugen. 80-90% sollten aus dieser bestehen. Ist zu viel D(-)-Milchsäure enthalten, so belastet dies die Regulation des körpereigenen Systems um den pH-Wert im Blut konstant zu halten und die Niere muss mehr leisten um die Milchsäure im Urin aufzukonzentrieren. Die Bezeichnung gibt an, dass es zwei Sorten von Molekülen gibt, die sich chemisch identisch verhalten, aber unterschiedliche physiologische Wirkungen haben. Die Buchstaben D/L geben die genaue Position der Gruppen im Raum an. Es gibt genau zwei, die sich wie Bild und Spiegelbild verhalten. (analog der menschlichen Hand, bei der linke und rechte Hand ja auch nicht deckungsgleich sind). Die Angabe „+“ oder „-“ weist auf eine physikalische Eigenschaft dieser Moleküle hin: Sie drehen das Licht, wenn man die Reinsubstanz in Kristallen unter dem Mikroskop beobachtet, entweder nach links (-) oder rechts (+). Auch hier gilt: Dreht die L-Form das Licht nach links, so dreht die D-Form es nach rechts – und umgekehrt. (mehr …)

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Die Erforschung der Venus und die Spekulationen über Leben – 3

Leben auf der Venus

Wenn man heute nach Orten im Sonnensystem sucht, wo es Leben geben könnte, dann sucht man sicher nicht auf der Venus danach. Die Temperaturen auf der Oberfläche sind so hoch, dass selbst einige Metalle schmelzen würden, der Druck ist so hoch wie im Meer in 900 m Tiefe und in höheren Wolkenschichten gibt es ätzende Minorbestandteile wie Schwefeldioxid und Flusssäure. (Nicht wie immer behauptet wird an der Oberfläche, was herunter regnet verdampft und dissoziiert längst bevor es den Boden erreicht). Doch während man heute Leben auf Mars und Europa vermutet und sich welches auf Titan in einer fernen Zukunft vorstellen kann (wenn sie Sonne zum roten Riesen wird, wird es auf Titan gemütlich warm und dort liegt alles was sich für eine ordentliche Ursuppe benötigt wird in rauen Mengen vor). so war es früher en Vogue über Leben auf der Venus zu spekulieren. (mehr …)

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