Die Fitness-Uhr und ein MP3 Player von dem sich keiner trennt

Heute mal wieder ein etwas trivialeres Thema, denn in Sachen Raumfahrt gibt es nicht wirklich viel neus das man diskutieren könnte. Ich will mich mal mit zwei Dingen beschäftigen. Das erste ist eine „Fitnessuhr“ so nenne ich sie zumindest. Es ist eine Uhr mit einigen Sonderfunktionen. So kann man den Puls messen (deswegen habe ich sie im Januar gekauft) und sie hat einen „Trainings Modus“ in dem sie zurückgelegte Strecke erfasst. Dazu gibt es einige andere Statistiken die man abfragen kann.

Der letzte hat es mir angetan, wobei der bei mir dauernd läuft und nicht nur wenn ich gehe. So stellt sich zuerst mal die Frage, wie man damit Strecke misst bzw. Geschwindigkeit. Ein Test auf einigen Strecken zeigte das die Strecke und Geschwindigkeit relativ genau waren. Nach Anpassen der Schrittlänge waren sie dann genau innerhalb kleiner Schwankungen. Subjektiv scheint die Uhr auch Anstrengung korrekt zu messen. Wenn ich morgens aufstehe habe ich zwischen 40 und 200 m auf der Uhr, die vom Gang aufs Klo oder mehr oder weniger unruhigen Schlaf herrühren. Wenn ich Fahrrad fahre bekomme ich natürlich nicht die richtige Strecke angezeigt, aber in etwa die die ich in zügigem Tempo in derselben Zeit zurückgelegt hätte also etwa 1,2 km bis zum Nachbarort (mit dem Fahrrad 3,5 km etwa 12-13 Minuten). Umgekehrt ist ein Gang vom Keller in den zweiten Stock nach der Uhr 40 m lang – vertikale strecke sind es nur 8-9 m, weiß man das Treppensteigen erheblich anstrengender als Gehen ist und Fahrradfahren etwas anstrengender ist (im Sinne des Energieverbrauchs) so erscheint das plausibel, Tätigkeiten jeder Art werden also in „Energieäquivalenten im Gehen“ umgerechnet.

Leider schweigt sich die knappe Anleitung über die Meßmethode aus. Ich dachte zuerst an einen Beschleunigungssensor, schließlich bewegt man die Hand beim Laufen auf jeden Fall gibt es aber einen Stoß wenn man mit dem Fuß aufsetzt. Nur würde man dann beim Fahrradfahren keine Strecke messen, denn da ist die Hand fest am Lenker und wenn es keine Schlaglöcher gibt so gibt es auch keinen Stoß. Später tippte ich auf den Puls, weil der ein Grad für die Anstrengung und damit beim Laufen für die Geschwindigkeit ist. Doch das alleine kann es auch sein. Legt man sich z.B. direkt nach einem längeren Laufen hin, so steigt die Strecke nicht an, obwohl der Puls noch hoch ist. Derzeit vermute ich eine Kombination beider Sensoren.

Nun gibt die Uhr auch einiges mehr aus wo verbrauchte Kalorien und Fettverbrennung. Da wirds kompliziert. Natürlich korrespondiert ein höherer Puls mit einer größeren Anstrengung und daher höherem Energieverbrauch. Allerdings ist der Zusammenhang nicht linear. Der Ruhepuls liegt bei etwa 40% des maximal möglichen und da beträgt dann die Strecke / zusätzlich verbrauchte Kalorien 0. Wenn man den maximalen Puls mit der höchsten Anstrengung verbindet die möglich sind, dann entspricht das z.B. bei einem 100 m Lauf über 300 kJ/kg (schon der hohe Wert zeigt dass man diese Belastung nicht lange durchhält). eine Uhr die daraus verbrauchte Energie berechnen will hat es also mit einer exponentiell ansteigenden Kurve zu tun, wo kleine Fehler gleich große Auswirkungen haben. Man kann also nicht Strecke in Energie umsetzen.

Meiner persönlichen Ansicht nach korrespondiert es auch nur bedingt mit der Anstrengung. So hatte ich mal 27 km auf der Uhr, als ich an einem Tag nach Esslingen zum Einkaufen ging und zurück. Das macht nur 12 der 27 km aus, doch danach war ich ziemlich müde. Letzten Sonntag kam ich auf den bisher höchsten Tageswert von 32,35 km – davon stammen nur 9 km vom Laufen aber ein ziemlicher Anteil von 3,5 Stunden Hausarbeit nachdem derzeit die Handwerker sich die Mühe geben, jeden Tag neuen Dreck überall zu verbreiten. 3,5 Stunden Hausarbeit entsprechen rund 2 Stunden Gehen oder weiteren 10 km. Trotzdem war ich an dem Tag nicht so geschafft. Für den Blog habe ich nun den gestrigen Tag mal protokolliert. Abends zeigte die Uhr diese Daten an:

  • zurückgelegte Strecke: 23,03 km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 5,1 km/h
  • Verbrauchte Energie : 1673 kcal
  • 217 g Fett verbrannt
  • Reine Laufzeit: 4:25:29
  • Schritte: 26742

Einige Daten hängen direkt voneinander ab. So kann man aus Schrittlänge und Anzahl die Distanz bestimmen, durch Teilen durch die Zeit die Durchschnittsgeschwindigkeit. Woran mir liegt, ist ob man die Daten auch verifizieren kann.

Nun die Tätigkeiten:

3,7 km Morgenspaziergang (mache ich seit ich Rückenprobleme habe jeden Tag): 40 min

dann war ich mit dem Fahrrad unterwegs:

  • 10 Minuten Einkaufen
  • 45 Min zum Berkheimer Freibad
  • Während des Schwimmens habe ich die Uhr nicht angehabt (2 h)
  • etwa zweieinhalb Stunden bin ich gestern gelegen
  • Die sitzende Zeit ist schwer einzugrenzen, weil ich dank der Handwerker dauernd von Computer weg musste aber ich schätze etwa 3 Stunden.
  • 8 Stunden habe ich geschlafen
  • Den Rest der Zeit müsste dann auf verschiedene Tätigkeiten (Kochen, Hin und her laufen, Stehen etc.) entfallen. Das wären als Differenz 415 Minuten.

Nun meine Gegenrechnung anhand der Tabellenwerte für diese Tätigkeiten. Für den Rest habe ich als Profil den Wert für Bügeln genommen.

  • Gehen: 15,8 kJ/kg/h: 2/3 * 75 * 15,6 = 780 kJ
  • Fahrradfahren: 10,4 kJ/kg/h: 0,917 x 75 x 10,4 = 715 kJ
  • Sitzen: 1,3 kJ/kg/h: 3 x 75 x 1,3 = 292,5 kJ
  • Bügeln: 6 kJ/kg/h: 6,917 x 75 x 6 kJ = 3112 kJ
  • Summe: 4900 kj = 1170 kcal entsprechend einem PAL von 1,65

Demgegenüber ist der Wert der Uhr von 1673 kcal etwa 40% höher. Bei einem angegebenen Energiegehalt von 27.000 bis 29.000 kJ pro Kilogramm Fettgewebe in der Literatur liegt der Wert für die Fettverbrennung doch ziemlich niedrig, er entspricht einem Energiegehalt von 32.300 kJ/kg Fett. Mein erster Gedanke dass tatsächlich nur dafür die Energie oberhalb eines bestimmten Levels genommen wird, also z.B. erst ab einem Puls von 80 konnte ich aber heute widerlegen als bei einer anderen Energie praktisch derselbe Divisor von kcal/Fett herauskam. Dieser wert liegt etwas praxisnäher beim richtigen, der bei 175 g gestern liegen dürfte (4900 kJ/28.000 kJ).

In der Summe ist es eine Orientierung aber nicht sehr genau. Immerhin korrespondiert es in etwa mit einem Energiebedarf. Wenn ich wirklich den ganzen Tag nur im Haus bin komme ich auf 8000 m pro Tag entsprechend 2440 kJ für den Leistungsumsatz das entspricht einem PAL von 1,32. Normal sind selbst bei wenig Bewegung 10-11 km entsprechend einem PAL von 1,43 also dem für Tätigkeiten mit kaum Bewegung angegebenen.

Es relativiert aber auch Aussagen, die mich vor einiger Zeit noch beeindruckten. So gab es die Empfehlung pro Tag mindestens 10 km zu laufen und ich dachte mir „das ist eine Menge“. Wenn man aber wirklich die Uhr dauernd an hat und man kauft zu Fuß oder mit dem Fahrrad ein, muss zischen zwei Stockwerken pendeln und macht auch etwas Hausarbeit oder kocht, so komme ich locker auf die 10 km pro Tag, normal sind wenn ich nicht den ganzen Tag schreibe eher 13-14 km.

Der zweite Punkt betrifft meinen MP3 Player. Ich habe seit einigen Jahren es werden sicher drei oder vier sein, einen Create Zen Mp3 Player. Mit dem bin ich auch sehr zufrieden. Vieles nutze ich nicht und von dem was ich nutze stört mich nur zweierlei: Der Zufallsgenerator sorgt dafür, dass man auch bei über 600 Liedern innerhalb weniger Stunden einige Lieder immer wieder hört ist also nicht wirklich „zufällig“ und wenn man den Album Mode anschaltet endet das abspielen am Ende eines Albums anstatt das man dann beim nächsten von vorne beginnt.

Nach so vielen Jahren wollte ich einen Player mit mehr Speicher, doch Creative hat die Serie eingestellt bzw. die Nachfolgemodelle haben Features die ich nicht will wie Touchbedienung (schon an die Tasten kommt man leicht ran und verstellt durch Bewegung was) oder Wlan Anschluss. Doch selbst die sind nicht mehr verfügbar. Creative ist offenbar aus dem MP3 Player Geschäft ausgestiegen. Selbst bei ebay sind die Player rar und kosten dort mehr als meiner neu. Nun habe ich mal bei einem mitgeboten, mal sehen ob ich ihn für mein Maximalgebot (50% des Neupreises) bekomme. Ich kanns verstehen, ich würde mich von meinem Zen auch nicht trennen.

2 thoughts on “Die Fitness-Uhr und ein MP3 Player von dem sich keiner trennt

  1. MP3-Spieler mit viel Speicher: Was gibt es denn aktuell noch? Seit Apfel den I-Potz mit Festplatte eingestellt hat, schauts ja mit Geräten >128 GByte ziemlich maus aus. Wenn man dann noch ein Auto mit Apfel-Potz Einbindung hat (ich nicht, keine Sorge) und da was größeres dranhängen möchte hat man wohl pech gehabt? Oder gibts da mittlerweile brauchbare Alternativen?

  2. Ich habe einen Sony MP3-Player (NWZ-F886, 32 GB), mit dem ich sehr zufrieden bin. Allerdings ist er preislich mit ca. 300 Euro nicht für jedermann erschwinglich. Ich nutze ihn aber nicht unterwegs, sondern nur daheim. Für unterwegs genügt mein Galaxy S2 Handy, da ist mir der Sony zu schade. Meistens höre ich mit dem Sony nachts Musik, ich finde es sehr entspannend, im Bett zu liegen, Musik zu hören und dabei langsam einzuschlafen. Die Speicherkapazität ist mit 32 GB (27 GB nutzbar) ist für mich ausreichend, könnte aber gerne noch größer sein. Eine Erweiterung durch eine Speicherkarte ist leider nicht möglich. Großer Vorteil des Geräts ist die absolut umwerfende Klangqualität, die aber nur mit sehr guten Kopfhörern und guter Musikqualität zum Tragen kommt (mindestens MP3 mit 320 kbit/s). Der Player spielt fast alle gängigen Formate ab, besonders zu empfehlen ist das verlustfrei komprimierte flac-Format, das volle CD-Qualität mit moderaten Dateigrößen kombiniert. Persönlich höre ich am liebsten Soundtracks. Meine liebsten Soundtracks sind dabei Herr der Ringe – Complete Recs, The Hobbit, Titanic, Der letzte Mohikaner (1992), Robin Hood (2010), Backdraft usw. Dazu kommen noch einige ältere Pop- und Rock-Titel. Die für mich wichtigen Soundtracks sind in flac komprimiert, die restliche Musik in MP3 mit 320 kbit/s.

    Für dich dürfte der Player allerdings nicht geeignet sein. Er hat ein sehr großes Display, läuft mit Android und wird komplett per Touchscreen mit nur wenigen Tasten bedient. Für mich allerdings ist dieser Player absolut ideal, man kann wie bei einem Handy zusätzliche Apps installieren und so zb den Player auch als E-Book-Reader nutzen, wenn der Kindle mal keinen Saft mehr hat.

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