Vom Koi zur Schnappschildkröte

Vor mehr als sieben Jahren schrieb ich den Blog vom Hai zum Koi, sieben Jahre später denke ich, ist es eine gute Zeit nach dem Jungfernflug der Falcon heavy an das Thema anzuknüpfen.

Nach dem Jungfernflug der Falcon Heavy kommen nun mehr praktische Fragen auf. Vorher war man ja gespannt, ob sie überhaupt kommt und wenn ja wann. Nun frage ich mich zumindest, wozu sie da ist. Die große Auftragsflut ist ja ausgeblieben. Das aktuelle Launch Manifest weist nur drei kommerzielle Starts und eine Air Force Testmission für die Falcon Heavy aus. Der Teststart ist Bestandteil der Zertifizierung, da dabei die Fähigkeit zur Wiederzündung nach vielen Stunden und die Veränderung der Inklination, beides benötigt für GSO-Missionen demonstriert wird. Das musste eine eine Falcon 9 bisher nicht können.

Wozu SpaceX die Falcon Heavy braucht

SpaceX selbst zeigt ja, wie man die Falcon Heavy einstuft, denn als Preismodell gibt man nur 8,5 Tonnen in den GTO an, obwohl es ja eigentlich 26,8 t sein sollten. Man will wohl alle Booster landen, anders könnte SpaceX nicht den Start für nur 40 % mehr als die Falcon 9 anbieten. Die hohe Nutzlasteinbuße entsteht dadurch, dass zwei Booster an Land gelandet werden (verbraucht mehr Treibstoff, da die Bahn umgedreht wird) und einer, der zentrale, auf einem Dronenschiff. Der Letztere wird bei höherer Geschwindigkeit abgetrennt, dafür benötigt er ebenfalls mehr Treibstoff und wahrscheinlich auch eine stärkere Hülle wegen der größeren Belastungen. Das Konzept: „Wiederverwendung ist ökonomisch“ widerlegt SpaceX so selbst: Zwar ist der Kilogrammpreis etwas günstiger (11.300 / 10.600 $/kg) aber nur noch 31,8 % (Falcon 9: 66,2% der nominellen Nutzlast) erreichen den GTO. Schaut man einige Jahre zurück, so ist die Falcon Heavy sogar enorm im Preis gestiegen. Als sie angekündigt wurde, sollte sie 136 Millionen Dollar bei 21,2 t Nutzlast in den GTO transportieren, nun kostet ein Bruchteil dieser Nutzlast 6,5 t schon 90 Millionen. Das ist eine Preissteigerung um zwei Drittel, ja Wiederverwendung ist teuer – zumindest bei der Falcon Heavy.

Es gibt eine Reihe von Gründen, warum die Falcon Heavy nur wenige Starts absolvieren wird. Für kommerzielle Starts vor allem in den GTO ist die Falcon Heavy zu groß und zu klein. Zu groß, weil die theoretische Nutzlast (ohne Wiederverwendung) mit einer Ausnahme, dazu komme ich noch nirgendwo gebraucht wird. Mag sein, das Musk spekuliert, das die NASA SLS aufgibt, doch mit etwas Menschenverstand müsste er wissen das, dem nicht so ist. Die SLS entstand als Obama, die Ares V einstellte, weil das Parlament die Rakete haben wollte (wahrscheinlich nur um Arbeitsplätze zu sichern, denn sie wird allerhöchstens einmal alle zwei Jahre starten und bisher sind nur zwei Missionen geplant). Analog wird Orion weiter geführt, obwohl die ISS von kommerziellen Vehikeln versorgt wird und außer Mondumrundungen das Raumschiff nirgendwo eingesetzt werden kann.

Die Falcon Heavy ist aber auch zu klein, und das bezieht sich auf die Nutzlasthülle. Die ist 13,1 m lang, kürzer als alle Nutzlasthüllen der Konkurrenten, selbst denen die auch nur Einzelstarts durchführen. Es gibt nur eine Hülle für Falcon 9 und Falcon Heavy trotz dreimal größerer Nutzlast.  Ein Satellit passt rein, aber keine Zwei. Eine Doppelstartstruktur hat SpaceX deswegen schon gar nicht entwickelt. Der Grund ist wahrscheinlich, die dauernde Verlängerung der Rakete. Seit der ersten Falcon, die noch 333 t wog, hat man die Rakete gestreckt auf nun fast 70 m Länge bei nur 3,6 m Durchmesser. Auf den langen Körper wirken beim Aufstieg aerodynamische Kräfte und dann muss man entweder für eine noch längere Rakete die Struktur verstärken (kostet Nutzlast) oder eben die Nutzlasthülle verkürzen. SpaceX hat sich irgendwann mal dazu entschlossen die Konstruktion auf die Falcon 9 zu optimieren, also so lange wie möglich für einen Einzelsatellitenstart der alle heutigen Satelliten transportieren kann und bei etwas Leichteren sogar noch eine Bergung zulässt. Dabei hat man in Kauf genommen, dass man bei der Falcon Heavy nur kurze Nutzlasten (im Verhältnis zur Kapazität) starten kann. Auch das publikumswirksame Befüllen mit unterkühlten Treibstoffen ist eher ein Eingeständnis, das man keine bessere Lösung hat, als technologisches Können: wenn man die Tanks nicht mehr verlängern kann, dann müssen eben die Treibstoffe eine höhere Dichte haben, um mehr davon mitzuführen. SpaceX selbst rechnet selbst nicht damit, dass jemand die Nutzlast ihrer Raketen ausnutzt, denn wie man offiziell im Users Guide nachlesen kann, ist der Nutzlastadapter für eine Last von maximal 10,8 t ausgelegt. Wahrscheinlich gibt es Reserven, sodass man bei einem angepassten Adapter etwas höher gehen kann, aber bestimmt nicht die volle Nutzlast der Falcon 9. Bei gängigen Zuschlagfaktoren für eine Struktur die 62 t mehr Last trägt und der höhere Treibstoffverbrauch zur Veränderung des Neigungswinkels, erhöhen 62 t mehr Nutzlast die Masse der Oberstufe um 1,5 t. Um diese 1,5 t sinkt dann die Nutzlast für alle Orbits. Beim GTO von (angeblichen) 8,2 t auf 6,7 t.

Warum die Falcon Heavy trotz selbst eingestandener Probleme und mehr als vier Jahren Zeitverzögerung nicht aufgegeben wurde? Weil es eine Nutzlastgruppe gibt, die die Falcon 9 auch ohne Weiterverwendung nicht starten kann: militärische Satelliten des DoD. Die haben seit den Sechziger Jahren keinen integrierten Antrieb sind also darauf angewiesen, dass die letzte Stufe den GEO zirkularisiert. Schon mit den optimistischen Strukturfaktor von 25 hat die letzte Stufe eine Trockenmasse von mindestens 4 t. Schon mit der Raketengrundgleichung kann man errechnen, das für ein ΔV von 1800 m/s, wie man es beim Start vom CCAF hat, die GEO-Nutzlast auf 3,1 t sinkt. Doch die Stufe ist nicht isoliert. In den 5 ½ Stunden, die sie braucht, um den GTO zu erreichen, wird einiges an Sauerstoff verdampfen und davon ist nur noch wenig übrig – etwa 3,7 t. Bei der Falcon Heavy ist es erheblich mehr Treibstoff und die GEO-Nutzlast ist höher. Die Atlas V hat drei Versionen mit mehr als 3,1 t GSO-Nutzlast, die Delta 4M (5,4) liegt bei 3,2 t und die Delta 4 Heavy bei 6,75 t. SpaceX hat sich auf Regierungsstarts konzentriert, und um sich um alle Aufträge bewerben zu können, braucht SpaceX die Falcon Heavy.

Vom billigsten Anbieter zum Teuersten

Das leitet mich zum zweiten Punkt über. Auch wenn SpaceX sich nach außen hin als wahnsinnig innovativ gibt und immer neuere Projekte postuliert (als Ausgleich werden dann die früher angekündigten wieder eingestellt wie die Red Dragon oder die bemannte Mondumrundung), hat sie sich, wenn man die realen Fakten betrachtet, zu ULA 2.0 entwickelt.

Nach dem letzten Report des GAO hat:

  1. SpaceX bisher am meisten Gelder im Rahmen von CCDev und CRS/COTS erhalten: 7,78 von 14.1 Mrd. Dollar
  2. SpaceX hat die nominell stärkste Trägerrakete und transportiert am wenigsten Nutzlast pro Mission: 1.569 kg im Druckbehälter. Orbital ATK mit einer Rakete, mit nur einem Drittel der Nutzlast, erreichte im Schnitt 2,723 kg.
  3. Ihre Preise pro Kilogramm Nutzlast um 50 % erhöht und ist nun der teuerste Anbieter, Orbital ATK, die die Leistung ihrer Antares und Cygnus steigerte, wurde vom teuersten zum billigsten Anbieter.

Da sieht man, wohin die Reise geht: Um die 7,78 Milliarden, die vom Staat kamen, durch Start hereinzubekommen, müsste SpaceX 126 Starts durchführen, bisher waren es aber nur 52. Davon waren 14 Versorgungsflüge zur ISS, die in der oberen Summe enthalten sind, und 5 weitere Regierungsstarts. Rechnet man diese mit 90 Millionen hinzu (publizierte Preise für NASA/DoD Starts: 83 bis 96 Millionen Dollar) so bleiben von 52 Starts 33 kommerzielle übrig, die maximal 2.046 Millionen Dollar einbrachten gegenüber 8.230 Millionen Dollar durch Regierungsaufträge: Staatsquote: 80,1 %. Arianespace hat 20 bis 25 % Staatsquote.

Das Schöne an so Staatsaufträgen ist, das, wenn man erst mal im System drin ist, sie von alleine kommen. Einfach weil es keine Konkurrenz gibt und in der heutigen Zeit, der Warmduscher-NASA die Regierung nicht auf einen Launch Service Provider setzt. Das zeigt sich schon bei Delta / Atlas. Obwohl die Delta teurer als die Atlas ist, betreibt man für wenige Starts pro Jahr beide Systeme. Genauso bei CRS: Obwohl bei CRS-2 die Nutzlast pro Mission auf 3.754 kg pro Mission ansteigen soll, vergibt man Aufträge an drei Firmen, obwohl dies auch eine leisten könnte. SpaceX hat man nicht mal Aufträge entzogen, als sie die Preise um 50 % erhöhten. Daher will man auch noch die lukrativen Aufträge für GEO-Missionen kommen. Wenn SpaceX noch etablierter ist als jetzt, wird kommen, was man bei CRS-2 schon getan hat: die Preise werden massiv erhöht. Wenn sie auf 150 Millionen hinaufgehen, sind sie immer noch billiger als ULA und jeder Start für die Regierung bringt so viel ein, wie zweieinhalb kommerzielle Starts.

Realität und alternative Fakten

Wenn man SpaceX beim Wort nimmt, dann wird es komisch. Die Firma will ja eine Satellitenkonstellation aus 12.000 Satelliten aufbauen. Nun hat die FCC, die Organisation, die die Frequenzen vergibt, gefordert, das sie in sechs Jahren die Hälfte der ersten Phase (4425) davon startet. Das ist nach SpaceX Angaben unmöglich. Sehr komisch.

Das Launchmanifest ist ja laufend am Schrumpfen. Es weist nur noch 42 Einträge aus. Einer ist ein kombinierter Start, einer ist gekündigt worden (Bigelow) und 16 sind Flüge zur ISS, die zum Teil erst in Jahren stattfinden. Seit zwei Jahren gibt es weniger neue Aufträge als Starts, sodass mit der Rate von 30 Starts pro Jahr SpaceX alle noch ausstehenden kommerziellen Starts in 9 Monaten abwickeln kann.

Danach wird die Firma nur noch das starten können, was weltweit neu ausgeschrieben wird. Das sind bei kommerziellen Starts in den GEO etwa 20 bis 25 Satelliten pro Jahr. Die Betreiber der Satelliten haben niemals mehr als 50 % dieser Aufträge an eine Firma vergeben, das sind also maximal 10 bis 12 Starts pro Jahr.

Dazu kommen 5-6 Missionen zur ISS und vielleicht noch 4-6 andere für die Regierung. Auch die wird nicht alle Starts mit SpaceX starten, sondern noch andere Träger nutzen. Das sind dann, wenn man alles zusammenrechnet, 19 bis 24 Starts pro Jahr. Sie haben derzeit zwei Startrampen in Betrieb. Mit 39A und dem Weltraumbahnhof in Brownsville werden es vier sein. Mit zwei Startrampen führen sie 30 Starts pro Jahr durch, dann schaffen sie mit der doppelten Zahl 60. Das lässt bei maximal 24 Starts pro Jahr noch 36 für ihre Satellitenkonstellation übrig. Wenn es nur Falcon 9 Starts sind, dann kann jeder Start je nach Orbithöhe 15 bis 19 t transportieren. Das sind bei 500 kg pro Satellit (Gewicht der beiden Prototypen) 30 bis 38 Stück pro Start, in sechs Jahren also 6400 bis 8200, sie müssten nur 2213 starten. Die Falcon Heavy hat sogar die dreifache Nutzlast, da dürfte das ein Klacks sein. Kurzum: SpaceX beweist mit der Antwort, sie können maximal ein Drittel der Satelliten starten, das alle Ankündigungen schon jetzt nichts als heiße Luft sind. Dabei wird es ja noch besser: 2022 startet dann die BFR mit 150 t Nutzlast und das wöchentlich. Ach ja? Dann reichen ja 10 Wochen aus, um alle diese Satelliten zu starten …

Vor allem, wenn man nun ja eine Rakete hat, die 100-mal wiederverwendet werden kann und 10-mal ohne Überholung gestartet werden kann. Da kann SpaceX ja sogar so viele Starts durchführen, denn nun muss ja nicht mal eine Unterstufe pro Jahr produziert werden, um alle abzuwickeln. Und die ganzen Arbeiter, die bisher Raketen gefertigt haben, müssen ja was zu tun haben, wie z.B. Satelliten bauen.

Kurzum: Nimmt man nur die von SpaceX publizierten Fakten, so kommt man darauf, dass ihre Konstellation ohne Probleme mit ihren Mitteln umsetzbar ist. Aber es sind eben nicht die realen Fakten, sondern alternative Fakten, wie Lügen neumodisch heißen.

Ein Blick auf Tesla

Woanders zieht das Ankündigen von „Mit dem nächsten Modell wird alles besser“ nicht mehr: Tesla, Musks zweite Firma legt derzeit einen rasanten Abwärtsgang an der Börse ein. In einem Jahr ist der Kurs von 343 auf 245 Euro gesunken. Vor einigen Wochen war er sogar bei 208 Euro, als angekündigt wurde, dass das neue Modell, das nun endlich Gewinn bringen soll, sicher erneut verspätet. Tesla hat einige Parallelen zu SpaceX auch diese Firma lebt davon, das alle glauben sie wäre technologisch fortschrittlich, innovativ und ihre Produkte wären die Zukunft ihrer Branche. Das Image hat Kratzer bekommen, seit es tödliche Unfälle mit dem Autopilot gab, Batterien in Flammen aufgingen und das was den Massenmarkt erobern soll immer weiter in die Zukunft rückt. Vor allem aber ist bisher noch nie Gewinn erwirtschaftet worden, die Verluste sind laufend angestiegen. Rechnet man die Verbindlichkeiten auf die Zahl der Aktien um, so sind das 137 Euro pro Aktie, was den Unternehmenswert doch deutlich mindert. Musk ist schlau. Er hat sich sukzessive bei den hohen Kursen von Aktien getrennt und derzeit will Tesla Musks dritte Firma Solarcity für 2,6 Milliarden kaufen, wofür er dann nochmals Geld bekommt. Wer weiß, vielleicht kauft in einigen Jahren dann Tesla SpaceX und Musk verscherbelt die letzten Aktien und stiegt aus.

SpaceX ist vom Koi zur Schnappschildkröte geworden. Ein Koi schwimmt wenigstens noch langsam durch den Teich und frisst dabei Futter. Eine Schnappschildkröte lauert nur gut getarnt am Seegrund mit offenem Maul, an der Zunge ein Fortsatz der wie ein Wurm aussieht, beißt ein Fisch auf den vermeintlichen Wurm, dann schnappt sie zu.

21 thoughts on “Vom Koi zur Schnappschildkröte

  1. Dieser Artikel hat mich mal wieder an Bernds Seite erinnert!

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/alain-charmeau-die-amerikaner-wollen-europa-aus-dem-weltraum-kicken-a-1207322.html

    Leider bin ich nicht so im Thema, dass ich das im Detail nachvollziehen kann. Hier habe ich aber schon viele kritische Anwerkungen zu SpaceX und Musk gefunden, die zudem durch klare Berechnungen nachvollziehbar belegt waren. Vor dem Hintergrund wundert mich nicht, wie im o.g. Artikel behauptet, dass in den USA mit subventionierten Preisen gearbeitet wird. Zum Schaden der europäischen Raumfahrt, die aber natürlich auch nicht den Marktgesetzten gehorcht. Wenn ich das Wort „Privat“ im Zusammenhang mit Raumfahrt lesen muss bin ich immer etwas entsetzt. Auch die NASA vergibt Aufträge an „private“ Firmen. Namentlich die bekannten Luftfahrt-und Rüstungskonzerne. Und die sind natürlich genau so staatlich subventioniert wie die europäschen Konzerne dieses Wirtschaftssektors.
    Die amerikanische Aussenpolitik zeigt uns, dass wir in Europa gewaltig aufpassen müssen. In vielen zentralen Bereichen sind wir auf amerikansche Schlüsselunternehmen zwingend angewiesen. Kein Rechenzentrum käme z. B. ohne die Produkte von Microsoft oder Cisco und einigen anderen über die Runden. Das darf nicht so sein. Unsere Abhängigkeit von Freund und NATO Partner USA gefährdet unsere technologische Infrastruktur. Staatliche Aufträge, Förderprogramme, Subventionen, das sieht zwar nach „verbranntem“ Geld aus. Ohne geht es aber wohl nicht. Raumfahrttechnologie ist heute ebenso unverzichtbar wie IT und Vernetzung.

    1. Der Artikel greift ein Grundproblem auf. Es gibt einen Riesenunterschied zwischen Europa und allen anderen Raumfahrtnationen. Woanders ist es selbstverständlich das man die eigenen Satelliten nur auf eigenen Trägern startet, selbst wenn das teurer ist. In Europa haben wie das Paradoxon, dass man einen neuen Träger entwickelt um „Zugang zum Weltraum zu haben“ (den hätte man auch mit Ariane 5) aber wenn er mal da ist, dann soll er nur durch kommerzielle Starts finanziert werden und das geht eben nicht.

      Arianespace bzw. die Arianegroup haben auch als man die Ariane 6 konzipiert gesagt das die Preise nur zu halten sind, wenn es eine Mindestanzahl an Trägern gibt die von staatlichen Stellen abgenommen wird. Ariane 6 ist nun mal nicht so was neues, die wesentlichen Änderungen sind das man die Produktion rationeller gemacht hat und das man mit mehr Starts rechnet und damit einem günstigeren Preis pro Träger.

      Gerade Deutschland ist hier ein schlechtes Beispiel. Man hat in der Vergangenheit schon Satelliten woanders gestartet anstatt europäische Alternativen zu nutzen. Ich bin trotzdem skeptisch ob man die geplante Anzahl an festen Starts hinbekommt, denn wenn ich mal so zusammenrechne was in den letzten Jahen in ganz Europa gestartet wurde, dann ist das weniger als gefordert wird.

      Die Abhängigkeit von US-Unternehmen ist schon gegeben. Das hat China aus dem Trägergeschäft raus geworfen. China darf nur „ITAR-Free“ Satelliten Starten also Satelliten bei denen kein Bauteil aus den USA kommt, nicht mal eine Diode. Das geht, aber die Satelliten sind dann teurer sodass der günstigere Start nicht mehr gegeben ist.

      Der Vorwurf der Subvention ist gegeben. Denn es ist schon erstaunlich um wie viel die Starts bei SpaceX für die Regierung teurer sind, dabei müssten die billiger sein, denn SpaceX nutzt schließlich Anlagen der Luftwaffe und deren Infrastruktur. Starts von Ariane für die ESA sind ja auch nicht teuer

  2. Mal wieder die unaufgeregten, nüchternen Fakten eines Bernd Leitenbergers über SpassX. Erstaunlich wie sich dieses Startup gewandelt hat, aber ein Mehrwert für den Markt ist nicht zu erkennen. Über einen zuverlässigen und billigen Zugang zum Orbit gar nicht zu sprechen …

  3. Interessant zum Thema Satelliteninternet, welches ja immer wieder von Musk Jüngern herangezogen wird (wobei inzwischen auch hier langsam Skepsis am aufkommen ist…) Musks ominöse Marspläne zu fianzieren, dass der direkte „Konkurrent“ Greg Wyler von Oneweb in einem Interview gesagt hat, dass er hier für ettliche Jahre keine Gewinne erwartet.

    @Tesla: Seit dem Model3 Debakel wird hier auch der bekannte Shortseller Jim Chanos, welcher seit Jahren gegen Tesla wettet ernster genommen. Jüngst meinte er, dass Tesla zwar einen postiven Beitrag zu geleistet hat, E-Autos für den Markt „sexy“ zu machen, sodas auch ettablierte Autobauer nun auf den Zug aufgesprungen sind. Aber nun Tritt der Hase/Igel Effekt ein. Tesla wird technologisch von den Ettablierten immer mehr eingeholt und ist angeblich beim autonomen Fahren sogar ins Hintertreffen geraten.

    Chanos selbst glaubt, dass sich Musk bis 2020 von Tesla zurückzieht und ausschließlich auf SpaceX konzentrieren wird.

    Was ich allerdings persönlich bezweifele. Musk zeigt ja mittlerweile schon fast asbergerische Züge ,sich auf bestimmte Sachen zu stürzen, siehe wieder hier:

    https://www.youtube.com/watch?v=HBtL3qDvdZc

  4. Ich poste es mal hier, weil es „teilweise“ einen Bezug zu SpaceX hat.

    https://twitter.com/TeslaCharts/status/1007692334933274624

    Ein sehr aufschlussreicher Twitter Thread über den Kauf von Solar City durch Tesla.

    Wie bekannt wurde die Firma 2006 von Musk’s Cousins, den Rive Brüdern gegründet. Anfang gings der Frima noch gut, aber im Laufe der letzten Jahre ging der Börsenwert immer mehr runter und im Februar 2016 wurde immer deutlicher, dass sich Solar City in tiefen finanziellen Schwierigkeiten befand.

    In den Monaten davor hatte Musk immer mehr Solar City Anleihen über SpaceX gekauft, was aber nichts brachte. Als die finale Situation immer klarer wurde, veeruchte Musk das Tesla-Board zwei Mal erfolglos zu einem Kauf der Firma zu überreden, bis sie schließlich nachgaben.

    Die finanzielle Situation von Solar City wurde allerdings immer mehr publik und es kam deswegen zu mehreren weiteren Board Meetings. Am 20. Juli 2016, nur einen Tag nach einer weiteren Sondersitzung des Tesla-Boards dazu, präsentierte Musk seinen „Masterplan, Part Deux“.

    Im August 2016 bot Solar City dem Markt Anleihen an, die nicht sehr gut liefen. Musk und andere Insider erwarben schließlich den Großteil des Angebots. Dieser wurde von Musk als persönliches Vertrauensvotum in die SolarCity vermarktet . (Tatsächlich hat seine eigenen Solar City Aktien verpfändet, um dies zu finanzieren.)

    Solar Citys Situation verschlechtert sich allerdings weiterhin und im September wird Musk klar, dass er etwas tun muss um nicht Tesla und SpaceX in den Strudel mitzureissen. (Immerhin hat er Anteile beider Firmen verpfändet um seinem Cousins aus der Patsche zu helfen.)

    Am 28. Oktober 2016 macht Musk seine nun bekannte Solar Dachschnidel Präsenation um den Solar City Deal zu promoten. Nach Berichten, die nach Abschluss der Transaktion auftauchen, überrascht diese Enthüllung viele intern bei beiden Unternehmen. (Die gezeigten Dächer waren übrigens nicht echt.)

    Die Abstimmung zum Deal findet am 17. November 2016 statt. Die Transaktion wird am 21. November 2016 abgeschlossen. Die SpaceX-Anleihen werden schließlich ausgezahlt. Elons SolarCity-Aktien werden in Tesla-Aktien umgewandelt. Er verwandelt seine persönlich gehaltenen SolarCity-Anleihen in neue Schulden bei Tesla. Und schwupps. Problem gelöst.

    Am Schluss gibts noch eine Grafik über die installierten MW Zahlen in Form von Solar Schindeln seit dem Deal vor 2 Jahren und.. nun ja.. seht selbst. (Die jüngsten Entlassungen bei Tesla sollen übrigens in einem recht starken Ausmass bei Solar City stattgefunden haben.)

  5. Langsam wird es mir etwas unangenehm, Das Thema missbräulich hoch zu pushen, um Sachen zu teilen. Aber das hier muß sein:

    https://www.salon.com/2018/07/14/elon-musk-revealed-as-one-of-the-largest-donors-for-a-house-republican-pac/

    Musk hatte eine grauenhafte Woche in Sachen PR.

    Erst die Thailand Sache, wo… ach schaut euch die Reaktion des Leiters des Rettungsteams selbst an.

    Und nun diese Spendensache, die einen Socialmedia Shitstorm verursacht hat, weil sich hier einige Leute von Musk hintergangen führen. (Immerhin sind die Republikaner aktuell nicht gerade für eine klimafreundliche Politik bekannt.)

  6. Gut das auf dieser Seite sich niemand von Blendern blenden lässt. Immer schön die unaufgeregten, nüchternen Fakten publizieren. Lasst die Jünger des Herrn M. auf das nächste „Wunder“ warten.

  7. Schade, dass hier so extrem negativ über Musk/SpaceX/Tesla berichtet wird. Wo die Abneigung herkommt, kann ich jedoch verstehen, es ist die Angst, technologisch vorgeführt zu werden.

    Immerhin bleiben auch die alten Beiträge auf dieser Seite erhalten. So kann man noch nach einigen Jahren prüfen, ob sich die Vorhersagen des Blogbetreibers bewahrheitet haben. Bis jetzt sieht es da ja etwas unvorteilhaft aus.

    1. Ganz im Gegenteil, Bernds Vorhersagen und Extrapolationen haben bisher sehr gut getroffen. Viele sehr großspurige Ankündigungen von SpaceX sind nachträglich kassiert oder reduziert worden, bis sie im realistischen Bereich lagen. Andere Versprechungen sind sehr viel später verwirklicht worden als angekündigt.

      1. Also schaut man sich die SpaceX Artikel hier an (Falcon 9, Falcon 9 Entwicklung, Falcon Starts) an, so endet die Berichterstattung irgendwann im Jahr 2014. Also etwa zu der Zeit, als SpaceX den Kinderschuhen entwuchs und die Starts immer zahlreicher und zuverlässiger wurden. Auf dieser Seite könnte man jedoch meinen, SpaceX hätte bislang nur 9 Starts mit der Falcon 9 durchgeführt und das mit einer hohen Fehlerquote. In Wirklichkeit sind es 59 und der überwiegende Teil davon war erfolgreich. Der letzte Fehlschlag liegt 2 Jahre zurück, seitdem wurden 31 erfolgreiche Missionen geflogen. Dazu kein Wort auf dieser Seite.

        Auch der Artikel zur Bergung ist auf der einen Seite enttäuschend, auf der anderen Seite amüsant. Ist man auf der Suche nach aktuellen Erfolgen/Fortschritten/Plänen zum SpaceX Bergungskonzept, so wird man enttäuscht. Der Artikel ist auf Stand Ende 2013. Genau dies ist jedoch auch der Grund, weshalb man zum Schmunzeln kommt, enthält der Artikel doch eine Einschätzung des Autors zu diesem Thema. Er kommt zu dem Schluss, dass eine Landlandung aufgrund des kleinen Landeplatzes sehr unwahrscheinlich ist. Eine Wasserung hält er zwar für technisch machbar, wusste zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nichts von dem Drohnen-Landekonzept. Hätte er davon gewusst, hätte er es mit der gleichen Begründung wie bei der Landlandung für unwahrscheinlich gehalten (aufgrund des Seeganges vermutlich für noch unwahrscheinlicher). Gleichzeitig hält er die Nutzlasteinbußen für so hoch, dass kaum noch Missionen möglich wären. Wie sieht die Realität aus? Sowohl Land- als auch Seelandungen sind mittlerweile zur Routine geworden. Kürzlich wurde mit >7000 kg ein neuer Rekord bei einer GTO-Mission mit Erststufenlandung aufgestellt.

        Insgesamt ist das für mich eine äußerst einseitige Berichterstattung in Bezug auf SpaceX. Schade, denn der restliche Blog enthält durchaus lesenswerte Artikel.

        1. Eine Korrektur
          Die >7000 kg wurden nicht in einen GTO transportiert, sondern nur in einen sub-GTO.
          Und dieser Rekord bezieht sich nur auf die Firma mit X.
          Aber das entscheidene ist: Wieviel von der Startmasse der dritten Stufe sind noch übrig wenn der Satellit in Betrieb genommen wird?

        2. Diese >7000 kg war eine Sallitenplattform von Space Systems/Loral mit der allgemeinen Bezeichnung SSL1300. Von dieser Plattform gibt es verschiedene Ausführungen: einige können in eine Nutzlastverkleidung von unter 5 m Innendurchmesser transportiert werden, andere brauchen eine über 5 m. Und die grösse der Nutzlastverkleidung sagt auch etwas über die Masse des Satelliten aus. Die wirklichen schweren Satelliten, die noch kommen, kann SpaceX zur Zeit nicht starten.

        3. Die Kategorie „SpaceX“ verzeichnet 46 Beiträge, etliche davon nach 2014. In den letzten ein zwei Jahren weniger, da man sich beschwert hat es wären zu viele und auch weil die Firma nicht mehr so viel ankündigt und anfängt mal endlich auch was zu liefern.

          Aber ich kann gerne einen Artikel machen mit den Ankündigungen und was aus denen geworden ist. So die Falcon 1e, Falcon 5, Red Dragon, Gray Dragon, Kostenreduzierung durch Wiederverwendung (angekündigt: Faktor 100, erreicht: Faktor 0). Der Schrumpfungsprozess der BFR.

          Aber da die Firma ja nun keine Raketen mehr baut sondern U-Boote, verlässt sie sowieso den Fokus des Blogs

          1. Aha, in dem Moment, wo die Firma anfängt, etwas zu liefern, wird sie für Sie uninteressant? Weil man dann keine negativen Beiträge mehr verfassen kann oder wie soll man das verstehen?

            Bei mir ist es genau umgekehrt. Ankündigungen interessieren mich überhaupt nicht, vor allem solange sie vage und auf die mittlere oder ferne Zukunft ausgelegt sind. Von daher habe ich mich auch die längste Zeit nicht für SpaceX interessiert, erst seitdem sie anfangen, zu „liefern“. Auch die ganzen Ankündigungen der NASA finde ich uninteressant, ursprünglich wollten sie doch 2020 wieder auf dem Mond sein und SLS hätte auch schon längst starten sollen…

            Einen (weiteren) Artikel zu SpaceX Ankündigungen und was aus ihnen geworden ist, brauchen Sie für mich also nicht zu schreiben. Viel lieber wäre es mir, Sie berichteten neutral und sachlich zu dem, was SpaceX aktuell so treibt oder kurzfristig plant. Und zwar am besten so, dass nicht in jedem 2. Satz Ihre Abneigung gegen diese Firma durchschimmert.

            Ihren Kommentar zum U-Boot werte ich jetzt mal als Ausrutscher.

    2. Dann nehmen wir doch etwas positives und warten darauf, daß Elon Musk sein Versprechen erfüllt und sein kleines U-Boot erfolgreich in die Höhle (und zurück) fährt, wo die thailändische Fußballmannschaft gefangen war.
      Oder die bemannte Mondumrundung in 2018.
      Oder die Durchquerung der USA in einem seiner voll-autonomen Autos im Jahre 2017 (hab ich da was verschlafen?)

  8. https://www.youtube.com/watch?v=gQ_VCCjhpB0
    https://twitter.com/Tweetermeyer/status/1022617812957683712

    Musk und Teslas neueste Taktik ist scheinbar „Kill the Messenger“.

    Dem bekannten Lehrverkäufer Jim Chanos wurde ja seitens Musk verschwörung gegen seine Frima vorgeworfen und dass dieser angeblich Reporter bestochen habe.

    Neustes opfer ist der Lehrverkäufer und Tesla Kritker „Montana Scpetic“ ,welcher nachdem Tesla seinen Boss kontaktiert hat sich freiwillig von Twitter und Co. zurückgezogen hat um seiner Firma Medienrummel zu ersparen. Trotzdem läasst ihn Tesla scheinbar immer noch nicht in Ruhe. Das Nachrichtenportal Seeking Alpha will seine von ihm verfassten Artikel übrigens nicht runternehmen und zeigt sich ihm gegenübersolidarisch.

    Die Lehrverkäufer sehen sich durch diese Aktionen übrigens bestätigt, dass Musk scheinbar etwas zu verbergen hat. (Deren Meinung: Unschuldige machen sowas nicht, Enron hats damals auch versucht.)

  9. Ein Bernd Leitenberger setzt sich kritisch und nüchtern mit den Dingen auseinander. Das hat nichts mit Abneigungen zu tun. Wer sich leicht blenden lässt oder unkritisch ist, sollte sich nicht wundern wenn andere nicht so sind. Ein Bernd Leitenberger zeigt hier auf seiner Webseite anhand nüchterner, nachvollziehbarer Fakten was Sache ist. Und bestimmte Versprechungen werden einfach nie eingehalten oder erfüllt.

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