Testbericht Aldi Hochdruckreiniger „Workzone“ (2019)

Seit 2011 habe ich sowohl bei mir zu Hause wie auch in meinem Ferienhaus einen Hochdruckreiniger von ALDI im Einsatz, mit denen ich auch zufrieden bin. Ich reinige damit vor allem die Wege aus Platten, daneben auch mit dem Flächenreiniger auch die asphaltierte Einfahrt.

Seit einem Jahr macht die Dreckfräserdüse, die ich fast ausschließlich einsetze, Probleme. Sie rotiert nicht mehr oder nur noch kurz. Das betraf nur einen der beiden Reiniger, im Ferienhaus. Auch der Einsatz des Drahtstücks zum Reinigen der Düse hilft nicht wirklich. So habe ich für die beiden letzten Aufenthalte im Ferienhaus jeweils die Düse des Reinigers von Daheim mitgenommen.

Das ist natürlich keine dauerhafte Lösung und so habe ich mir dieses Jahr als Ersatz das Nachfolgemodell von 2019 gekauft. Falls der erste dann komplett kaputtgeht oder an Leistung verliert, hätte ich Ersatz, so mein Gedankengang. Zumal ich nur zweimal im Jahr für den Großputz ins Ferienhaus komme und da sollte das Equipment funktionieren. Schon nach dem Kauf stellte ich fest, dass die beiden Hochdruckreiniger sich nicht nur durch eine Modellpflege unterscheiden.

Der neue ist etwas kompakter. Er hat einen längeren Hochdruckschlauch. Bei meinem alten Reiniger habe ich zur Vergrößerung der Reichweite einen Zusatzschlauch gekauft. Das war eine gute Investition, sonst muss man den Reiniger viel bewegen und so kann ich ihn im Gras abstellen, wo er nicht beim Reinigen der Terrasse im Weg steht. Das kann man sich beim neuen Reiniger sparen. Der Schlauch ist auch auf einer Kabeltrommel aufgewickelt, was sehr praktisch ist. Jeder der mal mit einem längeren Hochdruckschlauch z. B. für die Rohrreinigung zu tun hat, kennt das Problem. Sie lassen sich nur sehr schwer von Hand aufrollen, verdrehen sich und wollen immer in die andere Richtung. Ebenso ist die Flasche für die Reinigungslösung fest befestigt und kann mit einem Schalter hinzugenommen werden. Zum Nachfüllen muss man nur den Deckel entfernen. Beim alten war das nicht der Fall und ich habe die Befestigung mit einem Gummisaugschlauch nie hinbekommen, allerdings habe ich es auch nie benötigt und die Reinigungsflüssigkeit meinem Bruder gegeben, der es hinbekommen hat und damit mit der weichen Bürste sein Auto gepflegt hat.

Das Zubehör ist dasselbe wie beim alten: Normaldüse, Dreckfräserdüse / Turbodüse, Reinigungsbürste und 1,5 l Reinigungsflüssigkeit. Optional gibt es noch einen Flächenreiniger und ein Rohrreinigungsset. Den Besenaufsatz, den es für meinen ersten Hochdruckreiniger von ALDI gab und den ich gerne bei Treppenaufgängen nutze, da bei den Düsen sonst die Wand links und rechts versaut wird, als Zubehör gibt es für diesen nicht mehr.

Da der Reiniger noch dazu um 10 Euro billiger ist, und 89.- anstatt 99.- kostet, ist er auf den ersten Blick eine gute Alternative.

Allerdings nur auf den ersten Blick. Ich habe natürlich den Dreckfräser als die wichtigste Düse zuerst ausprobiert. Schon beim Gegendruck, den man spürt merkte ich, dass dieser geringer ist, obwohl Maximaldruck (150 bar), Fördervolumen (450 l/h) und Stromverbrauch (2,2 kWh) identisch sind. Ich hatte auch das Gefühle einer schlechteren Reinigung mit der Hochdruckdüse. Also habe ich einige Platten, die besonders verdreckt waren, damit gereinigt, dann wieder den alten Hochdruckreiniger von 2011 geholt und damit nochmals darüber gefangen und es wurde sichtbar besser. Die Reinigungfunktion der Dreckfräserdüse ist also deutlich schlechter.

Besser ist dagegen die Normaldüse. Die war bei dem alten Reiniger ein Schwachpunkt. Entweder man bekam einen breiten Strahl ohne Druck oder einen engen Strahl mit Druck. Dazwischen gab es nichts. Die neue Düse ist zwar nicht leicht zu verstellen, aber sie ist besser an Strahlbreite/Druck anpassbar und ich habe das Gefühl auch mit mehr Druck. Wer also diese Düse vor allem benötigt fährt damit besser.

Was mir nicht gefällt und allgemein ein Kritikpunkt bei Hochdruckreinigern ist, ist das Anschlusssystem. Die Anschlüsse sind nicht nur inkompatibel zum 2011-er Modell. Sie sind dünner im Kupplungsstück und Verbindungen halten meiner Ansicht nach nicht so gut. Auch verändert wurde, dass man bei dem 2011-er Modell die komplette Lanze auswechselte, beim 2019-er Modell nur die vordere Düse. Zumindest das hat einen Vorteil, denn es geht schneller.

Allgemein ist es wirklich ärgerlich, dass es bei Hochdruckreinigern keinen Standard gibt. Ich habe in meinem Leben nun vier Hochdruckreiniger gehabt. Einen Kärcher, einen Einhell und diese beiden von ALDI. Bis auf den Einhell hat keiner der vier hat Anschlüsse die auf die anderen passen. Das ist so was von Ärgerlich. Der Kärcher musste aufgegeben werden, weil der Hochdruckschlauch ein Loch hatte und ein neuer fast genauso viel wie ein neuer Hochdruckreiniger kostet. Aber die Lanzen hätte ich weiter verwenden können. Eben, weil eine Lanze ja nicht mehr funktioniert habe ich mir diesen gekauft. Ein Test ergab, das die Einhell-Lanzen passen. Leider ist die bei meinem alten Einhellreiniger aber auf maximal 140 Bar ausgelegt. Immerhin ist der Druck regulierbar. Das 2011-er Modell hatte nur einen Ein-/Ausschalter.

Warum muss das sein? Beim Gartenzubehör gibt es ja auch einen Standard. Das Gardenasystem wird auch von anderen Herstellern verwendet, warum also nicht bei Hochdruckreinigern ein Standard für alle Geräte?

Immerhin: es gibt eine Lösung. Es gibt auch einen Flächenreiniger als Zubehör. Der hat zwei Adapter. Einen für eine DIY-Pistole, das ist das System, das meiner 2011 hat und einen für einen Workzone / Top-Craft Reiniger ab 2012. Das sind die Eigenmarken von ALDI und LIDL. Das heißt, man hat zwischen den beiden Reinigern, die ich habe nochmals das Modell gewählt. Kauft man den Flächenreiniger für 20 Euro (auch 10 Euro weniger als den Flächenreiniger, den ich schon hatte) zusätzlich, so kann man das Zubehör dieses Reinigers von 2019 an den alten von 2011 anschließen. Leider nicht umkehrt, obwohl ich auch beim alten Hochdruckreiniger einen Flächenreiniger hatte und der zwei Adapter mitbrachte. Der damalige Adapter passte auf Kärcher, aber nicht auf Einhell / 2019 Modell. Der Flächenreiniger von 2019 ist aber nicht so robust wie der alte, vor allem die Verlängerung des Griffs ist ziemlich wackelig.

Mein Tipp: Wenn zwei Adapter bei der nur 20 Euro teuren Flächendüse dabei sind, dann sollte es doch kein Problem sein auch einige Adapter dem Hauptgerät beizulegen, zumindest für die gängigen Standards, also zumindest für Kärcher. Noch besser wäre es aber die Anschlüsse nicht dauernd auszuwechseln. Wahrscheinlich ist der Anschluss von Kärcher patentiert. Ohne Adapter wird es wohl nicht gehen. Da es auch in der Bedienungsanleitung keine Bezeichnung des Anschlusses gibt, ist so auch ein Nachkauf eines Adapters Glückssache. Wie schon geschrieben muss es bei ALDI seit 2011 mindestens drei verschiedene Hochdruckreiniger mit unterschiedlichen Anschlüssen geben. Da kann man also nicht einfach nur einen „Adapter ALDI-Kärcher“ kaufen, sondern muss auch noch das genaue Modelljahr kennen. Denn alle heißen eben nur „ALDI Workzone Hochdruckreiniger“.

Der Flächenreiniger ist ganz nützlich, wenn man wirklich glatte Flächen zu reinigen hat, also asphaltierte Einfahrten oder ähnliches. Er scheitert, wenn es kleine Unebenheiten gibt, z.b. sich Platten durch Bodenabsenkungen leicht angehoben oder abgesenkt haben, es Unkraut in den Fugen gibt und es geht zwar schneller, aber natürlich auch weniger gründlich. Es reicht um Dreck und Algen abzubekommen, aber nicht um stärkere Verschmutzungen zu lösen.

Service

Der Reiniger hat 3 Jahre Garantie. Ein Jahr länger als bei Kärcher. Doch die Frage ist, wie man die einlöst. Da in der Bedienungsanleitung Bestellnummern für Ersatzteile sind, dachte ich, kann man dort auch Adapter bestellen. Doch siehe da. Die Webadresse www.merotec-service.de für die eine Email angegeben ist, ist zwar registriert, aber es gibt keinen Webauftritt. Sucht man nach der firma beim ALDI -Serviceportal so gibt es eine andere Webadresse http://www.services-ses.de/, die es gar nicht gibt. Noch besser: In der Bedienungsanleitung steht als Adresse:

„MEROTEC GMBH

Hanns Martin Schleyerstraße 18A

47877 Willich“.

Bei ALDI dagegen

„AVC GmbH

MEROTEC Service Center

Ostring 60

66740 Saarlouis“

Das sieht für mich eher danach aus, als wäre man im Garantiefall aufgeschmissen.

Fazit

Man bekommt für 89 Euro sehr viel: Einen Hochdruckreiniger mit drei Düsen, darunter der „Autopflegebürste“ den man bei anderen Einstiegsmodellen separat erwerben muss. Der Schlauch hat eine Länge von 8 m und damit eine große Reichweite. Dazu kommen 1,5 l Reinigungsflüssigkeit die man 1:10 verdünnen muss, also auch für viele Reinigungen ausreicht. Er schwächelt bei der Hochdruckdüse. Auf der anderen Seite kann man ihn für 20 Euro um einen Flächenreiniger erweitern. Wer also nicht die Hochdruckdüse braucht, bekommt viel Reiniger fürs Geld. Ob man den Reiniger bei einem Defekt aber jemals repariert bekommt, bezweifle ich angesichts des Adresswirrwarrs und fehlenden Internetauftritts.

Alternativ gibt es ab dem 2.5.2019 auch ein Originalmodell von Kärcher. Er kostet 139 Euro, hat keine Kabeltrommel, keine Reinigungsbürste, keine Reinigungsflüssigkeit. Dafür mit an der Pistole verstellbarem Druck. Von den Leistungsdaten ist er etwas schwächer: 1,8 kW anstatt 2,2 kW Anschlussleistung, maximal 130 anstatt 150 Bar Druck und 420 anstatt 450 l/h Fördervermögen. Das Modell „Khd 4“) gibt es nur bei Aldi. Das nächste reguläre Modell K4 kostet bei Amazon 184,40 Euro. Der wichtigste Unterschied scheint ein nur 6 m langer Hochdruckschlauch zu sein. Das ALDI Modell hat einen 8 m Schlauch. Der ist dann natürlich voll kompatibel zu dem Kärcher Zubehör.

Ergänzung:; 2020 – Ferrex

Im April 2020 steht das vom äußerlichen Erscheinungsbild baugleiche Modell als „Ferrex“ im Laden. Da inzwischen auch die Turbodüse meines zweiten ALDI Hochdruckreinigers – ebenfalls 9 Jahre alt Probleme macht habe ich nach den Erfahrungen das Gerät gekauft. Es scheint weitestgehend baugleich zu sein, selbst der Importeur ist derselbe. es gibt nur einen kleinen Unterschied: An der sprühpistole gibt es eine LED-Anzeige in drei Stufen die offensichtlich mit dem Druck korrespondieren soll. Doch wie man den Druck anpasst steht nicht im Manual, dort wird die Anzeige auch nirgends erwähnt.

War die Leistung der turbodüse beim 2019 Gerät noch schlechter als beim vorhandenen Gerät so ist sie nun besser. Das kann aber auch schlicht und einfach mit der Alterung zusammenhängen. Wie ich einer Leserzuschrift zu einem früheren Test entnehme verwendet selbst Kärcher in den Modellen die sich an Otto-Normalverbraucher wenden also nicht gleich vierstellige Summen kosten Plastik für den Kompressor und das nutzt sich eben schneller ab. Das der Hochdruckreiniger zuhause mehr an Druck verliert als der im Ferienhaus liegt auf der Hand, denn letzten benötige ich nur zweimal im Jahr, der dahaim wird öfters eingesetzt und auch entliehen. Eventuell war das Gerät von 2019 aber auch ein Montagsgerät.

5 thoughts on “Testbericht Aldi Hochdruckreiniger „Workzone“ (2019)

  1. Ich denke, dass die Unterschiede in den Anschlüssen und die Leistungsunterschiede gewollt sind.
    Es ist wahrscheinlich, dass auch die Aldi Modelle von Kärcher oder einer (Schein-) Tochter von Kärcher hergestellt werden.
    Da will man gezielt das Geschäft im Billigsegment mitnehmen ohne sich den Umsatz in der Hauptmarke zu schmälern.
    Daher braucht es Differenzierungsmerkmale.

  2. Hallo zusammen, habe mir bei Aldi Süd am 09.04.2016 einen Hochdruckreiniger gekauft. Habe ihn ca. 2x pro Jahr jeweils ca 1,5 Stunde benutzt.
    Jetzt nach 3,5 Jahren ist die Spritzdüse/Spritzgriff kaputt. Werde mir jetzt ein Markengerät kaufen.
    Fazit: Billig ist dann doch zu teuer

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