Die Mai Nachlese von SpaceX

Wenig Neues gab es Coronabedingt von SpaceX. Den Artikel habe ich eigentlich fast fertig gehabt und wollte nur noch was zur Demo-2 Mission einschieben, als ich dann las, das SpaceX schon wieder – zum vierten Mal in wenigen Monaten. Nach November, Februar und März einen Starship Prototypen in die Luft gejagt hat, diesmal nicht bei einer Betankung, sondern einem Bodentest. Wie es dazu kam, ist nur durch das Video schwer zu rekonstruieren. Das einzige Raptor wurde kurz gezündet und wieder abgestellt, dann passiert etwa 2 Minuten lang nichts, dann gibt es eine intensive Freisetzung von Gasen (weiße Wolken) und dann explodiert der Tank. Zerstört wurde Starship SN4, aber keine Angst, SpaceX hat schon SN5 und SN6 in Produktion und arbeitet an SN7. Geplant war am 1.6.2020 ein erster Hop, man weiß dies aber auch nur daran, das SpaceX für diesen Tag den Flugraum bis in 7900 m Höhe hat sperren lassen. Wie die NASA es rechtfertigt 135 Millionen Dollar an SpaceX zu geben, nur um zu untersuchen ob man das Starship im Artemisprogramm einsetzen kann ist mir ein Rätsel. Um an einen ähnlichen Negativrekord zu kommen, muss man bei der US-Raumfahrt weit zurückgehen.

Dann startete am Samstag die Spacex Demo-2 Mission.Insgesamt sieht es ziemlich beengt dort aus. Aber anders als bei Apollo sind die Astronauten ja auch nicht lange in der Kapsel, sondern schon nach 19 Stunden bei der ISS.

Wie lange die bemannte Demo-2 Mission dauern soll, weiß keiner. Na so was bei der sonst so vorausplanenden NASA? Nun ja man weiß nicht, wie lange die Solarzellen der Dragon durchhalten. Nein das ist kein Witz und kein Beitrag in Münchhausens Kolumne. Während andere Satelliten Jahre, ja Jahrzehnte mit Solarzellen mit Strom versorgt werden, halten die Solarzellen der Dragon nur wenige Monate durch. Der einfache Grund: SpaceX verwendet normale kommerzielle Solarzellen, wie sie auch in Solarmodulen auf dem Dach verbaut werden (übrigens von chinesischen Herstellern, sonst betont doch SpaceX das sie alles selbst machen und ihre Falcon (fast) vollständig „amerikanisch“ wäre). In der Umlaufbahn der ISS spielen Partikel wie Protonen und Alphateilchen aus dem Van Allen Gürtel und der Sonne keine Rolle bei der Alterung der Zellen, aber natürlich erreicht die UV-Strahlung und die Röntgenstrahlung der Sonne die ISS und es gibt noch die oberste Atmosphäre, bestehend aus Ionen und Radikalen, welche dem Material zusetzen. Normale Solarzellen wurden schon bei der Frachtdragon eingesetzt. Dort damit begründet, dass diese nur einen Monat im Orbit bleiben. Doch die Crew Dragon wird erheblich länger im Orbit bleiben. Das ist keine Ausnahme. Auch die Bordcomputer bestehen aus strahlentoleranter Elektronik, wie sie für Flugzeuge und Militärhardware eingesetzt wird, aber nicht strahlenresistenter. Auch sie fielen schon mal kurz nach dem Start aus, gottseidank wegen redundanter Auslegung ohne Auswirkung auf die Mission. Bei den Solarzellen rechnet man mit 110 Tagen Mindestlebenszeit, die Demo-2 Mission könnte bis 210 Tagen dauern. Wann man zurückkehrt, will man von dem Zustand der Solarzellen respektive ihrer Leistung abhängig machen. Sollten es weniger als 180 Tage sein, dann hat SpaceX es fertiggebracht, ein Raumschiff neu zu entwickeln das weniger lange lebt wie die Sojus, die im Prinzip die Technologie von 1968 einsetzt. Dort ist die autokatalytische Zersetzung von Wasserstoffperoxid und anderen Flüssigkeiten übrigens der Grund für die Beschränkung für die Lebensdauer auf sechs Monate.

Über diese Sparaktion von SpaceX gibt es zwei Meinungen. Die einen preisen sie an, um die Kosten der Raumfahrt niedrig zu halten, die anderen sagen: es gibt nicht umsonst Standards, die sich eingebürgert haben und wenn man Hardware einsetzet die nicht diesen Standards entspricht, so geht man unnötigerweise ein Risiko ein auch wenn man die Vorteile, wie hier eine Lebensdauer über Jahrzehnte nicht benötigt. Ich denke das ist wie im täglichen Leben, wo ich die Wahl habe zwischen einem teuren Markenprodukt, das aber eine lange Garantie hat und von dem man weiß, dass es zuverlässig ist und einem billigen NoName Produkt, das vielleicht nach 6 Monaten reif für den Müll ist. Auch hier wird man für jede Option eine plausible Begründung finden.

[Edit 10.6.2020]

Wie es scheint waren die Ankündigungen von mindestens 110 Tagen doch etwas voreillig, nun sollen die beiden Astronauten schon im August zurückkommen:

“The Dragon is doing very well, so we think it’s reasonable for the crew to stay up there a month or two. The actual details are still being worked out.”, so Bowesox am Dienstag (9.6.2020).

[/Edit]

SpaceX hat wie Boeing auch eigene Raumanzüge. Mir gefallen sie ehrlich gesagt nicht so toll. Sie sehen irgendwie schlicht und schlecht geschnitten aus. Aber solange sie ihren Zweck erfüllen, ist das ja egal. Wahrscheinlich schließen sich auch gutes Aussehen und Funktion aus, denn die meiner Ansicht nach schicksten Raumanzüge hatten die Mercury Astronauten. Nur waren das gar keine echten Astronautenanzüge, sondern angepasste Druckanzüge für Kampfflugzeugpiloten.

Da die Mai Nachlese so recht kurz ausfällt, will ich den Blog mal nutzen mich mit der Falcon Heavy XL zu beschäftigen. SpaceX soll ja das Lunar Gateway mit Fracht versorgen. Zumindest die Crewed Dragon wiegt leer 9.520 kg. Die unbemannte Variante wird wohl leichter sein, aber bei offiziell 16,8 t Nutzlast der Falcon Heavy zum Mars, zum Mond benötigt man fast die gleiche Geschwindigkeit, wird man, wenn man noch den Treibstoff rechnet, denn man braucht, um in eine Mondumlaufbahn einzutreten, die Nutzlast sehr klein sein. Das obwohl das Lunar Gateway in der Zukunft liegt, wird nicht das Starship einsetzt. Stattdessen eine noch nicht existierende Dragon XL die auf eine leistungsfähigeren Falcon Heavy startet. Die NASA hat ja schon kritisiert, das SpaceX nichts über beide Vehikel herausrückt. Doch das soll mich nicht davon abhalten, mal etwas zu spekulieren wie man die Falcon Heavy auf die benötigte Nutzlast steigert.

Ich fange mit den Grundlagen an, weil sich erfahrungsgemäß bei meinen SpaceX-Blogs hier Leute verirren, die keine Ahnung von den Grundlagen der Raumfahrt haben.

Um die höchste Nutzlast bei gegebener Startmasse zu erhalten, muss man, wenn man nur die Raketengrundgleichung ansieht, bei einer zweistufigen Rakete wie der Falcon Heavy man folgende Gleichung aufstellen:

v = ln (Startmasse / Brennschlussmasse erste Stufe) * Ausströmgeschwindigkeit erste Stufe + ln (Startmasse Zü7ndung zweite Stufe / Brennschlussmasse zweite Stufe) * Ausströmgeschwindigkeit zweite Stufe

Es gibt hier sechs Variablen: je zwei Ausströmgeschwindigkeiten, Vollmassen und Leermassen. Selbst wenn die Ausströmgeschwindigkeit und die Massen gegeben sind, variieren die Teiler alleine durch die Nutzlast. Das ist also nicht geschlossen lösbar.

Es gibt aber eine wichtige Eigenschaft der Logarithmusfunktion. Da es hier um Verhältnisse geht, sinkt die Nutzlast mit steigenden Thermen Vollmasse/Leermasse ab. Ein Optimum erhält man wenn in etwa gilt: ln(erster Therm) ~ ln(zweiter Therm).

Und daraus kann man mit kleinem Fehler bedingt durch die Unbekanntheit der Stufenmassen ableiten, das eine Schätzung für die Masseverhältnisse der Stufen etwa bei Wurzel(Startmasse / Nutzlastmasse) – 0.5 liegt. (Gilt nur, wenn spezifischer Impuls von erster und zweiter Stufe in etwa gleich groß sind).

Bei 17 t geschätzter Masse zum Mond und 1428 t Startmasse sollte der Teiler bei 8,7 liegen. Die Oberstufe sollte also rund 147 t wiegen. Sie ist aber deutlich leichter. Genau weiß man es nicht, da es keine Daten von SpaceX gibt.

Die folgenden Berechnungen basieren auf einer von mir modellierten Falcon Heavy die 20 t in den GTO erreicht – immerhin mehr als die vor Fachpublikum präsentierte Nutzlast von 15 t in den GTO (ja auf der Website steht mehr, doch das sind eben SpaceX Variante von Fake News bzw., man sollte nicht alles glauben, was im Internet steht).

Bei mir wiegt die zweite Stufe 96,7 t voll und 5 t leer. Ähnliche Angaben findet man auch woanders, sie lassen sich im wesentlichen aus dem Schub, spezifischen Impuls und Brennzeit der Oberstufe ableiten. Mehr als 108 t Treibstoff kann sie selbst bei Übernahme der unrealistischen Angabe von 348 s spezifischen Impuls (bei einem Nebenstromtriebwerk, wie man leicht durch Tools wie CEA2 nachprüfen kann, nicht erreichbar) nicht haben. Ich ging zudem von einer Schubreduktion aus, sobald 6 g Beschleunigung erreicht sind, darauf deutet auch der „Users Guide“ hin. Ich habe nun ganz einfach die Oberstufe in mehreren Stufen jeweils um 10 t Startgewicht und 200 kg Trockengewicht schwerer gemacht und die Brennzeit angepasst. Das entspricht in etwa dem was Tanks für LOX/RP-1 zusätzlich wiegen, inklusive anderer Zuschläge für Belastungen durch die schwerere Stufe und Nutzlast erhöht. Die erste Stufe habe ich konstant gelassen, in der Realität würde sie durch die schwerere Oberstufe auch etwas schwerer werden, doch das macht wenig aus. Wäre die Falcon Heavy tatsächlich auf 63,8 t Nutzlast ausgelegt, woran ich aber berechtigte Zweifel habe, wäre das Erhöhen zumindest bei den ersten vier Schritten ohne Auswirkung auf die erste Stufe.

Die Simulation geht von einer Fluchtbahn mit einem C3 von -2 km/s aus, entspricht in etwa einem Apogäum in 390.000 km Entfernung, je nachdem wann die Rakete Brennschluss hat. Dabei gehe ich von einem direkten Aufstieg aus, es muss also nicht zuerst eine Kreisbahn erreicht werden. Das erhöht die Nutzlast, weil so das Perigäum sehr niedrig liegen darf. Einzige Nebenbedingung: Während des Aufstiegs darf die Rakete nie weniger als 180 km Höhe erreichen, wenn sie diese Grenze erst mal überschritten hat.

Hier die Ergebnisse:

Rakete Masse Oberstufe Nutzlast
Original 96,7 t 17.000 kg
+10 t 106,7 t 17.700 kg
+ 20 t 116,7 t 18.200 kg
+ 30 t 126,7 t 18.600 kg
+ 40 t 136,7 t 18.600 kg
+ 50 t 146,7 t 18.600 kg

Wie man sieht, lag ich mit einer Schätzung gar nicht mal so schlecht. Das Optimum wird schon bei etwas kleinerer Stufe erreicht. Das liegt daran, das die Raketengleichung keine Aufstiegsverluste beinhaltet die aber mit zunehmendem Gewicht von Oberstufe und Nutzlast zunehmen und das Optimum wieder etwas nach unten verschieben. Immerhin sind so 1.600 kg mehr Nutzlast möglich. Das dürfte beim Lunar Gateway etwa 1.000 bis 1.100 kg mehr Nettofracht bedeuten, denn dabei ist natürlich auch der Treibstoff enthalten, denn man braucht, um die Mondumlaufbahn zu erreichen. Die 4,4 t Fracht, die die NASA pro Mission wünscht, wird man so nicht mit einem Flug erreichen, aber sofern es nicht andere Masse steigernden Umbaumaßnahmen gibt, sind etwa 3 bis 3,4 t Fracht möglich. Die 4,4 t könnte man so in zwei Flügen zu je 2,2 t erreichen oder eben mit einer leichteren Dragon als der derzeitigen startet. Bei (abhängig von der Trockenmasse des Antriebssystem, Reserven, Trajektorie und spezifischem Impuls) etwa 8 bis 8,7 t Trockenmasse müsste es mit den 4,4 t hinhauen. Wenn die Frachtdragon XL also 0,8 bis 1,5 t leichter als die Crewed Dragon ist, müsste man mit der Verlängerung der Falcon Heavy die 4,4 t Fracht pro Mission erreichen.

Alternativ setzt SpaceX die erste Generation der Dragons ein, die (ohne Treibstoff) nur etwa 5 t wog, dann klappt die Beförderung auch ohne Erhöhung der Nutzlast der Falcon Heavy. Offiziell sind diese aber aufkündigt, sogar bei Transporten der ISS.

Die nächste Frage ist, ob das so geht? Meiner Ansicht nach hat SpaceX ein Längenproblem. Die Falcon 9 ist seit der ersten Version um 17 m länger geworden und das gilt auch für die Falcon Heavy. Es ist schon auffällig, das die Nutzlastverkleidung sehr kurz ist – auch im Vergleich zu anderen Trägern, die nur Einzelstarts durchführen die Atlas V, Delta 4 und Proton. Diese haben Nutzlasthüllen von 17 bis 20 m Länge. Ein möglicher Grund für die Längenbeschränkung kann die Aerodynamik sein. Denn seitlich angreifende Kräfte wie durch die Atmosphäre übertragen werden, sind um so stärker je länger die Rakete ist. Allerdings fliegen die Dragons ohne Nutzlasthülle, damit sind sie kürzer und das erlaubt die Verlängerung. Die Nutzlastverkleidung hat 13,9 m Länge, die Dragons sind 8,1 m lang. Grob geschätzt könnte man also um knapp 6 m die Oberstufe verlängern. Bei der Kombination LOX/Kerosin fasst eine Tankverlängerung um 1 m etwa 10 bis 11 t Treibstoff, abhängig vom Mischungsverhältnis und Temperatur. Die 6 m wären also gut für 60 t Treibstoff, benötigt werden 30 t, das müsste also gehen.

Für die Erststufe ergibt sich sogar ein positiver Effekt durch die schwerere Spitze, denn so findet die Abtrennung bei niedrigerer Geschwindigkeit statt was die Landung erleichtern würde – würde, weil ich mit einer Version ohne Treibstoffreserven für die Landung gerechnet habe.

Was viel interessanter ist und ein Licht auf SpaceX Pläne wirft: während Musk die Falcons schon vor Jahren als eine Lösung deklariert hat, die man nur bei Kunden einsetzt, die „besonders konservativ“ sind und sein Starship in hohen Tönen lobt, obwohl sie bisher drei (vier, das kommt davon, wenn man den Artikel schon einige Tage vor dem 1.6 schreibt …) Prototypen schon bei der Betankung zerlegt haben, sprechen die abgeschlossenen Verträge eine andere Sprache. Der Frachtkontrakt für das Lunar Gateway liegt in ferner Zukunft, derzeit gibt es das ja das Gateway nicht und inoffiziell rechnet man bei der NASA nicht vor 2024 damit. Ähnliches gilt für andere Starts, deren Datum veröffentlicht wurde, und die 2023 oder 2024 stattfinden. Alle diese Missionen in einigen Jahren werden aber von Falcons durchgeführt. Nun wollte Musk das Starship ja innerhalb eines Jahres zum ersten orbitalen Testflug schicken – selbst wenn dies zwei oder gar drei Jahre sind, sollte es spätestens 2022 einsatzfähig sein. Offensichtlich wollen die Kunden es nicht oder glauben nicht an es. (nach vier Explosionen auch nicht verwunderlich) Wenn es kommt, so wird es wohl SpaceX selbst einsetzen. Sie wollen schließlich in der zweiten Ausbaustufe von Starlink 42.000 Satelliten starten. Selbst wenn sie die 60 Satelliten, die jetzt gestartet werden gehalten werden können, (eher unwahrscheinlich weil die anderen Bahnen eine höhere Bahnneigung und Höhe haben, was die Nutzlast absenkt). Dann sind das 700 Starts einer Falcon 9. Die Falcon Heavy setzen sie ja dafür nicht ein, obwohl es so dreimal schneller ginge. Mit dem Starship sollte es zumindest theoretisch fünfmal weniger Starts geben, was immer noch für eine gute Auslastung der Starshipos mit mehr als 100 Starts sorgen dürfte.

Kleines Bonbon am Rande – Oneweb, obwohl bankrott, hat bei der FCC ebenfalls einen Antrag eingereicht um die Genehmigung, 48.000 Satelliten starten zu dürfen.

36 thoughts on “Die Mai Nachlese von SpaceX

  1. Das mit den Feuer ist doch ganz einfach
    Als in der Frühzeit der Raumfahrt die ersten Astronauten ins All flogen, wurden auf der Erde Feuer gemacht damit sich die Raumfahrer nicht verfliegen. Und Elon Musk war sich dieser Tradition bewusst und sie fortgesetzt.

  2. Rein gefühlt bist du Bernd aber der einzige der sich kritisch mit Spacex/Elon Musk auseinandersetzt. Hab Artikel von verschiedenen Verlagen/Webseiten zu dem Start verfolgt und überall sind Musk und Spacex in den Himmel gelobt worden (und es hat auch immer Tesla erwähnt werden müssen). So rein gefühlt ist die öffentliche Meinung nur weil es Elon Musk macht ist es klasse und viel besser als alles was zuvor gemacht wurde. Zu den ganzen technischen Problemen bei Spacex liest man nie etwas.
    Und mal ganz ehrlich gesagt wen Ich ins All fliegen würde und mein Leben hienge von der Rakete aber auf der meine Kapsel fliegt würde ich viel lieber auf einer Atlas V oder Ariane 5 sitzen als auf einer Falcon 9.

    1. Ja die öffentliche Berichterstattung ist schon schlecht. Überall hörte ich von einem Start eines „Privatunternehmens“ oder so ähnlich. Privat im deutschen Sinne ist SpaceX nicht, selbst wenn zu Anfang Elon Musk einer der Hauptinvestoren war (er war es aber nie alleine) hat er in mehreren Runden inzwischen so viele Anteile an Fondgesellschaften verkauft das man von einem Prviatunternehmen nicht sprechen kann. Der einzige Unterschied zu anderen Aerospace-firmen ist das SpaceX nicht an der Börse ist, doch das ändert an der Gesellschaftsform nichts.

      Erklärt wurde auch nicht das die NASA nach wie vor alles finanziert hat, nur das man das System abgeändert hat und der Kontraktor mehr Freiheiten hat als bei einem klassischen Auftrag.

      Noch schlimmer ist alelrdings das die Explosion des Prototypen und es ist ja nicht die erste nirgendwo erwähnt wurde, stattdessen wurden Musks Marspläne erneut zitiert. Das geht dann schon in Richtung „Alternative Fakten“.

      1. Also die kritischeren Stimmen, was ich bisher gelesen habe, sind eher besorgt darüber wie sich Trump, Musk und Co nach dem Start gegenseitig auf die Schultern geklopft haben während Amerika aktuell im Chaos versinkt.

        Interessant ist aber was eine dieser kritischen Stimmen zu Boeing gesagt hat:

        „Ehrlich gesagt, selbst wenn der Test von Boeing einwandfrei verlaufen wäre, ist es höchst unwahrscheinlich, dass sie als erste geflogen wären. Ich glaube nicht, dass sie einen Flug im Mai hätten machen können, egal wie sehr sie es versucht hätten. Sie sind einfach noch nicht weit genug.

        Und da ihr Luftfahrtgeschäft in Flammen steht, wette ich, dass Dinge wie die Commercial Crew zu diesem Zeitpunkt kaum noch auf ihrem Radar zu sehen sind. Für Luft und Raumfahrtgiganten wie sie fühlt sich der „Weltraum“-Aspekt wie kaum mehr als ein glamouröses, aber nicht lukratives Nebengeschäft an.“

        Ich frage mich sowieso wie lang die Lebensdauer des aktuellen „kommerziellen“ Programm sein wird. Dass die ISS noch in den 2030ern im Orbit sein wird, ist eher fragwürdig. Ergo bleiben hier nur 10 Jahre, dann siehst sohne einen Nachfolger düster aus. (Und ob das aktuelle Mondprogramm überlebt ist ebenfalls, trotz starkem politischen Druck, fragwürdig.)

        1. Dass die ISS so schnell in den Ruhestand geschickt wird, glaube ich nicht. Was soll denn als Ersatz kommen? Ein Flug pro Jahr auf den Mond mit einem Aufenthalt für 2 Wochen? Eine Basis wird es in diesem Jahrzehnt wohl kaum geben. Und eine neue Raumstation wird Nasa wohl nicht finanzieren. Daher wird die ISS wohl noch eine Weile erhalten bleiben.

    2. Gottseidank gibt es diesen Blog, damit die ganzen Vollidioten bei der NASA, SpaceX usw. mal ordentlich Bescheid gesagt bekommen! So oder so ähnlich scheinen manche zu denken.

      Das Problem bei Bernd Leitenberger ist, dass er sich nicht wirklich kritisch mit SpaceX auseinandersetzt, sondern genau den Gegenpol der „Hurra-Meute“ darstellt. Leider sind die Artikel nicht sauber recherchiert, auch wenn Informationen offen und lange verfügbar sind, werden sie nicht erwähnt, wenn sie nicht in Bernd’s Storytelling passen- kurz gesagt, in Sachen SpaceX ist der Blog fleischgewordener confirmation bias. Ich wüsste manchmal gerne, woher diese Missgunst herrührt, manchmal scheint es blanker Hass zu sein. Strange.
      Man sollte diesen Blog (wie alle anderen Blog auch) als das nehmen, was sie sind- die persönliche Meinung des Bloggers, der zu den Themen eine starke Meinung hat, aber nicht zwangsläufig Ahnung. Und Fleiß ersetzt nicht die saubere Analyse.

      Man muss über Elon Musk sicherlich nicht nur Gutes denken, aber es ist immer ein Fehler, ihn mit SpaceX gleichzusetzen. Bei SpaceX arbeiten begabte Ingenieure, von denen viele einen soliden Werdegang in der Raumfahrtindustrie hinter sich haben. Auch wenn Bernd sicher noch jedes Haar in der Suppe finden wird und dafür auch alten Kram ausgräbt, kann man nicht abstreiten, dass SpaceX mittlerweile ein großes Unternehmen ist und technologisch viel geleistet hat.

      Das gleiche gilt für die NASA- da kommt man nicht rein, wenn man ein Idiot ist und ich würde dazu raten, ein bißchen Respekt für die Ingenieure und Wissenschaftler dort zu zeigen. Wenn die NASA mit einem Unternehmen zusammenarbeitet, nicht nur mit SpaceX, dann tun sie das nicht leichtfertig.

      Man sollte sich die Informationen zu SpaceX wie zu allen anderen Themen aus verschiedenen Quellen besorgen und meistens liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. So auch hier. Ich komme gelegentlich zu diesem Blog, weil die Informationen zu europäischen Programmen mitunter brauchbar als Basis für weitere Nachforschungen sind- aber letztlich ist es ein Blog von einem, dessen Hobby das Verfolgen von Raumfahrt ist. Nicht mehr und nicht weniger.

      1. Du sagst es!
        Dieses SpaceX-Bashing ist man hier in diesem Blog ja schon gewohnt. Aber ich wundere mich auch jedesmal, wie es Bernd schafft, wirklich immer nur Negatives über SpaceX zu schreiben, egal wie erfolgreich eine Mission oder ein Test war. Das Positive wird einfach nicht erwähnt. Extrem einseitig das Ganze!

        1. Er ist halt auch nur ein armseliges Würschtel mit massiver Selbstüberschätzung. Hat wohl ein „kleines“ Ego Problem…. JA, Du bist gemeint, Du armseliger Hund! Keine Ahnung wie Du eine Raumfahrtseite führen willst und auch noch im Jahr 2020 derart gegen SpaceX keifst. Depressionen und sexuelle Frustration sind ja wohl gegeben, leider hast Du halt eine gewisse Relevanz im deutschsprachigen Internet. Mach doch mal Urlaub und „get real“!

        1. Das ist genau die Geisteshaltung, die ich meine- betreibt man kein Musk-Bashing, ist man automatisch Musk-Fan, und SpaceX ist gleich Musk- wie soll man da bitteschön differenziert diskutieren? Gehöre ganz sicher nicht zur Hurra-Meute, habe da schon auch meine eigene Meinung zu.

      2. Was ist bitte falsch an der Darstellung der Explosion? Ich habe bewusst keine Spekulation betrieben sondern nur wiedergegeben was man auf Videos sieht und die sind eben bisher die einzige Informationsquelle.

        Das die Solarzellen die Mission begrenzen findet man auch anderswo:
        https://spaceflightnow.com/2020/05/12/dragon-solar-array-concerns-driving-duration-of-first-crewed-test-flight/
        Und ich habe zwei Erklärungsmöglichkeiten für die Wahl präsentiert. Was ist da einseitig?

        Es mögen bei SpaceX begabte Leute arbeiten, aber da sie keine echte Informationspolitik haben und die gesamte Medienabteilung in Tweets von Musk besteht taucht er zwangsweise hier auf. Das „mögen“ drückt auch meinen Zweifel aus, denn begabte Ingenieure verzeichnen nicht vier Explosionen in 6 Monaten bei Bodentests. Wenn sie begabt sind, dann haben sie wohl keinen Einfluss auf die Konstruktion.

        1. @Bernd Leitenberger: Respekt, dass Sie meinen Kommentar veröffentlicht haben!

          Man muss nicht spekulieren. Die Explosionsursache ist doch bekannt- und die verlängerte Nutzlastverkleidung für die FH ist doch auch schon lange ein done deal, falls man bei NSSL 2 zu Potte kommt. Was die Solarzellen angeht, muss man auf die Ingenieure hören: Natürlich hat man eine ziemlich genaue Ahnung davon, wie die abbauen, man wird halt testen, ob sich die Annahme so bestätigt. All solche Sachen.

          1. Die Explosionsursache ist nicht veröffentlicht worden. Wie weisst Du so genau das sie bekannt ist?

            Der verlinkte Link zeigt das die NASA nicht mal genau weiß wie lange sie durchhalten. Also die NASA weiss es nicht, aber Ingenieure bei SpaceX? Also SpaceX-gläubiger kann man kaum sein, bedenkt man was selbst SpaceX-Offizielle zugegeben haben was sie von der NASA alles gelernt haben.

      3. Das gleiche Gefühl hab ich leider auch wenn ich diesen Blog lese. Fast jeder SpaceX-Artikel liest sich wie eine persönliche Traumabewältigung. Gut sag ich mir, jeder hat so seine individuellen Aversionen. Als ich hier aber in einem Eintrag las, dass Solar-Roadways eigentlich ne gute Idee seien, war mir klar, dass sich dieser Blog entgültig im Qualitätssinkflug befindet. Schade …

        1. Dass Du den Beitrag über die Solar-Roadways so aufnimmst ist weniger der Blogqualität, als Deiner geringen Lesequalität geschuldet. Ausser natürlich, Dir sagt der Begriff „Münchhausen“ nichts und/oder Du bist völlig satirebefreit.

          1. Das scheine ich ja jemanden hart getriggert zu haben. Nicht nur SpaceX scheint Hardcore-Fans zu haben auch Bernd Leitenberger hat inzwischen seine persönlichen Groupies. Mein Beitrag war auch ironisch gemeint. So viel zum Thema mangelndende Lesekompetenz ihrerseits.

          2. Ich mische mich mal ein, weil mich Ihre Antwort gerade hart triggert.
            Zu behaupten es hätte sich um Ironie gehandelt, nachdem man auf einen Fehler hingewiesen wurde, ist natürlich sehr glaubhaft (Das meine ich ironisch). Sollte es wirklich so gemeint gewesen sein ist also weniger Anjas Lese- als als Ihre Schreibkompetenz mangelhaft.

  3. Ob die Verlängerung der F9 Oberstufe so einfach ist wage ich zu bezweifeln. Durch die Verlängerung erhöht sich die Wassersäule bzw. Kerosinsäule. Durch die Beschleunigung würde das im Flug einen um ca. 1 bar höheren Druck an der Tankunterseite bedeuten.

    Die sogenannten Orbital Starship SN5 bis SN7 sind so weit mir bekannt trotz der Bezeichnung nur Suborbitale Fahrzeuge. Ein Orbit wird damit niemals erreicht. Sie entsprechen dem Grashopper.
    Wenn sie dann in einigen Jahren den Orbit erreichen, dann bestimmt erst mit einer Version ohne Hitzeschutz mit einer Nutzlast von 0. Es wird dann auch so genügend Applaus geben dass der Blecheimer in der Umlaufbahn ist. Der Wiedereintritt wird erst danach entwickelt, ob man dann ohne Schild, mit Gaskühlung, Ablatievschild oder doch Keramik arbeiten ist noch offen. An dieser Stelle ist man denke ich noch auf Poewrpoint/Wunschtraumniveau. Wenn dann weitere 10 Jahre Später ein Wiedereintritt klappt, wird man erst mal feststellen müssen ob die Landung eines Schiffes mit hohem Schwerpunkt auf extrem kurzen Beinen genau so gut funktioniert, wie eine F9 Stufe bei der das Gewicht fast komplett unten Sitzt.
    Ich drücke Elon zwar die Daumen aber meine Prognose ist das Starship erst in 3 bis 5 Jahren einen Orbit erreicht einen Wiedereintritt in 10-15 Jahren übersteht und eine Gelungene Landung in 15 bis 20 Jahren erfolgt. Und das ist meine rosa Brille. Wahrscheinlicher ist eine Einstellung des Projektes und Ersatz durch etwas anderes.

    1. Das Verlängern von Stufen ist gängig und wurde schon bei vielen Trägern gemacht so Atlas, Thor, Titan und Ariane. Du vergisst das die Falcon Heavy ja auch die Leo Nutzlast transportieren muss und die ist bedeutend schwerer als 30 t mehr Treibstoff und sie überträgt ihre Last auch über die Oberstufe.

    2. Selbst wenn es in 20 Jahren klappen sollte, bringt es nichts. Es gibt keinen einzigen Nachweise das Wiederverwendung wirtschaftlich Nachhaltig ist.

        1. der ‚Streit‘ war auch lange geregelt. Mehrweg braucht sehr viele Fluege damit es Sinn macht – in der Literatur kann Mann zwischen 30-50 Fluegen pro Jahr wenn Mann mit ‚typischer‘ Trager Produktion marginale Kosten rechnet. Eine Mehrflug Linie hat doch die selben fix Kosten wie Einweg

          1. Deshalb versucht Musk ja verzweifelt, auch andere Verwendungen für seine Raketen zu finden. Stichwort Interkontinentale Touristentransporter. Ob das jemals klappt ist allerdings recht fraglich.

      1. Jochen es geht nicht um die Wirtschaftlichkeit, sondern das bisher 5 Spacex Raketen am Boden vor dem Start explodiert sind, eine im Flug und eine die Nutzlast versenkt hat. Bei jeder wiederverwendeten Rakete funktionierte zumindest die erste Stufe. Der erste Start ist wohl das was man in meiner Branche „Burn in Test“ nennt …

          1. Und auch die Wiederverwendung gesprengter Raketen dürfte sich als äußerst aufwändig erweisen …
            Das ganze versprengte Blech einfach wieder einsammeln, einschmelzen, neu formen und zusammenschweißen dürfte da nur im Musk-Universum eine praktikable Lösung sein 😉

        1. Zitat Bernd Leitenberger:
          „…sondern das bisher 5 Spacex Raketen am Boden vor dem Start explodiert sind, eine im Flug und eine die Nutzlast versenkt hat.“
          => Können Sie das auch mal nüchtern formulieren und erleutern?

          1. Die vier Prototypen für starship/Superheavy im Nov. 2019, Feb, März und Mai 2020, die Falcon 9 mit Amos 6 2016 – macht fünf.

            Die Zuma Nutzlast wurde am 8.1.2018 in den Orbit gebracht, nicht von der Rakete abgelöst und mit der Oberstufe wieder deorbitiert. Da die mission geheim ist weiß gibt es kein Statement seitens der US-Regierung.

  4. Ich vermisse in den SpaceX-Artikeln übrigens immer ein wenig die Offenheit, Begeisterung und Neugier eines „echten“ unvoreingenommenen Raumfahrtfans. Fängt schon damit an, dass Herr Leitenberger den Blog mit der Explosion eines frühen Prototypen beginnt, anstatt mit DM2…

    Was mich einmal interessieren würde, wäre außerdem die Bewertung von Herrn Leitenberger zu anderen privaten Raumfahrtunternehmen hat, die zum teil schon länger am Markt sind und mit einem viel größeren Kapitaleinsatz ausgestattet sind, bisweilen aber viel weniger vorzuweisen haben als SpaceX (Bspw. Virgin, BO). Da finde ich es doch wirklich erfrischend, erstaunend und bewundernswert was SpaceX seit der Gründung mit verhältnismäßig geringen mitteln auf die Beine gestellt hat.

    Zudem habe ich seit dem 03. September 2016 keine SpaceX Rakete mehr explodieren sehen. Wo es mal ordentlich gewummst hat, waren frühe Prototypen eines Teils einer zukünftig geplanten Rakete. Diesen Unterschied scheint Herr Leitenberger bewusst zu ignorieren. Genauso wie den Unterschied zwischen Kosten und Preis, aber das zieht sich ja nun schon einige Jahre durch diesen Blog. Aber wahrscheinlich ist Musk immer noch ein Blender, wenn SpaceX als erste Organisation überhaupt Menschen auf einen anderen Planeten transportiert…

    P.S. Die SpaceX Explosionen habe ich eigentlich auch in fast allen deutschen Mainstream-Medien gefunden (Spiegel, RTL, Welt, ManagerMagazin, Golem…). Keine Ahnung, wie Herr leitenberger hier auf eine Insbesondere bis zur Mitte letzten Jahres hatte ich eher den Eindruck, dass die deutschen Medien sich die Finger nach negativen Elon musk Artikeln leckten. Zugegeben, dass scheint sich in den letzten Monaten gelegt zu haben.

    P.P.S. In der Raumfahrt wird das Wort „privat“ in der Regel nicht im Sinne von „gehört Lieschen Müller“ verwendet, sondern im Sinne von „nicht durch eine staatliche/überstaatliche Organisation entwickelt/gelenkt…

    1. 1: Der Prototyp soll zwar nicht fliegen, aber er sollte doch zumindest das aushalten was man mit ihm testen will. Genauso würde man sich wenn die Enterprise bei einem Landungstest verloren geht darüber aufregen, auch wenn diese Fähre nie fliegen sollte.

      2: Nach den Erfahrungen mit SpaceX mache ich mir bei anderen „neuen“ Raumfahrtfirmen nicht mehr die Mühe mich mit den ausführlich zu beschäftigen. Wenn eine firma meint selbst einfachste Basisdaten die man frühger sogar von aktiven militärischen raketen bekam seien ein Geheimnis, dann besteht für mich kein Grund nach mehr zu recherchieren.

      3: Verharmlosungsstrategie. Es gab ja auch schon früher Bodenexplosionen ohne Zündung bei Countdowntests. In den USA muss man aber bis 1959 zurückgehen und ich kenne keine Fall wo das viermal in einem halben Jahr passiert ist. Und SpaceX hat bisher alles gestrichen was sie jemals zum Mars schicken wollen wie die Red Dragon. Wenn Du das als Ziel ausgibst ist das Scheitern schon jetzt vorprogrammiert. Gegenfrage: würdest Du ein Starship/Super-Heavy beim Jungfernflug als Passagier besteigen?

      4: P.S. ich meine Massenmedien wie Hörfunk und Fernsehen. Ich fand das weder in SWR1 noch in der Tagesschau oder Heute.

      5: P.P.S Die Medien wenden sich aber an Lieschen Müller das ist der normale Zuschauer / Hörer. Und wenn nicht mal die Redakteure den Unterschied kennnen … Ich glaube auch nicht das deine Deutung richtig ist, denn ich habe niemals in Zusammenhang mit Orbital (COTS/CRS) noch Boeing (CCdev) dieses „private“ auch in den US-Medien gehört.

      6: PPPS wenn Du immer dieselbe Emailadresse für die Kommentare verwendest vermeidest Du das ich diese explizit freischalten muss weil ein registrierter Benutzer an eine Emailadresse gebunden ist.

      1. Zum Thema explodierte Starship-Prototypen: Es müsste doch mittlerweile klar geworden sein, das SpaceX bei der Entwicklung ihrer Raketen eine andere Herangehensweise hat als alle bisherigen Raumfahrtunternehmen. Nasa-Administrator Jim Bridenstine hat es kürzlich in einem Interview so beschrieben:

        „SpaceX brings a very unique capability to the mix that NASA has been lacking quite frankly. … The willingness to fail is something that NASA has lacked for a very long time. But it’s what enables SpaceX to move so fast. To rapidly iterate and improve. NASA has this history of qualifying every component and then every sub component and then every, you know, every piece of every rocket is fully qualified and everything has to go perfect on every launch. And that slows us down.“

        Die NASA hat’s also verstanden. Vielleicht verstehen Sie es ja auch irgendwann, Herr Leitenberger.

        1. Wenn ich einen Prototypen hochjage, das Problem abstelle und es dann bei vielen folgenden Tests keine Probleme habe, dann habe ich diese Politik umgesetzt. Dann macht man es eben wie vor 60 Jahren und man braucht nicht einen oder zwie Qualifikkationsflüge sondern etliche mehr bis man auch alles verifiziert hat.

          Aber wenn man vier Prototypen hochjagt, den letzten auch nachdem ein Druckbeaufschlagungstest erfolgreich war, dann hat man offensichtlich die Konstruktion nicht im Griff. Ihr werft mir vor ich würde nur über das negative berichten, aber mal ehrlich wie oft muss SpaceX was in die Luft jagen das ihr kritisch werden, 10-mal, hundertmal?

          Vor allem kenne ich so was mit Ausnahme von zwei Fällen bei der Atlas nicht. Andere Raketen explodieren nicht wenn man sie nur unter Flugdruck setzt. Also wenn die Haut schon bei Prototypen nicht mal dem Innendruck standhält, wie soll das dann erst bei echten Flugbelastungen sein? Das spricht doch vielmehr für eine Konstruktion die nicht mal den statischen Belastungen standhält, wahrschenlich weil man sonst die Nutzlast die gewünscht wird nicht erreicht. Das hat dann nichts mehr mit iterativem Entwickeln zu tun. Ich kenne das ja auch als Softwarentwickler, aber wenn ein Softwaremodul bei mir bei einem Fehler versagt und ich bessere nach, dann habe ich dafür eine Chance, nicht vier.

          Eein Zitat fand ich übrigens nirgendwo im Net. Das was ich fand war natürlich bei einem gemeinsamen Interview wo er wohl kaum Musk in die Pfanne haut, doer sagte er: „“They test, they fail, they fix, they fly.”. Das kann sich aber nicht auf die Prototypen beziehen, denn da flog noch nichts und gefixt wurde auch nicht. Übrigens kennt NASA auch die Nachteil des Ansatzes, nämlich das SpaceX die mit Abstand schlechtesten Bwertungen beim einhalten von Terminplänen hat.

          1. Genau das Interview meine ich: https://www.youtube.com/watch?v=p4ZLysa9Qqg&t=273&yt:cc=on
            Und natürlich bezieht sich das auf die Prototypen. Er sagt ja sogar. „And we’ve seen that with Starship now.“
            Außerdem ist schon was geflogen, der StarHopper, schon vergessen? Und wie kommen Sie darauf, dass nichts gefixt wurde? Meinen Sie wirklich, dass die nach der Zerstörung eines Prototypen das Ding einfach genauso nochmal bauen, ohne die Fehlerquelle zu beseitigen? Wenn Sie genau recherchiert hätten, wüssten Sie, dass der Grund für die Zerstörung jedesmal ein anderer war.

          2. … und Musk steht direkt neben ihm und sie reden über die Dragon, klar dass er da nicht schimpft und die Dragon haben sie ja nur einmal in die Luft gejagt.

            Ich kenne nur Ursachenspekulationen. Seitens SpaceX gibt es ja nicht mal eine Presseerklärung das etwas in die Luft geflogen ist. Ist auch egal wenn es vier verschiedene Ursachen sind, dann stimmt die Konstruktion in vier Aspekten schon mal nicht. Und wie viele (versteckte) Fehler gibt es dann noch? Es geht ja jetzt nur um einen Aspekt, es gibt bei der fertigen Rakete noch jede Menge andere Teile die funktionieren müssen.

  5. Ein Fakt kam bisher überhaupt nicht zur Sprache: Jede dieser Explosionen kostet eine Menge Geld. Wieviel kann sich der große Detonator noch leisten, bevor er pleite ist? Auch die Nasa wird wohl kein Geld mehr in Projekte stecken, bei denen kein Fortschritt zu sehen ist.

  6. > Um an einen ähnlichen Negativrekord zu kommen, muss man bei der US-Raumfahrt weit zurückgehen.

    SpaceX kehrt zur Enwtwicklungsmethodik der Falcon 1 zurück. Damals haben sie jede Menge Prototypen in die Luft gejagt, aber eben nicht unter dem Auge der Öffentlichkeit.

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