Die 2021 SpaceX-Rückschau und die Wette für 2021

Vorab eine Bemerkung: ich schreibe den Artikel am 19.12., zu einem Zeitpunkt, bei dem noch der letzte Start von SpaceX aussteht, gehe aber davon aus, dass dieser noch dieses Jahr erfolgt und man so eine Bilanz ziehen kann. Es sind 25 Starts, erheblich mehr als letztes Jahr (13) und mehr als 2018, dem bisherigen Rekordjahr. Also alles in Butter? Nicht ganz, denn zumindest die Starts seitens Kunden, egal ob kommerzielle oder staatliche nimmt ab. 2018 waren alle Starts von zahlenden Kunden, 2019 waren trotz nur 13 Starts schon zwei für Starlink, das heißt, die Zahl der gebuchten Starts hat von 21 auf 11 abgenommen und dieses Jahr sind von den 25 Starts auch 14 für Starlink, also ebenfalls 11 kommerzielle Starts. Das scheint die dauerhafte Nachfrage zu sein, nachdem es die ersten Jahre immer mehr Starts gab, auch weil SpaceX in den Zeitplänen immer den eigenen Ankündigungen hinterherhinkte. Auch für dieses Jahr haben sie nur für Starlink 24 Starts prognostiziert. Ich habe dagegen gewettet mit maximal 17 Starts und denke ich habe erneut gewonnen.

Ansonsten können sie nun endlich die Crew-Flüge aufnehmen, nachdem ein Testflug erfolgreich war. Die erste Mannschaft ist auch schon oben. Einen Vorvertrag für einen reinen Flug mit Weltraumtouristen ist auch schon unterschrieben. Konkurrent Boeing hatte dagegen Probleme mit seinem Starship. Die hatte SpaceX letztes Jahr. So gesehen geben sich die beiden Firmen nichts. Die interessanteste Entwicklung ist natürlich die des Starships und da wurde einem echt was geboten:

  • Am 28.2.2020 explodierte SN1 bei einem Druckbeaufschlagungstest
  • Am 3.4.2020 kollabierte SN3 bei einem Betankungstest
  • Am 20.5.2020 explodierte SN4 nach einem statischen Triebwerkstest

Es folgten einige kleine Tests von 1, 20 und 150 m Höhe, bei denen sich das Starship seitwärts bewegte – sicher nicht geplant, aber SpaceX glaubten, das dies nur an einem Triebwerk liegen würde. Nicht unmöglich kann man ein Triebwerk auch starr einbauen, aber doch unwahrscheinlich, wenn es nur drei Triebwerke gibt und wie der letzte Test zeigte, bei dem die Triebwerke auch geschwenkt wurden, sind sie beweglich eingebaut, sonst könnte das Starship wohl auch kaum 90 Grad in einigen Sekunden drehen, wie es vor der Landung der Fall ist. Auch dieser Test war mit einem Triebwerksausfall kurz vor der Landung nicht ganz erfolgreich. Als wesentlichste Folgerung dürfte man mehr Treibstoff für die Landung mitführen, was die Nutzlast absenkt.

Aber eigentlich sollte ja dieses Jahr der erste orbitale Startversuch der BFR stattfinden, kein Hopser über 12,5 km. Immerhin scheint Musk nun realistischer zu sein und spricht nun von zwei Jahren bis zum ersten orbitalen Start, zusammen mit dem vergangenen Jahr also drei nicht eines und vier Jahren ab jetzt bis zum ersten bemannten Einsatz.

Die grundlegende Frage bei beiden Projekten ist ja, ob sie sich finanziell lohnen. Bei Starlink gebe ich gerne zu, fehlt mir das Wissen um es zu beurteilen. Aus allgemeiner Lebenserfahrung weiß ich aber das eine terrestrische Lösung immer billiger als eine Satellitenlösung ist und mit immer weiter steigenden Ausbau der terrestrischen Netze – auch für neue Mobilfunkanwendungen, Stichwort 5G, die Zahl der potenziellen Kunden kleiner wird. Zudem wird Internet über Satellit schon angeboten, zu kleineren Kosten, als sie von SpaceX bekannt sind und da ist der große Run bislang ausgeblieben. Daher sehe ich dem skeptisch entgegen, nicht nur bei SpaceX, sondern auch bei Oneweb.

Etwas mehr Fachkenntnis bilde ich mir beim BFR ein. Hier spielt zum einen die Nachfrage, zum anderen die Kosten eine Rolle. Die Nachfrage seitens externer Kunden sinkt, das beweisen die letzten Jahre, nach dem Hype auf einen konstanten Wert von etwa einem Dutzend Starts pro Jahr. Dann wird spekuliert, das SpaceX damit schneller sein Satellitennetz aufbauen kann, das ja zuerst 4.400, dann 12.000 und zuletzt 42.000 Satelliten umfassen sollte. Doch dann sollte die Firma ja schon jetzt das Interesse haben das Netz schneller auszubauen, was sie ja mit der Falcon Heavy machen könnte. Nimmt man die Startpreisinfos der SpaceX Website, wäre das sogar günstiger, denn bei dreifacher Nutzlast kostet diese 50 % mehr. Vor allem aber würden dreimal weniger Starts ausreichen, das heißt, SpaceX hätte dieses Jahr nicht rund 840, sondern 2.520 Satelliten im Orbit und damit das Netz zu mehr als der Hälfte in der ersten Stufe fertiggestellt. Das Zweite ist das Hoffen auf völlig neue Kunden, verspricht uns Musk doch seit Jahren eine drastische Kostenreduktion der Startpreise um den Faktor 100. Nur gibt es seit Jahren auch die Wiederverwendung der ersten Stufe der Falcon 9 und das hat sich bisher nur in einer 20%-Preisreduktion niedergeschlagen. Wie die Bilanz externer Aufträge zeigt, hat sich dies nicht in mehr Aufträgen niedergeschlagen. Und einen Bedarf für 100 t Nutzlast gibt es nicht, den gibt es nicht mal für die 70 t der Falcon Heavy, sonst würde die sicher öfters fliegen.

Die zweite Frage ist ob die BFR überhaupt so viel billiger wird. Auch wenn SpaceX keine Daten veröffentlicht, so ist eine größere Rakete mit der gleichen Technologie immer teurer. Die BFR wiegt mehr als das dreifache der Falcon heavy. Von der Falcon 9 kann man nach SpaceX eigenen Angaben rund 60 % der Kosten einsparen. 30 % mehr, wenn Oberstufe und Nutzlastverkleidung wiederverwendet werden. Das heißt bei vollständiger Wiederverwendung könnte man maximal nochmals die Hälfte der bisherigen Einsparungen hinzugewinnen. Demgegenüber haben wie eine dreimal schwerere Rakete, also entsprechend teurere Rakete mit wesentlich anspruchsvollerer Technologie, wie Hochdruck-Triebwerken mit gestaffelter Verbrennung, Wiedereintritt mit Orbitalgeschwindigkeit und die Erfordernis eines Hitzeschutzschildes, der schon beim Space Shuttle nicht so unproblematisch war. Das verteuert aber einen Träger. Dafür transportiert die BFR nur 30 % mehr Nutzlast als eine Falcon Heavy. Also unter diesen Umständen würde es mich wundern, wenn sie pro Start billiger als eine Falcon Heavy wäre und wie schon geschrieben, für diese gibt es keinen Markt.

Jenseits von Musk sieht man die Zukunft wohl etwas realistischer. Shotwell hat ja schon ins spiel gebracht, damit Weltraummüll zu beseitigen. Also wenn es schon keine Nutzlasten und Kunden gibt dann sucht man eben nach einer neuen Verwendungsmöglichkeit. Immerhin könnten sie so mal ihre Starlink-Satelliten deorbitieren. denn nur ein Teil der Konstellation wird so niedrige Höhen haben das sie bei einem Ausfall von alleine verglühen. Ein Teil wird in über 1000 km Höhe stationiert, einem Orbit der über Jahrhunderte bis Jahrtausende stabil ist. Und weniger als 1 Jahr nach dem Start der ersten Satelliten sind ja auch schon 2,5 % defekt.

Die Wette für 2021

Das leitet mich zu meiner jährlichen Wette über. Bisher habe ich immer eine Wette abgeschlossen die bis Jahresende begrenzt war. Das wird so langsam langweilig, daher habe ich eine längerfristige Wette abgeschlossen. Im April veröffentlichte SpaceX einen „Starship Users Guide“. Ich schreibe das in Klammern, weil die Informationen in dem Users Guide sich zu anderen Guides von ULA und Co genauso verhalten wie der Informationsgehalt der Bild Zeitung zu dem Brockhaus. Inzwischen ist er wieder vom Netz, vielleicht bis zur Veröffentlichung wieder in einer neuen Fassung online. Vielleicht muss man auch nach der gescheiterten Landung, die ja zeigt, dass man mehr Treibstoff für das Landen braucht, Treibstoff, der von der Nutzlast abgeht, die Nutzlast nach unten korrigieren. Ich habe ihn, weil es das schon mal bei der Falcon 9 gab, aber lokal gesichert. Daraus habe ich folgende Tabelle übernommen:

Ich glaube nun, dass die 21 t GTO Nutzlast nicht erreicht werden, zumindest nicht mit dem derzeitigen Starship (Wikipedia gibt an, dass es 120 t trocken wiegt, bei 1.200 t Treibstoff, die erste Stufe sollte 3.400 t Treibstoff haben, auch hier, weil die Angaben in der Zukunft sicher angepasst werden, die Version der Wikipedia von heute. Ich habe das mal für den Blog überschlagen. Mit 120 t Masse kann ein Starship, wenn es 100+ t Nutzlast hat, nie 21 t GTO erreichen, dazu müsste es erheblich leichter sein oder die 100+ t kann man auch als 150+t deuten und dann würde da auch 150+ t stehen. Diese Bemerkung muss sein, weil immer wieder SpassX-Fans bei denen Begeisterung und Wissen diametral entgegengesetzt oder umgekehrt proportional sind, immer wieder alte Wetten rausziehen, die sich auf andere Versionen der Falcon bezogen, um zu beweisen, dass ich unrecht habe – völlig ignorierend das die erste Version der Falcon 333 t beim Start wog und die heutige 549 t. Also offiziell die Wette:

Ich wette, das ein Starship, wenn es 120 t trocken wiegt, keine 21 t GTO Nutzlast hat.

Die ersten Starships sollen ja schwerer sein, aber man kann auch dann leicht ausrechnen wie viel GTO Nutzlast die hätten, das gleiche gilt, wenn es mal leichter als 120 t werden würde.

Zuletzt noch eine Bemerkung. Ich habe mir mal die Mühe gemacht auszurechnen, was die BFR ohne Wiederverwendung transportieren könnte. Das basiert auf den publizierten spezifischen Impulsen (3240 / 3719) und Schub (.2200 kN Boden, 2.500 kN Vakuum). Als Voll-/Leermasseverhältnis habe ich 20 angenommen, das ist eher zu „schlecht“ als zu gut. So was erreichte die S-IC mit relativ schweren F-1 Triebwerken, getrennten Tanks und Technologie der Sechziger Jahre. SpaceX reklamiert 30 für die Falcon 9 Erststufe, auch wenn das meiner Ansicht nach etwas hoch ist, aber 20 sind eher zu niedrig bei Hochdrucktriebwerken, Li-Al Legierungen. Ich halte 24 bis 25 für erreichbar, habe aber mit 20 gerechnet. Ich habe die zweiet Stufe auf 1.000 t Masse verringert und die erste Stufenmasse entsprechend um 200 t erhöht und zwei Triebwerke von dem Starship in die erste Stufe transferiert (30 / 4) anstatt (28 / 6). Diese Version kommt, selbst wenn ich berücksichtige, dass meine Simulation immer etwas optimierter als die Wirklichkeit ist, auf 220t Nutzlast in einen LEO, nicht 100 t. Also die Wiederverwendung kostet hier wirklich massiv an Nutzlast, in den GTO wären es 90t und auf eine Fluchtbahn 60t Nutzlast, das schafft eine wiederverwendbare BFR nur mit mehrfachem Auftanken. Es ändert aber nichts daran, das es auch für eine Rakete mit 200t Nutzlast keinen Markt gibt.

Rakete: Super Heavy / Starship ohne Wiederverwendung

Startmasse
[kg]
Nutzlast
[kg]
Geschwindigkeit
[m/s]
Verluste
[m/s]
Nutzlastanteil
[Prozent]
Sattelpunkt
[km]
Perigäum
[km]
Apogäum
[km]
5.020.000 240.000 7.831 421 4,78 160,00 200,00 200,00
Startschub
[kN]
Geographische Breite
[Grad]
Azimut
[Grad]
Verkleidung
[kg]
Abwurfzeitpunkt
[s]
Startwinkel
[Grad]
Konstant für
[s]
Starthöhe
[m]
Startgeschwindigkeit
[m/s]
68.800 29 90 0 210 90 5 10 0
Stufe Anzahl Vollmasse
[kg]
Leermasse
[kg]
Spez. Impuls (Vakuum)
[m/s]
Schub (Meereshöhe)
[kN]
Schub Vakuum
[kN]
Brenndauer
[s]
Zündung
[s]
1 1 3.780.000 190.000 3.531 68800,0 74300,0 170,61 0,00
2 1 1.000.000 50.000 3.719 4400,0 5090,0 694,12 172,00

 

Simulationsvorgaben

Azimuth Geografische Breite Höhe Startgeschwindigkeit Startwinkel Winkel konstant
90,0 Grad 28,8 Grad 10 m 0 m/s 90 Grad 5,0 s
Abbruch wenn ZielApo überschritten, Orbitsim wenn Kreisbahngeschwindigkeit erreicht
Perigäum Apogäum Sattelhöhe
Vorgabe 200 km 200 km 160 km
Real 197 km 271 km 160 km
Inklination: Maximalhöhe Letzte Höhe Nutzlast Maximalnutzlast Dauer
27,5 Grad 334 km 262 km 240.000 kg 238.719 kg 866,0 s
Umlenkpunkte Nr. 1 Nr. 2 Nr. 3
Zeitpunkt 100,0 s 250,0 s 781,4 s
Winkel 48,9 Grad 37,6 Grad -8,0 Grad

Wichtige Aufstiegspunkte

Bezeichnung Zeitpunkt Höhe: Dist: v(x): v(y): v(z): v: Peri: Apo: a:
Start 0,0 s 0,01 km 0,0 km 408 m/s 0 m/s 0 m/s 0 m/s -6378 km -6378 km 3,9 m/s
Rollprogramm 5,0 s 0,04 km 0,0 km 406 m/s 26 m/s -24 m/s 408 m/s -6372 km -768 km 4,2 m/s
Winkelvorgabe 100,0 s 20,33 km 0,4 km 1034 m/s 808 m/s -469 m/s 1394 m/s -6323 km -708 km 15,3 m/s
Brennschluss 1 170,6 s 84,27 km 6,7 km 2735 m/s 2039 m/s -791 m/s 3502 m/s -6012 km -450 km 42,4 m/s
Zündung 2 172,0 s 86,32 km 7,0 km 2737 m/s 2029 m/s -797 m/s 3499 m/s -6011 km -449 km -9,5 m/s
Verkleidung 210,0 s 139,70 km 18,6 km 2840 m/s 1819 m/s -962 m/s 3507 m/s -5960 km -409 km -5,1 m/s
Winkelvorgabe 250,0 s 187,97 km 37,5 km 2954 m/s 1601 m/s -1130 m/s 3545 m/s -5900 km -373 km -4,7 m/s
Winkelvorgabe 781,4 s 278,87 km 1593,4 km 5629 m/s -1912 m/s -2878 m/s 6605 m/s -3884 km -184 km 3,6 m/s
Sim End 866,0 s 261,50 km 2337,4 km 6548 m/s -2730 m/s -3074 m/s 7732 m/s -3032 km 223 km 8,5 m/s

17 thoughts on “Die 2021 SpaceX-Rückschau und die Wette für 2021

  1. Hallo Herr Leitenberger,

    ich verstehe Ihre Wette nicht. Also so überhaupt nicht.
    Also ich verstehe sie technisch, aber nicht emotional.
    Sie haben durchaus wissenswerte Bücher über die Raumfahrt und deren Technik geschrieben.
    Und alle diese Details die es so schwierig machen einen Fuß ins All zu setzen.
    Eigentlich sollten Sie doch froh sein über die Entwicklung des „new space“.
    Das junge Leute mal wieder motiviert werden hier eventuell Ihre Berufung zu sehen.
    Mein Beruf ist Maschinenbauingenieur. Und ich bin mir sehr bewusst was „Details“ in einem technischen System bedeuten.
    Das kleinste kann dich zum Fall bringen und es wird, wenn Du es nicht in den Griff bekommst. Technisch oder wirtschaftlich, egal, alles muss passen.
    Aber warum zur Hölle freuen Sie sich über jeden Misserfolg der Firma SpaceX?
    Ist es wegen Elon Musk? Warum?
    Wenn der Laden vor die Wand fährt kann es Ihnen doch egal sein.
    Also warum diese Schwachsinnwette?
    Ich bin kein Musk Fan oder SpaceX Fan, wie sie all diese unwissenden Leute nennen.
    Ich bin Fan von Schalke04, also ein ganz kleines Licht in diesen Tagen.
    Die Raketenmänner sind lange weg. Die Musik wird woanders gespielt.
    Aber sollte man nicht zumindest Respekt vor der Leistung ihrer Nachfolger haben? Auch wenn Angaben zu technischen Details nicht so geteilt werden und das ein oder andere spekulativ ist?
    Immerhin kann wieder spekuliert und diskutiert werden. Aus meiner Sicht, Baujahr 74, das erste mal seit keine Ahnung wie lange.
    Seien Sie doch froh darüber das wieder „was geht“.
    Königsblaue Grüße!

    1. Ich mache die Wette seit Jahren um auf die falschen Angaben von SpaceX aufmerksam zu machen. Und es ist wie ich im verlinkten Blog berechnet habe physikalisch unmöglich mit einem 120 t schweren Starship und 100 t LEO Nutzlast 21 t in den GTO zu befördern. Das ist schlicht und einfach eine glatte Lüge und das kann jeder mit einem Taschenrechner nachrechnen.

      Werden sie gerne angelogen? Nicht einmal, nicht zweimal sondern dauernd? Denn genau das ist es was SpaceX macht. Bei Terminen, Nutzlastangaben, Technik. Gleichzeitig haben sie den Anspruch das sie alles besser machen als andere Firmen, scheitern aber mitunter grandios. Ich zumindest lasse mich nicht gerne anlügen und stelle solche Lügen hier klar.

      Es ist auch kein „New Space“. Es ist nur eine Möglichkeit Geld zu verdienen. Ich erkenne nichts was SpaceX selbst für die Raumfahrt beigetragen hat außer im Negativen wie die Erhöhung der Menge des Weltraumschrotts. Musk hat nach eigener Aussage SpaceX gegründet weil er eine Sonde zum Mars schicken wollte und das ihm zu teuer war. Hat SpaceX irgend etwas gestartet was der Wissenschaft dient? Nicht mal beim Falcon Heavy Jungfernflug der keine gebuchte Nutzlast hat. Da hätte er doch seien Marssonde starten können. Stattdessen hat er sein Auto entsorgt.

      1. Hallo Bernd,
        mir persönlich ist es ziemlich egal was SpaceX in einem „Starship Users Guide“ im Jahre 2020 schreibt. Mir ist es nämlich klar, dass alle solche Angaben aktuell nur Schätzungen/Ziele/Träume sind. Das haben wir alles in den vergangenen Jahren gesehen / gelernt.

        Für mich ist das einzig Interessante, wie sich SpaceX im Vergleich mit dem Wettbewerb schlägt. Hier entsteht nämlich die Dynamik, die am Ende die Raumfahrt beflügeln kann. Hier sieht SpaceX gut aus:

        Das Rennen um den ersten amerikanischen bemannten Flug zur ISS seit 2011 hat SpaceX klar gewonnen. Für Dich Bernd scheint es vermutlich ein Zufall oder Glück zu sein, für mich ein Beispiel dafür, wie gut die langfristige Strategie von Elon Musk funktioniert.
        Auch bzgl. der Anzahl der Starts pro Jahr ist SpaceX inzwischen führend. Nach anfänglichen Problemen ist die Zuverlässigkeit ebenfalls sehr gut: seit über 70 Starts kein „RUD“.
        Im nächsten Jahr wird SpaceX mit der Falcon 9 bzgl. der Gesamtanzahl der Starts sowohl die Ariane 4 als auch Ariane 5 überholen (oder möchtest Du vielleicht dagegen wetten?)

        Du hast auch gefragt: „ Hat SpaceX irgend etwas gestartet was der Wissenschaft dient?“
        Antwort: Ja.
        Ich weiß nicht wie Du Wissenschaft verstehst, für mich ist ein Weltraumteleskop schon „irgend etwas was der Wissenschaft dient“, für Dich etwa nicht?

        Noch eine Bitte an Dich Bernd: versuche das Wort „Lüge“ etwas sparsamer zu gebrauchen. Möchtest Du, dass jede Ungenauigkeit in Deinem Blog als „Lüge“ bezeichnet wird?

        Z.B. schreibst Du über Starlink:“ Ein Teil wird in über 1000 km Höhe stationiert, einem Orbit der über Jahrhunderte bis Jahrtausende stabil ist.“ Das hat nach meinem Kenntnisstand nichts mit der Wahrheit zu tun, SpaceX möchte die Satelliten viel niedriger platzieren, max.614 KM, von Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden im All kann hier keine Rede sein, dass müsstest Du doch mit Deinen Raumfahrtkenntnissen wissen, oder?
        Das mit über 1000 KM Orbit plant nämlich nicht SpaceX sondern Wettbewerb (Oneweb).

        1. Ein Users Guide ist ein verbindliches Dokument, auf dessen Angaben sich Kunden verlassen müssen.

          Zur ISS: Gerne wird unterschlagen, das SpaceX mit dem Dragon drei Jahre entwicklungsvorsprung gegenüber Boeing hatte. Wenn es nur nach SpaceX gegangen wäre hätten die nur ein Fenster in ihre Frachtdragon reingebaut.

          Die Startzahl sagt relativ wenig aus. Die Sojus hat ja auch eine enorme Startzahl. Es ist leicht Ariane 5 als nur kommerziellen Träger zu überholen, wenn man alleine durch die US-Regierung schon mehr Starts bekommt als Arianespace und dann der Rest von Google finanziert wird. Die Startzahl interessiert mich weder bei SpaceX noch woanders, sonst müsste ich mal was über die Chinesen schreiben. Raketen sind nur Werkzeuge um Nutzlasten zu starten, mit ihnen macht man keine Wissenschaft.

          Daher hat SpaceX auch kein Weltraumteleskop gestartet, sondern die US-Regierung und gäbe es SpaceX dann hätte es ein anderer Träger gestartet. Was hat SpaceX selbst an wissenschaftlichen Satelliten gestartet? Wie ich schreibe es geht nur ums Geld verdienen, das ist keine neue Raumfahrt das ist nur ein neuer Anbieter eines Launch Services.

          Es werden 2824 Satelliten zwischen 1.100 und 1.325 km Höhe gestartet werden:
          https://en.wikipedia.org/wiki/Starlink#Constellation_design_and_status

          1. Bist Du sicher, dass ein Text mit der Bezeichnung „Users Guide“ auf der Homepage für eine in Entwicklung sich befindende Rakete bereits verbindlich ist, auch wenn es noch keine unterschriebenen Verträge gibt? Ich vermute dass Du etwas zu viel reininterpretiert hast.

            Zur ISS: Man könnte auch sagen, dass Boeing 40 Jahre oder mehr Vorsprung bei der Raumfahrt Technik hatte… Egal, selbst wenn SpaceX Vorsprung haben sollte, lag es daran, dass Elon Musk einige Jahre früher vorteilhafte strategische Entscheidungen getroffen hat, und das als einziger: Er hatte den ersten Dragon-Raumschiff auch für eine Landung konzipieren lassen, was später natürlich für bemannte Raumfahrt notwendig war. Eine sehr kluge und weitsichtige Entscheidung, die SpaceX eine sehr gute Startposition beim dem Weg zur bemannten Raumfahrt ermöglichte.

            Mit „Lügen, verdammte Lügen und Statistiken ….“ Hast Du durchaus Recht: Man kann ja immer eine kleine Untermenge des Geschäftes betrachten, um zu zeigen, dass eine bestimmte Firma besonders erfolgreicher ist.
            Bei dem Launch-Geschäft ist halt die Anzahl der Starts die „Hauptwährung“ wenn man den Erfolg der Raketen vergleichen möchte. Es wäre auch unangebracht von einer privaten Firma, die vor allem von dem Start der Raketen lebt zu verlangen, dass die auch Forschungssatelliten aus den eigenen Mitteln baut und betreibt.

            Ich verstehe auch nicht warum Du die Starlink-Starts nicht als kommerziell betrachtest. In diesem Business liegt das unternehmerische Risiko voll bei SpaceX bzw. deren Investoren, Satelliten zu betreiben ist durchaus kommerzielle Tätigkeit, die Behauptung, dass Startlinkstarts nicht kommerziell sind ist doch auch eine L… sagen wir nicht ganze Wahrheit.

            Vielen Dank für den Link zu der Höhe der Starlink Satelliten. Hast Du Dir die Mühe gemacht den Wikipedia-Artikel zu Ende zu lesen? Ist es Dir gelungen den Text zu verstehen? In dem Artikel steht doch, das SpaceX zuvor die Genehmigung hatte 2.825 Satellitenüber 1100 km zu platzieren, die Pläne wurden aber modifiziert, und in dem modifizierten Plan git es nur noch Satelliten auf niedrigeren Umlaufbahnen. Auf Wikipedia gibt es auch einen Link [nr. 54] zu einem Artikel auf spaceflightnow.com, wo weitere Infos dazu angegeben sind:
            https://spaceflightnow.com/2020/04/21/spacex-modifies-starlink-network-design-as-another-60-satellites-gear-up-for-launch/
            Falls Du Probleme mit englischen Texten haben solltest kannst Du auch den deutschen Wikipedia-Artikel lesen. Dort gibt es zwar keine Angaben zu den alten Plänen, aber so wirst Du zumindest nichts falsch verstehen.

    2. Hallo Ralf,
      ich finde die Wetten von Bernd können schon einen positiven Effekt haben. Wenn man die langfristig betrachtet kann man daran den unglaublichen Fortschritt der Firma SpaceX erkennen. Schauen wir uns z.B. die zweite Wette von 2013 an: „Wetten, dass SpaceX dieses Jahr nicht mehr Starts mit der Falcon 9 absolviert als Arianespace mit der Ariane 5?“
      Das war auch glaube ich (aus eienem guten Grund) die einzige Wette in der Bernd SpaceX mit dem Wettbewerb verglichen hat. Bernd hat damals natürlich gewonnen. Ich war aber neugierig wie sich die Startrate in den Folgejahren entwickelt hat. Im abgelaufenem Jahr hat SpaceX in einem einzigen Monat (November 2020) mehr Falcon9 Starts durchgeführt (nämlich 4) als Ariane 5 im gesamten Jahr 2020 (3). Wie sich die Zeiten ändern…
      Bernd schafft es natürlich immer die Falcon 9 Starts klein darzustellen um dem Eindruck zu erzeugen, wie schlecht SpaceX dasteht. Die tatsächliche fantastische Entwicklung der Firma SpaceX wird aber trotzdem für den aufmerksamen Leser sichtbar, sogar anhand der von Bernd gewonnenen „Wetten“.

      1. Und schön ist auch wie man die damalige Zeit bei solchen Rückblenden ausblenden kann. 2013 hatte SpaceX eine Ausrichtung aufs kommerzielle Transportgeschäft, entsprechend verglich ich sie mit dem Hauptkonkurrenten. Das ist schon lange nicht mehr so. Von den gebuchten Aufträgen kommen 70 bis 80 % vom Staat, relativ konstant seit Jahren. Arianespace hängt dagegen zu 75 % an kommerziellen Aufträgen. Doch machen beide Aufträge zusammen ja nur noch einen Bruchteil der Starts von SpaceX aus, 11 von 25 dieses Jahr.

        Ich halte den Vergleich dieses Jahr alleine deswegen, da das CSG drei Monate zu war, während es das Cape nicht war, für schlecht möglich. Aber nur mal um denselben Gesichtspunkt wie 2013 einzunehmen: 2020 startete Space drei kommerzielle Nutzlasten: Koreasat-1, Saocom-1B, SXM-7. Ariane 5 dagegen sieben kommerzielle: GSAT-30, Eutelsat Connect, JCSAT 17, Geo-Compsat 2B,BSAT-4B, Galaxy 30, MEV-2.

        Lügen, verdammte Lügen und Statistiken ….

      2. Ich antworte mal auf den neueren Post, weil man leider Kommentare nicht beliebig tief schachteln kann.

        Ein Users Guide ist auch bei einer in der Entwicklung befindlichen Rakete verbindlich. Für die Ariane 6 gibt es ja auch einen, ebenso für LauncherOne. Es müssen ja vor dem Start wichtige Parameter feststehen nicht nur Performancewerte sondern auch Belastungen, es muss die Nutzlastintegration beschrieben werden etc.

        Das Crewed Dragon hat sich aus der Frachtdragon entwickelt, deren Entwicklungsbeginn ist datiert auf 2007. Das Starship wurde erst entwickelt als es den NASA Auftrag 2011 gab. Mich würde eher wundern warum SpaceX dann dafür drei Jahre länger als Boeing braucht. Jede Kapsel ist im Prinzip wiederverwendbar, nur macht man es meistens nicht. Eine Gemini-Kapsel wurde nachweislich wiederverwendet.

        Kommerzieller Markt hat in der Raumfahrt eine festgelegte Bedeutung, ich habe auch dazu Aufsätze auf der Website die sind älter als SpaceX. Es geht um frei ausgeschriebene Aufträge im Gegensatz zu öffentlichen. Das Kriterium ist das sich jede Firma ja finanzieren muss über Starts. Das erfolgt bei SpaceX aber derzeit nicht durch Aufträge von Kunden, sondern Venture Kapital. Daher sind die Starts nicht vergleichbar. Auch Arianespace hätte sicher mehr starten können wenn man ihr 2 Mrd Euro pro Jahr nur für Starts hinblättert. Beim Vergleich mit einer Firma die ihr Einkommen nur mit diesen Starts verdient kann ich daher nicht einfach die Starlink Starts dazunehmen. Das sollte auch einem SpaceX Fan klar sein.

        Ja ich habe zu Ende gelesen, nur orientiere ich mich an dem was ist und nicht dem was angekündigt ist und da steht das die Planänderung nicht genehmigt ist.

        1. Ein User Guide ist dann verbindlich, wenn er als Grundlage für die Genehmigung der Rakete, Verträge und Ähnliches benutzt wird. In diesem Fall sind bei Änderungen die alten Genehmigungen nicht mehr gültig, die Verträge müssen neu verhandelt werden, je nachdem wie die alten Verträge gestaltet sind könnte eine Entschädigung vorgesehen sein.
          Die Firma ist aber nicht gezwungen ihre Raketen immer nach dem ersten, ursprünglichen User Guide zu bauen, sonst wäre eine Weiterentwicklung der Raketen nicht möglich. Mit anderen Worten ein User Guide kann sich auf eine Version der Rakete beziehen, eine neue Version der Rakete kann durchaus einen modifizierten User Guide haben. Wie sich die Rakete weiterentwickelt so kann sich selbstverständlich auch der User Guide ändern, dann sind aber neue Genehmigungen etc. nötig. Falls auf der Grundlage des alten User Guide noch keine Genehmigungen bzw. Verträge unterzeichnen wurden gibt es keinen Grund dazu, warum Änderungen verboten sein sollten. Zu suggerieren, dass SpaceX den User Guide nicht ändern darf ist, sagen wir, nicht die ganze Wahrheit.

          Natürlich hat SpaceX Crewed Dragon auf der Basis von Frachtdragon entwickelt. Dabei hat SpaceX von der Fähigkeit Elon Musks profitiert strategisch und langfristig zu denken: Er wollte eine Raumkapsel bauen die landen kann. Das macht den Weg für neue Anwendungen möglich. Dadurch war es auch möglich einen Teil der Entwicklungskosten bei der bemannten Version zu sparen. Dass es doch eine Herausforderung ist eine Frachtversion in eine bemannte Version umzubauen müsste jedem klar sein der sich mit der Raumfahrt zumindest ein wenig beschäftigt.

          Die Behauptung, dass jede Kapsel im Prinzip wiederverwendbar ist, ist nicht mal eine Halbwahrheit. Die Frage ist was man unter Wiederverwendbarkeit versteht. Es sind für die Kapseln sekundäre Missionen natürlich möglich: Die Müllentsorgung (und Verbrennung beim Wiederantritt in die Atmosphäre beim Zerfall der Kapsel) machen glaube ich die meisten ISS-Frachter. Es sind auch glaube ich etwas anspruchsvollere sekundäre Missionen geplant.
          Wenn man aber unter Wiederverwendung versteht, dass ein Raumfrachter mindestens noch einmal in der Lage ist von der Erde zur ISS Fracht zu bringen, dann ist Deine Behauptung „Jede Kapsel ist im Prinzip wiederverwendbar“ ganz eindeutig falsch. Eine fundamentale Voraussetzung dafür, dass ein Frachter zwei Mal die Fracht von Erde zur ISS bringt ist seine Fähigkeit zu landen, ist doch logisch, oder? Damit eine Landung möglich ist muss ein Frachter die thermische Belastung beim Wiedereintritt überstehen, das ist Dir doch bekannt, oder? Der einzige Frachter (im Sinne unbemannter Frachter) der zur ISS jeweils geflogen ist und danach landen konnte ist Frachtdragon. Ja, in der Zukunft wird es noch einen zweiten geben, aber das ist heute (Januar 2021) immer noch die Zukunft.

          Was die Vergleiche betrifft, finde ich Deine Argumentation interessant. Du behauptest, dass SpaceX nichts gestartet hat, was der Wissenschaft dient, weil das Teleskop das mit Falcon 9 gestartet wurde gar nicht von SpaceX betrieben wird. Die Starlink Satelliten, die mit Falcon 9 gestartet werden, zählen auch nicht zu den kommerziellen Starts, weil die von SpaceX direkt betrieben werden. Eine schnelle 180 Grad Wende…
          In Wirklichkeit ist es gar nicht so einfach Kapital für riskante Vorhaben zu gewinnen, und ja, es ist ein wichtiger Teil der geschäftlichen (kommerziellen) Tätigkeit. Aber hier drehen wir im Kreis, es sind schon zum Teil Definitionsfragen, also Schwamm drüber.

          Was Starlink betrifft: Du bist doch kein Beamte, oder? Es ist schon lustig, Du schreibst “nur orientiere ich mich an dem was ist”. Wenn wir präzise sind, orientierst Du dich nicht an dem was ist (aktuell befindet sich kein einziger Starlinksatelit auf einer Höhe über 1000km). Du orientierst Dich auch nicht an den Plänen der Firma. Das einzige was für Dich relevant ist sind die alten Genehmigungen. Hier noch ein Tipp: Wikipedia ist zwar toll, auch weil die Angaben oft mit Links auf gute Quellen belegt sind, hier war es ein spaceflightnow.com-Artikel. Dort findest Du folgenden Satz: „ Before the first launch of 60 Starlink satellites last year, SpaceX received FCC approval to migrate the positions of the fleet’s first 1,584 satellites from 714 miles (1,150 kilometers) to 341 miles (550 kilometers). “ Also für mehr als die Hälfte der von Dir genannten Satelliten ist die Genehmigung bereits erteilt, eine Angabe, dass die Migration für die restlichen Satelliten abgelehnt wurde habe ich nicht gefunden. Deine Angabe diesbezüglich war also noch weniger als halb wahr.

          1. Ich machs kurz und gehe nur auf einen Punkt ein, da Du offensichtlich Dinge für wichtig hältst, die mit meinem Blog nichts zu tun haben um irgendeinen Nebenkriegsschauplatz aufzubauen: Der Users Guide. Ich habe ihn nur erwähnt weil diese Wette:

            a: über Jahre geht und dann später was anderes drin stehen kann (ich habe auch eines von der Falcon 9 mit 4,5 t GTO Nutzlast)

            b: es schon wieder vom Netz ist

            c: die Daten dort wesentlich für meine Wette sind. Sind sie geändert so macht diese natürlich
            wenig sinn.

            Ob und Wie SpaceX das verändern kann will oder darf ist für meine Wette völlig unerheblich während es für dich offensichtlich wahnsinnig wichtig ist.

            Auf den Rest gehe ich nicht ein weil es sonst endlos geht. Bei so langen Kommentaren frage ich mich warum die die seit Jahren offenstehende Möglichkeit hier einen Pro-SpaceX Gastblog zu veröffentlichen nicht nutzt.

  2. Hallo, ich bin zwar erst 17 aber durch Space X sehr Raumfahrt interessiert. Ich hatte mir im Februar 2018 den Start des Jungfernfluges der Falcon Heavy im Internet Stream angesehen, und ja gerade das mit dem Auto fand ich total cool. Seitdem begeistert mich Raumfahrt und vor allem Space X. Und genau das ist es was Space X dazu beiträgt, sie bringen Aufmerksam in Teilen der Bevölkerung die sich sonst eher weniger für Raumfahrt interessieren. Bei der ESA oder auch der Nasa hat man das Gefühl das dort was Bemannte Raumfahrt angeht, Stillstand herrscht, was hat alleine die Nasa alles für Ziele gehabt, wo nicht viel von übrigblieb. Wer weiß wann das SLS mal starten wird. Und ob das mit den Nutzlasten und der Technik alles so hinkommt wie Space X das sagt, die normale Bevölkerung ist das egal. Und was die Termine angeht, bei der Nasa und der ESA wird dauernd was verschoben, dass ist doch normal bei der Raumfahrt das Termine für bestimmte Ziele nie eingehalten werden. Durch Space X habe ich das Gefühl da passiert was in der Bemannten Raumfahrt, was es sehr aufregend macht, und deshalb brauchen wir solche Firma wie Space X um so mehr. Ohne Space X wäre die Bemannte Raumfahrt doch viel langweiliger.

      1. Boeing transportiert noch keine Astronauten zur ISS, aktuell (Anfang 2021) ist es noch die Zukunft. SpaceX transportiert Astronauten insgesamt mehr als eine Milliarde $ günstiger als Boeing, was der NASA Geld für andere Programme sparen hilft. Abgesehen davon verstehe ich nicht was Du Bernd verlangst: Soll SpaceX die Astronauten kostenlos zur ISS transportieren oder was?

  3. So ganz verstehe ich die Wette diesmal nicht.
    SpaceX ändert doch ihre Raketen permanent, vergleicht man die Falcon 9 von 2010 mit den aktuellen, dann haben sich diese doch grundlegend geändert.
    Vielleicht fliegt Starship nie mit einer Oberstufe von 120 t, vielleicht sind es 115 t. Doch wer gewinnt dann?

    Andere möglicherweise dumme Frage, doch ich bin kein Weltraumexperte.
    Müssen überhaupt so viele Starline Satelliten in die gleiche Bahn befördert werden? Ich dachte immer die fliegen auf unterschiedlichen Bahnen.
    Hilft da eine Falcon Heavy oder Starship überhaupt?

    1. Zum letzten: Jeder Satellit umkreist die Erde, bei den Bahnen die die derzeitigen Starship Satelliten haben mit etwa 7,5 km/s. Das bedeutet das jeder Satellit aus dem Empfangsbereich eines Kunden innerhalb von kurzer Zeit verschwunden ist. Damit man ein globales Netz hat benötigt man viele Satelliten und zwar um so mehr je näher man der Erde ist. Oneweb mit einem höheren Orbit kommt so mit einem Sechstel der Satelliten von SpaceX aus.

      Das ist im Prinzip mit den Mobilfunkstationen vergleichbar die auch nur eine begrenzte Reichweite haben, nur mit dem Unterschied das sich die Satelliten um die Erde bewegen. Innerhalb einer Bahn halten sie aber immer den gleichen Abstand zueinander ein.

      Im Prinzip würde ein größerer Träger helfen die Bahnen schneller zu füllen. Ich vermute die viel zu kleine Nutzlasthülle (kleiner als bei jedem Konkurrenten) verhindert das eine Falcon Heavy nutzbar ist da dann auch nicht mehr Satelliten reinpassen. Beim Starship sollten es nach dem Users Guide aber drei der Stapel pro Start sein anstatt einer.

  4. Beim Wikipedia-Artikel zum Thema Starship und Super Heavy muss man etwas vorsichtig sein. Verfolgt man dort die Entwicklung und die Diskussion zum Artikel, stellt man schnell fest, dass dort ein besonders emsiger Jünger der St. Elons Church sein devotes Unwesen treibt. Dort wird eigentlich in erster Linie nur das Musk-Getwittere 1:1 unkritisch wiedergegeben. Mehr Science-Fiction als echte Wissenschaft und Info im digitalen Brockhaus-Nachfolger. Höhepunkte sind dort besonders Sachen wie „Marskolonisation“ oder „bemannter Marsflug“. Zurück zu Musk und seinem Starship: Wenn jeder Hirnfurz Elons auch nur eine Tonne Methan produzieren würde, wären die nächsten 100 Missionen seiner Konstruktion schon mit Treibstoff versorgt. Bevor dieser Edelstahl-Prügel auch nur annähernd in die Lage kommt irgendwohin einen „regelmäßigen interplanetaren Verkehr“ zu etablieren, gibt es schon lange keine chemischen Triebwerke mehr. Zumindest keine methanbefeuerten, die den bemannten Traum vom Mars erfüllen sollen. Das wäre meine Wette.

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