Heute nur ein Rezept – für Vogelfutter

Da ich die letzten beide Tage längere Blogs hatte und morgen auch noch ein etwas längerer erscheint, heute als kleiner Zwischenblog ein Rezept, aber nicht für euch, sondern unsere gefiederten Freunde.

Seit ein paar Jahren füttere ich mehr und mehr Wildtiere. Alles fing vor ein paar Jahren an, als ich just an meinem Geburtstag einen Igel etwas benommen über den Rasen torkeln sah. Etwas benommen, weil ich am 3 Februar Geburtstag habe und um die Zeit sind die Igel noch im Winterschlaf. Ich habe im Internet nach der nächsten Igelauffangstation erkundigt und die Dame hat mich dann weiter verwiesen an jemanden der sie aufnimmt und ich habe das Tier in einem Schuhkarton dorthin gebracht. Weitere zwei Monate später – wiederum just an dem Geburtstag meines Vaters bekam ich den Anruf das er nun ausgewildert werden kann und holte ihn wieder ab – er passte nun kaum noch in den Schuhkarton und wog dreimal so viel.

Seitdem füttere ich die Igel – ich sage die Igel, weil ich schon einige Male zwei gesehen habe und vor einigen Wochen auch zwei Igel aus meinem Lichtschacht geholt habe. Anders als das Futter, das ich von der Auffangstation mitbekam und das an Vögel-Fettfutter erinnerte, aber mit Katzenfutter. Meiner Erfahrung nach mögen das Igel sehr, vor allem Trockenfutter, Naßfutter weniger. Katzenfutter habe ich, da ich Katzen habe, immer im Haus und weil wir hier eine große Bestandsdichte an Katzen haben (außer meinen sehe ich noch drei andere über unser Grundstück tigern) habe ich in eine Holzkiste ein Loch gesägt durch die ein Igel durchpasst und damit das Futter abgedeckt. Das geht gut so. Ende November bis Mitte Dezember gehen sie in den Winterschlaf und ich kontrolliere nur noch einmal in der Woche, sie wachen aber immer wieder auf und dann ist für ein paar Tage das Futter wieder weg. Dieses Jahr sind sie seit März aus dem Winterschlaf aufgewacht. Dank des Futters haben sie auch schon jetzt das Gewicht für den Winter, wie man am Bild sieht.

Vor zwei Jahren habe ich dann auch mit dem Füttern von Vögeln angefangen. Ich habe mir auch mal um Geld zu sparen gleich einen 25 kg Sack Sonnenblumenkerne (geschält) gekauft, aber dann doch zwei Winter gebraucht bis ich das weg hatte. Seit diesem Jahr füttere ich auch im Sommer, wobei ich das Füttern mit Samen und käuflichem Fettfutter seit Juni eingestellt habe. Die Vögelfütterung im Sommer ist ja umstritten. Einige meinen, es gäbe so wenige Insekten, dass man ganzjährig Füttern müsste. Andere sagen, das davon auch nur 10 bis 15 Arten profitieren, die in der Nähe des Menschen leben. Was ich festgestellt habe, ist das zum einen das Streuen auf den Boden besser ankommt, als Futterhäuschen oder Futterstationen. Ich dachte genau das Gegenteil, denn ich habe eine wirklich erfolgreiche Katze, die schon bis zu vier Mäuse pro Nacht zu mir brachte und auch ab und zu einen Vogel. Futterhäsuchen und -stationen sehe ich da als sicherer an. Die zweite Überraschung betrifft das Rezept, das ich heute vorstelle: es ist selbst gemachtes Fettfutter, also der Ersatz für Insekten und damit geeignet für Vögel, die vorwiegend Insekten essen, aber auch Allesfresser. Denn es ist äußerst beliebt. Im Winter brauchte ich pro Woche eine Packung Haferflocken, inzwischen eine Packung pro Tag. Ich habe aber auch den Verdacht, dass sich davon auch Mäuse ernähren, denn das Jagdglück meiner Katze hat, in den letzten Monaten enorm zugenommen. Zumindest meine Igel mögen das Futter, wie ich an den charakteristischen Kotrückständen sehen konnte.

Interessant über die Monate zu sehen ist, dass die Vögel sehr unterschiedlich sind. Elstern und Raben mögen Katzenfeuchtfutter, dass ich, seit ich meinen Kater im Januar einschläfern musste, immer übrig habe, denn meine Katze isst wenig. Nur wenn das nicht da ist, gehen sie an die Haferflocken. Die „zutraulichsten“ Vögel sind Amseln, die fliegen als Letztes weg, wenn ich mich nähere und kommen als Erstes wieder und laufen mir beim Rasenmähen auch nach. Andere Vögel scheinen feste Zeiten zu haben. Tauben und Stare kommen immer abends. Tauben immer als Pärchen, Stare in kleinen Gruppen von sechs bis acht Vögeln. Tagsüber kommen Meisen und Spechte. Inzwischen muss ich zwei bis dreimal täglich füttern und die Vorratsdosen wurden auch schon mit einem Loch versehen. Seither fülle ich alles in metallene Keksdosen ab. Zumindest ein Nachbarkater scheint die Haferflocken auch zu mögen.

Also ich mache es gern, man hat was anzuschauen und es kostet nicht viel Geld.

Nun zum eigentlichen Rezept. Es ist bombeneinfach:

Zutaten

  • Haferflocken (fein und/oder grob), 500 g Packung
  • Pflanzenöl 200 g pro 500 g Haferflocken

Zubereitung

  • In einem Topf pro 500 g Haferflocken 200 g Pflanzenöl erwärmen, Hand drüber halten, bis die Wärme angenehm spürbar ist, aber es sich nicht heiß anfühlt.
  • Herdplatte ausschalten.
  • Haferflocken unterrühren, solange bis sie alle benetzt sind
  • Nach einigen Minuten nochmals umrühren, um ein Anbrennen der untersten Schicht durch die Resthitze zu vermeiden,

Fertig!

Meiner Erfahrung nach werden grobe Haferflocken schneller vertilgt als feine, die kommen aber auch noch weg. Ich mache immer beides, weil ich denke, dass kleine Vögel vielleicht die feinen Haferflocken brauchen. Als Öl habe ich lange Zeit immer Sonnenblumenöl genommen, da ich das auch immer in der Küche verwende. Als ich mal Frittierfett übrig hatte (Palmkernfett) habe ich das 1:1 mit Sonnenblumenöl gemischt und die Haferflocken gingen auch weg. Ich vermute die Fettsorte spielt keine Rolle und ihr könnt das verwenden, was ihr sonst auch in der Küche habt.

Der Vorteil des Erhitzens ist, das das Fett in die Flocken einzieht. Sonst bleibt es nur an der Oberfläche, die Haferflocken sind glitschig und das Fett geht wieder ab und bildet einen dicken Film auf dem Boden. Wenn man die Haferflocken erhitzt ist das nicht so, bei Palmkernfett fühlen sie sich nicht mal fettig an.

[Edit 30.12.2021]

Da ich die Vögel nun schon ein Jahr so füttere, kann ich den Artikel um einige Langzeiterfahrungen ergänzen.

Also zuallererst: die selbstgemachten Haferflocken kommen viel besser an als jedes andere Vogelfutter. Ich ging bisher davon aus, dass Vögel entsprechend ihrer bevorzugten Ernährungsweise verschiedene Vorlieben haben. Also einige essen Samen, da füttert man dann Sonnenblumensamen oder nur die Kerne, das hinterlässt auch weniger Dreck, Alternativ kann man auch Erdnussbruch verfüttern. Wenn man Samen verfüttert, dann kommen meiner Erfahrung nach aber schalenlose Samen besser an. Daneben gibt es auch Samenmischungen mit anderen Samen verschiedenster Größe bis hinweg zu den kleinen Hanfsamen. Andere Vögel fressen lieber Getreide, weil sie die Samenhüllen nicht aufbekommen für die gibt es Getreidemischungen manchmal auch als Fettfutter und dann gibt es eben die Insektenfresser und da man Insekten im Winter schlecht füttern kann, mögen die eben dieses Fettfutter.

Meine Erfahrung: Wenn meine Haferflocken da sind, dann wird nichts anderes gegessen, erst wenn sie weg sind gehen die Vögel an anderes Futter. Das gilt auch für gekauftes Fettfutter. Ich gebe inzwischen auch meinem Bruder das Futter für die Winterfütterung mit der mir dasselbe bestätigt hat und kaufe kein Vogelfutter mehr.

Das zweite: ich habe ganzjährige „Abnehmer“, aber je nach Jahreszeit, unterschiedliche. Im Winter ist der Bedarf an Futter noch am geringsten, da komme ich mit 2 kg Haferflocken pro eine Woche oder zwei Wochen aus. Das hängt von der Temperatur und Witterung ab. Meine „Kunden“ sind dann vorwiegend Amseln die das Vogelhäuschen meiden und lieber vom Boden fressen, was ein Problem ist, weil wenn es regnet und das Futter aufweicht, es nicht mehr genommen wird. Und im Winter regnet es oft. Dann lässt sich noch ein Buntspecht das ganze Jahr über blicken. Mit Beginn der Brutsaison im Frühling tauchen dann mehr und mehr Meisen und Eichelhäher auf und zum Ende des Sommers habe ich den größten Bedarf am Vogelfutter. Dann fressen sich kleine Schwärme an Drosseln und Starren voll, bevor sie ins Winterquartier wieder Ende Oktorber/Anfang November abfliegen. Dann reicht die Menge von 2 kg Haferflocken nicht für eine oder zwei Wochen, sondern nur noch für 2 Tage.

Ich habe in der Zeit die Rezeptur variiert und die Art des Pflanzenfetts scheint keine große Rolle zu spielen. Ich habe Rapsöl und Sonnenblumenöl verwendet. Meist nehme ich Sonnenblumenöl, da ich das auch in der Küche verwende.

Die groben Haferflocken (Handelsbezeichnung „kernige Haferflocken“ sind beliebter, auch bei kleinen Vögeln, wo man denken sollte, sie mögen lieber etwas kleineres also auch kleinere Haferflocken. Bei den feinen Haferflocken (Handelsbezeichnung „Zarte Haferflocken“) bleibt immer der feinste Grieß übrig, während die groben Haferflocken vollständig aufgefressen werden.

Inzwischen habe ich auch die Ölmenge so variiert, das die Haferflocken vollständig benetzt sind, ohne das sich später viel Öl im Gefäß absetzt und ohne das man unbenetzte Haferflocken hat. Ich mache inzwischen auch immer größere Mengen die ich auf meinen größten Topf abgestimmt habe:

Für einen großen 24 cm Topf (4,5 l Topf):

  • 4 x 500 g Haferflocken „kernig“
  • 700 g Öl

Wenn man das Öl nicht wiegen will, allerdings wird es dann wirklich eng im Topf und man muss beim Umrühren vorsichtig sein, dass nichts rausgeht, dann kann man folgende Rezeptur nehmen:

  • 5 x 500 g Haferflocken „kernig“
  • 1 l Öl

Erstaunlicherweise gab es unter den Vögeln, trotz der Tatsache das ich seit Juni drei junge und fitte Katzen habe, keine Verluste, dafür sind aber drei Vögel dieses Jahr gegen die Fensterscheiben geflogen. Das passiert zu meinem Leidwesen jährlich, aber früher waren es ein oder zwei Vögel pro Saison. Alle waren gut ernährt, sodass ich denke, das sie zu meinen „Kunden“ gehören. Ich tröste mich darüber hinweg, das ich wahrscheinlich die Überlebenschance für erheblich mehr Vögel verbessert habe. Leider scheint es keine einfache abschreckende Lösung gegen den Fensterschlag zu geben, und auch der Glaser konnte mir hier keine Lösung anbieten (die Fenster werden im nächsten Monat durch neue ersetzt). Die Klebefolien von Tieren auf den Scheiben scheinen nach dem deutschen Vogelschutzbund auf jeden Fall keinen wirksamen präventiven Schutz darzustellen.

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