„Commercial“ – automatisch besser?

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Lange Zeit gab es bei der NASA nur einen Ansatz für die Vergabe von Aufträgen, und bei den anderen Raumfahrtagenturen ist dieser Ansatz bis heute der Einzige. Man startet einen Aufruf in dem man die Anforderungen grob umreist und Firmen können sich mit ihren Vorschlägen bewerben. Diese werden dann gesichtet und es gibt meist noch eine zweite Runde, nun mit deutlich konkreten Anforderungen und Grenzen und einige Firmen erhalten Geld um ihre Vorschläge zu überarbeiten, vor allem zu verfeinern indem sie nun detailliert darlegen wie sie das Projekt umsetzen wollen. Continue reading „„Commercial“ – automatisch besser?“

Vergleiche

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Als Kind habe ich öfters einen bestimmten Typ von Kartenspiel gespielt. Es waren typisch 32 Karten zu einem Thema, also Autos, Panzer, Flugzeuge etc. Neben der Abbildung gab es eine Liste von technischen Daten. Bei einem Auto z.B. Spitzengeschwindigkeit, Hubraum, Gewicht Benzinverbrauch etc. Wir haben immer auf „Trumpf“ gespielt. Das war ganz einfach. Die Karten wurden gleichmäßig an alle verteilt. Vom eigenen Stapel zählte nur die oberste Karte für jede Runde. Einer sagte einen technischen Wert seiner Karte an und der der den besten Wert hatte, bekam alle Karten dieser Runde und durfte ansagen. Das ging solange bis einer keine Karten mehr hatte. Der mit den meisten Karten hat dann gewonnen. Continue reading „Vergleiche“

Die ACES für alle

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Die Beschäftigung mit dem BE-3U von Blue Origin führt mich zu folgender Überlegung:

Eigentlich liegt das Triebwerk ja in einem idealen Schubbereich. Die USA haben die RL-10 Serie mit maximal 110 kN Schub und dann das J-2X mit fast 1.400 kN Schub dazwischen nichts. Das BE-3U läge mit 710 kN Schub genau in der Mitte. Könnte man darum nicht eine gute Oberstufe basteln?

Das eine solche nötig ist zeigt die Entwicklung der Trägerraketen, die das RL10 einsetzen. Das RL10 wurde für die Atlas Centaur entworfen. Das war eine 150 t schwere Trägerrakete. Damals wurden sogar zwei RL-10 mit zusammen 133 kN Schub eingesetzt. Inzwischen ist es im Einsatz auf der Delta 4 und Atlas V mit 227 und 308 t schweren Unterstufen (Atlas-Centaur: 128 t) und nur noch 99 bzw. 110 t Schub. Gut die Schubreduktion ist eine Folge der höheren Endbeschleunigung durch die größeren Unterstufen und das man heute optimierte Flugbahnen durch den Bordcomputer fliegen kann, während man in den Sechzigern dies nicht konnte. Aber auch so sind die Oberstufen auf 23 bis 28 t Masse begrenzt. Eigentlich schon für die schweren Träger zu klein. Erst recht wenn nun noch größere neue Träger kommen, wie die Vulcan die noch schwerer sind und die OmegA sollte für eine 38 t schwere Oberstufe zwei RL10 einsetzen und trotzdem ist diese letzte Stufe klein gemessen an den Unterstufen. Die NASA benötigt zudem eine Oberstufe für die SLS. Auch hier greift man bei der EDS auf vier RL-10 zurück. Die derzeitige IPCS ist eine Delta Zweitstufe mit einem RL10. Continue reading „Die ACES für alle“

Wir optimieren die New Shepard

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Nun ist ja der erste Einsatz der New Shepard mit Besatzung vorbei und ich finde es gibt nichts, was man nicht besser machen kann. Und zar eine höhere Gipfelhöhe und mehr Zeit in der Schwerelosigkeit.

Hier die für mich wesentlichen Daten aus dem Video: Continue reading „Wir optimieren die New Shepard“

Weltraumtourismus

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Nun ist ja Jeff Bezos geflogen – den Webcast fand ich eher uninformativ. Aus der Kapsel gab es überhaupt kein Video und die Kommentatorin mag zwar wahnsinnig begeistert gewesen sein, (obwohl dies der 16 Flug einer New Shepard ist) hat aber wenig erhellendes beigetragen. Nun ja, ich vermute Bezos bezahlt ihr den gleichen Hungerlohn, wie seinen Amazon Mitarbeitern, dafür bekommt man kein qualifiziertes Personal. Ich werde Bezos mal aufgrund der Daten des Videos einen Vorschlag für eine verbesserte Version seiner New Shepard in einem der nächsten Blogs unterbreiten. Außerdem muss ich mal Musk und SpaceX loben – sie haben zum einen einen besseren Kommentator, vor allem aber sind alle ihre Daten auch in den Webcasts metrische Angaben. Hier musste man von Meilen pro Stunde und Höhe in Fuß umrechnen. Dabei hätte ich mir gerade von Blue Origin, die ja Wert drauf legen, dass die Gipfelhöhe die Grenze überschreitet, die international akzeptiert ist, erwartet das man auch internationale Einheiten nimmt und keine provinzielle US-Einheiten. (für alle Schlaumeier: ja Myanmar ist der zweite Staat der noch dieses Einheitensystem verwendet, spielt in der Forschung und Technik aber jetzt nicht die erste Geige).
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