Klimawandel, Klimakrise, Klimakatastrophe

In der letzten Zeit hat sich in der Sprache einiges getan. Das begann erst mit der Ohrfeige des Bundesverfassungsgerichtes an die Regierung, das ihre Klimapolitik nicht der Verfassung entspricht. Selten habe ich eine so schnelle 180 Grad Wende gesehen. Angesichts seit Monaten steigender Umfragewerte der Grünen, gab sich Altmaier selbstkritisch, obwohl er als Wirtschaftsminister der große Bremser in der Koalition war, angefangen vom Kohleausstieg, über die CO2-Bepreisung bis hin zu den Regelungen für Windkraftanlagen. Nicht das dies etwas geändert hätte – denn es geht ja um die Zeit nach 2030 und für die gibt es nur Pläne, und Pläne kann man revidieren.

Dann kam die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Bisher war immer vom Klimawandel die Rede, nun von der „Klimakrise“. Das war für mich der Anlass für diesen kleinen Zwischenblog. Mit Wörtern kann man ja Stimmung machen. Am einfaltreichsten ist das bei Steuern. Selbst wenn das Wort „Steuer“ im Wort ist, findet der Staat einen Weg, das schön zu verpacken wie in „Mehrwertsteuer“. Klingt doch toll. Wer will denn nicht einen „Mehrwert“ haben? Doch was ist das für ein Mehrwert. Ist es qualitativ hochwertiger, ist es exklusiver, ist es langlebiger. Nein es ist nur 19 % teurer als ohne Steuer. Jeder hätte doch auch gerne einen Zuschlag beim Essen und jeder von uns ist doch solidarisch mit anderen, denen es schlechter geht, also nennt man eine neue Steuer dann „Solidaritätszuschlag“. Oder man benennt die Steuer so, das man meint, das sie einen eigentlich persönlich gar nichts angehen, und hängt das Wort „Umlage“ an. Sehr beliebt sind auch die „Abgaben“. Man erkennt zwar das man, was bezahlen muss, aber es klingt wenigstens noch besser als „Steuer“ oder man rechnet die Summe klein, wie beim „Kohlepfennig“.

So etwas passiert nun auch bei der Herausforderung der Konstanterhaltung des Klimas – ihr merkt ich will nicht einen gängigen Begriff Klima-xxx benutzen. Lange Zeit war vom Klimawandel die Rede. Ein Wandel ist eine Veränderung. Das kann positiv oder negativ sein. Das Wort ist per se neutral. Wir finden es auch in Begriffen wie „sozialer Wandel“ oder „Lebenswandel“ und natürlich in der „Wandlung“, also der Rückabwicklung eines Kaufgeschäftes. Lange Zeit war auch nur vom Klimawandel die Rede. Der Wandel ist in der Regel etwas Langsames, Schleichendes, etwas das seine Zeit braucht. Wenn etwas schnell geht, dann benutzen wir oft andere Wörter, um dies zu beschreiben. Und lange Zeit war der Klimawandel auch etwas Langsames. Alle Ziele der Klimakonferenzen lagen weit in der Zukunft. Die erste Klimakonferenz der UN, damals noch „Umweltgipfel“ genannt, war 1992 in Rio. Das ist nun 28 Jahre her. Ziele wurden seitdem immer weiter in die Zukunft verlegt. Das 2030 Klimaziel ist, da es bis dahin nur neun Jahre sind, und es nicht mehr erreichbar ist, inzwischen auf 2050 verlegt. Vom 1,5 Grad Ziel (Erwärmung der Erde um 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau) haben sich Politiker zumindest hinter verschlossenen Türen längst verabschiedet und peilen inzwischen 2,0 Grad an. In jedem Fall reden wir von langfristigen Veränderungen, sowohl beim Klima, wie auch bei den Maßnahmen, die man trifft und da passt dann das Wort „Wandel“ ganz gut. Wenn, ja wenn, man auch wirklich diesen Wandel voranbringen würde.

Nachdem es in den letzten Jahren zahlreiche Klimaextreme gab. Zum einen Winter fast ohne Schnee, Sommer ohne Regen und Dürre, viel zu wenig Regen, sinkende Grundwasserspiegel, dann lokale Extremereignisse, wie eben diese Rekordfluten (die es in anderen Orten aber schon vor einigen Jahren gab) redet man von der Klimakrise, und zwar unisono. Ich habe das Wort von Fridays for Future, den Grünen und Laschet gehört. „Krise“ ist eine kurzfristige, drastische Veränderung, meistens eine die eine Verschlechterung bedeutet. Wir kennen das von der Wirtschaftskrise oder Konjunkturkrise. Von einer Wohlstandskrise habe ich zumindest noch nie gehört. Ich verbinde mit einer Krise, dass man sie meistern kann, wie eine Lebenskrise. Es ist eine Herausforderung. Man muss kurzfristig etwas mehr tun, um aus der Wirtschaftskrise herauszukommen, aber sie kann auch so zeitlich begrenzt sein, wie es die Erdölkrise 1973 war. Deutlich wird das bei dem Anhängen der Worte an das Wort „Leben“. Ein Lebenswandel ist, wie man sein Leben verbringt, was einem wichtig ist, wie man die Zeit verbringt. Es ist eine Beschreibung des ganzen Lebens über längere Zeit, denn auch der Lebenswandel kann sich ändern. Eine Lebenskrise ist eine kurzfristige dramatische Veränderung, durch den Tod eines nahen Verwandten, durch Unfall oder ein wirtschaftliches Ereignis, am deutlichsten wird es in dem englischen Lehnwort der „Midlife-krisis“.

Das heißt erst mal klingt „Klimakrise“ viel dramatischer und schlechter als „Klimawandel“, aber in Wirklichkeit suggeriert und die Krise, das es etwas Kurzfristiges, wieder Vorbeigehendes ist, gegen das wir uns wappnen können. Und so reden nun ja auch die Politiker. Ja, wir müssen Hochwasserrückhaltebecken bauen, nicht so nahe an Fließgewässern siedeln, wir müssen die Vorwarnung verbessern etc. Das dies natürlich überhaupt nichts daran ändert, dass es durch die Veränderung des Klimas immer wieder solche Ereignisse geben wird und sie sogar noch schlimmer werden, es also keine kurzfristige Krise ist, geht dabei komplett unter.

Ich bin für den Begriff „Klimakatastrophe“. Denn die Veränderung des Klimas ist eine Katastrophe. Wir alle sind an bestimmte Umgebungsbedingungen angepasst, oder sie zumindest gewohnt. Sie sind natürlich nicht auf der Welt gleich, aber wir haben uns jeweils regional angepasst. Das Menschen nahe des Äquators eine dunklere Hautfarbe haben ist eine unmittelbare Folge der höheren Sonneneinstrahlung in dieser Region. Der Schutz der Haut vor UV-Strahlen ist dann wichtiger, als die Gewinnung von Vitamin D in der Haut ebenfalls durch Sonnenlicht. Und das kann man auch nicht schnell ändern. Meine Schwägerin kommt aus der Dominikanischen Republik. Sie wohnt seit mindestens 10 Jahren in Deutschland zieht sich aber immer so an, als wäre es 10 Grad kälter als es tatsächlich ist. Das es eine Veränderung des Klimas gibt, hat inzwischen selbst die AfD erkannt, wie ich im aktuellen Sommerinterview mit Tino Chrupalla, erfahren habe. Nur verstanden hat er es nicht, er schreibt das vor langer Zeit (er meint wohl die letzte Eiszeit) damals die Wüsten bewohnt waren und es bei uns Gletscher gab. Klimaveränderung wäre also was Natürliches. Ist es auch, nur wollen wir das? Sollen dann alle Europäer in die Sahara auswandern, weil dann dort das Klima so ist wie jetzt bei uns? (Wobei bei einer steigenden Weltmitteltemperatur wir dann ja eher nach Island, Grönland und Sibirien auswandern müssten). Schon jetzt sehen wir ja die Folgen des Klimaanstiegs, wenn Menschen aus Afrika zu uns flüchten, weil sie ihre Lebensgrundlage in ihrem Heimatland nicht mehr gesichert sehen.

Schon die vergangenen Jahre zeigen, was auf uns zukommt. Es wird bei uns wärmer, Schnee wird im Winter die Ausnahme sein, die Sommer trockener und heißer und es wird über das Jahr weniger regnen, der Grundwasserspiegel sinkt ab. Die Folgen sehen wir schon heute. Die Landwirtschaft hat durch die Dürre weniger Erträge, wenn sie nicht bewässern kann – und das wird bei sinkendem Grundwasserspiegel auch abnehmen. Wälder leiden genauso und sterben teilweise ab (vor allem flach wurzelnde Fichten) und sind anfälliger gegen Schädlinge, da sich Insekten auch stärker vermehren. Es gibt bei Hitzewellen bis zu mehrere Tausend Tote. Nach dem Ärzteblatt lagen 5 der 11 Hitzwellen, bei denen es viele tote gab (seit 1950 zwischen 2000 und 2019 (in dem Jahr wurde der Artikel veröffentlicht). Natürlich gibt es auch kurzzeitige sehr hohe regionale Schäden, wie die Hochwasser vor zwei Wochen. Aber die großen Schäden entstehen durch die Veränderung in der Fläche. Wenn die Nullgradgrenze im Winter nach oben wandert, die Gletscher abschmelzen dann leiden ganze Regionen, die vom Ski-Tourismus leben. Versicherungen warnen das alleine die Schäden durch Naturphänomene seit Jahren ansteigen. Nicht umsonst pochen gerade die Versicherer auf Einhaltung der klimaziele.

Wenn sich unser Leben gravierend ändert und man nichts dagegen tun kann und dies alle betrifft, dann ist das schon eine Katastrophe. Es kommen auf uns Kosten zu, will der Staat nicht ganze Wirtschaftszweige untergehen lassen, so wird er diese stützen und die Steuern erhöhen. Versicherer werden die Prämien erhöhen, wenn es immer mehr Schäden gibt, Nahrungsmittel werden teurer und Klimaanlagen und ihr Strom kosten ebenfalls. Unser Leben wird sich verändern. Das dies langsam geschieht, ist kein Widerspruch zum Wort „Katastrophe“. Auch ein Lavafluss der sich mit dem Schneckentempo auf das eigene Grundstück zu bewegt ist eine Katastrophe, denn das Haus kann sich ja nicht bewegen und ich finde dieser Vergleich passt gut. Denn die Veränderung des Klimas ist ebenso langsam, wie unveränderlich wie man den Lavafluss nicht stoppen kann.

Was wird kommen? Selbst wenn die Welt – wir alleine können es angesichts der Bedeutung Deutschlands nicht alleine wuppen – die Ziele einhält, die es sich gesetzt hat, dann wird eines nicht mehr kommen: das alte Klima. Das Kohlendioxid ist in der Atmosphäre und der Treibhauseffekt wird bleiben. Bis es natürlicherweise aus der Atmosphäre verschwindet, wird auf geologische Zeiträume rauslaufen. Da der Pegel über die Geschichte der Erde durch Veränderungen des Klimas aber auch der Emissionen (natürlicherweise vor allem vulkanische und tektonische Aktivität) schwankt, ist es schwer einen Zeitraum zu formulieren. Auf der anderen Seite hat der Mensch Jahrtausende lang schon mit einer großen Population Holz verbrannt und ganze bewaldete Regionen in Ackerland umgewandelt und das hat das Klima nicht verändert. Aber die Menge, die in den letzten 150 bis 200 Jahren emittiert wurde, ist eben in der Atmosphäre. Mag sein, dass die Menschheit in einer fernen Zukunft Energie so billig produzieren kann, das man daran denken kann das Kohlendioxid wieder aus der Atmosphäre zu entfernen und den Treibhauseffekt zu senken. Denn dafür brasucht man in jeem falle Energie und man hat direkt ja nichts davon. Aber das erlebe ich nicht mehr und ich wage die Prognose, auch die jüngsten Blogleser werden das nicht erleben. Das heißt, wir werden und dann das neue Klima anpassen müssen. Die Landwirtschaft wird das anbauen, was dann möglich ist, Waldbauern experimentieren jetzt schon mit Baumarten aus dem Mittelmeer. Wasser wird wahrscheinlich deutlich teurer werden und wie schon in Kalifornien nicht in unbegrenzter Menge zur Verfügung stehen, selbst wenn man es bezahlen kann. Wie wir dann von diesem Klima reden? Keine Ahnung! Vielleicht „Klima 2.0“ oder „Neues Klima“. Ich befürchte aber die Politiker werden den Begriff prägen und dann von „Mehrwertklima“ oder „Optimalklima“ reden. Was ist euer Vorschlag für das Klima, das dann herrscht, wenn wir den Temperaturanstieg zum Stillstand gebracht haben?

[Edit]

Als ich den Blog online stellte und Schlagworte vergab, wurde mir auch „Klimakollaps“ aus den schon existierenden Tags vorgeschlagen. Ich hoffe, dass es dazu nicht kommt, aber es könnte dazu kommen. Ein Klimakollaps ist ein recht rascher Wechsel des Klimas zwischen zwei stabilen Zuständen die dann wieder längere Zeit weitestgehend konstant bleiben. Die bekanntesten Beispiele sind die Wechsel zwischen Warm- und Eiszeiten in den letzten 1-2 Millionen Jahren oder die Klimaänderungen die Massenaussterbewellen verursachten wie z.B. der Einschlag eines Asteroiden, der das Aussterben der Dinosaurier verursachte.

Im Falle der Eiszeiten weiß man durch Tiefbohrkerne in das Eis auf Grönland und der Antarktis, wie schnell dies ging. Das Eis ist teilweise an Boden einige Hunderttausend Jahre alt und es schließt auch ein, was damals in der Luft war – von der Luft selber über Polen und Staub. Über die Isotopenzusammensetzung der Proben kann man die Temperatur damals bestimmen, da diese temperaturabhängig ist. Über Pollen, welche Pflanzen es in der Umgebung gab und Staub weist auf geologische Ereignisse wie Vulkanausbrüche hin. Der Wechsel von einer Warm- in eine Eiszeit geschah in Zeitskalen von Jahrhunderten, mit einer Temperaturänderung vergleichbar dem derzeitigen Anstieg.

Eine der Ursachen ist, die das die Abläufe im Klima normalerweise ein dämpfendes Feedback gegenüber Störungen haben, d.h. ein kurzzeitiges Ereignis wie z.B. ein Vulkanausbruch, der viele klimarelevante Gase freisetzt, führt zu einer kurzfristigen Änderung, doch nicht zu einer langfristigen. Innerhalb von Jahrzehnten werten solche Spitzenemissionen nivelliert. Es gibt aber in dem System Punkte, werden die überschritten, so tritt das genaue Gegenteil ein, ein Feedback, das die Wirkung noch verstärkt. Am besten verstanden ist dies bei der Vereisung der Arktis. Wird es wärmer, so schmilzt mehr Eis im Sommer ab, als im Winter wieder ausfriert. Es sollte normalerweise ein Gleichgewicht geben, denn Wasser hat eine sehr niedrige Reflexionsrate für Sonnenlicht und Schnee/Eis ein sehr hohe. So sorgt das Eis in der Arktis dafür, das über den Winter die Erde wieder etwas abkühlt. Gibt es immer weniger Eis, so wird dieser Effekt immer kleiner und ab einem bestimmten Punkt bildet sich überhaupt kein neues Eis im Winter mehr, sondern das vorhandene schmilzt auch noch ab. Als Folge wird die Fläche, die Sonnenstrahlung aufnimmt und sich erwärmt, immer größer und die Temperatur steigt immer weiter. Wenn dann noch das Wasser auf Grönland schmilzt, kommt noch diese Landmasse mit niedrigem Reflexionsgrad hinzu. Eis auf dem Festland hält sich länger als auf dem Wasser, weil der Boden noch kälter ist als das Eis, anders als bei Eis das auf dem Wasser schwimmt. Als Sekundärfolgen können Ozeanströmungen durch das wärmere Wasser, das noch dazu reich an Süßwasser ist, beides macht es leichter abreisen oder sich neue bilden, die den Effekt noch verstärken können. So kann das Klima sich innerhalb kürzester Zeit dramatisch ändern – das geht natürlich durch Umkehrung des Vorgangs auch in die andere Richtung, also hin zu riesigen Eisschilden die dann ganz Nordeuropa und Teile von Nordamerika bedecken. Hoffen wir also, das wir nicht bald von einem Klimakollaps reden müssen.

 

22 thoughts on “Klimawandel, Klimakrise, Klimakatastrophe

  1. Zitat: Das Kohlendioxid ist in der Atmosphäre und der Treibhauseffekt wird bleiben..
    Hört sich für mich ziemlich unwissenschaftlich und eher pauschal an.

      1. Ich finde diesen Sprachgebrauch eher bedenklich. Gerade wenn eindeutige Wertungen vorgenommen werden, kann sich die Gesellschaft und hier hauptsächlich die Politik nur sehr bedingt auf die Wissenschaft berufen. Kann man das Klima „retten“, wie es kürzlich auf Wahlplakaten einer Partei gefordert wurde? Oder kann das Klima gar kaputt gehen? Doch eigentlich nicht.

        Archer et al., „Atmospheric Lifetime of Fossil Fuel Carbon Dioxide“ , Annu. Rev. Earth Planet. Sci. 2009. 37:117–34 geben einen Überblick über die Verweildauer des CO2 in der Atmosphäre, und sie diskutieren auch den Einfluß der Vegetation.

        Den quantitativen Zusammenhang zwischen CO2-Emission und Temperaturzunahme diskutieren A. H. MacDougall und P. Friedlingstein, „The Origin and Limits of the Near Proportionality between Climate Warming and Cumulative CO2 Emissions“, J. Clim. 28 (2015) 4217–30.

  2. Ich jabe kürzlich eine Buchbeschreibung gehört. Dieses Buch wurde von einer Biologin geschrieben, deren Name mir nicht momentan ist.
    Eine Aussage in diesem Buch ist folgende:
    Von der gesamten Biomasse aller Säugetiere von der Spitzmaus bis zum Blauwal macht die Biomasse der Menschen 36% aus! Und die Nutztiere des Menschen 60%!! Also insgesamt 96 %. Nur 4% sind freie, vom Menschen nicht ständig genutzte Säugetiere.

    Wenn diese Zahlen nur halbwegs stimmen, so ist der Klimaeandel nur ein Problem für das Überleben der Menschheit….

    Meint Ralf mit Z

    1. oder es liegt daran, dass der Autor gezielt die Biomasse der Säugetiere genommen hat um beeindruckende Zahlen zu bekommen und nicht der Tiere oder Lebewesen.

      1. Es ist ein Abschnitt über die durch den Menschen urbar gemachte „Sache“ im Vergleich. Die Biomassen-Verteilung wild vs. urban wird mit anderen Biomassen verglichen.
        Meine Empfehlung: lesen!

  3. Katastrophe ist der treffende Ausdruck. Wörtlich übersetzt heisst dies eine „Wendung zum Schlechten“, und stammt aus den Kunstgriffen des antiken Dramas, wo der tragische Held durch sein Fehlverhalten sein Schicksal unaufhaltsam besiegelt. Der Gegenbegriff wäre die Katharsis, oder Läuterung.
    Vor 30 Jahren veröffentlichte das IPCC seinen 1. AR (Assessment Report), der diese Woche erschiene Statusreport ist der 6.
    In all diesen, und den 2. bis 5. dazwischen, stand mehr oder weniger dasselbe: wenn wir so weitermachen wie bisher, endet es in einem Kollaps unserer Zivilisation.
    Hätte man in den 90er Jahren Kohlekraftwerke durch AKW ersetzt, und hätten die Chinesen gesehen, dass Deutsche und Amerikaner auf ihr Auto verzichten und stattdessen per Fahrrad und per Bahn reisen, dann sähe es nun anders aus.

  4. „Unser Leben wird sich ändern, und zwar drastisch, und ich freu mich drauf“ Ausgeplappert von der Intelligenzbestie mit grünen Parteibuch kathringöringeckhardt (dafür dass die aus Ostdeutschland kommt schäme ich mich) einer Person mit dem höchsten beruflichen Abschluss als „Küchenhilfskraft. Achtung Sarkasmus, der Klimawandel macht mir nicht bange, nur die Methoden, diesem zu begegnen macht mir höllische Angst. Grüner religiöser Eifer und Verbote, bringen und hier nicht weiter. Wollen wir zurück ins Mittelalter und Millionen Menschen im Winter verhungern und erfrieren lassen, nur weil wir nicht fähig und willens sind das Feuer der 2. Generation zu nutzen und weiterzuentwickeln? Gemeint ist nicht die Atomkraft sondern die Kernkraft. Ja das ist ein Unterschied, bei den grünen Teufelsaustreibern heisst das verächtlich Atomkraft. Eine Technologie, welche uns mittelfristig die Lösung des Anachronismus des Energiehungers der Menschheit und des Klimaschutzes verspricht. Wer den menschengemachten Klimawandel beklagt, der soll in die Politik gehen und Lösungen auf Basis der Wissenschaft und des technischen Fortschritts anbieten und diese dann auch konsequent gegen den Zeitgeist vertreten. Den Vorwurf der Polemik lasse ich nicht gelten. Karl Kraus hat einmal dazu treffend gesagt „Ich kann kein Ei legen, aber ich merke, wenn eins faul ist“

    1. Hallo Olaf, Atomkraft ist geil. Sie haben mich mit Ihren Argumente pro Atomenergie voll überzeugt, nicht! Sie haben kein einziges Argument pro gebracht, Ihr Beitrag besteht nur aus billiger Hetze und dass soll dann die Menschen überzeugen, dass Atomenergie so geil ist, weil ja die „Grünen“ dagegen sind und die sind ja Ihrer Meinung nach nur Scheiße… ganz billiger Populismus, so auf dem Niveau von Schwerdenkern, Flacherdlern, Coronaleugnern und Co…! Da hatte ich echt mehr von Dir erwartet…

  5. Hallo EA, der Hetzer sind Sie. Wer solche Worte wie geil gebrauchen muss, hat keine vernünftigen Argumente. Auf Ihr Niveau begebe ich mich nicht.

  6. Atomkraft hat ungeahnte Möglichkeiten in jeder Hinsicht.

    Fakt: Auf der ganzen Welt wird an neuen Reaktoren geforscht, darunter auch in Deutschland mit Wendelstein 7-X Reaktor in Greifswald, das vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) betrieben wird.

    Die Vorteile solcher Fusionsreaktoren sind gewaltig, kaum Radioaktivität, keine Explosionsgefahr wie in Tschernobyl und unendliche Energiemengen, damit ist die Kernfusion die Energietechnik der Zukunft. Doch bisher gelingt die kontrollierte Verschmelzung von Atomkernen nur sehr, sehr kurz. Wissenschaftler konnten diese Zeit aber gewaltig steigern. In den 70er Jahren war es möglich an den Tokamak-Anlagen Plasmaströme nur für Bruchteilen von Sekunden halten, heute über 100 Sekunden lang.

    In Südkorea haben Experten einen neuen Weltrekord aufgestellt. Mit dem KSTAR (Korea Superconducting Tokamak Advanced Research), einem Fusionsreaktor von Tokamak-Typ in der Stadt Daejeon, konnten Wissenschaftler erstmals über eine Dauer von 20 Sekunden eine Temperatur des Ionenplasmas von über 100 Millionen Grad Celsius halten. Damit hat der Reaktor seine Bestmarke aus dem Jahr 2019 mehr als verdoppelt. Langfristig wollen die Forscher zu immer längeren stabilen Plasmazuständen gelangen. Bis 2025 soll der KSTAR einen kontinuierlichen Betrieb von 300 Sekunden mit einer Ionentemperatur von mehr als 100 Millionen Grad erreichen.

    Laut Berichten aus China, konnte man am 28 Mai eine Temperatur von 120 Millionen Grad Celsius über einen Zeitraum von 101 Sekunden stabil halten. Ein 160 Millionen Grad heißes Plasma wurde für immerhin 20 Sekunden erzeugt. Damit konnte die Zeit seit dem letzten Jahr inzwischen verfünffacht werden.

    Zur Zeit wird in Frankreich (seit 2007) in internationaler Zusammenarbeit an einen gewaltigen Fusionsreaktor ITER gearbeitet, und der Aufwand ist mit der ISS Raumstation vergleichbar. Nach jetziger Planung (Stand Januar 2020) soll in der Anlage erstmals im Dezember 2025 ein Wasserstoffplasma erzeugt werden. Etwa ab 2035 werden die Experimente durch Verwendung von Tritium realistischer. Die größten Magnete bei ITER haben einen Durchmesser von 24 Metern, einer der Gründe, warum das Projekt rund 20 Milliarden Dollar kosten soll.

    Möchte auch bemerken, das in einigen Jahren werden auch Start-ups kompakte Kernfusionsreaktoren in Betrieb nehmen, das ist nur möglich mit neuartigen und kostengünstigen Hochtemperatur-Supraleiter. Diese neue Technologie war bei der Entwicklung des ITER Reaktors noch nicht verfügbar.

    Auch die USA melden Erfolge mit Fusionsreaktoren. Der Firma TAE-Technologies ist es gelungen, stabiles Plasma mit Wasserstoff und Bor bei 50 Millionen Grad zu erzeugen. Das Unternehmen hat angekündigt, bis zum Ende des Jahrzehnts einen kommerziellen Fusionsreaktor zu bauen. Der vollständige Durchbruch wird aber erst in 50-80 Jahren möglich sein, so zumindest meine persönliche Einschätzung.

    Auch der Vergleich der nuklearen Triebwerke der 60er Jahre mit den heutigen, die im Auftrag der NASA entstehen, zeigt einen gewaltigen Unterschied, dabei stehen wir erst am Anfang der Erforschung der nuklearen Technologien.

    1. Hallo Jewgeni,
      ich teile Ihren Optimismus zum Thema Kernfusion, allerdings denke ich, dass da noch viele technische Probleme gelöst werden müssen.
      Ich schätze den Zeithorizont für eine effiziente Energieerzeugung mittels Kernfusion auf 100 bis 150 Jahre, aber es macht Hoffnung, dass Ingenieure weltweit daran arbeiten.
      Bis dahin sind wir allerdings noch auf die ausgereifte, aber noch mit großem Entwicklungspotential behaftete Brückentechnologie der Kernspaltung angewiesen. Und ähnlich wie bei der Kernfusion gibt es auch bei der Kernspaltung weltweite Aktivitäten zur Entwicklung von Kernreaktoren von z.B. Reaktoren der 4. Generation. China nimmt hier mit seiner Entwicklung von Small Modular Reactors (integriertener Druckwasserreaktor mit passiver Sicherheit) bereits eine Vorreiterolle ein.
      Insgesamt kann man konstatieren, dass ein großer Teil der Welt außerhalb Deutschlands auf die Nutzung von Kernenergie setzt, bzw. plant dies zu tun.
      *Man setzt derzeit auf erprobte Technik, wie Leichtwasserreaktoren der 3. Generation wie z.B. folgende in Betrieb und im Bau befindlichen Typen :
      ABWR (Siedewasserreaktor) Japan; AP1000 (Druckwasserreaktor von Westinghouse) in China; VVER-1200 (Druckwasserreaktor) in Rußland; EPR (Druckwasserreaktor) in China; APR1400 (Druckwasserreaktor) in Korea; ACPR1000 (Druckwasserreaktor als chinesische Eigenentwicklung). Von diesen Typen sind derzeit in Bau: Finnland, Frankreich, Großbritannien, Vereinigte Arabische Emirate, Korea, Russland, Türkei, Bangladesh, USA und China.*

      Zum Thema ungelöste Endlagerfrage (Deutschland bekommt diese unter der derzeitigen politischen Konstellation nicht mehr gelöst), macht auch die Entwicklung in Russland Hoffnung. *2021 begann der Bau eines neuen Reaktors im russischen Kombinat Seversk. Die Russen bauen da einen speziellen Reaktor in einem neuem Konzept mit angeschlossener Wiederaufarbeitung. Ziel ist ein Kernkraftwerk, dem lediglich Uran (aus abgebrannten Brennelementen) zugeführt wird und nur (endlagerfähige) Spaltprodukte abgeführt werden, welche nach 300 Jahren zerfallen sind.
      Die Problematik der Endlagerung über sehr lange Zeiträume wäre damit gelöst, da die sehr langlebigen Transurane bei diesem Reaktor kontinuierlich „mit verbrannt“ werden.
      Diese „Stromfabrik“ besteht aus drei Einheiten: Der (neuartigen) Brennelemente-Fabrik, dem Kernreaktor und der Wiederaufbereitungsanlage.*

      Aber auch in Deutschland gibt es noch einen kleinen Lichtblick. *Deutsche Physiker forschen auf eigene Rechnung und haben sich das Patent auf den „Dual-Fluid-Reaktor“ gesichert.
      Der Dual-Fluid-Reaktor hat Eigenschaften, die das Herz jedes Grünen höher schlagen lassen sollten. Er ist inhärent sicher, eine Kernschmelze ist ausgeschlossen, weil der Kern im Normalbetrieb schon geschmolzen ist. Allerdings ist die dazu gegründete Fa. die Dual Fluid Energy Inc. jetzt ein kanadisches Unternehmen.*
      *Text teilw. zitiert aus Beiträgen auf achgut.com von Klaus-Dieter Humpich und Manfred Haferburg

      1. wow, Respekt Humpich, Haferburg und achgut.com… dazu noch die Mär vom Dual-Fluid-Reaktor (das Patent ist ja inzwischen neun Jahre alt und baut auf viel viel älteren Patenten auf: 1968, 2008, 2009 usw.) fehlt eigentlich nur noch der Hinweis auf EIKE… und dass alles hier und ohne, dass ich bei Telegram rein gehen musste… bleibt die Hoffnung, dass dieser Bernd Leitenberger Blog jetzt nicht von den nationalistischen Schwerdenkern übernommen wird. Es wäre schade um ihn…

          1. Oh, Sie wollen mit Ihrem Propagandageschwätz aufhören. Das hatte ich echt nicht von Ihnen erwartet. Damit haben Sie meinen vollen Respekt verdient. Oder mit meinen Worten: Geil!

      2. Ich kenne Chemiereaktoren mit Flüssigsalzkühlung aus eigener Erfahrung, war auch schon bei MAN in Deggendorf (Hauptanbieter dieser Art von Reaktoren und konnte dort auch das Vakuumgefäß für den Wendelstein bestaunen). Problemlos sind diese Salzbadreaktoren leider überhaupt nicht.
        Die sonstige Sicherheit aller Arten von Kernreaktoren (konventionelle wie Brüter) kommentiere ich nicht, bin nur Chemieingenieur. Eines erscheint mir aber durchaus klar: wettbewerbsfähig ist kein Neukonzept, vielleicht gerademal die alten Bestandskraftwerke…

  7. @ Olaf

    Fakt: Solange die Menschheit bestehen wird, werden immer neue Technologien entstehen, und die Gegner und Kritiker werden die Karawane des Fortschritts nie aufhalten können. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

    Laut Dennis Bushnell, führende wissenschaftlicher Experten der NASA im Forschungszentrums Langley, habe kurz berichtet, forscht die NASA seit 24 Jahren, also seit 1997 oder 1998, an Cold Fusion (LENR) Antrieb. Es wird erwartet, dass die Energieeffizienz von LENR die Energie chemischer bis 3-Millionenfache übertrifft. Wenn wir dies erreichen, wird dies den Weltraum wirklich revolutionieren.

    Auch ein Quantentriebwerk, wird in USA, Russland, China erforscht, benötigt nukleare Energie, damit werden Marsflüge in wenigen Tagen möglich. Das ist zwar noch weite Zukunft und viele offene Fragen, aber ohne Kernenergie ist so ein Antrieb überhaupt nicht möglich.

    Besondere Interesse (für theoretische Physiker) gilt aber dem Moscovium Element, wurde schon in den 80er Jahren in Zusammenhang mit Antigravitationsraumschiffen gebracht, das aber erst im Jahr 2003 entdeckt und 2016 genehmigt wurde. Damit könnten wir mit etwa 250 Gramm ein Raumschiff bis 30 Jahre lang betreiben. Auf Details zu Stabilität usw. möchte ich aber verzichten.

    1. Fakt: Solange die Menschheit bestehen wird, wird es immer Leute geben die nicht zwischen seriöser Wissenschaft und Science Fiction unterscheiden können.

      Kalte Fusion ist ein Mythos, der regelmäßig wieder ausgegraben wird und dem die Rettung aller Energieprobleme zugeschrieben wird. Es gibt keinen glaubwürdigen Beweis, dass es möglich wäre, geschweige denn bereits erreicht wurde, wie gelegentlich behauptet wird.
      Jegliche seriöse Forschung in diese Richtung kam zu dem Schluss, dass es praktisch unmöglich ist.

      Antigravitation mit Moscovium ist richtiger Unfug und stammt aus der Feder von irgendwelchen UFO-Anhängern und anderen Verschwörungstheoretikern.

      Das Quantentriebwerk ist noch relativ neu, aber auch hier sieht es eher nach einer Träumerei aus, die wie auch die anderen beiden „Technologien“ die Gesetzte der Physik ignorieren muss, damit es denkbar wäre.

      Es fehlen in der Aufzählung eigentlich nur noch Trägheitsdämpfer oder Überlichtantriebe.

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