Cannabis und Homöopathie

Auf meinen heutigen Blog kam ich durch eine Sendung von Mathink X. Ich habe mich ja schon zu Mai Thi Nguyen-Kim geäußert als sie bei Quarks im WDR Moderatorin wurde. Inzwischen ist sie zum ZDF gewechselt. Bei Quarks miss fiel mir negativ auf, das sie sich als Experte in Allem darstellte und meiner Ansicht nach sich die Sendung zu sehr auf sie konzentrierte. Das scheint aber das neue Konzept der Sendung zu sein, auch bei der neuen Moderatorin ist das so, ebenso der Shift von einem universellen Wissenschaftsmagazin zu Themen, die näher an Menschen sind, wie Gesundheit, lokale Naturkatastrophen oder Energiewende rein praktisch. Ich schaue es entsprechend kaum noch an, zumal auch immer mehr recycelt wird.

Mit Maithink X hat sie nun eigene eigene Show bekommen. Natürlich dreht sich dort auch alles um sie. Der Unterschied zu Quarks ist das sie viel mehr Wissen vermittelt, die Show hat eine hohe Informationsdichte und lädt zum kritischen Nachdenken ein. Show deswegen weil auch Show–elemente wie Lieder oder spielfilmartige Szenen enthalten sind.

Eine sehr sehenswerte Sendung (obwohl ich das Format generell empfehlen) kann war die 13 Show über Homöopathie. Mai Thi Nguyen-Kim hat mal das Thema ernst genommen, anstatt gleich am Anfang die wissenschaftliche Keule des Placebo-Effekts und Nicht-Nachweis von Wirkungen auszupacken. So stellen sich zwei Fragen: Wenn Homöopathika verschreibungspflichtig sind, darf man dann einfach Globuli in einem Fruchtsaft auflösen und diesen als Homöopathika bewerben? Ist der Fruchtsaft dann verscheibungspflichtig? Ähnlich bei den Abwässern. Jeder pharmazeutische Betrieb muss sein Abwasser aufwendig klären oder als Sondermüll entsorgen. Nun wird bei der Homöopathie enorm verdünnt. Die Vorstufen werden dann nicht mehr benötigt. Sie landen im Abwasser. Obwohl aber eine pharmazeutische Wirkung reklamiert wird, scheint die Abwässerklärung nicht für die Hersteller von Homopathiemitteln zu gelten. Mehr noch: Nimmt man den postulierten Wirkungsmechanismus ernst, dann würde das weitere Verdünnen der Substanzen im Abwasser und das Schütteln durch die Gewässer die Wirkung potenzieren. Jedes Abwasser gelangt aber in die Flüsse und aus den Flüssen wird Trinkwasser genommen. Ist das nicht höchst gefährlich?

Wenige Tage später hat Karl Lauterbach angekündigt, das Krankenkassen nicht mehr für Homöopathische Arzneimitteln zahlen werden. Zufall oder nicht – ein Schritt in die richtige Richtung.

Das zweite Buzzthema dieses Jahres ist Cannabis. Nicht nur wegen der angestrebten Legalisierung von Cannabis durch die Regierung sondern auch durch die Erlaubnis das CBD-haltige Auszüge von Hanf verkehrsfähig sind, solange ihr THC Gehalt so gering ist, das keine berauschende Wirkung zu befürchten ist. Als Webautor bekomme ich in regelmäßigen Abständen Anfragen nach der Platzierung von Artikeln zu dem Thema CBD. Da ich aber keine gekauften Werbeartikel publiziere, scheitert das dann, denn einen Link in einem Artikel, der wäre möglich, wollen die Interessenten dann auch nicht.

Ich dachte mir, „Warum verheiratest Du die beiden Themen nicht?“. Bei der Homöopathie ist das Postulat, das ein Stoff wenn er extrem verdünnt wird, genau gegen die Krankheiten hilft, die ein konzentrierter Extrakt hervorruft. Eine extrem verdünnter Extrakt des Hanfs sollte also genau gegen die Symptome helfen, die als typisch für einen Cannabisrausch/konsum genannt werden. Ich habe von den Wirkungen nur die aufgeführt, die nicht im Rausch als unangenehm empfunden werden. Andere Wirkungen wie Reduzierung des Schmerzempfindens, Wirkung auf die Motorik, Linderung von Spasmen, Neuroprotektiv: Schutz der Nerven, Linderung von Übelkeit sind ja erwünschte Wirkungen und ein Grund warum Cannabis als Medikament zugelassen ist.

Also unangenehme Wirkung des Cannabiskonsums sind:

  • Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses.
  • Steigerung des Appetits, Heißhungerattacken.
  • Beeinträchtigung des Denkvermögens, Lernvermögens.
  • Beeinträchtigung der Konzentration.
  • Reduktion des Bewegungsmotivation.
  • erhöhter Herzschlag, niedriger Blutdruck.
  • psychische Phänomene wie Panik, Angst, Paranoia
  • Erleichtert das Einschlafen

Damit wäre, wenn genau diese Symptome bekämpft werden könnten, Cannabis in homöopathischen Dosen geeignet zur Bekämpfung folgender Dinge:

Als Lernhilfsmittel wirkt es gegen mangelnde Konzentrationsfähigkeit, zu geringes Lernvermögen und steigert das Kurzzeitgedächtnis, ermöglicht längeres Lernen (reduziert das Schlafbedürfnis): Damit wäre es ideal für alle, die viel lernen müssen oder als Lifestyle-Medikament vor Prüfungen.

Die Wirkung gegen Ängste, Paranoia und Panik liese einen Einsatz bei Betroffenen mit diesen Symptomen zu. Gleichzeitig sollte es zu mehr Bewegung motivieren. Zusammen mit der Senkung des Blutdrucks wäre das ein gutes Mittel für Personen mit hohem Blutdruck – die Bewegung wirkt analog positiv auf den Blutdruck, da sie bei dauerhaftem Training die Blutgefäße weitet.

Die Wirkung gegen Heißhungerattacken und die Senkung des Appetits erlauben einen Einsatz als Mittel zur Unterstützung einer Diät. Wobei auch hier die Steigerung der Bewegungslust ein positiver Effekt ist.

Also bedenkt man, wie viele Leute meinen, nicht mehr im Beruf/Studium/Schule mitzukommen, Ängste haben oder übergewichtig sind, dann hat man einen enormen Markt, ich würde sagen, jeder Dritte bis jeder Zweite Einwohner wäre ein potenzieller Kunde.

Umsetzung

Nicht ganz so einfach ist die Umsetzung. Die meisten homöopathischen Stoffe sind Extrakte auf Alkoholbasis. Die meisten Pflanzeninhaltsstoffe, die pharmazeutisch wirksam sind, lassen sich gut mit Alkohol extrahieren und Alkohol ist unbegrenzt wasserlöslich.

Bei den Cannaboiden, egal ob es THC oder CBD oder ein anderes Cannabinoid ist, ist es aber so, dass diese wasserunlöslich sind, einen hohen Schmelzpunkt haben und sich auch in Alkohol kaum lösen. Sie sind dagegen gut löslich in unpolaren Lösungsmitteln wie Benzin oder Benzol. Rein praktisch wird das bei der Herstellung von Haschsisch genutzt. Das ist nichts anderes als der Extrakt von Hanfblüten gewonnen mit Butter.

Haschmich ist aber eine feste, harzige Substanz, die sich überhaupt nicht in Wasser löst. Selbst wenn man Haschisch in flüssige Form bringt, z.B. durch Erhitzen in Öl, ändert sich nichts an de Wasserunlöslichkeit.

Es gibt zwei Lösungsmöglichkeiten. Das eine ist das man einen Emulgator als Lösungsmittler zusetzt. Ein natürlicher Emulgator wäre z.B. Lecithin, das industriell aus Eigelb und Soja gewonnen wird. Lecithin ist auch Bestandteil der Nervenzellen und kommt in der Nahrung vor. Die zweite Möglichkeit wäre es, die Cannabinoide mit einem Mittel zu extrahieren das sowohl in Wasser löslich ist, wie auch Cannabinoide löst. Das wäre z.B. Diethylether. Diethylether ist nicht gut in Wasser löslich, aber immerhin zu 69 g pro Liter. Das reicht, da wir für die erste Verdünnungsstufe nur wenige Milliliter Lösung einsetzen. Danach ist die Lösung so verdünnt, das die Löslichkeit des Diethylethers keine Rolle mehr spielt.

Wie ich dem Artikel über Homöopathie auf der Wikipedia entnehme muss aber nicht zwingend der Extrakt in Wasser aufgelöst werden, sondern auch mit Ethanol oder Glycerin, oder man verreibt den Extrakt mit Milchzucker. Vermischt man gleich Haschisch mit Milchzucker, so braucht man das Harz natürlich nicht in Lösung bringen.

Die Vorgehensweise wäre also so:

1 g Haschisch (nicht mehr wegen der Kosten und der heutigen Rechtslage) mit 9 g Milchzucker vermischen – D1 Potenz

1 g der Mischung mit 9 g Milchzucker vermischen – D2 Potenz

Nach dem Wikipediaartikel wird es interessant ab der D4 Potenz. Dann ist in 1 g Mischung nur noch 1 µg Haschisch enthalten. Das ist weit unterhalb der minimalen Wirkungsschwelle die bei 30 bis 40 µg liegen soll. Aus 1 g Haschisch könnte man, wenn man die D1 bis D3 Potenzen vollständig verdünnt, rund 10 kg Globuli gewinnen, die man dann nur noch durch Pressen herstellen muss oder wenn es flüssig sein soll, löst man die D3 Potenz in Wasser auf (1 g auf 10 ml) und erhält eine flüssige D4-Potenz.

Natürlich geht es noch weiter. Gemäß der Sendung soll die häufigste eingesetzte Potenz D10 sein. Dann kann man theoretisch aus 1 g Haschisch etwa 10 t homöopathische Präparate machen.

Das Schöne: anders als bei der konventionellen Pharmazie oder illegalen Anwendungen von chemischen Erkenntnissen wie in Drogenlaboren, kommt man fast ohne Ausrüstung aus, die Anschaffungskosten sind gering und man muss auch keine Gedanken haben, das man den Konsumenten durch unreine Produkte schaden könnte oder sie süchtig werden (sofern jemand der Drogen herstellt überhaupt an so was denkt). Dabei ist das alles ganz legal und die Verdienstmöglichkeiten sind enorm. Ja ich würde sogar sagen, sie sind größer als bei Drogen. Ein Beispiel: Viele homöopathische Produkte von DHU kosten in der Apotheke 10 bis 13 Euro für 10 g Globuli. Sie bestehen fast nur aus Milchzucker der ebenfalls in der Apotheke 6,99 Euro pro 500 g kostet. Aus einer Packung Milchzucker (Investition: 7 Euro) kann man 50 dieser Globuli-Packungen herstellen die man für 500 Euro verkaufen kann. Selbst wenn man die Verpackung und Etiketten noch dazurechnet, wird man das zehnfache des eingesetzten Kapitals als Verdienst haben.

An Gerätschaften braucht man Flaschen, Wasser, Milchzucker, ein Lederkissen wie das, wo bei Gericht der Hammer landet zum Aufschütteln, sofern man eine Flüssigkeit herstellen will noch Diethylether. Vielleicht noch einen Mixer und natürlich etwas Haschisch, dabei liegt die Menge wenn man man klein anfängt, aber noch unter der Menge, ab der es eine Straftat ist. Also wenn ich geschäftstüchtiger wäre oder mir mehr an Geld liegen würde, dann würde ich selbst einen Versand aufmachen.

Eigentlich ist – übertragen auf Homöopathie generell – das eine Lizenz zum Gelddrucken. Man braucht so geringe Menge der Ursprungsstoffe, dass man nicht mal die Pflanzen aufwendig selbst extrahieren muss. Das Kaufen der Extrakte reicht. Die gibt es von vielen Pflanzen sowieso als frei verkäufliche Arzneimittel oder als reiner Extrakt von Firmen die sich daraus spezialisiert haben. Wenn man ganz böse ist, vertreibt man nur Potenzen über D23 (Verdünnung 1023), denn dann ist garantiert kein Molekül der Ursprungssubstanz mehr nachweisbar und man kann sich das Verdünnen sparen und gleich Milchzucker oder Wasser verkaufen. Denn wirken tun Homöopathische Arzneien nur durch den Placebo-Effekt. Selbst mit einer Potenz von D15 bis D14 wäre man bei der heutigen chemischen Analytik die minimal Femtogrammmmengen nachweisen kann, auf der sicheren Seite. Dabei ist die Analytik wirklich ausgebufft, schon als ich studierte und das ist nun auch schon 30 Jahre her, konnte man von bestimmten Substanzen einen Fingerhut aufgelöst im Bodensee noch sicher nachweisen. Dabei bezweifele ich das jemals ein Analytiklabor sich die Mühe macht homöopathische Präparate zu analysieren. Denn anders als bei echten Artbeimitteln muss ja nicht eine Mindestmenge an Substanz für die Wirkung vorhanden sein – im Gegenteil je höher potent, um so wirksamer ist homophile. Findet man also zu wenig des Wirkstoffs, so ist es sogar wirksamer als beworben ….

Wenn es jemand mal probieren will, würde ich mich über eine Mail freuen. Ich stelle die Idee wie Elon Musk seinen Hypertransport als Public Domain zur Verfügung. Okay, der Vergleich hinkt, denn meine Idee funktioniert …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.