Zur Grundlagenforschung

Wir sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen! Wenn Wissen und Kompetenz wirklich im Fokus der Standortpolitik der Bundesrepublik stünden, wir müssten viel mehr Grundlagenforschung betreiben. Das geht eben nicht mit privatwirtschaftlichen Strukturen. Ein Investor schaut immer auf die kurzfristige Rendite. Von der Grundlagenforschung zu marktfähigen Produkten ist es aber leider ein weiter Weg. Ich bin der traurigen Überzeugung, dass wir kommerzielle Satelliten in 20 Jahren „von der Stange“ aus China kaufen werden und uns jede Kompetenz und Infrastruktur verloren gehen wird.

Unsere Industrie jammert, es fehlten Fachkräfte und wir blieben weit hinter unseren Möglichkeiten bei Export und Umsatz zurück. Gleichzeitig finden z.B. unzählige Ingenieure nach dem Studium keine Anstellung. Auf die konkrete Frage, in welcher Region welche Stellen unbesetzt seien und welche Fachkräfte von der Industrie denn konkret gesucht würden kam auch von Brüderle nur heiße Luft und Allgemeinplätze. Das DIW (in Essen) hat den behaupteten Fachkräftemangel als politische Lüge erkannt. (mehr …)

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Der Niedergang einer Raumfahrtagentur

Das BMWi hat ein Strategiepapier für die deutsche Raumfahrtpolitik bis 2020 vorgelegt. In einem Beitrag für die SuW hat der deutsche Raumfahrtpublizist Harro Zimmer dieses vorgestellt und kommentiert und befand, dass es sehr unpräzise und vor allem anwendungsorientiert ist. In der Tat beschleunigt sich, seit die Raumfahrt nun zum Wirtschaftsministerium gehört (oder besser zum kombinierten Ministerium für Wirtschaft und Technologie) der Niedergang der deutschen Raumfahrt, zumindest der Forschung.

Um mal eine kleine geschichtliche Erläuterung zu machen: Deutschland begann mit der nationalen Raumfahrt erst recht spät. Der erste nationale Satellit AZUR wurde 1969 gestartet. In den siebziger Jahren holte Deutschland den Rückstand auf, startete als dritte Nation eigene Raumsonden (Helios 1+2), investierte in eigene Telekommunikationssatelliten (Symphonie 1+2) und startete weitere Forschungssatelliten (Aeros 1+2, Dial, Feuerrrad). Die achtziger Jahre waren um vom Umbruch geprägt. Zum einen kam als neues Gebiet nach der bisher dominierenden Erforschung von Sonne und Erde vor allem der Teilchen, Magnetfelder und Stäuben noch die Astronomie dazu mit dem ROSAT. Zum anderen begann die bemannte Raumfahrt ein weiteres Standbein mit den D1 und D2 Missionen zu werden. Die Kosten dieser setzten schon damals dem nationalen Budget zu. Weitere Telekommunikationssatelliten (Kopernikus, TV-SAT) folgten, aber keine neuen Forschungssatelliten. (mehr …)

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Werbung, Wetten Dass, Hochzeiten, GNTM und anderes

Mal wieder einen Griff ins Kessel Buntes also ein Blog ohne Sachthemen, sondern ein paar Dinge die ich mal so erwähnen wollte. Also es wird nun seicht. Wen das nicht interessiert und der hier immer nur wichtige Dinge lesen will, der muss eben jetzt aufhören zu lesen.

Also für alle die noch da sind. Ich schaue wie jedes Jahr Germanys next Top Model (GNTM) an. Nach der Kritik, die es ja vor allem an Heidi Klum und der Konzeption der letzten Staffel gab, hat sie ja dazu gelernt. Die Jury hat nun mehr zu sagen und die endlos ausgedehnten Monologe, bevor jemand gehen muss sind auch kürzer geworden – sie kam da ja ziemlich unsympathisch dabei rüber.

Was sich nicht geändert hat, ist das Konzept – kleine Vorkommnisse werden bis zum Geht-nicht-mehr mehrfach gezeigt, mit melodramatischer Musik untermalt, kommentiert, in Zeitlupe. Stefan Raab hat das vorgestern in TV Total persifliert. Nachvollziehbar für den Zuschauer ist die Sendung auch nicht. De Faktor kommen viele Mädchen kaum vor. Von manchem weiß ich nicht mal den Namen. Sie sind schlau genug, um nichts oder wenig zu sagen was gegen sie spricht. Eigentlich ist das Überlebensprinzip für die Karriere nach GNTM: nichts zu sagen. Was den Mädchen aber nicht klar ist, ist das es eine Unterhaltungssendung ist. Es geht also nicht darum ein Top-Modell zu werden. Das ist zwar der Gewinn für die bestplatzierte, doch auch diese wird kaum ein Topmodell werden sondern verdient nur am Anfang durch die Verträge der Sponsoren recht gut. (mehr …)

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Einführung in Teleskope Teil 3

Heute zum letzten Teil der kleinen Beratung. Diesmal geht es um die einzelnen Teleskopklassen. Es gibt drei Klassen, wobei man noch eine vierte als Sonderform einer der dreien ansehen kann.

Das erste sind Linsenteleskope, im Fachjargon Refraktoren genannt. Eine Linse vorne im Strahlengang bricht das Licht und projiziert ein Bild in den Brennpunkt des Tubus, wo es von einem Okular vergrößert wird. Wer selbst eine Brille hat, der weiß, dass er bei höheren Dioptrienzahlen teurere Gläser kaufen muss (bei meinen -9 Dioptrien bekam ich zumindest noch nie eines zum Nulltarif oder vergünstigt).Es liegt auf der Hand, das Gläser um so teurer werden, je größer sie sind und je höher der Brechungsindex ist – letzterer legt die Brennweite fest. (mehr …)

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Buchkritik: Horst W. Köhler, klipp und klar, 100 x Raumfahrt

Ich habe ja versprochen, nach und nach die wichtigsten Bücher über Raumfahrt hier zu rezensieren. Da das letzte Buch ein absoluter Reinfall war will ich heute einen positiven Kontrapunkt setzen und das Buch anführen, das ich wohl als erstes nennen würde, wenn mich jemand nach einem Buch fragt, das Raumfahrt erklärt. Es gibt deren wenige. Es gibt viele Bücher die Raumfahrt beschreiben. Also was passiert ist, welche Experimente durchgeführt ist oder wie etwa aufgebaut ist. Es fehlt aber die Erklärung, wie es funktioniert und bei vielen Büchern auch eine systematische Einführung in die wichtigsten Projekte. Zu dieser Kategorie gehören auch meine Bücher.

Auf der anderen Seite gibt es dann noch wenige Lehrbücher, gedacht für Studenten der Luft & Raumfahrt. Sie sind sehr mathematisch, nicht auf konkrete Träger bezogen und auch sehr theoretisch. Zumeist auch sündhaft teuer. Es gibt eine echte Lücke von Büchern welche die Grundlagen der Raumfahrt erklären, ohne gleich anzunehmen, dass der Leser dies die nächsten 4 Semester Vollzeit studiert. (mehr …)

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