Neues vom Ballonprojekt, Teil 1

Ich möchte mich auch hier wieder melden und Bernds Urlaub nutzen, um etwas zu schreiben. Wie einige vielleicht schon wissen, plane ich momentan ein Ballonprojekt, bei dem es darum geht, unter einen normalen Wetterballon eine Forschungsnutzlast zu hängen, die verschiedenste Parameter messen kann.

Der Bau solcher Ballone scheint langsam in Mode zu kommen. In England wurden am letzten Wochenende (9. und 10. April) alleine drei Ballone gestartet (zwei am Samstag im Abstand von nur 3 Stunden und der dritte am Sonntag). Auch an Universitäten werden Ballone für Experimente eingesetzt, so z.B. an der DePauw University in Indiana mit dem Projekt BASE (Balloon Assisted Stratospheric Experiments). Auf diese werde ich in Teil 2 noch einmal zurückkommen, aber ich finde, dass 55 Ballonmissionen in nur vier Jahren beachtenswert sind.

Wie sieht es nun bei meinem Projekt aus?

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Der Horus 11-Ballon

Gestern Nacht wurde eine lange Nacht, aber eher durch Zufall, weil ich mich mal wieder im Chatroom der UK High Altitude Society aufgehalten habe. Zu meiner Überraschung wurde dort gesagt, dass ein Start des australischen Teams Horus (aus Adelaide)bevorstehen würde. Deswegen entschied ich mich, wach zu bleiben und bei UStream und auf SpaceNear.us den Aufstieg zu verfolgen.

Um 2:47 Uhr wurde der Ballon losgelassen und stieg mit etwa 4,5 Metern pro Sekunde, dabei bewegte er sich nach Südosten. Bei der Trackingseite wurde neben der aktuellen Position des Ballons auch die vorhergesagte Bahn eingeblendet, die der Ballon zunächst ziemlich genau verfolgt hat.

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75 Jahre Explorer II und anderes

Am 11. November 1935 stieg ein riesiger Ballon aus einer Schlucht nahe Rapid City, South Dakota, auf. Es war um 7:01 Mountain Standard Time, als Capt. Albert W. Stevens und Capt. Orvil A. Anderson ihren Aufstieg auf 22.066 Meter Höhe begannen. Und das ist nun 75 Jahre her. Der Ballon hieß deswegen Explorer, weil Stevens der erste war, der einen Ballon als eine weitreichende Forschungsplattform benutzte. Die früheren Aufstiege (z.B. die von Piccard) hatten sich hauptsächlich auf die kosmische Strahlung konzentriert. Nun wurden aber neben der Strahlung auch die Ozonschicht, die elektrische Leitfähigkeit, die chemische Zusammensetzung , die Helligkeit von Sonne, Erde und Himmel, die Existenz von Bakterien, die Widerstandsfähigkeit von Pilzen und die Mutationsrate von Fruchtfliegen untersucht. Insgesamt wogen die wissenschaftlichen Geräte in der Ballonkapsel allein 1.000 kg.

Mein Ballon wird zwar pro Aufstieg nicht so viel erreichen können, aber trotzdem sind in der möglichen Nutzlast von 2 kg schon eine Reihe von gleichzeitigen Messungen möglich, die ohne moderne Elektronik (und der dadurch möglichen Gewichtseinspartung) nicht möglich wären. Continue reading „75 Jahre Explorer II und anderes“

Ballonaufstiege in Friedrichshafen am 26. Juni 2010

Ich habe am letzten Juniwochenende die Amateurfunkmesse Ham Radio 2010 in Friedrichshafen besucht, weil dort zwei Ballone vom Amateurfunkverband P56 (Taubertal) mit französischer, österreichischer und polnischer Beteiligung gestartet wurden. Ich habe viel gelernt und möchte hier einmal beschreiben, was ich erlebt habe.

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