DSCOVR und der Blick auf die Erde

Zu Weihnachten habe ich mir einen kurzen Blog ausgesucht, mit einem im weiteren Sinne besinnlichen Thema rausgesucht. Diesen Januar startete mit über einem Jahrzehnt Verspätung die Raumsonde DSCOVR. DSCOVR geht zurück auf eine Aufnahme die der damalige Vizepräsident Al Gore sah. Diese wurde von Apollo 17 am 7.12.1972 auf dem Weg zum Mond gemacht. Dieses als „Blue Marble“ bekannte Bild inspirierte ihn dazu eine Raumsonde vorzuschlagen die dauernd ein solches Bild machen sollte, welche die Menschheit an die Zerbrechlichkeit des Planeten erinnern sollte.

Es kam wie so oft: die billige Sonde wurde wissenschaftlich aufgewertet und teurer, der Start mit dem Space Shuttle entpuppte sich als teurer als gedacht und so wurde sie vor ihrem Start für unbestimmte Zeit eingelagert. (mehr …)

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Meine Alternative zu 20% mehr Nutzlast durch LOX/Methan

Aaron Kurz hat ja eine kleine Diskussion entfacht ob man wegen 20% mehr Nutzlast (bei gleicher Startmasse) eine neue Rakete konstruieren soll. Ich bin der Meinung wie die meisten: es lohnt sich nicht und zwar, weil die Entwicklungskosten einer Rakete so hoch sind. Selbst wenn wir SpaceX als Beispiel, das es deutlich billiger geht, nehmen: Die Falcon 9 kostete bis zur ersten Version 600 Millionen Dollar Entwicklungskosten. Seitdem hat man sie noch zweimal gestreckt und die Triebwerke getunt. Das hat sicher auch Geld gekostet. Vier Flüge (die ersten beiden der Falcon 9 und jeweils der erste der v1.1 und 1.2) waren Qualifikationsflüge wo man nur in zwei Fällen Geld bekam und das war nicht viel (Cassiope brachte 10 Millionen Dollar ein, Orbcomm zahlt für zwei Starts 42 Millionen Dollar). So ist es sicher nicht abwegig 1 Milliarde Dollar als Entwicklungskosten bis zur V1.2 anzusetzen. Lockheed Martin hat in den letzten Jahren zwischen 10 und 15% des Umsatzes als Gewinn verbuchen können (von SpaceX gibt, es da nicht börsennotiert ist, keine verpflichtend veröffentlichten Angaben). Übertragen wir das auf SpaceX und nehmen 15% Gewinn am Umsatz als höhere Zahl so macht der Konzern pro Falcon 9 Start (61,2 Millionen Dollar) 9,18 Millionen Dollar Gewinn. Die Firma müsste also 109 Falcon 9 starten (1000 / 9,18 Millionen) bis sie die Entwicklungskosten wieder hereinbekommt – und dies ohne Berücksichtigung von Verzinsung, die ein privates Unternehmen bei einem Kredit bezahlen müsste bzw. die es erhalten würde wenn es das Geld nicht für die Entwicklung ausgibt sondern anlegt. Bei staatlichen Entwicklungen ist das Verhältnis noch viel schlechter. Heute geht der Trend daher nicht dahin die Nutzlast zu steigern, sondern die Startkosten zu senken. Ariane 6 hat ja keine höhere Nutzlast als Ariane 5 aber sie soll eben preiswerter in der Herstellung sein.

So aber nun zum eigentlichen heutigen Thema. Ich lasse mich mal auf die Argumentation ein: „20% mehr Nutzlast sind ein berechtigter Grund eine neue Technologie einzuführen“ und will zeigen, dass dies auch einfacher geht indem ich nur eine einzige Stufe leicht umrüste. Wer es spannend liebt, wartet nun bis er den Artikel ganz aufmacht und überlegt was ich meinen könnte… (mehr …)

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Der PC in Zwanzig Jahren

Lange Zeit war es so, dass wenn man etwas über den PC in Zwanzig Jahren wissen wollte, man nur die Architektur der aktuellen Superrechner ansehen musste. Das passte auch in der Vergangenheit relativ gut. Hier einige Beispiele. Als PC-Gegenstück habe ich die x86-Architektur genommen. Es kann sein dass das eine oder andere Feature woanders zuerst erschien, aber die Architektur steckt eben in den aktuellen PCs: (mehr …)

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Angara – so mach ich was draus

In einem neuen der Block der Reihe „Wir wissen es besser als die Raumfahrtfirmen und -behörden“ widme ich heute der Angara und wie man das Konzept richtig umsetzen könnte. Zuallererst ein paar Worte über den Grundgedanken der Angara und der Umsetzung.

Die Idee einer skalierbaren Raketenfamilie ist eigentlich nicht neu und es gab auch schon früher Vorschläge über einen skalierbaren Träger. In gewisser Weise existieren diese ja schon – Atlas V, Ariane 4 oder Delta II waren durch Booster skalierbar, teilweise um den Faktor 2 in der Nutzlast. Wenn man weiter geht und die Angara wollte ja mal einen Bereich von 2 bis 40 t abdecken, muss man irgendwo Kompromisse machen. Meiner Ansicht nach hätte man die kleinen Nutzlasten außen vor lassen können, die kann man durch ausgediente ICBM starten von denen Russland ja in den nächsten Jahren noch etliche ausmustert. Noch immer sind RS-18, RS-24 und RS-36M im Dienst mit denen man 2 bis 3,8 t schwere Nutzlasten starten kann. (mehr …)

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Macht was aus der Angara

Niels hat vor zwei Jahren mal „Macht mehr aus der Angara“ und „Macht noch mehr aus der Angara“ publiziert die Jewgeni, dank seiner gewohnt einfühlsamen Art Kommentare zu machen, wieder ins Gedächtnis gebracht. Gerade habe ich das Angara Kapitel in der zweiten Auflage von „Internationale Trägerraketen“ fertiggestellt. Da ich mich daher mit den Trägern neu beschäftigen musste, liegt es auf der Hand einen Blog drüber zu schreiben. Aber zuerst was zum Buch. Ich bin jetzt mit der Hälfte durch und hoffe es geht jetzt schneller. Die russischen Träger sind erledigt. Bei den europäischen kann ich auf andere Bücher von mir zurückgreifen und über Indiens, Japans und Chinas Träger gibt es sehr wenige Informationen, was dann auch die Recherche verkürzt. Ich dachte ich komme mit 500 Seiten aus, aber das wird wohl nicht reichen, derzeit habe ich schon 481 Seiten voll.

Aber zur Angara. Es geht in dem Blog nicht um die Verzögerungen, die Kostenexplosion oder andere Entscheidungen, die mit der Angara zusammenhängen (z.B. der in Wostotschny einen neuen Weltraumbahnhof aufzubauen, aber dort entsteht als erste Rampe eine für die Sojus nicht Angara, wo doch die Angara angetreten ist die Sojus abzulösen …). Es geht darum, dass aus einem Konzept mit wenigen Stufen die bisherigen Träger abzulösen, das genaue Gegenteil wurde. (mehr …)

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