8 Bitter mit 24 Bit Adressierung – eine verpasste Chance

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Ich nehme an, viele der älteren Blogleser haben in den Achtziger einen Heimcomputer gehabt, Geräte wie der C64, die CPC Serie oder Sinclair Spectrum (um nur die am weitesten verbreiteten Marken zu nennen, es gab noch unzählige andere) waren selbst noch populär als Heimcomputer mit 16 Bit gab. Erst Anfang der Neunziger Jahre sanken die Preise von PC aber auch Amigas und Ataris soweit, das es keinen Sinn machte einen 8 Bitter zu kaufen.

Kurz: die 8-Bit Rechner hatten ein langes Leben, es hätte meiner Ansicht nach noch länger sein können, wenn ihr Adressspeicher größer gewesen wäre. Die drei populärsten 8 Bit Prozessoren und ihre Nachbauten/Nachfolger (Intel 8080, Mos 6502 und Motorola 6800) hatten alle einen 16 Bit Adressbus, konnten also 216 = 65536 Bytes adressieren. Der Adressbus eines Prozessors muss nicht zu seinem Datenbus passen und der wiederum nicht zur internen Registerbreite. Der erste Mikroprozessor Intel 4004 hatte einen 12 Bit Adressbus bei 4 Bit Datenbus. Der Intel 8086 hatte 16 Bit Datenbus und 20 Bit Adressbus, die Motorola 68000 16 Bit Daten- und 24 Bit Adressbus. Nur bei der 32 Bit Generation war es so, dass Daten und Adressbus gleich groß waren, aber bei den aktuellen Prozessoren gilt das auch nicht mehr. Intels iCore 13600 Prozessor unterstützt z.B. maximal 192 GByte RAM, das sind 38 Bits. Das gilt übrigens auch für Großrechner. Es ist nicht unbedingt „natürlich“, dass es bei 8 Bittern so 16 Bit für den Adressbus sind. Continue reading „8 Bitter mit 24 Bit Adressierung – eine verpasste Chance“

Steuerzeichen

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Ich weiß, der eine oder andere wird nun eine Nachbetrachtung des dritten Testflugs des Starships an dieser Stelle erwarten. Aber ihr wollt ja alle eine fundierte Analyse und die braucht Zeit. Bisher habe ich mir das Video noch nicht mal angesehen, vom Start habe ich, weil ich zu dem Zeitpunkt unterwegs war, nur das Verglühen gesehen. Daher gehe ich auch auf Kommentare zum Start im vorletzten Artikel nicht ein.

Zu meinem heutigen Thema kam ich durch meinen letzten Artikel über den weltweit schnellsten Z80 Rechner, denn mit Steuerzeichen muss ich mich nun dauernd bei der Arbeit auseinander setzen. Es ist wieder ein Ausflug in die Zeit als Programmierer noch Code eintippten und nicht jeder einen Computer hatte. Continue reading „Steuerzeichen“

Der Agon Light 2

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Ich habe in meinem Blog ja schon mal den Retro-Computer MinZ-C besprochen. Das ist ein Z180 Rechner mit CP/M als Betriebssystem und einer RAM- und ROM-Disk. Weitere Programme kann man auf einer SD-Karte ablegen. Nachdem ich auf den Agon Light aufmerksam gemacht wurde, habe ich mir einen zugelegt. Um es genauer zu sagen, den Agon Light 2, der kommerziell von Olimex hergestellt wird. Der Agon Light wird von seinem Schöpfer als „over engineered“ angegeben, Da bei den Geräten sehr schnell Extrakosten hinzukommen, habe ich ihn schließlich bei Mouser bestellt und er kam obwohl erst für den 12. Juni avisiert schon zwei Tage nach der Bestellung am 5.6.2023 an. Gekostet hat er mit Mehrwertsteuer schlussendlich 76 anstatt 58 Euro, immer noch billiger als beim Hersteller Olimex wo mit Versand und Zoll der Preis von 50 auf 95 Euro kletterte.

Der Agon Light 2 ist vom Aufbau her eher ein Retrocomputer als das MinZ-C System. Er ähnelt aber eher einem „klassischen“ Heimcomputer wie dem C64, auch wenn er nur als Platine wie ein Raspberry Pi verkauft wird (Gehäuse ist verfügbar, kostet aber extra) und man ihn in einigen Aspekten durchaus mit diesem Bastelcomputer vergleichen kann. Continue reading „Der Agon Light 2“

Lange Fit mit 8 Bit

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Kürzlich kam ich drauf als ich bei Reichelt nach etwas suchte, das es 8-Bit Prozessoren heute noch – fast 50 Jahre nach Markteinführung, zu kaufen gibt. Ich vermute viele Prozessoren die von den ursprünglichen Herstellern aufgegeben wurden, also nicht mehr produziert werden bekommt man heute noch aus Second-Source Produktion, aber nicht im Einzelhandel. So hat die ct’ in einer Retro-Ausgabe vor zwei Jahren einen IBM PC Nachbau aus China ausgegraben und besprochen. Den Prozessor 8086 fertigt Intel aber schon seit Jahrzehnten nicht mehr.

Daher hier mal eine kleine Geschichte der 8-Bit Prozessoren, wobei – das sei für Kenner gleich bemerkt – ich mich auf die vier mit dem größten Marktanteil konzentriere, es gab noch etliche andere. So wurde der RCA 1802 nicht dadurch berühmt, dass er kommerziell so erfolgreich war, sondern weil zwei Dutzend dieser Prozessoren an Bord von Galileo ihren Dienst taten. Continue reading „Lange Fit mit 8 Bit“

Das MiniZ-C System

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Genau einen Tag vor Weihnachten kam der in Kanada bestellte CP/M Rechner an. Wie üblich zu einer Uhrzeit wo ich nicht da war, so das ich am 24.sten noch zur nächsten Postfiliale musste und Zoll und Auslagen bezahlen.

Zuerst hat das Ding nicht funktioniert. Ein Zettel wies mich darauf hin, von der beiliegenden Micro-SD Karte ein Backup zu machen, doch das funktionierte nicht. Währenddessen verabschiedete die SD-Karte sich und wurde fort-hin nicht einmal mehr als SD-Karte erkannt. Mittels der spärlichen Dokumentation im Internet konnte ich immerhin die Treiber für den COM-Port installieren und nach einigen Versuchen auch eine Verbindung herstellen. Spätestens jetzt ist ein Wort fällig, wie diese Selbstbau-Retrorechner funktionieren. Der komplette Nachbau eines Rechners aus den achtziger Jahren ist auch heute für Amateure praktisch nicht möglich. Der Knackpunkt ist die Bildschirmdarstellung. Dafür müsste ein ASIC oder Grafikprozessor laufen der laufend den Speicher ausliest und die Pixel auf den Monitor ausgibt. Das gibt es nicht frei verfügbar und wenn dann nur in niedriger Auflösung wie den TMS 9928/8 der immer noch produziert wird. Continue reading „Das MiniZ-C System“