Die Kompetenz Deutschlands im Raketenbau

Als ich kürzlich meinen Aufsatz über die Ariane 6 aktualisierte, habe ich dann auch ein Statement gelesen, wie wichtig die Ariane 6 ist die Kompetenz Deutschlands im Raketenbau aufrechtzuerhalten. Zeit das Mal genauer zu beleuchten.

Also nehmen wir zuerst mal Deutschland. Die Entwicklung fing mit der Europa an. Für die Europarakete wurde die dritte Stufe Astris entwickelt. An ihr beteiligt waren ERNO und Bölkow zu je 50%. Struktur und Triebwerk stammten von ERNO, Elektronik, Telemetrie etc. von Bölkow. Die Stufe wurde dreimal im Flug gezündet. Zweimal sprengte das Selbstzerstörungssystem sie nach der Zündung. Als dies erkannt und gelöst war, konnte sie beim dritten Einsatz keine Umlaufbahn erreichen. Das ist bis heute etwas rätselhaft. Die Nutzlastverkleidung löste sich, doch selbst mit Nutzlastverkleidung wäre die Nutzlast nicht schwer genug gewesen. Es gab aber auch eine Minderleistung der dritten Stufe, die wohl damit ursächlich war. Continue reading „Die Kompetenz Deutschlands im Raketenbau“

Meine Meinung zum deutschen Mondlander

Seit Jahren spuckt dieses Projekt immer wieder durch die Presse. Einmal durfte es der DLR-Vorsitzende auch dem Kabinett vorstellen, doch war es zu teuer. Damals war von 600 Millionen Euro die Rede, nun sind es noch 500 Millionen, doch das ist immer noch mehr als die ganze DLR pro Jahr für Weltraumaktivitäten ausgibt (der Jahresetat beträgt 600 Millionen, da gehen aber dann Fixkosten für Einrichtungen und die Luftfahrt/Energieforschung ab).

Betrachtet man es im Vergleich zu Exomars, so ist das Projekt nicht absolut so teuer, zumal ja in der Beschreibung noch ein Orbitaufenthalt mit enthalten ist. Doch muss bei einem solchen Projekt das Kosten/Nutzenverhältnis abgewogen werden und Exomars ist schon extrem teuer geworden bei immer weniger Nutzen (inzwischen ist sogar nur noch einem Betrieb über wenige Tage die Rede). Und da ist die Sache ganz einfach: Ohne nukleare Energieversorgung oder zumindest Heizelemente (was aber auch radioaktives Material erfordert) kann ein Lander in den meisten Regionen des Mondes maximal 14 Tage lang operieren, bevor die Mondnacht kommt. Das dürfte bei Temperaturen von bis zu -120 Grad Celsius keine Batterie überleben. Andere Systeme vielleicht auch nicht. Die Surveyors waren robust genug gebaut, dass man sie nach der Mondnacht nochmals aktivieren konnte, aber keine der Sonden lieferten dann noch so viel Daten wie am ersten Mondtag, das ist auch für einen Mondlander zu befürchten. Continue reading „Meine Meinung zum deutschen Mondlander“

Deutschland, der Weltraumzwerg

Der erste Schritt in den Weltraum ist immer noch eine eigene Trägerrakete, und von einer Weltraummacht spricht man wenn ein Land mit einer eigenen Trägerrakete den Orbit erreicht. Ein zweiter Club der größer ist ist der der Nationen die eigene Satelliten bauen und von anderen Starten lassen. Früher exklusiver, aber inzwischen genauso groß ist. ist der der Astronuten. Noch wirklich exklusiv ist der Club der Nationen die Astronauten selbst in den Orbit bringen können.

Bald wird Nordkorea wieder einen Startversuch unternehmen. (Geplant für den 12-16.4) Es gab ja schon einige. Und wie immer wie auch beim Iran vor einigen Jahren gibt es die Drohungen seitens der USA und die Angst, weil natürlich jede Trägerrakete auch militärisch nutzbar ist. Continue reading „Deutschland, der Weltraumzwerg“

Deutschland und die bemannte Raumfahrt

Beim verfolgen der Weltraum-Nachrichten bin ich auf folgendes gestoßen. Es geht im wesentlichen darum, dass Frankreich, Italien und Deutschland unterschiedliche Interessen haben und der DLR Vorstandsvorsitzende (es ist ja ein Verein) hier Konfliktpotential beim nächsten ESA Treffen sieht. das worauf ich mich beziehe steht ganz unten:

„By the time the space station is retired in 2020 — and the actual retirement date may be later — Germany will have spent some 4 billion euros ($5.4 billion), Woerner said. To assure maximum value for that investment, Germany will argue for strong support for a station-utilization budget.

“This is both a question of getting a return on investment, and a question of science,” Woerner said. “We in Germany are convinced we should not reduce our science and technology investment even in difficult times.”.

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Deutschland – astronomisches Entwicklungsland

Im Jahre 1962 gab es eine Gedenkschrift zur Lage der deutschen Astronomie, Darauf wurde verwiesen, dass diese einen beträchtlichen instrumentellen Rückstand gegenüber den Nachbarländern hat, bedingt dadurch, dass sowohl nach dem ersten wie auch zweiten Weltkrieg keine neuen Teleskope mehr gebaut wurden und es wurde vorgeschlagen, zwei (damals) mittelgroße und ein großes Teleskop an einem klimatisch günstigen Standardort zu erichten, dazu noch ein Radioteleskop.

Diese Projekte wurden umgesetzt: Es entstanden zwei 2,2 m Teleskope, eines als Dauerleihgabe an die ESO in la Silla und eines im Calar Alto Forschungszentrum in Spanien. Dort wurde auch das größere – 3,5 m – Teleskop aufgestellt. Das Radioteleskop – das 100 m Teleskop in Eiffelsberg wurde ebenfalls errichtet. Damit hatte Deutschland bis Anfang der 80 er Jahre an die Weltspitze aufgeschlossen. Continue reading „Deutschland – astronomisches Entwicklungsland“