Die rein druckgeförderte Rakete

Da ich mit der Korrektur meines Buchs ganz gut im Zeitplan bin (auf S.360 noch 200+ zu machen) nehme ich mir heute mal ein Thema vor, das ich schon längere Zeit mal anbrechen will, aber weil es eben doch einige Arbeit auch mit FCEA ist bisher vor mir hergeschoben habe. Ich kam wieder drauf als ich mich wieder mit den Trägern von Nord Korea und Iran beschäftigt habe.

Wenn ich in dem Staat wäre und einer Rakete möglichst ohne Risiko und mit geringem finanziellen Aufwand fertigstellen wöllte würde ich Druckgasförderung in Betracht ziehen. Doch ginge das und wie groß wäre die Nutzlast?

Zuerst mal die Grundlagen. Damit wir alle auf dem selben Niveau sind. Continue reading „Die rein druckgeförderte Rakete“

Europäische Trägerraketenentwicklung

Zeit für einen neuen Artikel, der ein Thema mal allgemein beleuchtet. Wer es genauer will: es gibt auch zwei Bücher mit über 600 Seiten zu dem Thema von mir.

Die europäische Trägerraketenentwicklung musste nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend bei Null anfangen. Alle Spezialisten waren von den USA und der UdSSR gecatcht worden. Den Anfang machte Frankreich, wo im August 1961 die Entscheidung fiel, eine eigene Trägerrakete zu entwickeln. Triebkraft war vor allem die mögliche militärische Nutzung. Frankreich hatte den Aufbau einer eigenen nuklear bestückten Waffengattung beschlossen, und dafür benötigte man auch Raketen. Die zweite Stufe wurde so entwickelt, dass sie militärisch genutzt werden konnte. Frankreich ging das Vorhaben sehr systematisch an. Der Trägerrakete Diamant gingen vier Erprobungstypen, Topaze, Rubis, Emeraude und Saphire, die sogenannte Edelsteinserie voraus, die eine oder zwei Stufen hatten um die Stufen oder das Steuersystem zu testen. Mit dem Start von Asterix (sic!) dem ersten französischen Satelliten am 26.11.1965 wurde Frankreich zur dritten Nation die einen eigenen Satelliten startete. Die Diamant wurde dann noch zweimal leicht in der Leistung gesteigert, lief aber aus, als man die Ariane beschlossen hatte. Continue reading „Europäische Trägerraketenentwicklung“

Die ominösen sp2 und sp3 Konfigurationen

Da ich wahrscheinlich in meinen Aufsätzen noch ein paar mal mit Fachbegriffen um mich werfe, an dieser Stelle eine Erklärung von zweien. Fangen wir mal ganz elementar an. Elektronen halten sich nach den Atommodellen der Physiker in Orbitalen auf. Um Missverständnissen vorzubeugen: Das sind keine definierten Bahnen und sie haben keine Ähnlichkeit zu den Orbits von Planeten und Satelliten. Man kann sie dann noch nach den Energieniveaus in verschiedenen Schalen anordnen. Daher kommen die Buchstaben: Eine s-Schale ist besetzt mit zwei Elektronen. Es kommt dann die p-Schale mit sechs Elektronen. (Zur Vervollständigung: Es gibt noch die d-Schale mit 18 Elektronen und die f-Schale mit 32 Elektronen (Gesetzmäßigkeit: 2*n)).

Wenn man in Büchern nachschaut, findet man dann Abbildungen dieser Schalen, wobei diese die Aufenthaltswahrscheinlichkeit angeben. Vereinfacht gesagt, den Raumbereich in dem sich ein Elektron am häufigsten aufhält. Eine s-Schale ist kugelförmig. Eine p-Schale hantelförmig. Jede Schale nimmt maximal zwei Elektronen auf. So gibt es drei p-Schalen die in den drei Raumachsen angeordnet sind (px, py und pz).

Wichtig ist: Für Bindungen stehen nur die äußeren Schalen zur Verfügung, die nicht vollständig besetzt sind. Alle anderen Schalen beteiligen sich nicht an chemischen Bindungen. Continue reading „Die ominösen sp2 und sp3 Konfigurationen“

Bücher, Bücher, Bücher!

Gestern habe ich das Manuskript der zweiten Auflage des ATV Buchs bei BOD hochgeladen, zugleich sind drei Bücher neu von mir erschienen und am Wochenende konnte die Website den viermillionsten Besucher feiern – der natürlich auch ein Buch zugeschickt bekommt. Also genügend Stoff um das Thema Bücher wieder einmal hervorzukramen.

Fangen wir mit dem letzten an – wie beim dreimillionsten Besucher gab es auch für den viermillionsten Besucher einen Preis. Er ging diesmal an Reinhard K. Geschafft habe ich die Million (echte Besucher, nicht Seitenabrufe) in 22 Monaten. Am Samstag war es soweit. Die dritte Million wurde am 30.5.2008 erreicht. Den viermillionsten am Samstag, also dem 20.3.2010. Der Preis ist wie beim letzten Mal ein Exemplar des Gemini Programms – diesmal aber von der zweiten Auflage (die wegen zwei abgeschnittenen Grafiken nicht mehr im Handel erhältlich ist, also eine echte Rarität. Was mich erstaunt ist, dass es wieder ein Dauerblogleser war. Der Blog macht schließlich nur ein Viertel der Zugriffe aus.

Dann sind nun drei neue Bücher von mir bei Amazon erhältlich – nun ja es sind keine neuen Bücher. Es ist das dritte Buch „Europäische Trägerraketen 1“ aufgespalten in drei Teilbände. Die Intention dahinter ist die, dass ich davon ausgehe, dass es bestimmt zahlreiche Leute gibt, die sich für Ariane 1-4 interessieren, aber wahrscheinlich deutlich weniger für die Black Arrow und Diamant oder die Europa Rakete. Da ich nun den Inhalt in drei Bänden aufgesplittet habe ist es möglich sich das Buch über Ariane 1-4 für 13,90 anstatt 29,99 Euro für alle drei Träger kaufen. (Analoges gilt für die anderen beiden Bände). Genaueres findet man wie immer auf Raumfahrtbuecher.de. Continue reading „Bücher, Bücher, Bücher!“

Wir sind alle Sternstaub

ElementhäufigkeitenVielleicht haben Sie es schon gehört :Fast alle Elemente die wir heute kennen wurden in Sternen erzeugt. Sie bestehen aus Sternenstaub, ich tue es und bestimmte Schmuckgegenstände haben sogar noch eine aufregendere Entstehungsgeschichte.

Am Anfang war der Wasserstoff :Er und etwas Helium wurden beim Urknall gebildet. Die ersten Sterne und auch heute die meisten Sterne fusionieren Wasserstoff zu immer höheren Elementen. Zuerst zu Helium dann Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Fluor, Neon und Natrium. Dies macht auch unsere Sonne seit über 4 Milliarden Jahren. Aus den oben genannten Elementen zusammen mit dem Wasserstoff bestehen wir zum größten Teil. Etwa 80-90 % unser Körpermasse besteht aus den Elementen Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Stickstoff.

Irgendwann besteht ein Stern im innern aus lauter Schalen, wie eine Zwiebel. Im inneren eine Kugel aus den schweren Elementen, mit Schalen aus den immer leichteren Elementen darüber und einer Hülle aus Wasserstoff. Nun ist der Wasserstoff im inneren verbraucht und der Stern beginnt Helium zu verbrennen. Er bläht sich auf, weil dies bei höheren Temperaturen geschieht. So entstehen noch schwerere Elemente bis hin zum Magnesium. Danach setzen Fusionsprozesse mit immer kürzeren Zeitskalen ein. Im Wasserstoffbrennen kann ein Stern Milliarden Jahre lang bleiben, im Heliumbrennen noch 100 Millionen Jahre, doch bei den folgenden Prozessen reden wir von 100-10000 Jahre. Der Grund:Fusioniert wird nur ein Teil des Brennstoffs und zwar der im Kern wobei dessen Menge immer kleiner wird. Und man bekommt immer weniger Energie aus dem Fusionsprozess während die Temperatur die man braucht um ihn am Leben zu erhalten immer mehr ansteigt. Die letzten Fusionsprozesse die im inneren von Sternen ablaufen erzeugen die Elemente bis zum Eisen. Dass unsere Erde größtenteils aus Eisen besteht ist also kein Zufall. In kleinen Mengen entstehen als Nebenprodukte durch Neutoneneinfang und Zerfall die Elemente von Atommasse 63 bis 209 als Abfallprodukte. Continue reading „Wir sind alle Sternstaub“