Ehrlichkeit in der Politik

Wie sicher schon dem einen oder anderen aufgefallen, gefällt mir das eine oder andere nicht an der Politik. Nun kann man sicher anderer politischer Meinung sein, was die Programme der Parteien angeht. aber ich denke unabhängig von dieser Meinung gibt es etwas was jede Regierung aber auch jede Partei erwartet werden kann: das man sich an bestimmte moralische Standards hält und zwei ziemlich wichtige, sind Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit. Die Ereignisse in den letzten Wochen zeigen recht deutlich, dass hier einiges im argen ist.

Nehmen wir die Affäre Guttenberg. Da ist zum einen das Verhalten von ihm. Er hat ja alles abgeleugnet und selbst noch in seiner Rede beim Abtritt keinerlei eigenes Verschulden eingeräumt. Da gerade er als Plagiator wissen sollte, wie schnell man Arbeiten auf Versatzstücke anderer feststellen kann, ist das äußerst dumm gewesen. aber wahrscheinlich war er zu von sich selbst überzeugt und hat die Arbeit zusammenschreiben lassen. Aber es dreht sich nicht um ihn. Es dreht sich vielmehr um den Rest der Regierung, an der Spitze Merkel. Wenn diese sagt, sie hätte einen Verteidigungsminister und keinen wissenschaftlichen Assistenten ernannt, dann zeigt das welch verschobene Wertemaßstäbe sie hat. Denn Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sind sicher für jedes Amt wichtige Eigenschaften. Sie sind vielleicht noch wichtiger, weil man die Minister ja laufend auswechselt. Es werden also niemals Leute berufen, die eine gewisse Vorbildung für das Amt haben wie Generäle als Verteidigungsminister, Juristen als Justizminister oder Naturwissenschaftler für das Umweltministerium. Wenn sich Leute also nicht durch ihre berufliche Qualifikation für ein Amt eignen, so muss die Persönlichkeit stimmen. Continue reading „Ehrlichkeit in der Politik“

Gleiches Recht für Alle!

So, nun ist es offiziell: Guttenberg hat nicht nur ein bisschen abgeschrieben, er hat massiv geklaut. Nach demGuttenPlag Wiki hat er nun schon 70% der Arbeit abgeschrieben und der Nachfolger seines Doktorvaters, Oliver Lepsius, warf dem Politiker vor, er sei ein Betrüger. Guttenberg habe „planmäßig und systematisch wissenschaftliche Quellen zum Plagiat zusammengetragen und behaupte nicht zu wissen, was er tue“. Immerhin: So viel Unabhängigkeit und kritische Einsicht habe ich einer bayrischen Uni, wenn es um den Strahlemann der CSU geht, nicht zugetraut.

Das soll nun alles erledigt sein mit der Aberkennung des Doktortitels? Kein Rücktritt, keine Schadensersatzforderungen für das Klauen des geistigen Eigentums anderer?

Ist das die Botschaft die uns die Regierung Merkel sendet, oder die Botschaft eines Ministers, dessen Homepage betitelt ist mit „Verantwortung verpflichtet“? Continue reading „Gleiches Recht für Alle!“

Nachlese zu Guttenberg

Nun ist er seinen Doktor los, aber trotzdem ist so keiner richtig zufrieden. Vor allem wie dies lief. Und ich glaube auch, dass es nicht die Wahrheit war. Ich versuche mal eine Nachlese. Dreh- und Angelpunkt ist natürlich die Arbeit. Mich befriedigt die Antwort nicht, dass er zwar wissenschaftliche Fehler gemacht hat, sie aber selbst geschrieben haben soll. Fangen wir mal mit der Doktorarbeit. Nun kann ich keine juristische Arbeit beurteilen und auch keine 475 Seiten mal so eben lesen. Doch das haben andere getan, die was davon verstehen und die sind zu dem Urteil gekommen, dass wenn die Zitate nicht gewesen wären, das Urteil „Summacum laude“ also eine 1 gerechtfertigt ist. Es sei eine wissenschaftliche Arbeit von hoher Güte. Einer der es wissen muss, fand daher die Aussage von Guttenberg er hätte wissenschaftliche Fehler gemacht, als Ausrede, weil das die Arbeit nicht hergibt. Ein zweiter Gutachter sieht in dem Fachvokabular ein Indiz: in jedem Fachbereich gibt es ein Fachvokabular, manchmal sogar ganze Sätze die sich eingeschliffen haben. Ein Doktorrand, der ein Studierender ist, hat dieses noch nicht so drauf. Das bekommt man erst durch langjährige Berufserfahrung und wenn eine Doktorarbeit so etwas aufweist, so ist das schon verdächtig. Continue reading „Nachlese zu Guttenberg“

Alles Gutti?

Derzeit regen sich alle über die Doktorarbeit von Guttenberg auf, wegen der Plagiatsvorwürfe. Hallo? Wisst Ihr was der gute Mann für einen Doktor hat? Der gute Mann ist Doktor der Juristerei. In diesem Fach wird eine Doktorarbeit nicht erarbeitet. Da forscht nicht einer einige Jahre mehr oder weniger erfolgreich, um die Wissenschaft um eine kleine Erkenntnis zu bereichern oder er tüftelt nicht an einer Maschine einem Mechanismus oder einem Algorithmus um etwas zu verbessern oder zu erfinden.

Juristen schaffen – wie andere Geisteswissenschaften – nichts neues. Sie schreiben nur zusammen, was andere schon geschrieben haben oder kommentieren dies, setzen sich mit einem Thema auseinander oder bestreiten eine These. Das solche Arbeiten voller Zitate sind, sonst würde man ja eigene Meinung kundtun, ist logisch. Eigentlich bestehen solche Arbeiten nur aus Zitatstücken die mit einigen Sätzen verbunden sind um damit die eigenen Argumente zu unterstützen. So soll auch Guttenbergs Doktorarbeit bei 475 Seiten schon jetzt über 1.200 Fußnoten haben. Continue reading „Alles Gutti?“