Die Saturn und N-1 – Unterschiede in der Sicherheitsphilosophie

Ich habe mal eine Anzeige gesehen, in der man einen Metallkugelschreiber und einen abgekauten, kurzen Bleistift sah. Darunter stand sinngemäß, dass die NASA Unsummen für einen Kugelschreiber ausgab, der auch in der Schwerelosigkeit schreiben konnte und Russland das Problem mit einem Bleistift löste.

Ich treffe immer wieder auf die Meinung. Die russische Technik sei zwar veraltet, schwer, aber solide und unverwüstlich. Es sei eben eine andere Herangehensweise an die Probleme, die der Weltraum an die Technik stellt. Dafür würde auch die Benutzung des Bleistifts stehen. Continue reading „Die Saturn und N-1 – Unterschiede in der Sicherheitsphilosophie“

Die Lösung für ein überflüssiges Problem: Wie groß kann eine Rakete sein?

Bei meinen Recherchen über die Saturn V bin ich auch auf zahlreiche Post-Saturn Studien gestoßen. Die größte Rakete mit 18 Triebwerken in der ersten und 3 in der zweiten Stufe mit einer Nutzlast von 567 t in einen Erdorbit und einer Masse von 6.600 t beim Start. Das brachte mich auf meine heutige Blogidee – wie groß kann man eine Rakete machen?

Ich kann mich an ein Buch erinnern, in dem stand, das es im Prinzip keine technischen Grenzen für den Schub eines Triebwerks gibt und man in den Sechzigern Triebwerke mit 10.000 bis 40.000 kN Schub zumindest theoretisch untersucht und für baubar hielt. Continue reading „Die Lösung für ein überflüssiges Problem: Wie groß kann eine Rakete sein?“

I know Saint Peter won’t call my name

Heute geht es um eine Rakete die ich nie gebaut hätte. Es ist die Proton. Mir fiel beim Nachbearbeiten meines Aufsatzes über die N-1 auf wie viele Fehlstarts die in den frühen Jahren hatte.  Ich kannte die miserable Zuverlässigkeit der Proton in den frühen Jahren, die noch um einiges schlechter war als heute. Hier eine Liste aller Starts der ersten vierstufigen Version, genannt Proton K / Block D: Continue reading „I know Saint Peter won’t call my name“

(Without rush) And the pace back East

Etwas überrascht hat mich die Meldung schon. Aber die Überraschung wäre am 7. November 2017 noch größer gewesen, wo das Ereignis stattfinden soll, zum 100-sten Jahrestag der russischen Oktoberrevolution. Das Datum hat geschichtliche Bedeutung und so wurde z.B. Sputnik 2 mit der Hündin Laika bewusst zu diesem Datum  gestartet. Knapp verfehlt hatte das Datum ein Zond Flug am 22.11.1967, der wegen technischer Verzögerungen verschoben wurde und als erste Sonde den Mond umrunden und zur erde zurückkehren sollte. Die Sonde ging dann aber trotzdem bei einem Fehlstart verloren.

Mit der Ukrainekrise hat Putin Russland einen nationalen Kurs verordnet. Die Militärausgaben wurden gesteigert und inzwischen wird auch unverhohlen an Ereignisse aus der kommunistischen Vergangenheit erinnert, als Russland noch den USA die Stirn bieten konnte. So soll es wieder kommen. Continue reading „(Without rush) And the pace back East“

Money, it’s a gas

Otto Piffel: „Ich werde dort gebraucht ich bin Raketen Techniker!“

Ex-Kommissar: „Ah, das ist eine Sache wo wir sind weit voraus Amerika. In Cape Canaveral wenn geht falsch Rakete sie drücken auf einen Knopf und Pow – futsch geht Rakete. Aber in Russland haben zwei Knöpfe.“

Otto Piffel: Zwei?“

Ex-Kommissar: „Einen zu sprengen Rakete und einen zu sprengen Spezialist!“

Ja in Russland ist alles irgendwie besser und doppelt vorhanden. An diese Stelle aus dem Film Eins-Zwei-Drei musste ich denken, als mir das Thema für den heutigen Blog durch den Kopf ging. Es geht um das russische Mondprogramm. Ich bin daran erinnert worden als ich das Buch von Reichl über die N-1 gelesen habe. Continue reading „Money, it’s a gas“