Die Agena C

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Wie ihr sicher bemerkt habt, war es etwas ruhig hier im Blog. Der Grund ist ganz einfach, ich habe mich endlich entschlossen, einen Schlussstrich zu ziehen. Nein, nicht unter dem Blog. Seit fünf Jahren will ich Band 2 des Apolloprogramms fertigstellen und habe in den letzten Jahren eigentlich immer nur kurzzeitig dran gearbeitet.
Das hat mich aber auch abgehalten andere Bücher anzufangen, so nach dem Motto“ Erst mal das eine Buch fertigstellen, dann was neues anfangen“. Ich tue mich mit fortschreitendem Alter sowieso schwer monatelang an einem Buch zu arbeiten, der Enthusiasmus ist einfach nicht mehr da und bei bemannter Raumfahrt schon gar nicht, auch wenn es in dem Buch vor allem um Technik geht (wie eigentlich in allen meinen Büchern). Dazu kommt bei Apollo, dass es so wahnsinnig viele Dokumente gibt und mein eigener Anspruch ist es ja möglichst genau zu beschreiben. Das treibt die benötigte Zeit nach oben, denn die meiste Zeit brauche ich für die Recherche.
Ich habe nun begonnen, den dritten Teil der US-Trägerraketen auszukoppeln, der behandelt die Thor und Delta-Familie. Obwohl dies die dritte wesentliche Überarbeitung ist, kommt immer noch was hinzu, meist kleinere Textpassagen, die Modelle wurden ja schon in der letzten Auflage vollständig beschrieben, aber ich nutze die Gelegenheit auch für einige Gedanken in der Form „Was wäre wenn“, also ich schaue mal welche Möglichkeiten es noch gegeben hätte, das betrifft hier vor allem die Agena-Linie die recht früh bei der Thor schon 1972 endete. Danach werde ich dann was Neues anfangen: ein Buch über Galileo, also die Raumsonde, nicht dass Satellitennetzwerk-
Ein Kapitel (in Rohform, noch nicht endgültig korrigiert) will ich euch nicht vorenthalten es ist das über die mal erwogene C-Version der Agena. Continue reading „Die Agena C“

Von der R-1 zur R-5: Teil 3

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Dies ist der dritte und abschließende Teil der kleinen Serie über die Entwicklung der R-1 zur R-5. Teil 1 erschien am 26.9.2023 und Teil 2 am 28.9.2023. In diesem letzten Teil geht es um die gescheiterte R-3 und die R-5 als letzte Rakete auf Basis der A-4 Technologie,

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Die Raketenentwicklung in den USA von 1945 bis 1965 – Teil 2

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So, dieser Teil schließt nahtlos an den ersten Teil von  gestern an, doch ich wollte nicht eure Aufmerksamkeit auf die Probe stellen und zudem wärs auch etwas lang zum lesen.

Die Redstone machte als taktische Waffe einen Sinn, aber noch gab es nicht den Plan eine Mittelstrecken- oder Interkontinentalrakete zu entwickeln. 1954 änderte sich das. Auf der Maiparade auf dem roten Platz waren Mittelstreckenraketen Russlands zu sehen. Die Militärparade war nicht nur zur Feier des Siegs über Nazideutschland da, sie war auch eine Waffenschau. Nun wähnten sich die USA in einer Mittelstreckenraketen-“Lücke“. Es ist erstaunlich wie viel Geld man in den USA loseisen kann wenn man dieses Wort „Gap“ verwendet. Das hat Stanley Rubrik in seinem Film „Dr. Strangelove“ sehr gut herausgearbeitet. Als zweites Ereignis, das zu einer „Bedrohung“ führte, zündete 1954 auch Russland seine erste Wasserstoffbombe. Mit der Wasserstoffbombe als „Nutzlast“ spielte auch die schlechte Treffgenauigkeit von 1,5 bis 2 km keine so große Rolle. So kam es dazu das fast zeitgleich zwei neue Mittelstreckenraketen entworfen wurden: die PGM-17 Thor von der Air Force und die PGM-19 Jupiter von der Army. Beide bekamen das Okay 1955. 1957 sah es kurze Zeit so aus, als würde die Jupiter eingestellt werden – zwei Typen mit fast gleichen technischen Daten und sogar demselben Triebwerk waren schließlich nicht nötig, da startete am 3.10.1957 Sputnik 1 und damit war klar das Russland sogar eine ICBM hatte. Nun wurde stationiert was nur verfügbar war. Gebaut wurden 101 Jupiter, davon nur 45 stationiert und 225 Thor, davon wurden maximal 60 stationiert. Die Thor hatte die viel schlechtere Erfolgsquote bei den Teststarts scheiterten über 60 Prozent, während es bei der Jupiter nur 21 Prozent waren. Aber sie wurde trotzdem eingestellt, weil im November 1957 die US Air Force für alle Raketen größerer Reichweite verantwortlich wurde und die stellte natürlich ein Army Projekt ein. Beide Träger waren moderner als die Redstone. Das Triebwerk war kardanisch schwenkbar aufgehängt, verzichtete auf die Strahlruder und der Gasgenerator benötigte keinen eigenen Treibstoffvorrat sondern nutzte die Treibstoffe aus den Haupttanks. Continue reading „Die Raketenentwicklung in den USA von 1945 bis 1965 – Teil 2“

Die Agena – eine unterschätzte Oberstufe

Wenn man an die Agena denkt, fallen einem einige Dinge ein. Agena Oberstufen dienten als Kopplungsziel für Gemini-Raumschiffe und brachten Gemini 11 und 12 in Rekordhöhen, die seitdem bei Orbitmissionen nicht mehr erreicht wurden. Agena Oberstufen waren fest in die Satelliten des Keyholeprogramms und Gambit eingebaut. Agena Oberstufen flog auf Delta, Atlas und Titan – als einzige der drei Stufen auf allen Trägern und sie waren lange Zeit die am meisten eingesetzte Oberstufe. Continue reading „Die Agena – eine unterschätzte Oberstufe“

Politisch inkorrekte Träger

Etwas spät wurde das Rätsel doch aufgelöst, man muss eben wissen wo es auf meiner Website steht oder Google mit „Site:www.bernd-leitenberger.de“ bemühen. Ich nehme das mal zum Aufhänger für einen Artikel und zwar das traurige Kapitel „Ausgemusterte ICBM als Satellitenträger“. Das Dod hat nacheinander die Jupiter, Thor, Atlas D-F, Titan I und Titan ausgemustert. Nach dem START-Abkommen mussten sie auch noch 40 Peacekeeper und 200-200 Minuteman abbauen und dann gibt es sicher noch etliche Polaris und Trident Raketen. Continue reading „Politisch inkorrekte Träger“