Am falschen Ende gespart

Beim letzten ESA Konzil 2005 hat der Ministerrat beschlossen die ESC-B Entwicklung einzustellen. Nicht abzubrechen, aber einzufrieren. Die 400 Millionen Euro, welche diese umfassen sollte flossen in einen Rettungsplan für die Ariane 5. Das war für Politiker die einfachste Lösung: Es muss kein Geld investiert werden und man greift eben einfach auf Gelder zurück die für Investitionen anstehen. Nun gibt es die Quittung:

  • BepiColombo wird zu schwer sein für einen Sojus Start und erfordert einen Ariane 5 Start
  • Exomars hat ebenfalls Gewichtsprobleme und ist schon von der Sojus auf die Ariane 5 umgebucht.

Da die ESC-A ist nicht wiederzündbar. Das bedeutet, dass selbst wenn Exomars und BepiColombo weit unter der Maximalnutzlast einer Ariane 5 liegen, kann keine zweite Nutzlast mitgeführt werden. Die Ariane 5 ES hat zwar eine wiederzündbare Oberstufe, doch ihre Nutzlast ist klein. Die wiederzündbare ESC-B hätte es erlaubt einen größeren geostationären Satellit mitführen können, der dann den größten Teil der Startkosten übernommen hätte.

Da jeder Ariane 5 Start 130 Millionen Euro kostet, im Vergleich zu 50 Millionen Dollar bei einer Sojus bedeuten alleine diese beiden Starts Mehrkosten von etwa 160 Millionen Euro. Das ist schon ein Drittel von dem was man eingespart hat. Doch es kommt noch besser: Bis 2013 sind vier ATV Starts geplant mit 7.667 t Fracht zur ISS bei 20.75 t Gesamtgewicht des ATV. Da die ESC-B 23 t zur ISS bringt und die 2.225 t mehr etwa 2 t mehr Nutzlast entsprechen bedeutet dies, dass die vier Starts auf der Ariane 5 ES nahezu 3 Starts auf der Ariane 5 ESC-B entsprechen. Bei 330 Millionen Euro pro Flug kann also ein Flug eingespart werden. Schon sind wir bei 490 Millionen Euro, die man durch die ESC-B eingespart hätte.

Da haben die Politiker doch wirklich wieder gut gespart oder? Schade dass die ESA keine Bank ist, dann hätte sie sich ein paar Milliarden bekommen….

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